Machu Picchu

Machu Picchu … das mit Sicherheit bekannteste kulturelle und touristische Highlight in Peru. Der zentrale Ausgangspunkt für eine Besichtigung ist die Stadt Cusco, die für die Inkas der Nabel der Welt war. Hier finden sich zahlreiche Touranbieter, die für jeden Geschmack und Geldbeutel eine Tour offerieren. Zu den bekanntesten Möglichkeiten nach Machu Picchu zu kommen zählt sicher der Inka Trail. Dieser darf jedoch seit Jahren nicht mehr selbständig begangen werden und ist trotz der stattlichen Preise zum Teil auf Monate ausgebucht. Je nach gewünschter Länge und den individuellen Bedürfnissen können die Wandertage auf dem Inka Trail durch unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten in den Trail angepasst werden. Eine gute Übersicht und Beschreibung hierzu findet sich im OutdoorHandbuch „Peru: Inka Trail und Region Cusco“ des Outdoor Conrad Stein Verlages. Hier finden sich auch zahlreiche Informationen über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in und um Cusco, sowie hilfreiche Informationen über Land und Leute.

Da wir nicht gerne unter fremder Führung unterwegs sind, haben wir uns nach Alternativen umgesehen. Eine Möglichkeit ist mit Zelt und eigener Verpflegung auf einem der weniger bekannten Trails nach Machu Picchu zu wandern. Dies erfordert jedoch einen gewissen logistischen Aufwand und man benötigt eine Transportmöglichkeit zum Ausgangspunkt der Wanderung. Oder man fährt mit dem Zug nach Machu Picchu (Bahnstation Aguas Calientes). Alternativ kann man den ersten Streckenabschnitt mit Bus bzw. Taxi zurücklegen um auf diese Weise die Kosten für den Zug etwas niedriger zu halten. Eine dritte Möglichkeit ist die Umfahrung von Aguas Calientes auf einer zumeist gut ausgebauten Straße bis nach Santa Teresa und von dort weiter zum Wasserkraftwerk „Hidroelectrica“. Lediglich die letzten 32 Kilometer sind, zumindest mit größeren Fahrzeugen, etwas sportlich.

nah am Fels

Die Straße ist unbefestigt, teilweise sehr eng und kurvig.

auf schmaler Straße

Ab Hidroelectrica kann Aquas Calientes zu Fuß erreicht werden. Wir starteten bereits um 4:30 Uhr auf die 13 Kilometer lange Strecke nach Aguas Calientes. Es geht fast immer den Bahngleisen entlang, was aber kein Problem darstellt da die Stecke nur wenige male am Tag befahren wird und sich die Züge lautstark ankündigen.

den Gleisen entlang nach Aguas Calientes

Mit dem Ticket in der Hand kann man entweder eine Busfahrt hinauf zur Ruinenstadt buchen und sich in der langen Schlange an der Bushaltestelle einreihen oder zu Fuß aufsteigen. Möchte man auf einen der beiden Berge die Machu Picchu flankieren (Huayna Picchu bzw. Montana Machu Picchu) wandern benötigt man eine erweiterte Eintrittskarte (aktuell werden je Berg nur 400 Permits pro Tag erteilt).

Auf unserem Streifzug durch Machu Picchu gingen wir zunächst zum allgemeinen Aussichtspunkt um uns einen ersten Überblick über die Anlage zu verschaffen.

Machu Picchu am Morgen

Von den Aussichtsterrassen wanderten wir weiter auf einem spektakulär in die Steilwände gebauten Inkaweg zur sogenannten Inkabrücke, die heute mit großen Holzbalken dargestellt wird, früher jedoch eine Hängebrücke war, welche bei Gefahr eingeholt werden konnte. Damit war dieser Weg zur Stadt unpassierbar.

Inkabrücke

Danach machten wir uns auf den Weg zum Montana Machu Picchu … streng geregelt … unsere vorgegebene Aufstiegszeit war für den Zeitraum von 9:00 Uhr bis 10:00 Uhr als Einstiegszeit festgelegt. Zum wiederholten Male mussten wir unsere Ausweise vorlegen und uns registrieren. Danach ging es auf unzähligen Stufen etwa 600 Höhenmeter hinauf zum Gipfel. Hier bot sich uns eine traumhafte Aussicht nach Hidroelectrica, die umliegenden Berge, auf die gesamte Anlage bis hinüber nach Aguas Calientes.

