Spontan ein paar Tage in Serbien

Nachdem wir uns nunmehr täglich über BG Toll (Mautsystem von Bulgarien) ärgern, sei es über Buchungen die während des Buchungsprozesses mit irgendeiner numerisch codierten Fehlermeldung abgebrochen werden oder über die Tatsache dass man den ganzen Tag akribisch darauf achten muss ja nicht die vorgebuchte Route zu verlassen, sind wir inzwischen so weit, dass BG Toll zwei unserer Kreditkarten nicht mehr annimmt. Am 18. Tag unseres Bulgarienaufenthaltes reicht es uns. Wir fragen uns nach einer Tankstelle mit einem Buchungsterminal durch, buchen dort unseren letzten Routepass (hier funktioniert auch die Kreditkarte) und fahren zum Grenzübergang Kalotina

Davon ausgehend, dass wir ohne aktuellen PCR-Test nicht nach Serbien einreisen, sondern nur durchreisen dürfen, was auch für Ungarn und die Slowakei gelten soll, stellen wir uns auf eine sehr lange Fahrt ein. Die Überraschung an der serbischen Grenze: Wir können ohne Einschränkungen einreisen. Da wir uns noch nicht mit Serbien als Reiseland beschäftigt hatten, fahren wir erstmal nicht allzuweit ins Land und suchen uns einen Platz für die Nacht und für die Orientierung. Unweit von Niš, am Čegar Monument werden wir fündig.

Hier verbringen wir die Nacht und erhalten eine Einladung von der Familie unserer Reisefreunde aus Südamerika, die wir gerne annehmen. Wir werden sehr herzlich aufgenommen, bestens versorgt und erhalten einen Einblick in das Leben hier in Serbien. Papp satt und mit vielen guten Tips für unseren Aufenthalt in Serbien in der Tasche verabschieden wir uns gegen Abend wieder. Liebe Godana, Lieber Mića, Liebe Slađa, nochmals vielen herzlichen Dank für Eure Gastfreundschaft und die Zeit, die Ihr mit uns verbracht habt.

Vor dem Dunkel werden erreichen wir Devil`s Town. Wir nutzen die Gelegenheit und spazieren noch kurz vor Sonnenuntergang ganz alleine durch die beeindruckende Szenerie.

Nachdem wir schon längere Zeit nicht mehr beim klettern waren steuern wir als nächstes Jelašnička klisura, eine schöne Schlucht südlich von Niš an. Ein tolles Klettergebiet mit kurzen aber interessanten Zustiegen, vielen Möglichkeiten und glücklicherweise auch genügend Routen mit etwas Schatten, denn die Temperaturen steigen zwischenzeitlich täglich mehr an.

Auf unserem Weg zur Donau entdecken wir ein Hinweisschild zum Manastir Vratna und den Vratna Stone Gates. Spontan biegen wir ab und machen einen Spaziergang in die Schlucht mit den etwa 40 m hohen Felstoren. Wieder einmal bestaunen wir die Schönheiten der Natur. In der Abgeschiedenheit des Tales vor den Toren des Klosters verbringen wir die letzte einigermaßen kühle Nacht.

Am nächsten Vormittag erreichen wir die Donau. Entlang der Donau fahren wir am Eisernen Tor vorbei, an der Statue des Dakerkönigs Decebalus, kommen durch den Donaudurchbruch und erreichen am Abend Belgrad.

Aufgrund der weiter steigenden Temperaturen entscheiden wir uns Serbien vorzeitig zu verlassen, damit unseren Balkanaufenthalt zu beenden und uns auf den Weg in den Norden Europas zu machen.