MAN voraus!

Südamerika … die Vorbereitungen laufen. Alles was wir auf unserer Reise benötigen wird in den diversen Kisten, Fächern, Stauräumen und Schränken unseres Fahrzeuges verstaut. Jacken, Shirts, Hosen und Schuhe. Für warme Sommertage und für den Winter. Reiseführer, Karten, Bücher. Die Bergausrüstung mit Zelt, Isomatten, Schlafsäcke, Eisgeräte, Seile, Helme, Rucksäcke, Skitourenausrüstung sogar Taucherbrillen und Schnorchel werden eingepackt … die Liste ist lang. Was nehmen wir mit? Was können wir noch nicht verpacken, weil wir es zwischenzeitlich noch benötigen? Was können wir bei Bedarf unterwegs kaufen? Welche Ersatzteile benötigen wir für das Fahrzeug? Fragen über Fragen.

Großpackaktion

Großpackaktion

Wir müssen uns entscheiden denn der Termin für die Verschiffung steht vor der Tür. Jetzt gibt es kein zurück mehr. Der Transfer nach Montevideo ist gebucht.

Unser MAN geht als erstes auf Reise. Wir fahren ihn nach Hamburg. Fast 800 km von zu Hause bis zum Hamburger Hafen. Abwechselnd sitzen wir am Steuer. So kommen wir zügig voran.

... nicht mehr weit bis zum Wohnmobilhafen

… nicht mehr weit bis zum Wohnmobilhafen

Am Wohnmobil-Hafen in Hamburg, nur eine S-Bahnhaltestelle vom Hauptbahnhof entfernt, beziehen wir Quartier. Hier richten wir unseren MAN für den Seetransport her. Wir notieren uns was wir wo verstauen damit wir insbesondere die vielen Kleinteile in all den Kisten und Fächern wiederfinden. Das Führerhaus muss während der Schiffspassage zugänglich sein. Das bedeutet für uns, dass wir hier alles ausräumen müssen. Dies gilt auch für das Radio, welches wir vorsichtshalber ausbauen. Alles wird seetauglich verstaut und dokumentiert.

Dann ist es soweit. Wir machen uns auf den Weg in den Hafen. Am O’Swaldkai melden wir uns bei Unikai im Hafenbüro. Eine Sache von wenigen Minuten. Danach fährt Helmut durch die Schranke in den inneren Hafenbereich. In diesen Bereich darf lediglich der Fahrer hinein. Die Fahrzeugübergabe dort dauerte deutlich länger (das Personal hatte sich in die Mittagspause verabschiedet). Nach etwa 1 1/2 Stunden war es dann soweit. Alle Formalitäten waren erledigt, unser MAN steht im Hafen. Fotos gibt es von der Abgabe keine. Strengstes Fotografierverbot – auch im frei zugänglichen äußeren Bereich. Dies gilt zwar nur für uns, jedoch wohl nicht für Google …

Fahrzeugabgabe bei Unikai

Unikai am O’Swaldkai in Hamburg

Unser MAN wartet nun auf seine Verschiffung nach Südamerika. Etwa 30 Tage dauert die Überfahrt, dann können wir ihn hoffentlich genauso schnell und problemlos in Montevideo wieder übernehmen. Wir hoffen auf eine gute sichere Überfahrt für unser Schneckenhaus!

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Marokko – Jebel Toubkal und die Sahara

Marokko! Ein Land der vielen Möglichkeiten und Gegensätze. Die alten Königsstädte – der hohe Atlas mit dem höchsten Berg Nordafrikas, Skigebieten sowie der Möglichkeit zum Eisklettern im Winter – Sanddünen in der Sahara – die Sahara mit ihren fruchtbaren Oasen – trockene karge Wüstenflächen soweit das Auge reicht – große bunte orientalische Souks zum Shoppen – einfache Souks des täglichen Bedarfs abseits der großen Städte und der Touristenrouten – top ausgebaute Straßen – Pistenstraßen durch kaum besiedelte Wüstengegenden … das und noch vieles mehr ist Marokko.

Marokko

Marokko´s Sanddünen

Unsere diesjährige Bergreise führte uns nach Marokko und war zugleich ein Test für unsere große Reise nach Südamerika. Auch hier gehen wir mit unserem Expeditionsmobil auf Reise und freuen uns zusammen mit unseren Gästen, die für einige Zeit nachkommen, gemeinsam durch ferne Länder zu reisen.

Mit der Fähre ab Genua kamen wir im neuen Hafen Tanger Med in Marokko an. Von dort ging es zunächst auf der wunderschönen, neu gebauten Küstenstraße nach Osten bis kurz vor die algerische Grenze und von hier weiter in Richtung Süden. In diesen Tagen erlebten wir ein Marokko zwischen Tradition und Moderne.

