Machu Picchu

Machu Picchu … das mit Sicherheit bekannteste kulturelle und touristische Highlight in Peru. Der zentrale Ausgangspunkt für eine Besichtigung ist die Stadt Cusco, die für die Inkas der Nabel der Welt war. Hier finden sich zahlreiche Touranbieter, die für jeden Geschmack und Geldbeutel eine Tour offerieren. Zu den bekanntesten Möglichkeiten nach Machu Picchu zu kommen zählt sicher der Inka Trail. Dieser darf jedoch seit Jahren nicht mehr selbständig begangen werden und ist trotz der stattlichen Preise zum Teil auf Monate ausgebucht. Je nach gewünschter Länge und den individuellen Bedürfnissen können die Wandertage auf dem Inka Trail durch unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten in den Trail angepasst werden. Eine gute Übersicht und Beschreibung hierzu findet sich im OutdoorHandbuch „Peru: Inka Trail und Region Cusco“ des Outdoor Conrad Stein Verlages. Hier finden sich auch zahlreiche Informationen über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in und um Cusco, sowie hilfreiche Informationen über Land und Leute.

Da wir nicht gerne unter fremder Führung unterwegs sind, haben wir uns nach Alternativen umgesehen. Eine Möglichkeit ist mit Zelt und eigener Verpflegung auf einem der weniger bekannten Trails nach Machu Picchu zu wandern. Dies erfordert jedoch einen gewissen logistischen Aufwand und man benötigt eine Transportmöglichkeit zum Ausgangspunkt der Wanderung. Oder man fährt mit dem Zug nach Machu Picchu (Bahnstation Aguas Calientes). Alternativ kann man den ersten Streckenabschnitt mit Bus bzw. Taxi zurücklegen um auf diese Weise die Kosten für den Zug etwas niedriger zu halten. Eine dritte Möglichkeit ist die Umfahrung von Aguas Calientes auf einer zumeist gut ausgebauten Straße bis nach Santa Teresa und von dort weiter zum Wasserkraftwerk „Hidroelectrica“. Lediglich die letzten 32 Kilometer sind, zumindest mit größeren Fahrzeugen, etwas sportlich.

nah am Fels

Die Straße ist unbefestigt, teilweise sehr eng und kurvig.

auf schmaler Straße

Ab Hidroelectrica kann Aquas Calientes zu Fuß erreicht werden. Wir starteten bereits um 4:30 Uhr auf die 13 Kilometer lange Strecke nach Aguas Calientes. Es geht fast immer den Bahngleisen entlang, was aber kein Problem darstellt da die Stecke nur wenige male am Tag befahren wird und sich die Züge lautstark ankündigen.

den Gleisen entlang nach Aguas Calientes

Mit dem Ticket in der Hand kann man entweder eine Busfahrt hinauf zur Ruinenstadt buchen und sich in der langen Schlange an der Bushaltestelle einreihen oder zu Fuß aufsteigen. Möchte man auf einen der beiden Berge die Machu Picchu flankieren (Huayna Picchu bzw. Montana Machu Picchu) wandern benötigt man eine erweiterte Eintrittskarte (aktuell werden je Berg nur 400 Permits pro Tag erteilt).

Auf unserem Streifzug durch Machu Picchu gingen wir zunächst zum allgemeinen Aussichtspunkt um uns einen ersten Überblick über die Anlage zu verschaffen.

Machu Picchu am Morgen

Von den Aussichtsterrassen wanderten wir weiter auf einem spektakulär in die Steilwände gebauten Inkaweg zur sogenannten Inkabrücke, die heute mit großen Holzbalken dargestellt wird, früher jedoch eine Hängebrücke war, welche bei Gefahr eingeholt werden konnte. Damit war dieser Weg zur Stadt unpassierbar.

Inkabrücke

Danach machten wir uns auf den Weg zum Montana Machu Picchu … streng geregelt … unsere vorgegebene Aufstiegszeit war für den Zeitraum von 9:00 Uhr bis 10:00 Uhr als Einstiegszeit festgelegt. Zum wiederholten Male mussten wir unsere Ausweise vorlegen und uns registrieren. Danach ging es auf unzähligen Stufen etwa 600 Höhenmeter hinauf zum Gipfel. Hier bot sich uns eine traumhafte Aussicht nach Hidroelectrica, die umliegenden Berge, auf die gesamte Anlage bis hinüber nach Aguas Calientes.

Lars Schneider, der Autor des OutdoorHandbuchs schreibt über Machu Picchu: „Die Lage von Machu Picchu ist wohl einzigartig. Auf einem künstlich geebneten Bergsattel, etwa 700 m oberhalb des rauschenden Río Urubamba, der den Gipfel zu drei Seiten umspielt, liegt die Stadt. Aus dem Tal ist nichts von diesem Glanzstück der Inka-Architektur zu sehen … Von oben dagegen konnten die Inkas alles bestens überblicken …“

von oben

Nach einem Abstecher zum Sonnentor wanderten wir noch durch die Ruinen der Stadt mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel Intiwatana –  der Ort, an dem die Sonne angebunden wird

Intiwatana - Ort, an dem die Sonne angebunden wird

eines der typischen Fenster von Machu Picchu,

Ein gut erhaltenes Fenster

der Zeremonialstein, der als Begräbnis- bzw. Totenfelsen genutzt wurde

Begräbnisstein

und vieles mehr.

So wie wir Machu Picchu noch erleben durften ist dies ab 01.07.2017 nicht mehr möglich. Ab diesem Datum werden nur noch Halbtagestickets für die Ruinenstadt verkauft. Auch ein Besuch ohne Guide soll nach unseren Informationen ab diesem Tag nicht mehr möglich sein.

