„How to shit in the Woods“

Wir haben es gelesen, das OutdoorHandbuch „How to shit in the Woods“. Warum? Ehrlich? Die schlichte Antwort – weil wir neugierig waren und amüsiert. Allein der Titel … Kann uns so ein Ratgeber wirklich Informationen zu diesem Thema liefern, die wir nicht längst schon kennen? Hilft er nur dem Großstädter mit allererster Outdoorberührung? Oder ist es lediglich ein Buch für einen lustigen Abend am Lagerfeuer? Ja, wir waren neugierig zumal wir uns bei unseren Vorträgen über unsere Expeditionen regelmäßig dem Thema unter der Überschrift „Sch…häuser dieser Welt“ widmen und im Laufe der Jahre selbst unsere Erfahrungen sammeln konnten.

Sch…häuser dieser Welt

Wir möchten unsere eigenen Erfahrungen am Beispiel unserer Expedition auf den Aconcagua im Januar letzten Jahres schildern. Mit Betreten des Parque Provincial Aconcagua bekamen wir, wie jeder Besucher, eine nummerierte Mülltüte. Im Basislager erhielten wir die zweite ebenfalls nummerierte Tüte, welche von einem freundlich lächelnden Parkranger mit dem Hinweis „Shitbag“ überreicht wurde. Die Tütennummern wurden im Permit vermerkt. Kann man beim Verlassen des Parks keinen Nachweis über die Rückgabe der Tüten vorlegen, ist pro fehlende Tüte eine Strafzahlung von etwa 100 USD fällig.

Permit Rubbish Control

Bis zum Basislager gab es noch Toilettenhäuschen, oberhalb davon war unsere Kreativität gefragt. Als der Erste aus unserer Gruppe mit weit von sich gestreckter Tüte zu unserem Zeltlager zurückkam, schallte ihm einstimmig ein „Wie war´s?“ entgegen. Die Antwort war reichlich entmutigend. Es ist wohl nicht gerade einfach im Wind in die geöffnete Tüte zu treffen. Nur gut, dass ich mir schon im Vorfeld Gedanken darüber gemacht hatte, wie ich das Problem angehen könnte. Ich möchte es einmal zusammenfassend als die „Hundetütenlösung“ bezeichnen. Wer schon einmal einen verantwortungsvollen Hundebesitzer beim Gassi gehen beobachtet hat kann sich sicher denken was ich meine. Klappt wunderbar. Alles rein, Knoten drauf, kleine Tüte in die große Tüte, große Tüte in den Müllsack, Müllsack außen an den Rucksack ran … Problem gelöst.

How to shit in the mountains

Leider ist es nicht immer so einfach wie am Aconcagua bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und mit einer so einfachen Möglichkeit innerhalb weniger Tage alles in Tüten verpackt beim Parkranger entsorgen zu können.

Und leider ist es nach wie vor so, dass unbedarfte oder ignorante Mitmenschen ihren Haufen beispielsweise ungeschützt mitten auf einen schattigen Trampel- pfad unterhalb einer Kletterwand am Lago Maggiore setzen. Besten Dank auch!

Diesen und allen anderen Outdoorbegeisterten können wir „How to shit in the Woods“ nur wärmstens empfehlen.

Doch wie befasst man sich schriftlich mit so einem Thema? Obwohl wir in unseren Vorträgen dieses Thema immer wieder zur Sprache bringen, fällt es uns schwer, das beim Namen zu nennen, was eigentlich beim Namen genannt werden muss.

Umso überraschter waren wir, als wir feststellten, dass in diesem Buch Klartext gesprochen wird. Wir benutzen so verharmlosende Begriffe, wie Notdurft … und was man zur Not durft … das kann man zur Not ja auch liegen lassen, nicht wahr? … oder besser doch nicht? Die Autorin Kathleen Meyer ist hier viel direkter. In einer klaren und deutlichen Sprache vermittelt sie anschaulich die Probleme, die durch die Hinterlassenschaften der immer größer werdenden Outdoorgemeinde entstehen.

