Durch Chile von Feuerland bis zur Atacama

Chile ein so vielseitiges Land. Ein Land mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von über 4.300 Kilometer. Mit den unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen, mit riesigen Gletschern, unzähligen Flüssen, Vulkanen, Fjorden, Urwäldern, Wüsten – eingebettet zwischen den Anden und dem Pazifik. Es ist das Land das dem Südpol am nächsten kommt. Begleitet werden wir vom Conrad Stein Verlag mit seinen Outdoor Handbüchern und den Trekking & Travel Maps, die uns stets gute Dienste leisten.

Outdoor Verlage

Mit dem Conrad Stein Verlag durch Chile

Auf unserem Weg nach Norden pendeln wir zwischen Chile und Argentinien hin und her, später folgt noch ein kurzer Abstecher nach Bolivien. Unser erstes Ziel in Chile war der Nationalpark Torres del Paine. Bereits auf dem Weg dort hin gibt es einiges zu sehen. Noch in Feuerland besuchen wir den Parque Pingüino Rey mit der einzigen Kolonie mit Königspinguinen in ganz Südamerika.

Pingüinos Rey

Mit der Fähre fahren wir über die Magellanstraße hinüber auf das Festland und weiter nach Punta Arenas. Hier besichtigen wir u. a. den Friedhof, der als der schönste Chiles gilt.

Punta Arenas

Cementerio von Punta Arenas

Weiter im Norden folgen wir etwa 600 Kilometer der Carretera Austral. Wir erreichen den kleinen Süden Chiles, besteigen den Volcan Puyehue mit seinem gut erhaltenen Kraterrand, steigen auf den Volcan Lanin und den Volcan Antuco.

Volcan Antuco

Volcan Antuco mit Anraum am Gipfel

Drei Vulkane und doch so unterschiedlich. Allen gemein ist das weglose Gelände insbesondere im Gipfelbereich und die schier endlosen Schotterfelder. Das Gestein ist meist ziemlich scharfkantig was uns letztendlich je ein paar neue Bergschuhe beschert hat, da unsere alten der Belastung nicht mehr stand hielten.

Doch vorher versuchten wir uns noch am Volcan San Pedro. Bereits die Anreise war ein Abenteuer für sich. Unsere diversen Karten und Navigationsapps boten unterschiedliche Anreisemöglichkeiten und Murphys Gesetz folgend hatten wir uns selbstverständlich für die falsche entschieden. Und so waren wir nur etwa 30 Kilometer Luftlinie vom Ausgangsort „Maggi“ entfernt. Leider standen wir in einer Sackgasse. Auf direktem Weg gab es selbst mit unserem Allradfahrzeug kein Durchkommen mehr. Damit waren wir erneut fast 150 Kilometer Fahrstrecke vom Ziel entfernt. Der Aufstieg erweist sich als ähnlich abenteuerlich.

Antuco

Zustieg zum Volcan San Pedro

Der Weg quasi nicht zu erkennen und bereits nach kurzer Zeit schlagen wir uns quer durch Brombeergestrüpp und dichten Wald. Dank unserer Karte von Trekking Map „Melado Vn. San Pedro“  finden wir trotzdem unseren Zeltplatz, den wir nach etwa 1.800 m Aufstieg, 14 Kilometer Marschstrecke und 9 Stunden erreichen.

Am Zeltplatz

Alleine am Zeltplatz

Am nächsten Tag machen wir uns auf dem Weg zum Gipfel. Aufgrund der schlechten Sicht müssen wir jedoch etwa 300 Meter unterhalb des Gipfels umdrehen, da uns auch hier nur wegloses kaum markiertes Gelände erwartet. Dafür werden wir mit einer partiellen Sonnenfinsternis entschädigt. Nach 10 Stunden Marsch sind wir wieder zu Hause.

Unseren Aufenthalt in Santiago de Chile nutzen wir um dringend notwendige Einkäufe zu erledigen. Hier in der Hauptstadt bekommen wir endlich das lange gesuchte Reifenschneidegerät und nicht nur das. Das Team von REMA Tip Top schneidet uns die Reifen auch noch kostenlos nach. So ein toller Service muss belohnt werden. Während der Arbeiten an den Reifen backen wir Kuchen für die fleißigen Helfer.