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Gemeinsam durch den Süden von Peru

Wir reisen ganz im Süden von Peru von Chile her ins Land ein. In Tacna tauschen wir unsere restlichen Bolivianos und chilenischen Pesos in Landeswährung um und verschaffen uns einen ersten Eindruck von dem für uns bisher unbekannten Peru. Neu sind für uns z. B. die verschiedenen Taxiarten. Besonders interessant finden wir die Mototaxis, die auf Basis eines Motorrads gebaut werden.

Mototaxi

Mototaxi

Unser erstes Ziel ist Puno am Titicacasee. Dort treffen wir zu unserer großen Freude Biljana und Christoph in ihrem Magirus wieder.

Gemeinsam schmeckt es besser

gemeinsam schmeckt es noch besser

Wir fahren mit einem Ausflugsboot zu den schwimmenden Inseln der Uros. Hier erfahren wir u. a. wie die Inseln gebaut werden und machen eine kleine Rundfahrt auf einem der berühmten Totora-Boote bevor es wieder zurück auf das Festland geht.

Schwimmende Inseln der Uros

Die schwimmenden Inseln der Uros

Von Puno aus fahren wir in zwei Tagen nach Arequipa. Auf halber Strecke übernachten wir beim „Bosque de Piedra“. Hier am Steinwald kann sich Helmut ein wenig austoben.

Bosque de Piedras

Bosque de Piedras

Spät abends kommen wir in Arequipa an. Wir hatten uns ein wenig verspätet, da wir noch ein kleines Zusammentreffen mit der Polizei hatten. Wir wurden angehalten, die Papiere wurden kontrolliert und dann hieß es wir seien ohne Licht gefahren. Tatsächlich, das Licht ist aus. Das gibt es doch nicht, wir fahren immer mit Licht. Wie konnte das passieren? Jedenfalls sollten wir 450 Soles überweisen oder 225 Soles bar bezahlen. Aha! Wir erklären, dass wir nicht so viel Geld dabei hätten und deshalb mit aufs Revier kommen möchten. Das sei so nicht möglich. Ach nein!? Wieviel Geld wir denn dabei hätten. Interessante Frage! Ich gehe schauen. Beschließe 54 Soles zu finden. Ja das sei dann eben auch in Ordnung. Wie bitte? Ob wir eine Quittung bekommen könnten. Nein, das ginge nicht. Ach nein?!? Ohne Quittung zahlen wir nicht bar. Dann müssten wir die 450 Soles bezahlen. Ja, ist in Ordnung! Wie??? Ja, dann zahlen wir eben 450 Soles. Kurze Ratlosigkeit bei den Polizisten. Dann wurden wir belehrt, dass man in Peru immer mit Licht fahren müsse und durften so fahren. Im Nachhinein kamen wir zu dem Schluss, dass der Polizist uns das Licht ausgeschaltet hatte als wir die Papiere hervorgekramt hatten. Er hatte sich nämlich in das offene Fenster gelehnt und sie hatten keinen Beweis, dass wir ohne Licht fuhren. Ein paar Tage später bekamen wir von einem anderen Reisenden, dem wir die Geschichte erzählt hatten, die Bestätigung. Er hatte (er war ja vorgewarnt) an derselben Straße den Polizisten dabei erwischt, wie er ihm das Licht ausschalten wollte.

Am Hotel und Camping Las Mercedes in Arequipa werden wir schon von Biljana und Christoph erwartet. Wir bleiben über eine Woche in Arequipa es ist einfach schön dort. Eine tolle Altstadt, schöne alte Häuser im Kolonialstil, eine schöne Plaza, tolle Cafés und Restaurants.

Plaza de Armas Arequipa

Von Arequipa aus fahren wir mit einer Agentur bis auf 5.100 m um von dort aus den Chachani zu besteigen. Wir übernachten in unserem Zelt und machen uns früh morgens auf den Weg. Gegen 10:00 Uhr erreichen wir den Gipfel auf 6.057 m. Hier werden wir mit einem traumhaften Blick über Arequipa und die umliegenden Vulkane belohnt. Über dem Hualca Hualca ist eine weit sichtbare Rauchfahne zu sehen.

Chachani mit dem Vulkan Hualca Hualca im Hintergrund

Bei unserer Rückkehr am Campingplatz werden wir von Biljana und Christoph mit selbstgemachten Spaghetti Bolognese und leckerem Nutellakuchen überrascht. Spaghetti Bolognese … das Lieblingsgericht von Helmut … selbstgebackener Kuchen … besser hätte es nicht kommen können.

Die Kultur darf natürlich auch nicht zu kurz kommen und so besuchen wir das Kloster Santa Catalina, eine kleine Stadt in der Stadt, über 20.000 qm groß. Das Kloster öffnete erst 1970 seine Pforten und kann nunmehr zu großen Teilen besichtigt werden.

Monasterio Santa Catalina

Spontan beschließen wir gemeinsam weiter zum Colca Canyon zu fahren. Dieser ist berühmt für seine Kondore, die früh morgens im warmen Aufwind aufsteigen.

Colca Canyon

Von dort fahren wir gemeinsam weiter nach Cusco. Hier treffen wir zu unserer großen Freude einige Reisebekannte wieder und so bleiben wir wieder einmal länger als geplant.

Bevor wir abreisen gibt es noch etwas zu feiern! Ein besonderer Anlass verdient ein besonderes Essen und so gibt es feine Steaks (Alpaka, Rind, Lamm) auf dem heißen Stein und leckeren Wein. Ein schöner Abend mit Freunden. Danke dafür!

Am nächsten Tag trennen sich unsere Wege erst einmal. Wir verabschieden uns nach Machu Picchu. Biljana und Christoph bleiben noch in Cusco.