Insbesondere in den touristisch nicht ausgebauten Gebieten waren Campingplätze rar, aber auch nicht nötig. Wir konnten quasi überall stehen bleiben und übernachten.

Gastfreundschaft pur

Es gibt keine Verbotsschilder und niemanden der sich gestört fühlt. Ganz im Gegenteil. Wir wurden überall freundlich empfangen und einmal sogar ins Privathaus eines marokkanischen Ehepaars zum Essen eingeladen. Einfach so … wir übernachteten gerade in der Nähe ihres Hauses.

Weiter ging es nach ErgChebbi in die Dünen um so wohl uns, als auch unseren Fuhrpark auf Wüstentauglichkeit testen. Wir nutzten die Gelegenheit ausgiebig … so ein Spaß!!! Festgefahren hatten wir uns auch … aber mit Schaufel und den Sandblechen kamen wir schnell wieder frei. Etwas Luft aus den Reifen gelassen drehten wir noch ein paar Runden in den Dünen bevor uns die Hitze des Tages vertrieb.

Mit unserem Fuhrpark in den Dünen

Mit unserem Fuhrpark in den Dünen

Auf dem Weg durch die Wüste entlang der geschlossenen algerischen Grenze nach Zagora entdeckten wir in einem Dünenfeld zwei junge Marokkaner, die sich mit ihrem vollbeladenen Traktorgespann festgefahren hatten. Hier kam unser MAN samt unserer Bergegurte und Sandbleche zum Einsatz. Bald hatten wir sie aus ihrer Misere befreit.

Festgefahren in den Dünen

Festgefahren in den Dünen

Gerne hätten wir die Einladung zum Abendessen angenommen, aber wir mussten weiter – unsere Gruppe in Marrakech abholen.
Unser erstes gemeinsames Ziel war Imlil, ein kleines Bergdorf im Hohen Atlas. Ausgangspunkt unseres dreitätigen Trekkings und der Besteigung des Jebel Toubkal. Das Trekking führte uns durch drei Täler im Halbkreis um Imlil. Übernachtet haben wir in einfachen Gite d`Etape in von Marokkanern geführten Gästehäusern in den kleinen Bergdörfern auf unserem Weg. Dank unseres einheimischen Bergführers lernten wir vieles über Land und Leute. Verpflegt wurden wir durch zwei weitere Begleiter, die zugleich die Mulis mit unserem Gepäck führten.

gut verpflegt während des Trekkings

Gut verpflegt während des Trekkings

Zurück in Imlil gönnten wir uns einen ruhigen Nachmittag bei einem kleinen Bummel durch den Ort. Am nächsten morgen starteten wir zeitig unseren Aufstieg zum Refuge du Toubkal les Mouflons, eine der Übernachtungs- möglichkeiten am Toubkal. Bei bestem Wetter führte uns der Weg zunächst nach Sidi Chamharouch, einem Heiligtum der Marokkaner und von dort weiter auf dem gut ausgebauten Wanderweg zum Refuge. Dem guten Geschäftssinn der Marokkaner verdanken wir zahlreiche Pausenmöglichkeiten mit gekühlten Getränken.

Ein marokkanischer Kiosk auf dem Weg zum Refuge du Toubkal

Ein marokkanischer Kiosk auf dem Weg zum Refuge du Toubkal

Am frühen Morgen des nächsten Tages begannen wir noch in der Dunkelheit unseren Aufstieg zum Gipfel. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Tage wussten wir, dass es hier in den Bergen am späteren Nachmittag bzw. am Abend regelmäßig regnet. Die Wolken ziehen jedoch oft schon viel früher auf und dann steht man am Gipfel in Wolken. Das wollten wir vermeiden. Unser Plan ging auf. Bei bestem Wetter erreichten wir nach etwa drei Stunden Aufstieg den Gipfel des Jebel Toubkal mit seinen 4.167 m. Einfach schön! Für eine Kameradin aus unserer Bergsteigergruppe war dies zugleich ihr erster 4.000er. Nochmals unseren herzlichen Glückwunsch M.!

Jebel Toubkal - 4167 m

Jebel Toubkal – 4167 m

Nach einer letzten Nacht in Imlil machten wir uns auf den Weg nach Zagora, einer großen Dattelpalmenoase am Fluss Draa. Wir fuhren durch das fruchtbare Qurika-Tal über den Pass Tizi-n-Tichka und besichtigten unterwegs noch Ksar Aït-Ben-Haddou, eine von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannte alte befestigte Stadt (Ksar) etwa 30 km von der Stadt Quarzazate entfernt, mit seinen teils sehr engen steilen Gassen.

