Über elf Wochen in Peru

Nicht ganz drei Monate in Peru, davon etwa einen Monat am selben Ort. Eine für uns ganz neue Erfahrung. Ein solch langer Aufenthalt in einem fremden Land ist mit einem Urlaubsaufenthalt schlichtweg nicht zu vergleichen. Auf der einen Seite sehr interessant, auf der anderen Seite manchmal sehr ernüchternd. Wir lernen einerseits den sehr freundlichen und aufgeschlossenen Peruaner kennen.

Cirilo

Cirilo unser Koch beim Trekking

Andererseits müssen wir auch feststellen, dass es sehr viele Einheimische gibt die der Auffassung sind, dass man als Ausländer wohl zu viel Geld hat und die keinen Versuch auslassen einem das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das geht im kleinen damit los, dass von Ausländern gerne überhöhte Preise gefordert werden was einem natürlich erst auffällt wenn man länger im Land ist und die Preise kennt. Oder: Vereinbarte Preise werden plötzlich mit fadenscheinigen Begründungen erhöht, wie es uns z. B. beim Reifenwechseln passiert ist. Anderes Beispiel: Bei der Bezahlung des Standplatzes in Huaraz wurde behauptet wir seien zwei Tage früher angereist. „Belegt“ wurde dies mit einem handschriftlichen Vermerk. Wir konnten letztendlich beweisen, dass wir später angereist waren. Oder ganz dreist: Wir laden unseren Koch, der während eines Trekkings jeden Tag von früh bis spät tolles Essen für uns gezaubert hat zum Essen ein. Plötzlich bedankt sich der Fahrer, der eindeutig nicht eingeladen war, für die Einladung zum Essen. Schon steht man dumm da. Entweder man zahlt oder muss sich als Gast im Land hinstellen und ihm klar machen, dass er sein Essen gefälligst selbst zu zahlen hat. Auch die Polizei hat so ihre Methoden dem zahlungsfreudigen Ausländer etwas Geld abzuknöpfen, wenn er denn bereit ist zu zahlen.

Ja, Peru ist ein Land mit vielen Facetten … es gibt tolle Städte wie Arequipa und Cusco mit schönen Gebäuden, guter Infrastruktur, schönen Cafés und Geschäften …

Cusco

Im Zentrum von Cusco

aber auch trostlose Dörfer und Städte mit kaputten Straßen und wenig was einen zum Verweilen einlädt.

weniger hübsche Dörfer

Es gibt das fruchtbare Bergland in dem bis auf über 4.000 Meter Ackerbau und Viehhaltung betrieben wird …

Landwirtschaft

Landwirtschaft in den Bergen von Peru

und die trockene, sandige Küstenlandschaft mit riesigen Hühnerfarmen, Zuckerrohrplantagen oder brachliegendem Land.

neben der Straße

mit einer großen Hühnerfarm im Hintergrund

Weiter gibt es die Andenkette mit dem Huascaran als höchsten Berg Perus, der sich majestätisch aus der Cordillera Blanca erhebt …

Huascaran

Huascaran Sur

Huascaran norte

Huascaran Norte

und unzählige Müllberge direkt an der Straße, in den Feldern, in den Dörfern, Städten und in den Gewässern.

andere Berge

Müllberge direkt an der Panamerica

Quirlige Städte mit bunten Märkten …

Quirlige Städte

und einsame ruhige Orte zum wandern, entspannen und genießen.

auf dem Land

Und einen von einem Schweizer geführten kleinen Campingplatz am Meer, an dem wir unsere letzten Nächte in Peru verbracht haben.

unser letzter Standplatz

All das ist Peru … und noch viel mehr!

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MAN voraus!

Südamerika … die Vorbereitungen laufen. Alles was wir auf unserer Reise benötigen wird in den diversen Kisten, Fächern, Stauräumen und Schränken unseres Fahrzeuges verstaut. Jacken, Shirts, Hosen und Schuhe. Für warme Sommertage und für den Winter. Reiseführer, Karten, Bücher. Die Bergausrüstung mit Zelt, Isomatten, Schlafsäcke, Eisgeräte, Seile, Helme, Rucksäcke, Skitourenausrüstung sogar Taucherbrillen und Schnorchel werden eingepackt … die Liste ist lang. Was nehmen wir mit? Was können wir noch nicht verpacken, weil wir es zwischenzeitlich noch benötigen? Was können wir bei Bedarf unterwegs kaufen? Welche Ersatzteile benötigen wir für das Fahrzeug? Fragen über Fragen.

Großpackaktion

Großpackaktion

Wir müssen uns entscheiden denn der Termin für die Verschiffung steht vor der Tür. Jetzt gibt es kein zurück mehr. Der Transfer nach Montevideo ist gebucht.