Lars Schneider, der Autor des OutdoorHandbuchs schreibt über Machu Picchu: „Die Lage von Machu Picchu ist wohl einzigartig. Auf einem künstlich geebneten Bergsattel, etwa 700 m oberhalb des rauschenden Río Urubamba, der den Gipfel zu drei Seiten umspielt, liegt die Stadt. Aus dem Tal ist nichts von diesem Glanzstück der Inka-Architektur zu sehen … Von oben dagegen konnten die Inkas alles bestens überblicken …“

von oben

Nach einem Abstecher zum Sonnentor wanderten wir noch durch die Ruinen der Stadt mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel Intiwatana –  der Ort, an dem die Sonne angebunden wird

Intiwatana - Ort, an dem die Sonne angebunden wird

eines der typischen Fenster von Machu Picchu,

Ein gut erhaltenes Fenster

der Zeremonialstein, der als Begräbnis- bzw. Totenfelsen genutzt wurde

Begräbnisstein

und vieles mehr.

So wie wir Machu Picchu noch erleben durften ist dies ab 01.07.2017 nicht mehr möglich. Ab diesem Datum werden nur noch Halbtagestickets für die Ruinenstadt verkauft. Auch ein Besuch ohne Guide soll nach unseren Informationen ab diesem Tag nicht mehr möglich sein.

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Gemeinsam durch den Süden von Peru

Wir reisen ganz im Süden von Peru von Chile her ins Land ein. In Tacna tauschen wir unsere restlichen Bolivianos und chilenischen Pesos in Landeswährung um und verschaffen uns einen ersten Eindruck von dem für uns bisher unbekannten Peru. Neu sind für uns z. B. die verschiedenen Taxiarten. Besonders interessant finden wir die Mototaxis, die auf Basis eines Motorrads gebaut werden.

Mototaxi

Mototaxi

Unser erstes Ziel ist Puno am Titicacasee. Dort treffen wir zu unserer großen Freude Biljana und Christoph in ihrem Magirus wieder.

Gemeinsam schmeckt es besser

gemeinsam schmeckt es noch besser

Wir fahren mit einem Ausflugsboot zu den schwimmenden Inseln der Uros. Hier erfahren wir u. a. wie die Inseln gebaut werden und machen eine kleine Rundfahrt auf einem der berühmten Totora-Boote bevor es wieder zurück auf das Festland geht.

Schwimmende Inseln der Uros

Die schwimmenden Inseln der Uros

Von Puno aus fahren wir in zwei Tagen nach Arequipa. Auf halber Strecke übernachten wir beim „Bosque de Piedra“. Hier am Steinwald kann sich Helmut ein wenig austoben.

Bosque de Piedras

Bosque de Piedras

Spät abends kommen wir in Arequipa an. Wir hatten uns ein wenig verspätet, da wir noch ein kleines Zusammentreffen mit der Polizei hatten. Wir wurden angehalten, die Papiere wurden kontrolliert und dann hieß es wir seien ohne Licht gefahren. Tatsächlich, das Licht ist aus. Das gibt es doch nicht, wir fahren immer mit Licht. Wie konnte das passieren? Jedenfalls sollten wir 450 Soles überweisen oder 225 Soles bar bezahlen. Aha! Wir erklären, dass wir nicht so viel Geld dabei hätten und deshalb mit aufs Revier kommen möchten. Das sei so nicht möglich. Ach nein!? Wieviel Geld wir denn dabei hätten. Interessante Frage! Ich gehe schauen. Beschließe 54 Soles zu finden. Ja das sei dann eben auch in Ordnung. Wie bitte? Ob wir eine Quittung bekommen könnten. Nein, das ginge nicht. Ach nein?!? Ohne Quittung zahlen wir nicht bar. Dann müssten wir die 450 Soles bezahlen. Ja, ist in Ordnung! Wie??? Ja, dann zahlen wir eben 450 Soles. Kurze Ratlosigkeit bei den Polizisten. Dann wurden wir belehrt, dass man in Peru immer mit Licht fahren müsse und durften so fahren. Im Nachhinein kamen wir zu dem Schluss, dass der Polizist uns das Licht ausgeschaltet hatte als wir die Papiere hervorgekramt hatten. Er hatte sich nämlich in das offene Fenster gelehnt und sie hatten keinen Beweis, dass wir ohne Licht fuhren. Ein paar Tage später bekamen wir von einem anderen Reisenden, dem wir die Geschichte erzählt hatten, die Bestätigung. Er hatte (er war ja vorgewarnt) an derselben Straße den Polizisten dabei erwischt, wie er ihm das Licht ausschalten wollte.

