Caminho Português – Auf dem Jakobsweg von Portugal nach Santiago de Compostela

Der Jakobsweg – ein Weg mit vielen sehr unterschiedlichen Facetten. Er hat mich in seinen Bann gezogen. Nach Möglichkeit gehe ich jedes Jahr einen anderen der vielen Wege nach Santiago de Compostela.

Jakobsmuscheln

Jakobsmuscheln

Meine Wahl fiel diesmal auf den Caminho Português von Porto in Portugal entlang der Küste nach Spanien bis nach Santiago de Compostela. Dies ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass der Caminho Português mit seinen etwa 250 km vergleichsweise kurz und zudem sehr abwechslungsreich ist.

Zu meiner großen Überraschung hatte nämlich mein 11-jähriger Enkel beschlossen sich in den Sommerferien zusammen mit seiner Oma auf den Weg nach Santiago zu machen. Ein große Herausforderung für beide.

Ist so eine lange Wanderung mit einem 11-jährigen überhaupt möglich? Mutet er sich zu viel zu? Kann er sich über einen so langen Zeitraum täglich neu motivieren die Wanderung fortzusetzen? Die Zweifel waren groß. Doch mein Enkel wollte unbedingt mit, hat sich vorbereitet und sich nicht abschrecken lassen.

Und so startete ich dieses Mal in Begleitung meines Enkels und natürlich in guter alter Tradition mit dem passenden „Outdoor-Handbuch“ im Gepäck.

Caminho Português

Caminho Português

Im Zusammenhang mit unserem Outdoor-Handbuch hatten wir noch ein nettes Erlebnis in einem Restaurant am Weg. Wir saßen schon geraume Zeit am Tisch und warteten darauf endlich bedient zu werden. Leider ging die Bedienung immer wieder an unserem Tisch vorbei ohne uns zu beachten. Mein Enkel wollte noch etwas über unsere nächste Etappe wissen, daher holte ich mein Handbüchlein aus dem Rucksack. In diesem Moment kam die Senora wieder an unserem Tisch vorbei und sah das Buch auf dem Tisch liegen und plötzlich ging alles ganz schnell. Wir konnten bestellen und das Essen war innerhalb kürzester Zeit auf dem Tisch. Mein Enkel konnte es gar nicht fassen und fragte mich: „Oma, warum geht es jetzt so zackig?“ Ich konnte es mir nur damit erklären, dass dieses Restaurant in diesem Buch empfohlen wird und sie sich diese Empfehlung nicht verscherzen wollten.

Nun zu unserem gemeinsamen Weg. Mit dem Fernreisebus fuhren wir von Ulm nach Porto, dem Beginn unserer Wanderung. Zu Fuß ging es ab hier über den knapp 250 km langen „Caminho“ nach Norden unserem Ziel entgegen.

Eine verdiente Pause am Meer

Eine verdiente Pause am Meer

Zunächst am Atlantik entlang, ab dem dritten Tag für vier weitere Tage durch Portugal und danach weiter durch Galicien (Spanien) bis nach Santiago de Compostela. Wir entschieden uns dafür, die ersten beiden Etappen auf der relativ neuen Variante direkt am Meer entlang zurück zu legen. Diese läuft westlich vom ursprünglichen Weg und wird vom Autor als „zwar nicht historisch belegt“ jedoch „landschaftlich wesentlich schöner“ beschrieben. Ein guter Hinweis. Hier auf diesem Abschnitt machte ich einmal mehr die Erfahrung, dass die Outdoor-Handbücher gut recherchiert und auf dem aktuellen Stand sind. Auf diesen zwei Etappen trafen wir fast nur Pilger mit dem gelben Büchlein in der Hand. Andere Pilger wurden anscheinend nicht durch ihre Wanderführer auf diese sehr schöne Alternative aufmerksam gemacht.

Nicht ohne mein Outdoor-Handbuch

Nicht ohne mein Outdoor-Handbuch

Überhaupt werden diese Führer nicht nur von mir sehr geschätzt.  Oftmals fragen andere Pilger, ob sie denn in meinen Wanderführer schauen dürfen. Insbesondere die Höhenprofile der einzelnen Etapen erfahren besonderes Interesse. Aber nun zurück zu unserer Wanderung. Am sechsten Tag überquerten wir die internationale Brücke, die Portugal mit Spanien verbindet. Damit hatten wir etwa die Hälfte des Weges geschafft.

