Vulcan Lanín

Wir sind im Parque National Lanín auf argentinischer Seite des Grenzübergangs El Tromen.

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Unser Ziel der Vulcan Lanín

Am Parkplatz gegenüber der Nationalparkverwaltung stehen bereits zwei andere Overlander, eines davon ist das Pepa-Mobil mit Renate, Bruno und Lola an Bord. Die (Wiedersehens-)Freude ist groß und wird gleich mit Kaffee und Kuchen (frisch von Renate gebacken) gefeiert.

Wieder haben wir die Besteigung eines Vulkans im Visier. Wieder haben wir die ersten Informationen aus unserer mitgeführten Travel & Trekking Map „Pucón“ vom Conrad Stein Verlag. Diesmal möchten wir auf den 3.776 m hohen Vulkan Lanín. Vor uns liegen über 2.500 Höhenmeter im Aufstieg. Etwas viel für einen Tag. Und so beschließen wir mittags bis zur Schutzhütte (Caja) aufzusteigen, dort zu übernachten und am frühen Morgen des nächsten Tages weiter bis zum Gipfel aufzusteigen. Also machen wir uns am Vormittag auf den Weg ins Rangerbüro um uns, wie in den meisten Nationalparks obligatorisch, für die geplante Bergtour zu registrieren. Hier erfahren wir welche Ausrüstungsgegenstände mitzuführen sind. Die Liste ist lang. Unter anderem sind Steigeisen, Trekkingstöcke, Helm und Eispickel vorgeschrieben. Wir beschließen spontan die Pickel am Fahrzeug zu vergessen. So ein Schmarrn. Eispickel im Sommer … weit und breit kein Gletscher oder steile bzw. vereiste Schneeflanken. Ach ja, dann wäre da noch ein VHF-Funkgerät mitzunehmen (auch zwingend vorgeschrieben). Wir haben zwar Funkgeräte dabei, aber leider mit der falschen Sendefrequenz. Wir bitten also die Rangerin uns eines für die Besteigung zu vermieten. Jetzt kommt’s: Nein, sie hätten keine Funkgeräte zur Vermietung hier. Diese könnten wir jedoch im nächsten Ort bei einer Agentur anmieten. Das Problem ist nur, dass dieser Ort 55 km!!! entfernt ist. Bis zur Schutzhütte könnten wir jedoch auch ohne Funkgerät gehen. Na toll!

Nach einem längeren Gespräch mit Bruno, der zusammen mit Renate schon seit vielen Jahren durch Südamerika reist, teilen wir der Rangerin mit, dass wir nunmehr nur bis zur Hütte gehen und dort übernachten wollen. Gegen 13:30 Uhr kommen wir endlich los.

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Helmut kocht für uns

In der Schutzhütte werden wir schon von drei jungen Argentiniern (mit Funkgerät) erwartet. Sie wurden bereits über unser Kommen informiert und melden nun unsere tatsächliche Ankunft nach unten.

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Bano natural

Wir machen einen Rundgang um die Hütte, die wie sich bei Ankunft herausstellt, lediglich eine einfache Biwakschachtel ist und richten uns gemütlich ein. Die Wasserstelle ist etwas abseits auf der rechten Seite, die Toilette links.

Zu fünft verbringen einen unterhaltsamen Abend in der Caja auf 2.650 m. Mit Sonnenaufgang machen wir uns auf den Weg zum Gipfel (psst: top secret). Schnell gewinnen wir Höhenmeter an Höhenmeter. Die Schneefelder sind fest, aber nicht gefroren. Wir gehen ohne Steigeisen und kommen gut voran.

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Früh morgens nicht weit hinter der Caja

Die Wegführung ist dem Grunde nach einfach. Man nehme die „Berchtsgoadner Spur“ oder anders ausgedrückt: die kürzeste Verbindung zwischen dem eigenen Standort und dem Gipfel … also immer „gerade aus ungleich schöner empor“! Am Gipfel angekommen genießen wir die traumhafte Aussicht.

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Am Gipfel des Vulcan Lanín

Runter geht es vom Volcán Lanin recht schnell. Wir finden viele Schneefelder zum abfahren, der Schnee ist perfekt aufgefirnt, das Lavagestein ist ebenfalls ideal zum Abfahren geeignet.

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Abfahren in der „Buckelpiste“

Und so sind wir bereits um 15:00 Uhr wieder unten und können uns bei der Parkverwaltung zurück melden. Unsere argentinischen Bergsteiger kommen erst gegen 20:30 Uhr zurück … eh klar, die waren ja am Gipfel. Wir (ohne Funkgerät) selbstverständlich nur in der Schutzhütte.

 

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