Team REMA Tip Top

REMA Tip Top in Santiago de Chile

Wir kaufen neue Bergschuhe und Ersatzspitzen für unsere Trekkingstöcke. Auch diese wurden auf unseren Vulkantouren gänzlich abgenutzt.

Nachdem wir die Großstadt endlich hinter uns lassen können überqueren wir erneut die Anden. Wieder erwartet uns eine spektakuläre Landschaft. Diesmal am Paso del Aqua Negra.

Paso Aqua Negra

Die Pässe hier sind hoch, zwischen den einzelnen Orten auf der einen bzw. anderen Seite liegen oft hunderte von Kilometer ohne jegliche Versorgung und eine wunderschöne fast unberührte Natur. So wie auch am Paso San Francisco den wir in Richtung Argentinien überqueren.

Oder am Paso Sico zurück nach Chile auf dem Weg nach San Pedro de Atacama.

Paso Sico

Eine kleine Bergtour am Paso Sico

Weit verbreitet sind hier größere und kleinere Minen in denen Rohstoffe abgebaut werden. Manche der Minen erstecken sich über viele Quadratkilometer, sind weiträumig abgesperrt und abgesichert, mit eigenen Geschäften und eigener Tankstelle. Die Fahrzeuge sind einfach nur gigantisch in ihren Ausmaßen. Am Wegesrand finden wir den alten Reifen eines Muldenkippers.

40 R 57

Die Reifengröße? 40 R 57

Nach einem kurzen Abstecher nach Bolivien geht es für uns ein letztes mal nach Chile. In Iquique, einer auf einem schmalen Küstenstreifen gelegenen Stadt füllen wir unsere Vorräte auf und finden zum Glück einen Aluschweißer, der uns die fast ab vibrierte Rücklichtplatte richten kann. Wir reparieren unsere KTM – hier verloren wir durch die Vibrationen zwei Cockpitschrauben.

Iquique, die Dünenstadt am Meer

Iquique

An der bolivianischen Grenze entlang fahren wir weiter nach Norden. Vorbei am Geysirfeld Puchuldiza zum Salar de Surire mit seinen naturbelassenen Thermalquellen Polloquere. Wir können nicht widerstehen und nehmen ein Bad im heißen Schwefelwasser.

Termales

Ein Kurbad in den heißen Quellen

Auf über 4.000 m kühlt es nachts auf unter Null Grad ab und so dampft das heiße Thermalwasser in der kühlen Morgenluft.

Frühmorgens an den Termales

Unsere letzte Station in Chile ist Arica. Hier in der Hafenstadt genießen wir das schöne Herbstwetter am Pazifik. Wir kaufen im Fischmarkt fangfrischen Fisch und Ceviche eine Spezialität aus rohem Fisch, Zwiebeln, Koriander, Limettensaft und Gewürzen …

Am Fischmarkt

… bummeln durch die Stadt, durch den Fischereihafen, gehen am Strand spazieren und bewundern die Wellen im Pazifik. Ganz schön beeindruckend für so Landratten wie uns.

Am Fischereihafen

Seelöwen am Fischereihafen

Nach ein paar Tagen heißt es Abschied nehmen. Abschied von Chile. In den letzten Monaten waren wir zu einem großen Teil unserer Reise hier unterwegs. Wir haben viel gesehen und erlebt. Ein tolles Land mit vielen Facetten das immer einen Besuch wert ist.

Faszination Wüste

Wir sind unterwegs in der Atacama-Wüste, die als die trockenste Wüste der Welt gilt. Insgesamt erstreckt sie sich über eine Länge von rund 1200 Kilometern. Unterschiedlichste Landschaftsformen, Farben, Gestein, Sand, Vulkane und vieles mehr erwarten uns.

Wir kommen über den Paso Sico zurück in die Atacama in die Gegend um San Pedro de Atacama, der Bereich der allgemein unter der Atacama-Wüste bekannt ist. Unsere erste Nacht verbringen wir am Salar de Aquas Calientes etwas versteckt zwischen den Felsen.