Auf guten Wegen im leichten auf und ab erreichten wir bereits nach elf Tagen unser Ziel. Gut ist es gegangen. Wir konnten den gesamten Weg zu Fuß zurück legen, hatten keine körperlichen Probleme und keine nennenswerten Motivationsprobleme. Dank der guten Vorbereitung, der guten Wege und der moderaten Länge des Weges war dieser Weg eine Bereicherung für uns beide. Meinem Enkel hat die Tour so gut gefallen, dass er sich gut vorstellen kann wieder einmal auf Pilgertour zu gehen.

Gastautor: M. Maria S.

Unterwegs auf dem mozarabischen Jakobsweg

Inzwischen war ich zum dritten Mal auf dem Jakobsweg unterwegs. Dieses Mal auf der „Via de la Plata“, dem Mozarabischen Jakobsweg. Wie immer hatte ich das entsprechende Outdoor-Handbuch samt Updates im Gepäck und war gespannt, was mich dieses Mal erwartet.

Der Jakobsweg - Via de la Plata

Der Jakobsweg – Via de la Plata

Sind z. B. jetzt im Frühjahr die Bäche passierbar? Sind viele Pilger unterwegs und damit die Herbergen überfüllt oder bin ich eher alleine auf dem langen Weg bis Sanitago de Compostela? Neu und erlebnisreich wird es sicher. Jeder der Wege und jede Provinz ist anders. Was alle verbindet ist das gemeinsame Ziel und vor allem die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Menschen uns Pilgern gegenüber. Diese Erfahrung machten ein Pilger aus der Schweiz und ich kurz nach unserem Start am 03. Mai in Sevilla.

Auf nach Santiago de Compostela

Auf nach Santiago de Compostela

Der Wegverlauf am Stadtrand war nicht ganz eindeutig. Ein hilfsbereiter Spanier fuhr uns kurzerhand nach Camas und zeigte uns den Weiterweg. Um diesen etwas verzwickten Weg aus der Stadt zu vermeiden nehmen viele Pilger den Bus nach Italica.

Jetzt im Mai war es wunderschön. Viele Blumen und blühende Sträucher säumten unseren Weg. Vorbei ging es an Weinfeldern, Olivenhainen, großen Blumenwiesen und alte Steinbrücken aus der Römerzeit.

Eine der alten Römerbrücken

Eine der alten Römerbrücken

Durch den Trassenbau der Bahn und den damit verbundenen massiven Eingriffen in die Landschaft ändert sich der Wegeverlauf immer mal wieder, aber er ist durchwegs gut ausgeschildert. Da der Weg ist zum Teil breit und gut befahrbar ist, sind auch viele Radpilger unterwegs.

Viele Pilger hören in Salamanca auf, andere beginnen hier den zweiten Abschnitt des Weges. Ein Ehepaar aus Holland, das ich unterwegs kennenlernte, ging den ganzen Weg von Sevilla bis Santiago de Compostela bereits zum dritten Mal. Ich kann dies nachvollziehen, da dieser Weg sehr schön ist.

 

Zahlreiche Wegweiser auf dem Weg nach Santiago de Compostela

Zahlreiche Wegweiser auf dem Weg nach Santiago de Compostela

Die Beschreibungen der Wege, Orte und Herbergen im Outdoor-Handbuch „Via de la Plata“ sind sehr ausführlich und gut. Nur die Karten könnten manchmal etwas genauer sein (z. B. zu den Orten rechts und links des Weges mit Ausweichmöglichkeiten zum Übernachten).

Die spanischen Pilgerfreunde und Wegepaten opfern viel Zeit für die Markierungen und Pflege der Wege. Das Outdoor-Handbuch ist hierzu eine sehr gute Ergänzung. Irgendetwas gibt es immer zum Nachlesen oder mit Pilgerfreunden in ihren Führern zu vergleichen. In punkto Etappenplanung, Herbergen, Einkaufen, Format und so weiter ist das Outdoor-Handbuch einfach gut. Kleine Verbesserungswünsche gibt es immer und überall. Weitergeleitet an den Verlag werden diese von den Autoren gerne angenommen und in den regelmäßig erscheinenden Neuauflagen berücksichtigt, wie auch „Via de la Plata“ mit der 6. Auflage aus 2014, die zwischenzeitlich erschienen ist.

