Drei höchste Berge in 8 Tagen

Auf unserem Weg in kühlere Gefilde verlassen wir Serbien und reisen problemlos in Ungarn ein. Aufgrund der Sommerhitze entscheiden wir uns hier nur eine Nacht zu bleiben und auf Besichtigungen zu verzichten, was natürlich nicht bedeutet den höchsten Punkt von Ungarn auszulassen. Und so erreichen wir bei etwa 36 Grad im Schatten den Kékestető nach einem etwa 10 Minuten langem Zustieg.

Von hier aus fahren wir direkt weiter in die Slowakei. In der Dobschauer Eishöhle, einer der bedeutendsten Eishöhlen der Welt, ein Eisjuwel des Welterbes, so die Info auf der Webseite der Höhle, kühlen wir uns ein wenig ab. Bereits 1887 wurde die Höhle elektrisch beleuchtet. Dort fanden Feiern mit Tanz und Musik statt. Die Höhle war auch Trainingsplatz von Eiskunstläufern. All dies ist zwischenzeitlich zum Schutz der Eishöhle verboten. Man kann sie jedoch im Rahmen einer Führung besichtigen.

Mit Ankunft in der Hohen Tatra werden auch die Temperaturen wieder so angenehm, dass unsere Unternehmenslust zurückkommt. Wir besuchen den Soldatenfriedhof Važec, der mit Hilfe der Deutschen Kriegsgräberfürsorge letzte Ruhestätte für etwa 8.000 deutsche Kriegsgefallene wurde.

Wir gehen klettern und drehen die Reifen auf der Felge, damit sie gleichmäßig abgefahren werden und entsprechend länger halten. Das ist natürlich von Vorteil, wir haben ja noch viel vor auf dieser Reise.

Am frühen Morgen starten wir unseren Aufstieg auf die Meeraugspitze (2.500 m). Der Rysy, wie der Berg auf polnisch heißt, ist ein slowakisch-polnischer Grenzberg am Hauptkamm der Hohen Tatra und auf einem insgesamt über 20 km langen Fußmarsch gut zu erreichen.

Nach einem Pausentag fahren wir frühmorgens mit dem „Bergführertaxi“, das zufällig gerade abfahrtsbereit am Parkplatz steht, zum Ausgangspunkt unserer nächstenTour. Im weglosem Gelände steigen wir auf. Wir folgen dem logischen Aufstiegsweg, orientieren uns an Begehungsspuren und an Sicherungspunkten an denen die Bergführer ihre Gäste sichern.

Nach Erreichen des Sattels queren wir rüber Richtung Gipfel und klettern die letzten Meter hinauf zum Gipfelkreuz. Gegen Mittag stehen wir auf der Gerlachspitze bzw. Gerlachovský štít, die mit 2.655 m der höchste Berg der Slowakei ist.

Bei bester Aussicht steigen wir zunächst wieder im weglosen Gelände später auf bestens ausgebautem Weg ab und wandern zurück zum Ausgangspunkt.

Den schönen Tag lassen wir im Restaurant Koliba Zerucha mit leckerem Essen ausklingen.

Nachdem wir erfahren haben, dass Norwegen ab 05. Juli die Grenzen für Touristen öffnet, beschließen wir nun relativ zügig weiter nach Norden zu fahren um die Chance zur Einreise nicht zu verpassen.

Spontan ein paar Tage in Serbien

Nachdem wir uns nunmehr täglich über BG Toll (Mautsystem von Bulgarien) ärgern, sei es über Buchungen die während des Buchungsprozesses mit irgendeiner numerisch codierten Fehlermeldung abgebrochen werden oder über die Tatsache dass man den ganzen Tag akribisch darauf achten muss ja nicht die vorgebuchte Route zu verlassen, sind wir inzwischen so weit, dass BG Toll zwei unserer Kreditkarten nicht mehr annimmt. Am 18. Tag unseres Bulgarienaufenthaltes reicht es uns. Wir fragen uns nach einer Tankstelle mit einem Buchungsterminal durch, buchen dort unseren letzten Routepass (hier funktioniert auch die Kreditkarte) und fahren zum Grenzübergang Kalotina

Davon ausgehend, dass wir ohne aktuellen PCR-Test nicht nach Serbien einreisen, sondern nur durchreisen dürfen, was auch für Ungarn und die Slowakei gelten soll, stellen wir uns auf eine sehr lange Fahrt ein. Die Überraschung an der serbischen Grenze: Wir können ohne Einschränkungen einreisen. Da wir uns noch nicht mit Serbien als Reiseland beschäftigt hatten, fahren wir erstmal nicht allzuweit ins Land und suchen uns einen Platz für die Nacht und für die Orientierung. Unweit von Niš, am Čegar Monument werden wir fündig.