Am Hotel und Camping Las Mercedes in Arequipa werden wir schon von Biljana und Christoph erwartet. Wir bleiben über eine Woche in Arequipa es ist einfach schön dort. Eine tolle Altstadt, schöne alte Häuser im Kolonialstil, eine schöne Plaza, tolle Cafés und Restaurants.

Plaza de Armas Arequipa

Von Arequipa aus fahren wir mit einer Agentur bis auf 5.100 m um von dort aus den Chachani zu besteigen. Wir übernachten in unserem Zelt und machen uns früh morgens auf den Weg. Gegen 10:00 Uhr erreichen wir den Gipfel auf 6.057 m. Hier werden wir mit einem traumhaften Blick über Arequipa und die umliegenden Vulkane belohnt. Über dem Hualca Hualca ist eine weit sichtbare Rauchfahne zu sehen.

Chachani mit dem Vulkan Hualca Hualca im Hintergrund

Bei unserer Rückkehr am Campingplatz werden wir von Biljana und Christoph mit selbstgemachten Spaghetti Bolognese und leckerem Nutellakuchen überrascht. Spaghetti Bolognese … das Lieblingsgericht von Helmut … selbstgebackener Kuchen … besser hätte es nicht kommen können.

Die Kultur darf natürlich auch nicht zu kurz kommen und so besuchen wir das Kloster Santa Catalina, eine kleine Stadt in der Stadt, über 20.000 qm groß. Das Kloster öffnete erst 1970 seine Pforten und kann nunmehr zu großen Teilen besichtigt werden.

Monasterio Santa Catalina

Spontan beschließen wir gemeinsam weiter zum Colca Canyon zu fahren. Dieser ist berühmt für seine Kondore, die früh morgens im warmen Aufwind aufsteigen.

Colca Canyon

Von dort fahren wir gemeinsam weiter nach Cusco. Hier treffen wir zu unserer großen Freude einige Reisebekannte wieder und so bleiben wir wieder einmal länger als geplant.

Bevor wir abreisen gibt es noch etwas zu feiern! Ein besonderer Anlass verdient ein besonderes Essen und so gibt es feine Steaks (Alpaka, Rind, Lamm) auf dem heißen Stein und leckeren Wein. Ein schöner Abend mit Freunden. Danke dafür!

Am nächsten Tag trennen sich unsere Wege erst einmal. Wir verabschieden uns nach Machu Picchu. Biljana und Christoph bleiben noch in Cusco.

 

Durch Chile von Feuerland bis zur Atacama

Chile ein so vielseitiges Land. Ein Land mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von über 4.300 Kilometer. Mit den unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen, mit riesigen Gletschern, unzähligen Flüssen, Vulkanen, Fjorden, Urwäldern, Wüsten – eingebettet zwischen den Anden und dem Pazifik. Es ist das Land das dem Südpol am nächsten kommt. Begleitet werden wir vom Conrad Stein Verlag mit seinen Outdoor Handbüchern und den Trekking & Travel Maps, die uns stets gute Dienste leisten.

Outdoor Verlage

Mit dem Conrad Stein Verlag durch Chile

Auf unserem Weg nach Norden pendeln wir zwischen Chile und Argentinien hin und her, später folgt noch ein kurzer Abstecher nach Bolivien. Unser erstes Ziel in Chile war der Nationalpark Torres del Paine. Bereits auf dem Weg dort hin gibt es einiges zu sehen. Noch in Feuerland besuchen wir den Parque Pingüino Rey mit der einzigen Kolonie mit Königspinguinen in ganz Südamerika.

Pingüinos Rey

Mit der Fähre fahren wir über die Magellanstraße hinüber auf das Festland und weiter nach Punta Arenas. Hier besichtigen wir u. a. den Friedhof, der als der schönste Chiles gilt.

Punta Arenas

Cementerio von Punta Arenas

Weiter im Norden folgen wir etwa 600 Kilometer der Carretera Austral. Wir erreichen den kleinen Süden Chiles, besteigen den Volcan Puyehue mit seinem gut erhaltenen Kraterrand, steigen auf den Volcan Lanin und den Volcan Antuco.