Laguna Aguas Calientes

Auf dem Weg nach San Pedro de Atacama kommen wir am Canyon von Socaire vorbei in dem zahlreiche Kletterrouten eingebohrt sind. Der Canyon ist grandios, die Felsformationen einfach toll. Klettertechnisch betrachtet ist unsere erste Erkundungstour reichlich ernüchternd. Senkrechte Wände oder gar überhängende Raufasertapeten.

Erkundung im Canyon

In dieser Liga klettern wir nicht. Weiter hinten treffen wir ein junges einheimisches Pärchen das hier campiert. Sie können uns eine Stelle mit gemäßigteren Routen nennen. Hier gehen wir klettern.

Klettern im Canyon

Weit wollen wir heute nicht mehr fahren. Bald finden wir abseits der Piste einen ruhigen Platz etwas oberhalb des Salar San Pedro de Atacama. In den Bergen hängen schwarze Wolken. Es wird doch keinen Regen geben? Sicherheitshalber parken wir etwas erhöht.

Abends in der Atacama

In San Pedro de Atacama angekommen müssen wir erst einmal tanken. Wir wurden schon von mehreren Reisenden vorgewarnt, dass die Straßen in San Pedro de Atacama sind sehr eng sind. Zudem gibt es noch Wassergräben und Einbahnstraßen, so dass die Fahrt zur versteckt gelegenen Tankstelle mit größeren Fahrzeugen zur Herausforderung wird. Uns bleibt nichts anderes übrig. Wir fahren schon seit über hundert Kilometer auf Reserve, wir müssen tanken. Versteckt in einer Hotelanlage finden wir die COPEC-Tankstelle. Nur gut, dass die Tankstelle „Combustible“ gut ausgeschildert ist.

Tanken in San Pedro

Wir suchen uns für die nächsten Tage einen Campingplatz. Wieder wird es eng. Es bleibt uns nichts anderes übrig als ein paar Äste abzusägen, sonst kommen wir nicht ohne größere Schäden am Fahrzeug durch. Jetzt ist der Campingplatz für Overlander bestens vorbereitet. Biljana und Christoph, die ein paar Stunden nach uns ankommen haben nun freie Fahrt.

Mit der KTM fahren wir ins Valle de la Luna zum Sonnenuntergang – ein Pflichtprogramm für alle Besucher hier. Mit vielen anderen Touristen aus aller Welt sitzen wir kurz vor Sonnenuntergang auf der großen Düne und schießen Foto um Foto.

Valle de la Luna

Ein anderes mal düsen wir ins Valle Arcoiris – ins Regenbogental. Hier schimmern die Felsen in allen Farben. Mit unserem Moto kommen wir in die hintersten Winkel. Enge Schluchten, Felstürme und tolle Sandpisten zum Fahren erwarten uns hier.

Valle Arcoiris

Auf einem unserer Streifzüge durch den Ort entdecken wir, dass hier Snowboards verliehen werden. Damit kann man auf den Sanddünen im Valle de la Muerte zum Sandboarden gehen. Boarden können wir nicht – aber Ski fahren. Ski fahren? Waren wir seit Ewigkeiten nicht mehr. Also Skier raus, ran ans Motorrad und los geht´s.

Valle de la Muerta

So ein Spaß! Lifte gibt es zwar keine, aber mit den Tourenskiern kann man im Sand auch ohne Felle problemlos aufsteigen.

Nach ein paar Tagen geht es weiter. Wir wollen nach Bolivien. Aber vorher fahren wir nochmal Lebensmittel kaufen, sind ja nur etwa 100 Kilometer bis zur nächsten Stadt und damit zum nächsten Supermarkt. Noch einmal kommen wir nach San Pedro zurück. Von hier aus machen wir uns über die „Lagunenroute“ auf den Weg nach Bolivien. Etwa 500 Kilometer ohne Versorgungsmöglichkeiten, zahlreiche Lagunen und viele Pistenkilometer liegen vor uns.

Abendstimmung

 

Paso San Francisco

Was für Entfernungen hier! Wir fahren von Copiapó über den Paso San Francisco nach Argentinien. Das bedeutet auf etwa 500 Kilometern keine Einkaufsmöglichkeit, keine Tankstelle, kein Internet und auch kein Trinkwasser. Wir kaufen nochmals ordentlich ein, füllen unseren Wassertank und schon geht es los.

Nach einer Zwischenübernachtung abseits der wenig befahrenen Piste erreichen wir unser erstes Ziel die Laguna Santa Rosa.

Laguna Santa Rosa

Eine im Parque National de Tres Cruces auf etwa 3.800 m gelegenen Lagune mit Flamingos. Um uns an die Höhe zu gewöhnen bleiben wir hier zwei Nächte, machen kleinere Spaziergänge, entdecken irre Felsformationen und besteigen den Cerro sin nombre (Berg ohne Namen – so haben wir ihn benannt).

Felsformationen

Felsformationen bei der Laguna Santa Rosa

Jetzt sind wir bereit für die Laguna Verde, die bereits auf etwa 4.300 m liegt. Wir kommen bei bestem Wetter an, das jedoch bald umschlägt und in einem kleinen Schneesturm endet.

Ankunft Laguna Verde

Ankunft an der Laguna Verde

Am nächsten Tag sind die umliegenden Berge überzuckert.

Am Morgen danach

An der Lagune lernen wir den argentinischen Bergführer Maximo Kausch kennen, der sich hier für ein paar Tage mit einer Gruppe von Bergsteigern zur Höhenakklimatisation niedergelassen hat. Maximo hat sich zum Ziel gesetzt alle 6.000er Südamerikas zu besteigen. Eine echte Herausforderung zumal sich viele Berge weit ab jeglicher Zivilisation befinden und zudem nicht erschlossen sind. Manche weisen erst wenige Besteigungen überhaupt auf. 82 Gipfel von 104 hat er schon geschafft.

Maximo und seine Gruppe

Hier in der Höhe und der Kälte (nachts gefriert es regelmäßig) gibt´s das eine oder andere Problem beim starten der Motoren der Fahrzeuge. Man hilft sich hier wie man eben kann.

Motor vorwärmen

Motor vorwärmen mit dem was einem zur Verfügung steht

Nach drei Tagen in der Höhe springt das Fahrzeug eines der Argentinier nicht mehr an. Irgendwie (es liegt wohl an meinem nicht ganz so tollen Spanisch) ist bekannt geworden, dass Helmut Mechaniker ist und so wird Helmut um Hilfe gebeten. Gemeinsam geht´s auf Fehlersuche. Die Glühkerzen sind in Ordnung, die Batterie ist neu, der Anlasser muckt etwas, geht aber nach ein paar leichten Schlägen immer noch. Es stellt sich heraus, dass das Relais für die Vorglühanlage defekt ist. Mit einem Kabel von Helmut kann das Relais überbrückt werden. Trotzdem will der Toyota einfach nicht anspringen. Erst als Maximo etwas von seinem Sauerstoff opfert, der direkt in die Luftansaugung geblasen wird, springt der Motor an. Tja, die Höhe fordert den Fahrzeugen schon einiges ab.

El mechanico

El „mechanico“ Helmut

Wir stehen eine Nacht auf dem Paso San Francisco um den Cerro San Francisco zu besteigen. Diese Chance wollten wir nutzen. Morgens vom Fahrzeug aus einen 6.000er zu besteigen. Wo hat man das schon? Nach dieser Nacht auf knapp über 4.750 m springt unser MAN selbst mit Standheizung zur Motorvorwärmung und guten Wetterbedingungen gerade noch so an. Wir beschließen daher künftig nicht mehr so hoch zu übernachten. Das Risiko ist uns zu groß.

San Francisco

Cerro San Francisco – Abendstimmung am Pass – Büßerschneefelder am Berg

Zur Regeneration fahren wir zurück zur Laguna Verde um uns hier im warmen Termalwasser zu erholen. Das warme Wasser nutzen wir auch zum Spülen und Haare waschen. Zum Nudeln kochen ist es ebenfalls perfekt – es ist bereits ausreichend gesalzen. Da wir nicht wissen, wann wir wieder Trinkwasser bekommen ist Wasser sparen oberstes Gebot.

Termales

Die Termales an der Laguna Verde

Wir haben Glück. Als Maximo mit seiner Gruppe abreist überlässt er uns sein restliches Trinkwasser und ein paar Lebensmittel. Muchas grazias Maximo!

 

Vulcan Lanín

Wir sind im Parque National Lanín auf argentinischer Seite des Grenzübergangs El Tromen.

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Unser Ziel der Vulcan Lanín

Am Parkplatz gegenüber der Nationalparkverwaltung stehen bereits zwei andere Overlander, eines davon ist das Pepa-Mobil mit Renate, Bruno und Lola an Bord. Die (Wiedersehens-)Freude ist groß und wird gleich mit Kaffee und Kuchen (frisch von Renate gebacken) gefeiert.

Wieder haben wir die Besteigung eines Vulkans im Visier. Wieder haben wir die ersten Informationen aus unserer mitgeführten Travel & Trekking Map „Pucón“ vom Conrad Stein Verlag. Diesmal möchten wir auf den 3.776 m hohen Vulkan Lanín. Vor uns liegen über 2.500 Höhenmeter im Aufstieg. Etwas viel für einen Tag. Und so beschließen wir mittags bis zur Schutzhütte (Caja) aufzusteigen, dort zu übernachten und am frühen Morgen des nächsten Tages weiter bis zum Gipfel aufzusteigen. Also machen wir uns am Vormittag auf den Weg ins Rangerbüro um uns, wie in den meisten Nationalparks obligatorisch, für die geplante Bergtour zu registrieren. Hier erfahren wir welche Ausrüstungsgegenstände mitzuführen sind. Die Liste ist lang. Unter anderem sind Steigeisen, Trekkingstöcke, Helm und Eispickel vorgeschrieben. Wir beschließen spontan die Pickel am Fahrzeug zu vergessen. So ein Schmarrn. Eispickel im Sommer … weit und breit kein Gletscher oder steile bzw. vereiste Schneeflanken. Ach ja, dann wäre da noch ein VHF-Funkgerät mitzunehmen (auch zwingend vorgeschrieben). Wir haben zwar Funkgeräte dabei, aber leider mit der falschen Sendefrequenz. Wir bitten also die Rangerin uns eines für die Besteigung zu vermieten. Jetzt kommt’s: Nein, sie hätten keine Funkgeräte zur Vermietung hier. Diese könnten wir jedoch im nächsten Ort bei einer Agentur anmieten. Das Problem ist nur, dass dieser Ort 55 km!!! entfernt ist. Bis zur Schutzhütte könnten wir jedoch auch ohne Funkgerät gehen. Na toll!

Nach einem längeren Gespräch mit Bruno, der zusammen mit Renate schon seit vielen Jahren durch Südamerika reist, teilen wir der Rangerin mit, dass wir nunmehr nur bis zur Hütte gehen und dort übernachten wollen. Gegen 13:30 Uhr kommen wir endlich los.

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Helmut kocht für uns

In der Schutzhütte werden wir schon von drei jungen Argentiniern (mit Funkgerät) erwartet. Sie wurden bereits über unser Kommen informiert und melden nun unsere tatsächliche Ankunft nach unten.

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Bano natural

Wir machen einen Rundgang um die Hütte, die wie sich bei Ankunft herausstellt, lediglich eine einfache Biwakschachtel ist und richten uns gemütlich ein. Die Wasserstelle ist etwas abseits auf der rechten Seite, die Toilette links.

Zu fünft verbringen einen unterhaltsamen Abend in der Caja auf 2.650 m. Mit Sonnenaufgang machen wir uns auf den Weg zum Gipfel (psst: top secret). Schnell gewinnen wir Höhenmeter an Höhenmeter. Die Schneefelder sind fest, aber nicht gefroren. Wir gehen ohne Steigeisen und kommen gut voran.

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Früh morgens nicht weit hinter der Caja

Die Wegführung ist dem Grunde nach einfach. Man nehme die „Berchtsgoadner Spur“ oder anders ausgedrückt: die kürzeste Verbindung zwischen dem eigenen Standort und dem Gipfel … also immer „gerade aus ungleich schöner empor“! Am Gipfel angekommen genießen wir die traumhafte Aussicht.

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Am Gipfel des Vulcan Lanín

Runter geht es vom Volcán Lanin recht schnell. Wir finden viele Schneefelder zum abfahren, der Schnee ist perfekt aufgefirnt, das Lavagestein ist ebenfalls ideal zum Abfahren geeignet.

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Abfahren in der „Buckelpiste“

Und so sind wir bereits um 15:00 Uhr wieder unten und können uns bei der Parkverwaltung zurück melden. Unsere argentinischen Bergsteiger kommen erst gegen 20:30 Uhr zurück … eh klar, die waren ja am Gipfel. Wir (ohne Funkgerät) selbstverständlich nur in der Schutzhütte.

 

Vulcán Puyehue

Wir haben ein neues Ziel entdeckt: den Nationalpark Puyehue in Chile. Genauer gesagt den gleichnamigen Vulkan im Park. Damit steht uns wieder einmal ein Grenzübertritt mit all den erforderlichen Grenzformalitäten und Kontrollen bevor. Die vor uns liegende Grenze am Paso Cardenal Antonio Samoré ist bekannt für strenge Kontrollen und ist zudem stark frequentiert. Dies führt oft zu langen Wartezeiten.

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Frühmorgens an der Grenze

Von einem einheimischen Wohnmobilfahrer bekommen wir den Tipp uns abends direkt nach Grenzschluss (die Grenze ist von 19:00 – 8:00 Uhr geschlossen!) mit in die Warteschlange vor der Grenze einzureihen, so dass wir am Morgen bei Grenzöffnung vorne mit dabei sind. Eine 1a-Idee!

So kommen wir am frühen Vormittag im Nationalpark an. Wir dürfen uns auf das Gelände der Nationalparkverwaltung CONAF neben einen kleinen Wasserfall stellen und haben somit einen wunderbaren, vom Parkranger bewachten, Stützpunkt für unsere Unternehmungen.

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Mit unserem Parkranger am Eingang der Nationalparkverwaltung

Von unserem Parkranger erfahren wir auch wo wir uns für unseren geplanten Aufstieg zum Vulkankrater registrieren können. Da wir am nächsten Morgen sehr zeitig los wollen, gehen wir erst einmal auf Erkundungstour. Bei der obligatorischen Registrierung an der Receptión im Restaurant am Beginn der Aufstiegsroute erfahren wir, dass wir uns etwa vier Kilometer und 150 Höhenmeter Fußmarsch sparen können, wenn wir mit unserer KTM bis zur „pampa“, der letzten Weidefläche vor dem eigentlichen Zustieg, fahren.

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Von einem Viehgatter zum nächsten

Und so fahren wir früh morgens mit Bergausrüstung und zwei Rucksäcken bepackt zunächst über Viehweiden, dann auf einem ausgewaschenen und teilweise sehr steilen Feldweg bis zum Ende einer höhergelegenen Wiese. Eine echte Herausforderung. Zu zweit auf einem Motorrad – in diesem Gelände … sauber gefahren Helmut … Respekt!

Uns stehen etwa 1.700 Höhenmeter Aufstieg bevor. Die ersten 800 Höhenmeter steigen wir auf gut markiertem Weg im schattigen Wald auf bis dieser kurz vor dem Refugio El Caulle in ein kurzes Wiesenstück über geht.

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Unser Tagesziel

Die südamerikanischen Refugios (Schutzhütten) sind regelmäßig nicht bewirtschaftet und bieten äußerst wenig Komfort.

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Refugio El Caulle

Dank unserer Karte wissen wir, dass die eingezeichneten Bachläufe nicht ganzjährig wasserführend sind und haben genügend zum Trinken dabei.

Die verbleibenden 900 Höhenmeter führen nun über teilweise lockeres Lavagestein, in Gipfelnähe in zunehmend steilerem Gelände unserem Ziel entgegen. Dann sind wir am Gipfel. Ein komplett erhaltener Krater mit einem Durchmesser von fast zwei Kilometern liegt vor uns.

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Am Kraterrand

Darüber hinaus können wir bis in weite Ferne die Auswirkung der letzten Ausbrüche (zuletzt im Juni 2011) erkennen. Gigantische Flächen sind mit Asche bedeckt, abgestorbene Bäume … eine Schneise der Verwüstung einerseits … eine beeindruckende Szenerie andererseits.

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Wir lassen unsere Blicke schweifen

2011 beeinträchtigte die Asche sogar den Flugverkehr in Australien und Neuseeland und kam nach einer zweiwöchigen Erdumrundung wieder nach Chile. Ein beeindruckender Vulkan! Toll, dass wir dort oben stehen konnten.

An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich beim Conrad Stein Verlag. Dank der Travel und Trekking Map Puyehue (die übrigens wasser- und reißfest ist) wussten wir überhaupt erst, dass dieser Vulkan erschlossen ist. Unser Reiseführer informiert zwar über den Nationalpark im Allgemeinen, nicht jedoch über die Wandermöglichkeiten. Ein großer Teil der Berge hier ist in keiner Weise erschlossen, so dass der Zugang oft weitestgehend ausgeschlossen ist. Zudem ist es nicht einfach geeignetes Kartenmaterial zu finden. In den Parks erhält man meist nur skizzierte Karten.

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„Abfahrt“ im Lavaschotterfeld

Eine Auszeit in Südamerika

In 20 Jahren wirst Du mehr darüber enttäuscht sein über die Dinge, die Du nicht getan hast, als über die Dinge die Du getan hast. Also wirf die Leinen los, verlass den sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit Deinen Segeln. Entdecke. Erforsche. Träume!

Mark Twain

Eine Abendstimmung die zum Träumen einlädt

Eine Abendstimmung zum Träumen

Träume … wer kann von sich behaupten, dass er noch nie davon geträumt hat den Alltag hinter sich zu lassen, sich ausreichend Zeit für sich selbst zu nehmen, sich davon zu befreien einer Verpflichtung nach der anderen nachgehen „zu müssen“, die Seele baumeln zu lassen, auf Reisen zu gehen …?

Wir haben haben diese Träume und wir haben uns dafür entschieden unsere Träume zu realisieren, eine Auszeit vom Alltag und den täglichen Verpflichtungen zu nehmen, auf Reisen zu gehen. Noch in diesem Jahr ist es soweit. Wir starten in das bisher größte Abenteuer unseres Lebens, verschiffen unser Expeditionsmobil nach Montevideo und reisen damit durch Südamerika.

Unser "Schneckenhaus"

Unser „Schneckenhaus“ – hier in Marokko’s Sanddünen

Wir wollen mit unserem MAN durch die südamerikanischen Länder fahren, auf Trekkingtouren gehen, die traumhaften Nationalparks von Chile und Argentinien erkunden, die jeweils höchsten Berge der Länder besteigen die wir bereisen, auf dem Inkatrail nach Machu Picchu wandern, durch die Atacama Wüste fahren, Land und Leute kennen lernen und noch vieles mehr. Immer der Nase nach. Genaue Pläne haben wir nicht, dafür viele Ideen, ein paar Reiseführer und einen großen Stapel an Literatur und Trekkingkarten von den Outdoor Verlagen mit wunderbaren Zielen, die es zu erkunden gilt.

Eine "kleine" Auswahl unserer Reiseführer und Karten

Eine „kleine“ Auswahl unserer Reiseführer und Karten

Welche Länder wir letztendlich bereisen werden wissen wir noch nicht. Wie weit wir in der uns zur Verfügung stehenden Zeit kommen wissen wir auch noch nicht. Wir werden sehen … und hier an dieser Stelle und auf der Webseite (un)regelmäßig berichten.

Noch zu Hause

… noch zu Hause …