Hier verbringen wir die Nacht und erhalten eine Einladung von der Familie unserer Reisefreunde aus Südamerika, die wir gerne annehmen. Wir werden sehr herzlich aufgenommen, bestens versorgt und erhalten einen Einblick in das Leben hier in Serbien. Papp satt und mit vielen guten Tips für unseren Aufenthalt in Serbien in der Tasche verabschieden wir uns gegen Abend wieder. Liebe Godana, Lieber Mića, Liebe Slađa, nochmals vielen herzlichen Dank für Eure Gastfreundschaft und die Zeit, die Ihr mit uns verbracht habt.

Vor dem Dunkel werden erreichen wir Devil`s Town. Wir nutzen die Gelegenheit und spazieren noch kurz vor Sonnenuntergang ganz alleine durch die beeindruckende Szenerie.

Nachdem wir schon längere Zeit nicht mehr beim klettern waren steuern wir als nächstes Jelašnička klisura, eine schöne Schlucht südlich von Niš an. Ein tolles Klettergebiet mit kurzen aber interessanten Zustiegen, vielen Möglichkeiten und glücklicherweise auch genügend Routen mit etwas Schatten, denn die Temperaturen steigen zwischenzeitlich täglich mehr an.

Auf unserem Weg zur Donau entdecken wir ein Hinweisschild zum Manastir Vratna und den Vratna Stone Gates. Spontan biegen wir ab und machen einen Spaziergang in die Schlucht mit den etwa 40 m hohen Felstoren. Wieder einmal bestaunen wir die Schönheiten der Natur. In der Abgeschiedenheit des Tales vor den Toren des Klosters verbringen wir die letzte einigermaßen kühle Nacht.

Am nächsten Vormittag erreichen wir die Donau. Entlang der Donau fahren wir am Eisernen Tor vorbei, an der Statue des Dakerkönigs Decebalus, kommen durch den Donaudurchbruch und erreichen am Abend Belgrad.

Aufgrund der weiter steigenden Temperaturen entscheiden wir uns Serbien vorzeitig zu verlassen, damit unseren Balkanaufenthalt zu beenden und uns auf den Weg in den Norden Europas zu machen.

Belogradchik und Umgebung

Ganz im Nordwesten von Bulgarien finden sich auf einer Länge von ca. 30 km und 7 km Breite die Felsen von Belogradchik, bestehend aus Buntsandstein und Konglomerat.

Unseren ersten Abend verbringen wir zusammen mit dem Bulgaren Ivan und seinem Freund Juan aus Spanien auf einem Picknickplatz mitten zwischen den Felsen. Beide sprechen spanisch und englisch, so dass die Verständigung wunderbar klappt.

Da uns die Gegend dort so gut gefällt beschließen wir länger zu bleiben und verlegen auf einen Campingplatz. Von hier aus erkunden wir mit der KTM weitere Felsfomationen.

Wir fahren in den Ort Belogradchik um die Kaleto-Festung zu besichtigen, die in beeindruckender Weise in die Felsen integriert ist.

Vom Campingplatz aus ist das Grenzgebirge zu Serbien zu sehen. Hier findet sich auch der höchste Berg von Serbien, der von Bulgarien aus gut zu besteigen ist. Hinter dem Ort Gorni Lom beginnt der Aufstieg auf den Midzhur (2.169 m), erst durch den Wald bis zu einem EU geförderten Picknickplatz in den Bergen mit 5 Hütten, Feuerstellen und sogar Schaukeln gibt’s dort. Alles etwas zugewachsen, aber ansonsten nagelneu. Weiter geht´s über einen langen Rücken, immer der Grenze entlang, bis zum Gipfel.

Unser Aufenthalt verlängert sich, diesmal ungeplant, nochmals um einen Tag da die Wasserpumpe im Wohnbereich von jetzt auf gleich nicht mehr ordentlich arbeitet. Nachdem Helmut sie komplett zerlegt, gereinigt und wieder zusammen gebaut hat funktioniert sie zwar wieder – jetzt ist sie jedoch nicht mehr dicht. Am Grobfiltergehäuse finden wir einen kleinen Haarriss. Nächstes Problem. Epoxitharz hilft.