Volcan Antuco

Volcan Antuco mit Anraum am Gipfel

Drei Vulkane und doch so unterschiedlich. Allen gemein ist das weglose Gelände insbesondere im Gipfelbereich und die schier endlosen Schotterfelder. Das Gestein ist meist ziemlich scharfkantig was uns letztendlich je ein paar neue Bergschuhe beschert hat, da unsere alten der Belastung nicht mehr stand hielten.

Doch vorher versuchten wir uns noch am Volcan San Pedro. Bereits die Anreise war ein Abenteuer für sich. Unsere diversen Karten und Navigationsapps boten unterschiedliche Anreisemöglichkeiten und Murphys Gesetz folgend hatten wir uns selbstverständlich für die falsche entschieden. Und so waren wir nur etwa 30 Kilometer Luftlinie vom Ausgangsort „Maggi“ entfernt. Leider standen wir in einer Sackgasse. Auf direktem Weg gab es selbst mit unserem Allradfahrzeug kein Durchkommen mehr. Damit waren wir erneut fast 150 Kilometer Fahrstrecke vom Ziel entfernt. Der Aufstieg erweist sich als ähnlich abenteuerlich.

Antuco

Zustieg zum Volcan San Pedro

Der Weg quasi nicht zu erkennen und bereits nach kurzer Zeit schlagen wir uns quer durch Brombeergestrüpp und dichten Wald. Dank unserer Karte von Trekking Map „Melado Vn. San Pedro“  finden wir trotzdem unseren Zeltplatz, den wir nach etwa 1.800 m Aufstieg, 14 Kilometer Marschstrecke und 9 Stunden erreichen.

Am Zeltplatz

Alleine am Zeltplatz

Am nächsten Tag machen wir uns auf dem Weg zum Gipfel. Aufgrund der schlechten Sicht müssen wir jedoch etwa 300 Meter unterhalb des Gipfels umdrehen, da uns auch hier nur wegloses kaum markiertes Gelände erwartet. Dafür werden wir mit einer partiellen Sonnenfinsternis entschädigt. Nach 10 Stunden Marsch sind wir wieder zu Hause.

Unseren Aufenthalt in Santiago de Chile nutzen wir um dringend notwendige Einkäufe zu erledigen. Hier in der Hauptstadt bekommen wir endlich das lange gesuchte Reifenschneidegerät und nicht nur das. Das Team von REMA Tip Top schneidet uns die Reifen auch noch kostenlos nach. So ein toller Service muss belohnt werden. Während der Arbeiten an den Reifen backen wir Kuchen für die fleißigen Helfer.

Team REMA Tip Top

REMA Tip Top in Santiago de Chile

Wir kaufen neue Bergschuhe und Ersatzspitzen für unsere Trekkingstöcke. Auch diese wurden auf unseren Vulkantouren gänzlich abgenutzt.

Nachdem wir die Großstadt endlich hinter uns lassen können überqueren wir erneut die Anden. Wieder erwartet uns eine spektakuläre Landschaft. Diesmal am Paso del Aqua Negra.

Paso Aqua Negra

Die Pässe hier sind hoch, zwischen den einzelnen Orten auf der einen bzw. anderen Seite liegen oft hunderte von Kilometer ohne jegliche Versorgung und eine wunderschöne fast unberührte Natur. So wie auch am Paso San Francisco den wir in Richtung Argentinien überqueren.

Oder am Paso Sico zurück nach Chile auf dem Weg nach San Pedro de Atacama.

Paso Sico

Eine kleine Bergtour am Paso Sico

Weit verbreitet sind hier größere und kleinere Minen in denen Rohstoffe abgebaut werden. Manche der Minen erstecken sich über viele Quadratkilometer, sind weiträumig abgesperrt und abgesichert, mit eigenen Geschäften und eigener Tankstelle. Die Fahrzeuge sind einfach nur gigantisch in ihren Ausmaßen. Am Wegesrand finden wir den alten Reifen eines Muldenkippers.

40 R 57

Die Reifengröße? 40 R 57

Nach einem kurzen Abstecher nach Bolivien geht es für uns ein letztes mal nach Chile. In Iquique, einer auf einem schmalen Küstenstreifen gelegenen Stadt füllen wir unsere Vorräte auf und finden zum Glück einen Aluschweißer, der uns die fast ab vibrierte Rücklichtplatte richten kann. Wir reparieren unsere KTM – hier verloren wir durch die Vibrationen zwei Cockpitschrauben.

