Belogradchik und Umgebung

Ganz im Nordwesten von Bulgarien finden sich auf einer Länge von ca. 30 km und 7 km Breite die Felsen von Belogradchik, bestehend aus Buntsandstein und Konglomerat.

Unseren ersten Abend verbringen wir zusammen mit dem Bulgaren Ivan und seinem Freund Juan aus Spanien auf einem Picknickplatz mitten zwischen den Felsen. Beide sprechen spanisch und englisch, so dass die Verständigung wunderbar klappt.

Da uns die Gegend dort so gut gefällt beschließen wir länger zu bleiben und verlegen auf einen Campingplatz. Von hier aus erkunden wir mit der KTM weitere Felsfomationen.

Wir fahren in den Ort Belogradchik um die Kaleto-Festung zu besichtigen, die in beeindruckender Weise in die Felsen integriert ist.

Vom Campingplatz aus ist das Grenzgebirge zu Serbien zu sehen. Hier findet sich auch der höchste Berg von Serbien, der von Bulgarien aus gut zu besteigen ist. Hinter dem Ort Gorni Lom beginnt der Aufstieg auf den Midzhur (2.169 m), erst durch den Wald bis zu einem EU geförderten Picknickplatz in den Bergen mit 5 Hütten, Feuerstellen und sogar Schaukeln gibt’s dort. Alles etwas zugewachsen, aber ansonsten nagelneu. Weiter geht´s über einen langen Rücken, immer der Grenze entlang, bis zum Gipfel.

Unser Aufenthalt verlängert sich, diesmal ungeplant, nochmals um einen Tag da die Wasserpumpe im Wohnbereich von jetzt auf gleich nicht mehr ordentlich arbeitet. Nachdem Helmut sie komplett zerlegt, gereinigt und wieder zusammen gebaut hat funktioniert sie zwar wieder – jetzt ist sie jedoch nicht mehr dicht. Am Grobfiltergehäuse finden wir einen kleinen Haarriss. Nächstes Problem. Epoxitharz hilft.

Am Abend genießen wir noch traditionelles Essen im Restaurant beim Campingplatz. Und damit endet unser Aufenthalt hier und wir fahren weiter Richtung Osten.

Die ersten Tage in Bulgarien

Von Nordmazedonien reisen wir nach Bulgarien ein. An der Grenze bucht ein hilfsbereiter Mitarbeiter von BG Toll (Mautsystem in Bulgarien) für uns einen Routepass bis Sofia. Für die weiteren Buchungen gibt er uns ein Infoblatt mit. Na gut, damit kommen wir erstmal bis zum Campingplatz Ivan, unserem ersten Stützpunkt in Bulgarien. Ivans kleiner, einfacher Platz im Norden der Stadt ist ideal für unsere Bedürfnisse.

Hier können wir waschen, unsere Vorräte auffüllen, die Stadt erkunden, klettern gehen, dürfen die leckeren Kirschen von Ivans Baum pflücken und beschäftigen uns mit dem Mautsystem, das uns einige Mühe kostet.

Vom Vitosha Boulevard aus sieht man auf das Vitosha Gebirge hinter der Stadt. Hier gibt’s zahlreiche Wanderwege, Klettermöglichkeiten und im Winter kann man direkt hinter Sofia Ski fahren. Mit Blick über die Stadt gehen wir hier eine Runde klettern.

Nachdem wir das Thema Maut tagelang vor uns hergeschoben hatten duldet es nun keinen Aufschub mehr. Die Kurzfassung: Da unser Fahrzeug über 3,5 t wiegt können wir keine zeitlich befristete E-Vignette kaufen, sondern müssen jeden Streckenabschnitt im Vorfeld buchen. Ist nicht einfach. Nachdem wir uns angemeldet und alle benötigten Grunddaten angegeben hatten kam die Frage nach dem Startpunkt – kein größeres Problem. Aber dann … der Button „Weiter“ funktioniert einfach nicht. Es dauert einige Zeit bis wir drauf kommen, dass die Übersetzung nicht immer ganz eindeutig ist und der Zielpunkt der zu buchenden Route bei der Frage nach einem weiteren Startpunkt einzugeben ist. Dazu kommt, dass wir für die Buchung schon im Vorfeld wissen müssen wo genau wir hin wollen und wie weit. Also mal ehrlich – woher sollen wir das vor der Fahrt schon wissen? Wie oft planen wir spontan um? Einfach so, weil wir auf irgend eine Sehenswürdigkeit aufmerksam werden? Aber gut, so ist es eben.
Nachdem wir die Buchungsproblematik lösen konnten fahren wir am kommenden Tag (man muss auch innerhalb der gebuchten 24 Stunden auf genau den gebuchten Straßen fahren) weiter zum 75 km langen Iskar-Durchbruch. In Lakatnik angekommen entscheiden wir uns spontan für eine Raftingtour durch dieses beeindruckende Naturschauspiel. Mit zwei Rafts geht`s los. Da der Iskar ordentlich Wasser führt macht die Tour zusammen mit zehn jungen, gutgelaunten Bulgaren richtig Spaß.

Nach einer Nacht zwischen den Felswänden und ein paar Seillängen in den unzähligen Kletterrouten fahren wir weiter nach Vratsa, schön gelegen an den Ausläufern des Balkangebirges. Direkt hinter der Stadt beginnt der Naturpark Vrachanski Balkan mit über 400 m hohen Kalksteinfelsen und einem weiteren großen Klettergebiet in Bulgarien. Auch hier gehen wir wieder klettern und erkunden eine Höhle in der Nähe.

Wieder einmal stehen wir mit unserem Fahrzeug in toller Umgebung, können zu Fuß zum Einstieg. Das ist schon Luxus.

Nachdem wir inzwischen zwei Paar reparaturbedürftige Kletterschuhe mit uns rum fahren machen wir uns auf die Suche nach einer Möglichkeit diese neu besohlen zu lassen. Direkt am Kletterfels finden wir ein Werbeschild mit einem Kletter-/Outdoorshop in Vratsa. Und was soll ich sagen? Wir haben den Shop tatsächlich gefunden.

Hinter der Tür mit dem Petzl-Schild verbirgt sich ein 1a-sortiertes kleines Outdoorgeschäft, das von der Kletterausrüstung über Merinosocken und Eisschrauben alles anbietet was das Kletter- und Bergherz begehrt, nur leider keinen Reparaturservice für die Kletterschuhe. Der sei, so die Auskunft vom Chefmechaniker und gleichzeitig Inhaber des Outdoorladens, in Sofia.