Am Abend genießen wir noch traditionelles Essen im Restaurant beim Campingplatz. Und damit endet unser Aufenthalt hier und wir fahren weiter Richtung Osten.

Die ersten Tage in Bulgarien

Von Nordmazedonien reisen wir nach Bulgarien ein. An der Grenze bucht ein hilfsbereiter Mitarbeiter von BG Toll (Mautsystem in Bulgarien) für uns einen Routepass bis Sofia. Für die weiteren Buchungen gibt er uns ein Infoblatt mit. Na gut, damit kommen wir erstmal bis zum Campingplatz Ivan, unserem ersten Stützpunkt in Bulgarien. Ivans kleiner, einfacher Platz im Norden der Stadt ist ideal für unsere Bedürfnisse.

Hier können wir waschen, unsere Vorräte auffüllen, die Stadt erkunden, klettern gehen, dürfen die leckeren Kirschen von Ivans Baum pflücken und beschäftigen uns mit dem Mautsystem, das uns einige Mühe kostet.

Vom Vitosha Boulevard aus sieht man auf das Vitosha Gebirge hinter der Stadt. Hier gibt’s zahlreiche Wanderwege, Klettermöglichkeiten und im Winter kann man direkt hinter Sofia Ski fahren. Mit Blick über die Stadt gehen wir hier eine Runde klettern.

Nachdem wir das Thema Maut tagelang vor uns hergeschoben hatten duldet es nun keinen Aufschub mehr. Die Kurzfassung: Da unser Fahrzeug über 3,5 t wiegt können wir keine zeitlich befristete E-Vignette kaufen, sondern müssen jeden Streckenabschnitt im Vorfeld buchen. Ist nicht einfach. Nachdem wir uns angemeldet und alle benötigten Grunddaten angegeben hatten kam die Frage nach dem Startpunkt – kein größeres Problem. Aber dann … der Button „Weiter“ funktioniert einfach nicht. Es dauert einige Zeit bis wir drauf kommen, dass die Übersetzung nicht immer ganz eindeutig ist und der Zielpunkt der zu buchenden Route bei der Frage nach einem weiteren Startpunkt einzugeben ist. Dazu kommt, dass wir für die Buchung schon im Vorfeld wissen müssen wo genau wir hin wollen und wie weit. Also mal ehrlich – woher sollen wir das vor der Fahrt schon wissen? Wie oft planen wir spontan um? Einfach so, weil wir auf irgend eine Sehenswürdigkeit aufmerksam werden? Aber gut, so ist es eben.
Nachdem wir die Buchungsproblematik lösen konnten fahren wir am kommenden Tag (man muss auch innerhalb der gebuchten 24 Stunden auf genau den gebuchten Straßen fahren) weiter zum 75 km langen Iskar-Durchbruch. In Lakatnik angekommen entscheiden wir uns spontan für eine Raftingtour durch dieses beeindruckende Naturschauspiel. Mit zwei Rafts geht`s los. Da der Iskar ordentlich Wasser führt macht die Tour zusammen mit zehn jungen, gutgelaunten Bulgaren richtig Spaß.

Nach einer Nacht zwischen den Felswänden und ein paar Seillängen in den unzähligen Kletterrouten fahren wir weiter nach Vratsa, schön gelegen an den Ausläufern des Balkangebirges. Direkt hinter der Stadt beginnt der Naturpark Vrachanski Balkan mit über 400 m hohen Kalksteinfelsen und einem weiteren großen Klettergebiet in Bulgarien. Auch hier gehen wir wieder klettern und erkunden eine Höhle in der Nähe.

Wieder einmal stehen wir mit unserem Fahrzeug in toller Umgebung, können zu Fuß zum Einstieg. Das ist schon Luxus.

Nachdem wir inzwischen zwei Paar reparaturbedürftige Kletterschuhe mit uns rum fahren machen wir uns auf die Suche nach einer Möglichkeit diese neu besohlen zu lassen. Direkt am Kletterfels finden wir ein Werbeschild mit einem Kletter-/Outdoorshop in Vratsa. Und was soll ich sagen? Wir haben den Shop tatsächlich gefunden.