Iquique, die Dünenstadt am Meer

Iquique

An der bolivianischen Grenze entlang fahren wir weiter nach Norden. Vorbei am Geysirfeld Puchuldiza zum Salar de Surire mit seinen naturbelassenen Thermalquellen Polloquere. Wir können nicht widerstehen und nehmen ein Bad im heißen Schwefelwasser.

Termales

Ein Kurbad in den heißen Quellen

Auf über 4.000 m kühlt es nachts auf unter Null Grad ab und so dampft das heiße Thermalwasser in der kühlen Morgenluft.

Frühmorgens an den Termales

Unsere letzte Station in Chile ist Arica. Hier in der Hafenstadt genießen wir das schöne Herbstwetter am Pazifik. Wir kaufen im Fischmarkt fangfrischen Fisch und Ceviche eine Spezialität aus rohem Fisch, Zwiebeln, Koriander, Limettensaft und Gewürzen …

Am Fischmarkt

… bummeln durch die Stadt, durch den Fischereihafen, gehen am Strand spazieren und bewundern die Wellen im Pazifik. Ganz schön beeindruckend für so Landratten wie uns.

Am Fischereihafen

Seelöwen am Fischereihafen

Nach ein paar Tagen heißt es Abschied nehmen. Abschied von Chile. In den letzten Monaten waren wir zu einem großen Teil unserer Reise hier unterwegs. Wir haben viel gesehen und erlebt. Ein tolles Land mit vielen Facetten das immer einen Besuch wert ist.

Faszination Wüste

Wir sind unterwegs in der Atacama-Wüste, die als die trockenste Wüste der Welt gilt. Insgesamt erstreckt sie sich über eine Länge von rund 1200 Kilometern. Unterschiedlichste Landschaftsformen, Farben, Gestein, Sand, Vulkane und vieles mehr erwarten uns.

Wir kommen über den Paso Sico zurück in die Atacama in die Gegend um San Pedro de Atacama, der Bereich der allgemein unter der Atacama-Wüste bekannt ist. Unsere erste Nacht verbringen wir am Salar de Aquas Calientes etwas versteckt zwischen den Felsen.

Laguna Aguas Calientes

Auf dem Weg nach San Pedro de Atacama kommen wir am Canyon von Socaire vorbei in dem zahlreiche Kletterrouten eingebohrt sind. Der Canyon ist grandios, die Felsformationen einfach toll. Klettertechnisch betrachtet ist unsere erste Erkundungstour reichlich ernüchternd. Senkrechte Wände oder gar überhängende Raufasertapeten.

Erkundung im Canyon

In dieser Liga klettern wir nicht. Weiter hinten treffen wir ein junges einheimisches Pärchen das hier campiert. Sie können uns eine Stelle mit gemäßigteren Routen nennen. Hier gehen wir klettern.

Klettern im Canyon

Weit wollen wir heute nicht mehr fahren. Bald finden wir abseits der Piste einen ruhigen Platz etwas oberhalb des Salar San Pedro de Atacama. In den Bergen hängen schwarze Wolken. Es wird doch keinen Regen geben? Sicherheitshalber parken wir etwas erhöht.

Abends in der Atacama

In San Pedro de Atacama angekommen müssen wir erst einmal tanken. Wir wurden schon von mehreren Reisenden vorgewarnt, dass die Straßen in San Pedro de Atacama sind sehr eng sind. Zudem gibt es noch Wassergräben und Einbahnstraßen, so dass die Fahrt zur versteckt gelegenen Tankstelle mit größeren Fahrzeugen zur Herausforderung wird. Uns bleibt nichts anderes übrig. Wir fahren schon seit über hundert Kilometer auf Reserve, wir müssen tanken. Versteckt in einer Hotelanlage finden wir die COPEC-Tankstelle. Nur gut, dass die Tankstelle „Combustible“ gut ausgeschildert ist.

Tanken in San Pedro

Wir suchen uns für die nächsten Tage einen Campingplatz. Wieder wird es eng. Es bleibt uns nichts anderes übrig als ein paar Äste abzusägen, sonst kommen wir nicht ohne größere Schäden am Fahrzeug durch. Jetzt ist der Campingplatz für Overlander bestens vorbereitet. Biljana und Christoph, die ein paar Stunden nach uns ankommen haben nun freie Fahrt.

Mit der KTM fahren wir ins Valle de la Luna zum Sonnenuntergang – ein Pflichtprogramm für alle Besucher hier. Mit vielen anderen Touristen aus aller Welt sitzen wir kurz vor Sonnenuntergang auf der großen Düne und schießen Foto um Foto.