Unser MAN geht als erstes auf Reise. Wir fahren ihn nach Hamburg. Fast 800 km von zu Hause bis zum Hamburger Hafen. Abwechselnd sitzen wir am Steuer. So kommen wir zügig voran.

... nicht mehr weit bis zum Wohnmobilhafen

… nicht mehr weit bis zum Wohnmobilhafen

Am Wohnmobil-Hafen in Hamburg, nur eine S-Bahnhaltestelle vom Hauptbahnhof entfernt, beziehen wir Quartier. Hier richten wir unseren MAN für den Seetransport her. Wir notieren uns was wir wo verstauen damit wir insbesondere die vielen Kleinteile in all den Kisten und Fächern wiederfinden. Das Führerhaus muss während der Schiffspassage zugänglich sein. Das bedeutet für uns, dass wir hier alles ausräumen müssen. Dies gilt auch für das Radio, welches wir vorsichtshalber ausbauen. Alles wird seetauglich verstaut und dokumentiert.

Dann ist es soweit. Wir machen uns auf den Weg in den Hafen. Am O’Swaldkai melden wir uns bei Unikai im Hafenbüro. Eine Sache von wenigen Minuten. Danach fährt Helmut durch die Schranke in den inneren Hafenbereich. In diesen Bereich darf lediglich der Fahrer hinein. Die Fahrzeugübergabe dort dauerte deutlich länger (das Personal hatte sich in die Mittagspause verabschiedet). Nach etwa 1 1/2 Stunden war es dann soweit. Alle Formalitäten waren erledigt, unser MAN steht im Hafen. Fotos gibt es von der Abgabe keine. Strengstes Fotografierverbot – auch im frei zugänglichen äußeren Bereich. Dies gilt zwar nur für uns, jedoch wohl nicht für Google …

Fahrzeugabgabe bei Unikai

Unikai am O’Swaldkai in Hamburg

Unser MAN wartet nun auf seine Verschiffung nach Südamerika. Etwa 30 Tage dauert die Überfahrt, dann können wir ihn hoffentlich genauso schnell und problemlos in Montevideo wieder übernehmen. Wir hoffen auf eine gute sichere Überfahrt für unser Schneckenhaus!

Eine Auszeit in Südamerika

In 20 Jahren wirst Du mehr darüber enttäuscht sein über die Dinge, die Du nicht getan hast, als über die Dinge die Du getan hast. Also wirf die Leinen los, verlass den sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit Deinen Segeln. Entdecke. Erforsche. Träume!

Mark Twain

Eine Abendstimmung die zum Träumen einlädt

Eine Abendstimmung zum Träumen

Träume … wer kann von sich behaupten, dass er noch nie davon geträumt hat den Alltag hinter sich zu lassen, sich ausreichend Zeit für sich selbst zu nehmen, sich davon zu befreien einer Verpflichtung nach der anderen nachgehen „zu müssen“, die Seele baumeln zu lassen, auf Reisen zu gehen …?

Wir haben haben diese Träume und wir haben uns dafür entschieden unsere Träume zu realisieren, eine Auszeit vom Alltag und den täglichen Verpflichtungen zu nehmen, auf Reisen zu gehen. Noch in diesem Jahr ist es soweit. Wir starten in das bisher größte Abenteuer unseres Lebens, verschiffen unser Expeditionsmobil nach Montevideo und reisen damit durch Südamerika.

Unser "Schneckenhaus"

Unser „Schneckenhaus“ – hier in Marokko’s Sanddünen

Wir wollen mit unserem MAN durch die südamerikanischen Länder fahren, auf Trekkingtouren gehen, die traumhaften Nationalparks von Chile und Argentinien erkunden, die jeweils höchsten Berge der Länder besteigen die wir bereisen, auf dem Inkatrail nach Machu Picchu wandern, durch die Atacama Wüste fahren, Land und Leute kennen lernen und noch vieles mehr. Immer der Nase nach. Genaue Pläne haben wir nicht, dafür viele Ideen, ein paar Reiseführer und einen großen Stapel an Literatur und Trekkingkarten von den Outdoor Verlagen mit wunderbaren Zielen, die es zu erkunden gilt.

Eine "kleine" Auswahl unserer Reiseführer und Karten

Eine „kleine“ Auswahl unserer Reiseführer und Karten

Welche Länder wir letztendlich bereisen werden wissen wir noch nicht. Wie weit wir in der uns zur Verfügung stehenden Zeit kommen wissen wir auch noch nicht. Wir werden sehen … und hier an dieser Stelle und auf der Webseite (un)regelmäßig berichten.

Noch zu Hause

… noch zu Hause …