Ein Buch das nicht im Rucksack fehlen darf

Ein Buch das in meinem Rucksack nicht fehlen darf

Insgesamt betrachtet sind mir die Outdoor-Handbücher die liebsten „Reiseführer-Begleiter“ auf meinen Jakobswegen und werden auch beim nächsten Jakobsweg dem „Caminho Português“ wieder einen Platz in meinem Rucksack bekommen.

In diesem Sinne „Buen Camino“

Gastautor: M. Maria S.

Der Küstenweg – Unterwegs auf dem Jakobsweg

Nach 2011 auf dem Camino Frances (ab dem Col de Somport) entschied ich mich 2012 wieder für einen Führer vom Conrad Stein Verlag. Während meiner Wanderung konnte ich das Outdoor-Handbuch „Spanien: Jakobsweg – Küstenweg“ mit anderen, auch nicht deutschsprachigen, Reiseführern vergleichen.

Die Outdoor-Verlage - Der Jakobsweg

Die Outdoor-Verlage – Der Jakobsweg

Auf dem Camino de la Costa und Camino del Norte leistete mir das kleine handliche Buch gute Dienste.

Sehr positiv bewerte ich die Möglichkeit der freien Routenplanung, da die Entfernung in Kilometer von Herberge zu Herberge angegeben ist. In anderen Führern werden oftmals Tagesetappen angegeben, die dann lediglich mit Gesamtstrecken- und Zeitangaben versehen sind, was die individuelle Etappenplanung erschwert. Auch die abgebildeten Höhenprofile sowie Höhenangaben wie „der Weg führt 800 m steil bergauf“ sind oftmals sehr hilfreich.

Die Angaben zu Einkaufsmöglichkeiten, Essen Trinken usw. sind gut und hilfreich.

Immer der Jackobsmuschel nach

Immer der Jackobsmuschel nach

Der Camino de la Costa sowie Camino del Norte sind im Allgemeinen sehr gut markiert. Die vom Autor oftmals sehr ausführlichen und detaillierten Meterangaben wie „biegen Sie nicht links ab, sondern 20 m weiter nach halbrechts“ usw. sind nicht immer hilfreich, manchmal eher irritierend. Auch die Wegbeschreibung in der Stadt Bilbao ist sehr verwirrend. An anderer Stelle sind gerade die genauen Beschreibungen incl. Meterangabe äußerst hilfreich. Die detaillierte Beschreibung auf den Seiten 118 f war insbesondere auf der Kasperroute von Liendo nach Laredo unverzichtbar, da auf diesem Streckenabschnitt gerade mal zwei Minipfeile den Weg weisen.

Auf Schönen Pfaden nach Santiago de Compostella

Auf schönen Pfaden nach Santiago de Compostella

Leider empfiehlt der Autor mehrmals den offiziellen Weg zu verlassen, da dieser nicht z. B. durch Industrieanlagen führen würde. Als Ausweichrouten verweist er auf  geteerte Straßen. Ich bin meistens auf dem offiziellen Weg geblieben, was meinen Erfahrungen nach die bessere Alternative war. Der offizielle Weg führt nach Möglichkeit durch schöne Landschaften und verläuft wo immer möglich abseits von Hauptverkehrsrouten. Insbesondere der vom Autor nicht empfohlene Weg ab Bilbao führt entgegen seiner Angaben durch Wiesen und auf guten Pfaden, ist sehr gut markiert und berührt weder die Industrieanlagen noch Portugalete.

Ein Buch für den Rucksack

Ein Buch für den Rucksack

Insgesamt betrachtet war mir das kleine Outdoor-Handbuch ein unverzichtbarer Wegbegleiter, der in keinem Fall im Gepäck fehlen darf. Zumal er auch aufgrund seiner Größe problemlos in den Rucksack oder in eine Kleidungstasche passt.

Bald ist es wieder soweit. Ich starte auf meine nächste Tour nach Santiago de Compostella. Diesmal auf dem Camino della plata. Selbstverständlich wieder in Begleitung eines Outdoor-Handbuchs.

Gastautor: M. Maria S.