Valle de la Luna

Ein anderes mal düsen wir ins Valle Arcoiris – ins Regenbogental. Hier schimmern die Felsen in allen Farben. Mit unserem Moto kommen wir in die hintersten Winkel. Enge Schluchten, Felstürme und tolle Sandpisten zum Fahren erwarten uns hier.

Valle Arcoiris

Auf einem unserer Streifzüge durch den Ort entdecken wir, dass hier Snowboards verliehen werden. Damit kann man auf den Sanddünen im Valle de la Muerte zum Sandboarden gehen. Boarden können wir nicht – aber Ski fahren. Ski fahren? Waren wir seit Ewigkeiten nicht mehr. Also Skier raus, ran ans Motorrad und los geht´s.

Valle de la Muerta

So ein Spaß! Lifte gibt es zwar keine, aber mit den Tourenskiern kann man im Sand auch ohne Felle problemlos aufsteigen.

Nach ein paar Tagen geht es weiter. Wir wollen nach Bolivien. Aber vorher fahren wir nochmal Lebensmittel kaufen, sind ja nur etwa 100 Kilometer bis zur nächsten Stadt und damit zum nächsten Supermarkt. Noch einmal kommen wir nach San Pedro zurück. Von hier aus machen wir uns über die „Lagunenroute“ auf den Weg nach Bolivien. Etwa 500 Kilometer ohne Versorgungsmöglichkeiten, zahlreiche Lagunen und viele Pistenkilometer liegen vor uns.

Abendstimmung

 

Ruta 40

Wir sind unterwegs auf der Ruta 40 nach Norden. Auf der berühmten „Cuarenta“, der Ruta National, der längsten Straße der Welt. Über fast 5.000 km führt sie in Nord-Süd-Richtung durch Argentinien. Auf unserer Fahrt nach Norden waren wir seit Januar immer wieder auf ihr unterwegs. Nunmehr im Nordwesten Argentiniens von Cerro Negro bis San Antonio de los Cobres. Etwa 650 Kilometer durch eine sich ständig ändernde faszinierende Landschaft.

Zunächst von Cerro Negro auf endlosen geraden Straßen, durch kleinere Orte, entlang der Sierra de Fiambala bis zu dem auf etwa 1.700 m hoch gelegenen Weinanbaugebiet um Cafayate.

auf dem Weg nach Cafayate

Durch imposante Felsformationen und fruchtbare Täler weiter Richtung Norden.

Monumento Natural Angastaco

Nach Cachi … wo geht´s denn nun nach Cachi? Gerade aus oder doch eher rechts rum?

weiter nach Cachi - wo geht es hier nach Cachi

Wo geht´s hier nach Cachi?

Weiter durch die Valles Calchaquies.

durch die Valles Calchaquies

Entlang der Ruta 40 geht´s weiter Richtung Abra del Acay, dem höchsten befahrbaren Pass, über den dieses Jahr die Ralley Dakar führte.

Richtung Abra del Acay

Auf manchmal etwas schmaler Fahrbahn und teilweise recht engen Spitzkehren fahren wir immer höher hinauf …

immer höher

… bis wir auf der Passhöhe stehen – auf sage und schreibe 4.895 m über dem Meer. So hoch waren wir mit unserem „Casa Rodante“ noch nie! Auch wenn der Motor ziemlich qualmt, wenn das Anfahren in diesen Höhenlagen eine echte Herausforderung ist … unser MAN läuft!

4.895 msnm

Vorsichtshalber lassen wir den Motor laufen und schon geht´s auf der anderen Seite wieder nach unten. Auf etwa 4.200 m finden wir eine schöne Stelle am Bach. Hier bleiben wir über Nacht. Ein wenig abschüssig geparkt, nur für den Fall der Fälle. Wenn der Motor kalt ist, ist ein Start in der Höhe eine etwas langwierige Geschichte, das wissen wir aus Erfahrung. Zum Abendessen gibt es Flädle. Da wir reichlich schräg parken müssen wir die Pfanne unterbauen. Ein Gabelschlüssel aus unserem Werkzeugkasten ist hierfür ideal.

drüben wieder runter

Wir erreichen San Antonio de los Cobres eine der vielen etwas trostlosen Minenstädte in Argentinien.

San Antonio de los cobres

Von hier aus fahren wir über den Paso Sico erneut nach Chile. Adios Argentina! Vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder!