Plan B – Die Oberwalderhütte

Die Zeit drängt – es sind nicht einmal mehr 2 Wochen bis wir in Richtung Gran Paradiso und Mont Blanc starten wollen. Leider kam das Training in der letzten Zeit bei uns allen etwas zu kurz. Nachdem aufgrund der widrigen Wetter- verhältnisse schon wieder eine geplante Tour (diesmal der Jubiläumsgrat) buchstäblich ins Wasser fiel, machten wir uns trotz bescheidener Wettervor- hersagen zu dritt auf den Weg ins Großglocknergebiet. Eine kleine Akklimatisationstour schien uns dringend erforderlich. Schließlich wollen wir nicht unvorbereitet auf den jeweils höchsten Berg Italiens und Frankreichs starten. Wir entschieden uns für die Oberwalderhütte auf 2.973 m.

Die Hütte liegt auf dem Gipfel des Großen Burgstall, der aus der Pasterze ragt. Von der Kaiser-Franz-Josef-Höhe geht es zunächst eine knappe Stunde über einen touristisch sehr gut ausgebauten Weg, dann weiter weglos, aber gut markiert über vom Gletscher gezeichnete Felsen. Es folgt eine Querung über die Pasterze bis zum Großen Burgstall.

Ab hier führte uns ein steiler Weg durch felsiges Gelände die letzten Höhenmeter bis zur Hütte, die wir nach etwa 2 1/2 Stunden erreichten. Entgegen der Vorhersagen war das Wetter überraschend gut. Wir konnten bei angenehmen Temperaturen und einer Mischung aus Sonne und Wolken aufsteigen. Nur der Blick auf den Großglockner blieb uns verwehrt. Er war die ganze Zeit in Wolken gehüllt. Nach unserer Ankunft auf der Oberwalderhütte stiegen wir, so wie wir es von Helmut gelernt hatten (hoch gehen – tief schlafen), noch knapp 200 Höhenmeter in Richtung mittlerer Bärenkopf auf um die Höhenanpassung zu optimieren. Zurück auf der Hütte ließen wir es uns gut gehen und genossen den ruhigen Abend.
Am nächsten Tag konnten wir trocken und bei recht ordentlichem Wetter absteigen. Der Regen begann erst auf der Rückfahrt nach Hause.
Tja, Glück gehört halt auch dazu.