Durch Chile von Feuerland bis zur Atacama

Chile ein so vielseitiges Land. Ein Land mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von über 4.300 Kilometer. Mit den unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen, mit riesigen Gletschern, unzähligen Flüssen, Vulkanen, Fjorden, Urwäldern, Wüsten – eingebettet zwischen den Anden und dem Pazifik. Es ist das Land das dem Südpol am nächsten kommt. Begleitet werden wir vom Conrad Stein Verlag mit seinen Outdoor Handbüchern und den Trekking & Travel Maps, die uns stets gute Dienste leisten.

Outdoor Verlage

Mit dem Conrad Stein Verlag durch Chile

Auf unserem Weg nach Norden pendeln wir zwischen Chile und Argentinien hin und her, später folgt noch ein kurzer Abstecher nach Bolivien. Unser erstes Ziel in Chile war der Nationalpark Torres del Paine. Bereits auf dem Weg dort hin gibt es einiges zu sehen. Noch in Feuerland besuchen wir den Parque Pingüino Rey mit der einzigen Kolonie mit Königspinguinen in ganz Südamerika.

Pingüinos Rey

Mit der Fähre fahren wir über die Magellanstraße hinüber auf das Festland und weiter nach Punta Arenas. Hier besichtigen wir u. a. den Friedhof, der als der schönste Chiles gilt.

Punta Arenas

Cementerio von Punta Arenas

Weiter im Norden folgen wir etwa 600 Kilometer der Carretera Austral. Wir erreichen den kleinen Süden Chiles, besteigen den Volcan Puyehue mit seinem gut erhaltenen Kraterrand, steigen auf den Volcan Lanin und den Volcan Antuco.

Volcan Antuco

Volcan Antuco mit Anraum am Gipfel

Drei Vulkane und doch so unterschiedlich. Allen gemein ist das weglose Gelände insbesondere im Gipfelbereich und die schier endlosen Schotterfelder. Das Gestein ist meist ziemlich scharfkantig was uns letztendlich je ein paar neue Bergschuhe beschert hat, da unsere alten der Belastung nicht mehr stand hielten.

Doch vorher versuchten wir uns noch am Volcan San Pedro. Bereits die Anreise war ein Abenteuer für sich. Unsere diversen Karten und Navigationsapps boten unterschiedliche Anreisemöglichkeiten und Murphys Gesetz folgend hatten wir uns selbstverständlich für die falsche entschieden. Und so waren wir nur etwa 30 Kilometer Luftlinie vom Ausgangsort „Maggi“ entfernt. Leider standen wir in einer Sackgasse. Auf direktem Weg gab es selbst mit unserem Allradfahrzeug kein Durchkommen mehr. Damit waren wir erneut fast 150 Kilometer Fahrstrecke vom Ziel entfernt. Der Aufstieg erweist sich als ähnlich abenteuerlich.

Antuco

Zustieg zum Volcan San Pedro

Der Weg quasi nicht zu erkennen und bereits nach kurzer Zeit schlagen wir uns quer durch Brombeergestrüpp und dichten Wald. Dank unserer Karte von Trekking Map „Melado Vn. San Pedro“  finden wir trotzdem unseren Zeltplatz, den wir nach etwa 1.800 m Aufstieg, 14 Kilometer Marschstrecke und 9 Stunden erreichen.

Am Zeltplatz

Alleine am Zeltplatz

Am nächsten Tag machen wir uns auf dem Weg zum Gipfel. Aufgrund der schlechten Sicht müssen wir jedoch etwa 300 Meter unterhalb des Gipfels umdrehen, da uns auch hier nur wegloses kaum markiertes Gelände erwartet. Dafür werden wir mit einer partiellen Sonnenfinsternis entschädigt. Nach 10 Stunden Marsch sind wir wieder zu Hause.

Unseren Aufenthalt in Santiago de Chile nutzen wir um dringend notwendige Einkäufe zu erledigen. Hier in der Hauptstadt bekommen wir endlich das lange gesuchte Reifenschneidegerät und nicht nur das. Das Team von REMA Tip Top schneidet uns die Reifen auch noch kostenlos nach. So ein toller Service muss belohnt werden. Während der Arbeiten an den Reifen backen wir Kuchen für die fleißigen Helfer.

Team REMA Tip Top

REMA Tip Top in Santiago de Chile

Wir kaufen neue Bergschuhe und Ersatzspitzen für unsere Trekkingstöcke. Auch diese wurden auf unseren Vulkantouren gänzlich abgenutzt.

Nachdem wir die Großstadt endlich hinter uns lassen können überqueren wir erneut die Anden. Wieder erwartet uns eine spektakuläre Landschaft. Diesmal am Paso del Aqua Negra.

Paso Aqua Negra

Die Pässe hier sind hoch, zwischen den einzelnen Orten auf der einen bzw. anderen Seite liegen oft hunderte von Kilometer ohne jegliche Versorgung und eine wunderschöne fast unberührte Natur. So wie auch am Paso San Francisco den wir in Richtung Argentinien überqueren.

Oder am Paso Sico zurück nach Chile auf dem Weg nach San Pedro de Atacama.

Paso Sico

Eine kleine Bergtour am Paso Sico

Weit verbreitet sind hier größere und kleinere Minen in denen Rohstoffe abgebaut werden. Manche der Minen erstecken sich über viele Quadratkilometer, sind weiträumig abgesperrt und abgesichert, mit eigenen Geschäften und eigener Tankstelle. Die Fahrzeuge sind einfach nur gigantisch in ihren Ausmaßen. Am Wegesrand finden wir den alten Reifen eines Muldenkippers.

40 R 57

Die Reifengröße? 40 R 57

Nach einem kurzen Abstecher nach Bolivien geht es für uns ein letztes mal nach Chile. In Iquique, einer auf einem schmalen Küstenstreifen gelegenen Stadt füllen wir unsere Vorräte auf und finden zum Glück einen Aluschweißer, der uns die fast ab vibrierte Rücklichtplatte richten kann. Wir reparieren unsere KTM – hier verloren wir durch die Vibrationen zwei Cockpitschrauben.

Iquique, die Dünenstadt am Meer

Iquique

An der bolivianischen Grenze entlang fahren wir weiter nach Norden. Vorbei am Geysirfeld Puchuldiza zum Salar de Surire mit seinen naturbelassenen Thermalquellen Polloquere. Wir können nicht widerstehen und nehmen ein Bad im heißen Schwefelwasser.

Termales

Ein Kurbad in den heißen Quellen

Auf über 4.000 m kühlt es nachts auf unter Null Grad ab und so dampft das heiße Thermalwasser in der kühlen Morgenluft.

Frühmorgens an den Termales

Unsere letzte Station in Chile ist Arica. Hier in der Hafenstadt genießen wir das schöne Herbstwetter am Pazifik. Wir kaufen im Fischmarkt fangfrischen Fisch und Ceviche eine Spezialität aus rohem Fisch, Zwiebeln, Koriander, Limettensaft und Gewürzen …

Am Fischmarkt

… bummeln durch die Stadt, durch den Fischereihafen, gehen am Strand spazieren und bewundern die Wellen im Pazifik. Ganz schön beeindruckend für so Landratten wie uns.

Am Fischereihafen

Seelöwen am Fischereihafen

Nach ein paar Tagen heißt es Abschied nehmen. Abschied von Chile. In den letzten Monaten waren wir zu einem großen Teil unserer Reise hier unterwegs. Wir haben viel gesehen und erlebt. Ein tolles Land mit vielen Facetten das immer einen Besuch wert ist.