Hinter der Tür mit dem Petzl-Schild verbirgt sich ein 1a-sortiertes kleines Outdoorgeschäft, das von der Kletterausrüstung über Merinosocken und Eisschrauben alles anbietet was das Kletter- und Bergherz begehrt, nur leider keinen Reparaturservice für die Kletterschuhe. Der sei, so die Auskunft vom Chefmechaniker und gleichzeitig Inhaber des Outdoorladens, in Sofia.

Nordmazedonien

Von Albanien aus führt uns unsere Reise weiter nach Nordmazedonien, das mit einer Fläche von 25.713 km² nicht mal halb so groß wie Bayern ist. Unser erstes Ziel ist der Ohridsee, welcher der älteste bekannte noch existierende See Europas ist. Der See mit seinem klaren Wasser gehört zu einem kleineren Teil auch zu Albanien und ist Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren (von den zahlreichen kleinen Wasserschlangen haben wir leider kein gutes Foto).

Vom Campingplatz Rino 2 bei Struga aus erkunden wir die Umgebung. Wir fahren in die nahe gelegene Stadt um Besorgungen zu erledigen und entdecken hier einen Flohmarkt, den wir selbstverständlich nicht auslassen können.

Um zu unserem erstem Klettergebiet in Nordmazedonien zu kommen fahren wir den See entlang bis zum Nationalpark Galicica. Wir finden einen kleinen Kletterfelsen im Wald mit schönen Routen.

Nach ein paar Tagen fahren wir weiter in den Mavrovo Nationalpark. Wir verbringen unsere Zeit am See, mit Klettern im Klettergebiet Mavrovo Cave und mit der Besteigung des Golem Korab. Mit seinen 2.764 m ist er der höchste Berg von Nordmazedonien und zugleich von Albanien. Mit der KTM fahren wir früh morgens zum Ausgangspunkt Strezimir. Auf dem Weg zum Gipfel sind wir auf alten und immer noch genutzten Schmugglerpfaden unterwegs. Wir haben sogar frische Spuren entdecken können, die Tragtiere selbst konnten wir nur von der Weite ausmachen.

Der Matka Canyon, DAS Naherholungsgebiet von Skopje ist unser nächstes Ziel. Hier verbringen wir nochmal ein paar Tage mit unseren Reisefreunden aus Rheinland-Pfalz bevor sich unsere Reisewege trennen. Unter der Woche ist es hier sehr ruhig. Neben ein paar Reisenden mit ihren Fahrzeugen kommen die Einheimischen zum Picknick in die schöne Natur. Am Wochenende ist schon deutlich mehr los.

Ein Besuch der Hauptstadt darf natürlich nicht fehlen und so fahren wir die paar Kilometer nach Skopje schauen uns den Alten Basar, die Steinerne Brücke und einige der zahlreichen Skulpturen der Stadt an.

Noch ein weiteres mal fahren wir ein Klettergebiet in Nordmazedonien an. Diesmal im Canyon Bislimska Klisura. Wieder einmal ist es nicht ganz so einfach den Ausgangspunkt zu finden, der eingezeichnete Parkplatz ist schlichtweg nicht vorhanden. Aber wir finden einen wunderschönen Standplatz gleich um’s Eck. Das Klettergebiet selbst ist ein Traum, top ausgeschildert, bestens eingerichtet (von Schweizern) und nagelneu. Allzulang waren wir dort leider nicht. Ein ordentliches Gewitter mit Graupelschauer am zweiten Tag hat unseren Aufenthalt etwas früher als geplant beendet.

Natur pur und der Storch spaziert durch’s Dorf

Wir ziehen noch eine kurze Schleife über den Flughafen von Skopje für einen Antigentest (der erste Covid-Test seit wir vor knapp 2 Monaten Deutschland verlassen haben) um den Voraussetzungen für die Einreise nach Bulgarien gerecht zu werden und verabschieden uns ein paar Stunden später etwas wehmütig von Nordmazedonien.

Impressionen aus Albanien

In der Fußgängerzone von Shkodër

Auf dem Weg in die Berge nach Theth, das wir aufgrund der Schneemengen nicht erreichen.

Die Straße zum Stausee Bovilla

Camping am Meer

Unterwegs in Albanien

Klettern im Canyon of Gjipe

Vor, im und hinter’m Restaurant

Syri i Kaltër – Blue Eye – Karstquelle

Thermalquellen von Bënja, die osmanische Steinbrücke Ura e Kadiut am Ausläufer der Lengarica-Schlucht

Montenegro – klein aber fein

Nicht weit hinter der Grenze von Kroatien zu Montenegro erreichen wir die äußere und später die innere Bucht von Kotor mit einer Länge von insgesamt über 30 km und damit den größten Fjord südlich von Skandinavien. Steil aufragende Berge und das Meer in direkter Nachbarschaft. Immer der Küstenstraße entlang fahren wir zu unserem Campingplatz in der Nähe von Kotor von dem aus wir die Gegend erkunden.

Die Altstadt von Kotor ist von gewaltigen Festungsmauern umfriedet, die die Stadt mit einer Länge von etwa 4,5 km nicht nur zur Seeseite, sondern auch zu den Bergen hin erfolgreich schützte.

Über eine kleine Passstraße schrauben wir uns hinauf in die Berge und ins Hinterland von Montenegro.

Hier treffen wir auf andere Reisende, die so wie wir gerne einmal abseits der allgemeinen Routen unterwegs sind und bestaunen eine am Nachthimmel vorbeiziehende Lichterkette. Dank Internet wissen wir nun, dass es sich hierbei um Starlinksateliten handelt und nicht auf übermäßigen Rotweinkonsum zurückzuführen ist.

Wir besuchen das Manastir Ostrog mit seinen freskengeschmückten winzigen Kirchen. Die Klosteranlage ist ein wichtiges Wallfahrtsziel der serbisch-orthodox geprägten einheimischen Bevölkerung.

Weiter geht es auf engen steilen Straßen durch noch sehr ursprüngliche Gegenden zu einem schneebedeckten Pass, der selbst jetzt Anfang Mai nicht geräumt ist. Am Umkehrpunkt verbringen wir eine ruhige Nacht weit ab von der Zivilisation.

Da die Passhöhe auch von der anderen Seite nicht zugänglich ist müssen wir auf die Besteigung des höchsten Berges von Montenegro verzichten.

Dafür gehen wir im Durmitorgebirge bei Pirlitor zum Klettern. Ein kleines von Italienern eingerichtetes Klettergebiet erwartet uns hier.

Über die Taraschlucht, den Nationalpark Biogradska Gora, durch das bergige Hinterland und weitere beeindruckende Schluchten fahren wir zurück ans Meer.

Hier verabschieden wir uns von Montenegro mit einer Fläche von gerade mal 13,812 km² das nach unserem Geschmack viel größer sein dürfte.

Sommer, Dubrovnik i Doviđenja Hrvatska

Die ersten Frühlingsboten im Nationalpark Krka. Gerade mal ein paar Tage ist es her und bereits in Split klettern wir in kurzer Hose und T-Shirt. Wie wir die letzten Wochen feststellen konnten gibt es in Kroatien unzählige Klettermöglichkeiten. Viele Gebiete sind sehr gut abgesichert, meist relativ neu erschlossen und noch dazu wenig begangen. Damit sind sie nicht oder nur in Ausnahmefällen abgespeckt. Du setzt Deinen Fuß auf einen noch so kleinen Tritt und der hält – so soll es sein. So macht klettern Spaß!

Auf der Küstenstraße geht es weiter Richtung Süden. In Podgora einem Ferienort an der Makarska-Riviera legen wir noch einen kleinen Zwischenstopp ein und genießen das mediterane Flair.

Inzwischen sind wir auf einem sehr kleinen, familiär geführten Campingplatz südlich von Dubrovnik angekommen.

Von hier aus gehen wir (natürlich) klettern, nutzen die Möglichkeit mal wieder Wäsche zu waschen und fahren mit der KTM nach Dubrovnik um die Altstadt zu erkunden. Der Vorteil der KTM ist, dass man damit bis zum Stadttor vorfahren und dort parken kann. Ein echter Luxus.

Stundenlang spazieren wir durch die Altstadt von Dubrovnik, durch die vielen Gassen über schöne Plätze, bewundern die Paläste, Kirchen, Türme, Säulen, Brunnen, die Aussicht auf die Stadt von der Meeresseite aus und von oben. Man kann sich gar nicht satt sehen.

Nun ist es für uns an der Zeit Kroatien „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Schön war es und vor allem entpannt. Wir haben es genossen mal wieder in ein Restaurant zu gehen, irgendwo spontan einen Kaffee zu trinken oder in ein geöffnetes Geschäft gehen zu können um unsere Einkäufe vor Ort zu erledigen und nicht auf`s Internet ausweichen zu müssen. An unserem vorerst letzten Abend in Kroatien fahren wir nochmals in die Altstadt von Dubrovnik. Mit diesen Eindrücken verabschieden wir uns aus Kroatien.

Doviđenja Hrvatska

Dinara, Krka Wasserfälle und der Frühling

Vor einigen Jahren haben wir es uns zum Ziel gesetzt nach Möglichkeit den höchsten Berg des Landes zu besteigen, das wir bereisen. Hier in Kroatien ist die Dinara, nahe der Grenze zu Bosnien-Herzegowina gelegen, mit ihren 1.830,91 m. i. J (Meter über Adria) die höchste Erhebung. Da auf dem Gipfel ein geodetische Säule steht, wird der Gipfel von den Einheimischen auch Sinjal genannt.

Wir haben uns für den Aufstieg aus Glavaš entschieden. Bereits am Vortag fahren wir zum top eingerichteten Wanderparkplatz mit Sitzbänken und Tischen aus Stein, sowie freiem WiFi, das auch noch richtig gut ist und so können wir am Abend über´s Internet Radio aus der Heimat hören.

Früh morgens um 7:00 Uhr starten wir mit dem Aufstieg, der mit 5 Stunden angegeben ist. Vorbei geht´s an den Resten einer alten Burg, einer Quelle, über den langgezogenen Bergrücken zum Gipfel der aus zwei gleich hohen Köpfen besteht. Auf einem steht der Vermessungspunkt und eine rote Biwakschachtel, auf dem anderen ein Metallkreuz.

Für den Rückweg wählen wir die als Hauptweg angegebene Route, die uns über zahlreiche Schneefelder, vorbei an der Schutzhütte Martinova košara und ab Höhe der Quelle auf bekanntem Weg zurück zum Ausgangspunkt führt.

Unser nächstes Ziel ist der Nationalpark Krka, der für seine Rauwacken-Wasserfälle bekannt ist. Das erste Mal seit wir unterwegs sind sehen wir das leuchtende Grün des Frühlings, bunte Blumen und Blüten. Dazwischen das rauschende Wasser, eine Schlange, alte Mühlen und ein Froschkonzert gibt´s auch noch dazu.

Ein schöner Tag und wieder einmal hatten wir ein Highlight Kroatiens fast für uns alleine.

Natur, Kultur und das Meer

Glück gehabt! Auch wenn´s auf den ersten Blick nicht so aussieht, „unser“ Campingplatz in Starigrad-Paklenica hat geöffnet und so beziehen wir unser Quartier für die nächsten Tage direkt am Meer.

Wir nutzen die Gelegenheit um fit zu bleiben und joggen immer dem Meer entlang bis zu den Überresten einer Festung aus dem 16. Jahrhundert mit seinem Turm, dem Večka Kula. Mit so einem Läufchen am Morgen starten wir gut gelaunt in den Tag.

Nach einem kurzen Stop an einem kleinen Supermarket, in dem wir uns mit frischem Brot versorgen, fahren wir zum Nationalpark Paklenica im südlichen Velebit. Die tiefen Schluchten mit den steilen, rauhen Karstfelsen sind nicht nur schön anzuschauen sie sind zudem ein Eldorado für Kletterer mit zumeist kurzen Zustiegen. Auch hier ist im Vergleich zu „normalen Zeiten“, selbst am Wochenende und bei gutem Wetter schlichtweg nichts los und so können wir uns ungehindert unsere Routen aussuchen.

Zwischen den Klettertagen machen wir einen Ausflug nach Zadar. Mit der KTM können wir direkt an der Altstadt parken und so kommen wir bequem durch die „Nova Vrata“ in das historische Zentrum von Zadar, das mit zahlreichen Kirchen, schönen geöffneten Cafès und Geschäften aufwartet. Wir spazieren über die gepflasterten Straßen zur ehemaligen Zitadelle, besichtigen die beiden erhaltenen Stadttore und gehen an der Uferpromenade entlang um der Meeresorgel (Morske orgulje) zu lauschen, deren Töne durch die Wellenbewegung des Meeres erzeugt werden.

Die Tage lassen wir wahlweise in einem Restaurant am Hafen oder am Campingplatz ausklingen. Wo immer wir auch sind, die Abendstimmung am Meer ist toll und die Sonnenuntergänge sind durchaus das eine oder andere Foto wert.