Aus dem Leben eines Merino-Shirts

Darf ich mich kurz vorstellen? Devold mein Name. Meinen Ursprung habe ich in Norwegen. Der älteste mir bekannte Vorfahre ist Ole Andreas Devold. Er gründete 1853 unsere namhafte Familie aus bester Merinowolle.
Längere Zeit verbrachte ich wartend in einem Karton, immer in der Hoffnung bald ausgepackt und angezogen zu werden.

Mitte März:
Heute war es soweit. Mein kleiner Karton wurde aufgemacht. Mein neuer Partner Helmut nahm mich aus meiner dunklen Behausung, begutachtete und bewunderte mich, befühlte meine weiche Beschaffenheit aus feinster Merino- wolle und probierte mich das Erste mal an. Er wirkte sehr zufrieden. Ich war es auch und sehr aufgeregt noch dazu. Bald würde ich ausgeführt werden. Galas, Vernissagen, Opernabende … auf den Parketten der Welt würden wir gemeinsam unterwegs sein. Ich war so voller Vorfreude.

Devold

Aber zunächst wurde ich in einen Schrank gelegt. Zwischen „Sportshirts“ musste ich liegen. Ich war gelinde gesagt pikiert, beschloss jedoch meinen Blick nach vorne zu richten. Bald würde es soweit sein. Helmut würde mich ausführen, wir würden tanzen gehen, in fürstlichen Unterkünften residieren und vieles mehr.

Zwei Tage später:
Heute hatte mich Helmut zum Joggen angezogen. Zum „Joggen“ – alleine das Wort lässt mich erschaudern. Da es regnete und kalt war verschwand ich unter einer Regenjacke. Durch den teilweise geöffneten Reißverschluss konnte ich sehen, dass wir zusammen mit so einem haarigen Vierbeiner (angeblich ein Jagdhund) über Wiesen und im düsteren Wald unterwegs waren. Weit und breit kein festlicher Anlass. Statt dessen Nässe, Kälte und Schmutz! Mir fehlen die Worte um zu beschreiben, wie entsetzt und schockiert ich war. Was werde ich wohl noch alles über mich ergehen lassen müssen?

Immer unterwegs mit Devold

Mit Devold unterwegs

Zwei Monate später:
Wir waren radeln, klettern und bergsteigen. Bei Hitze und Kälte, bei Sonnen- schein und Regen, im Fels und Schnee wärmte ich Helmut, nahm seinen Schweiß auf und sorgte für ein angenehmes Tragegefühl. Das ist echte Arbeit, aber solche Kleinigkeiten stecke ich locker weg. Sogar bei einer Gletscherausbildung war ich dabei. Richtig stürzen und Spaltenbergung standen auf dem Programm. Das kann auf dem Gletscher überlebensnotwendig sein. Zum Glück ist Helmut sehr sicherheitsbewusst. Es wäre echt schade, wenn ich auf nimmer Wiedersehen in einer Gletscherspalte verschwinden würde.

Die Zeit zwischen den Touren verbringe ich regelmäßig im Kleiderschrank zwischen den anderen Sportshirts. Die sind irgendwie anders. Sie behaupten, sie seien sehr viel bekannter als ich, kämen aus ganz namhaften Familien. Hmm … ich kann mir hierzu kein Urteil bilden. Interessant ist nur, dass Helmut sich regelmäßig für mich entscheidet und die anderen zunehmend im Schrank zurück lässt.

Spaltenbergung und

Sturztraining und Spaltenbergung

Erst kürzlich trug mich Helmut drei Tage am Stück. Ich weiß nicht, ob er bereits so von meinen Qualitäten überzeugt war, dass er nicht mehr Shirts mit genommen hat oder ob es ein Test war. Wie auch immer. Ich stank auch nach diesen drei Tagen und Nächten nicht (Ganz ehrlich: Ich habe auch nichts anderes erwartet – ich bin schließlich aus dem Hause Devold und aus 100 % Merinowolle). Überhaupt braucht es schon sehr viel, bis ich mit meiner Leistungsfähigkeit am Ende bin.
Und das ist gut so, denn so viel wie ich in den letzten Wochen erleben durfte, erleben andere in ihrem ganzen Leben nicht. Und es geht noch weiter. Nach meinem ersten 3.000er vergangenes Wochenende geht´s demnächst auf meinen ersten 4.000er und im Sommer darf ich sogar mit nach Tanzania. Wir steigen auf den höchsten Berg Afrikas – auf den Kilimanjaro – ein echter Seven Summit.
Mir fehlen die Worte um zu beschreiben, wie glücklich ich bin!

Gastautor: „Devold Schramm“

P.S.: Meine Familie ist sehr groß. Falls Sie auch viel unterwegs sind und noch einen zuverlässigen Begleiter suchen, wenden Sie sich einfach an Outdoor Schramm. Die organisieren sicherlich gerne eine Patenschaft mit dem einen oder anderen Familienmitglied von mir. Aber bitte nur, wenn Sie auch viel gemeinsam unternehmen möchten. Nicht, dass eines meiner Familienmitglieder im Schrank versauern muss. Das möchte ich nicht verantworten müssen.

Im Salewa-Zelt auf dem Gletscher

Für unsere Vorbereitungstour auf den Stubaier Gletscher stellte uns die Firma Salewa ein nagelneues Expeditionszelt zum Test zur Verfügung. Der Aufbau des gelben Salewa Alpin Extrem XPD BASE Zeltes bei Sturm bot uns eine gute Gelegenheit das Zelt auf Einsatztauglichkeit unter widrigen Umständen zu testen.

Salewa

Der erste Eindruck beim Aufbau des Zeltes war überaus positiv. Auch ohne Blick in die Aufbauanleitung konnten wir das Zelt ohne Fehlversuche aufstellen. Das Befestigen des Überzeltes am Gestänge des Innenzeltes erfolgt, an gut erkenn- baren Aussparungen, mittels Klettbändern. Grundsätzlich nicht schlecht, jedoch mit Handschuhen nicht ganz einfach. Hier wären eventuell etwas längere Klett- bänder von Vorteil.

Die serienmäßig mitgelieferten Zeltnägel stellten sich im Schnee als wenig hilfreich heraus. Sie hielten nur wenn der Schnee richtig festgetreten war und die Zeltnägel komplett mit Schnee zugeschüttet wurden. Wir werden hier, entsprechend der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten, auf die deutlich stabileren und höheren Belastungen standhaltenden Zelt-Heringe zurück greifen. 
Lobend hervorzuheben sind die ausreichend großen Schneelappen. Diese vollständig mit Schnee oder in steinigem Gelände mit Steinen beschwert, schützen das Zelt rundherum vor Windböen, die sich im Zelt verfangen könnten. Damit hat der Wind kaum eine Chance einen Angriffspunkt zu finden. Das stabile Gestänge, ausreichend viele Spannseile sowie die Geometrie des Zeltes tragen zudem zur Gesamtstabilität des Expeditionszeltes bei.

Sehr praktisch sind die vielen Taschen im Innenzelt zum Verstauen kleinerer Ausrüstungsgegenstände sowie der große Vorraum, der insbesondere auf Expeditionen zum Betreiben eines Kochers unbedingt erforderlich ist. Gegenüber dem Vorgängermodell, welches wir am Acconcagua 2011 dabei hatten, fehlt bei diesem Modell nur das große Ablagenetz im Deckenbereich des Zeltes. Dieses nutzten wir insbesondere zum Trocknen unserer Handschuhe, Socken …

Unser Fazit: Ein durchaus expeditionstaugliches Zelt. Mit speziellen Heringen auch im Schnee und Sand sicher zu verankern. Preis, Funktionalität und Gewicht passen.