Darüber hinaus gibt die Autorin Tipps zum Wie und Wo, zur umweltgerechten Entsorgung und vieles mehr. Hier wird nichts beschönigt, es werden keine ausweichenden Begriffe benutzt, direkt und ohne Umschweife weist sie auf die wesentlichen Inhalte zum Thema hin. Auf Grundlage jahrelang gesammelten eigenen Erfahrungen und vielen Gesprächen mit Bekannten und Freunden beschreibt sie unter anderem die Vor- und Nachteile der verschiedenen Transportbehälter, auch unter Berücksichtigung der Methangasbildung, in sehr anschaulicher Form. Hilfe … Bilder aus meinem Kopf!!!

Achtung Explosionsgefahr !!

Ja, das Buch ist in der Sprache sehr direkt. Vielleicht wird es auch uns künftig ein klein wenig leichter fallen, Klartext zu reden. Alles andere ist wirklich und im Wortsinn „um den heißen Brei herumreden“. Und das kann bei diesem immer größer werdenden Problem nicht lange gut gehen. Unser erster Schritt in diese Richtung … einen kleinen Moment noch … noch einmal tief durchatmen … o.k. … wir sind soweit … wir geben hiermit bekannt: „Wir haben gerade ein „Scheißbuch“ gelesen“! So, jetzt ist es raus. Irgendwie befreiend.

„How to shit in the Woods“ ist eine gelungene Mischung aus Komik, Aufklärung in Sachen Umweltschutz und Gesundheitsvorsorge gespickt mit praktischen Tipps und sinnvollen Hilfsmitteln.

Was ist mit Euch? Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? Welche Lösungs- ansätze habt Ihr? Auch wenn es ein Sch…thema ist, es ist wichtig offen und verantwortungsvoll damit umzugehen. Unserer Gesundheit und einer sauberen Natur zu liebe, denn draußen in einer möglichst unberührten Natur unterwegs zu sein, das ist unser Leben. Schreibt uns, wir freuen uns auf Eure Beiträge.

Eine neue Partnerschaft – Viele neue Projekte

Draußen unterwegs sein zu können ist ein Geschenk des Lebens. Bücher sind seit unserer Kindheit ständige Begleiter in unserem Leben. Was liegt näher als beides miteinander zu verbinden? Durch unsere Arbeit im Blog, unsere gemeinsamen Projekte mit „Literatwo“ und dank einer kleinen (oder doch eher größeren?) Starthilfe durch das Literatwoteam konnten wir „die Outdoor Verlage“ als Partner für unser neuestes Projekt gewinnen.

Erlebnisabenteuerundmehr und die OutdoorVerlage

Wir wollen die praktischen OutdoorHandbücher bei unseren unterschiedlichsten Events auf Herz und Nieren testen und hier auf unserem Blog darüber berichten. Bücher, die auf unsere Aktivitäten geradezu auf den Leib geschneidert sind, finden wir im reichhaltigen Sortiment der OutdoorVerlage zur Genüge. Auch die Philosophie des Verlages passt zu uns. Wir schätzen die Natur und möchten diese auch in Zukunft genießen können. Der Conrad Stein Verlag leistet hierzu seinen Beitrag in dem er die kleinen gelben OutdoorHandbücher, die in jeden Rucksack passen, auf chlorfrei gebleichtem Papier druckt und sie in Deutschland klimaneutral herstellt und transportiert (mit Zertifikat). Um eine größere Strapazierfähigkeit zu gewährleisten, werden sie mit einem speziellen Kleber gebunden. Besonders schätzen wir, dass sowohl Verlag als auch Autoren ausdrücklich darauf hinweisen Verbesserungen und Tipps gerne entgegenzu- nehmen. Dieses Angebot nehmen wir sehr gerne an.
Doch mit welchem Thema sollten wir beginnen? Wir mussten nicht lange über- legen. Ein Buch aus der Reihe „Basiswissen für draußen“ fiel uns sofort auf.

How to shit in the woods – die Outdoor Verlage

Es heißt „How to shit in the Woods“. Allein der Titel verspricht großen Lesespaß. Und wir haben genügend eigene Erfahrung um bei diesem Thema mitreden zu können. Kann man mit dieser Thematik ein 118-seitiges Buch füllen?
Über 1 Million verkaufte Exemplare der amerikanischen Originalausgabe – die   6. Auflage in Deutschland. Sprechen die Verkaufszahlen für sich?
Wir sind gespannt, fangen noch heute zu lesen an und werden selbstverständlich darüber berichten. Versprochen!