Ksar Aït-Ben-Haddou

Ksar Aït Ben Haddou

Nach einer Nacht im Hotel Kasbah Sirocco in Zagora fuhren wir nach einem ausgiebigen Frühstück zunächst noch auf befestigten Straßen nach M’hamid und von dort auf der Pistenstraße in das zweite Sanddünenfeld von Marokko – Erg Chegaga. Die Piste führte uns durch eine mehrfach wechselnde Wüstenlandschaft bis wir schließlich die bis zu 100 m hohen Sanddünden des Erg Chegaga erreichten. Hier in den Dünen verbrachten wir den Abend und die Nacht unter einem traumhaft schönen Sternenhimmel.

Bei den Beduinen in den Dünen von Erg Chebbi

Eine Nacht bei den Beduinen in den Dünen von Erg Chegaga

Eine Übernachtung in einer Oase, die Fahrt durch die Wüste, Spaziergänge in den Sanddünen, traditionelles Essen, eine Übernachtung bei den Beduinen, das alles hatten wir inzwischen erlebt es fehlte nur noch ein Ausritt mit den Kamelen. Diesen starteten wir am frühen Morgen noch vor Sonnenaufgang. Damit endete unser Kurztripp in die Wüste und auch unsere Marokkoreise näherte sich dem Ende.

In den Souks von Marakkech

In den Souks von Marrakech

Während wir uns auf den Weg zur Fähre machten konnten unsere Gäste vor dem Abflug noch den Zauber von Marrakech genießen. Ein schönes kleines Hotel mitten in der Altstadt, eine Stadtführung, eine ShoppingTour durch die Souks, die bunten Farben, die orientalische Atmosphäre und das leckere Essen, all das galt es zu genießen bevor es wieder zurück in den Alltag ging.

Erbse hautnah

Erbse, bekannt durch seine Klettercomics in DAV-Panorama, seine Illustrationen in BergundSteigen, seine Bücher voller Cartoons rund um´s Thema Klettern …

So lernten auch wir ihn zunächst kennen. Hautnah erleben durften wir den charismatischen Hans Eberhard Köpf, genannt Erbse Ende November in München. Angetroffen haben wir ihn mit Block und Stiften am Zeichentisch. Ein kurzer Blickwechsel, ein freundliches „Servus“, ein „datst mi zeichnen“? und schon ging´s los.

Hans Eberhard Erbse Köpf

Hans Eberhard Erbse Köpf zeichnet Helmut

Helmut saß Modell und Erbse legte los. Nebenher erfuhren wir ein wenig von ihm. Zum Beispiel, dass er schon immer gerne gezeichnet hat, dass sich wie so vieles im Leben eher „zufällig“ ergibt. So auch seine ersten Karikaturen – inspiriert von einem Straßenkünstler in Paris …

Erbse - ein Cartoon entsteht

Erbse – eine Karikatur entsteht

… oder von seiner Leidenschaft zum Klettern. Die Zeit verging wie im Flug und schon päsentierte Erbse sein Ergebnis. Welch schöne Erinnerung an diesen Tag. Ein Original von Erbse – Wow! Nochmals vielen Dank dafür.

Vielen Dank Erbse

Vielen Dank Erbse

Zeit für längere Gespräche blieb nicht. Erbse musste sich noch vorbereiten, denn der eigentliche Grund seines Aufenthaltes in München war sein Liveauftritt mit seinem musikalisch-philosophischen Kletterkabarett „Erbse – Einmal unsterblich„. Dies war auch der Grund, weshalb wir vor Ort waren. Erbse ist nämlich nicht nur Klettercomiczeichner, er singt auch und hat ein wunderbares Repertoire mit eigenen Kletterliedern. Lieder zum schmunzeln und mitsingen. Ein MUSS für jeden Kletterer, aber auch nur für solche.

Erbse singt seine Kletterlieder

Erbse singt seine Kletterlieder

Menschen, die sich in der Szene nicht auskennen können mit den Texten nichts oder zumindest nicht viel anfangen. Wie soll man sich auch über Lied über das Grigri amüsieren, wenn man nicht mal weiß was das ist? Wer aber klettert, der hat seinen Spaß daran. So wie wir an diesem Nachmittag. Gleichzeitig erfuhren wir noch viel mehr über ihn. Wie er vom sportlichen Loser als Schulkind (keiner wollte ihn beim Schulsport in der Mannschaft haben) zum TopKletterer wurde und innerhalb weniger Jahre auch Routen im Schwierigkeitsgrad bis 10- bewältigte, zwischenzeitlich Zivildienst leistete,  dann Sport studierte und jetzt letztendlich das macht was ihn erfüllt.
Erbse hautnah – schee war´s!!

Ein Bergführersommer im Wasser

Seit Jahren schon spielte Helmut mit dem Gedanken Canyoningguide zu werden. Dieses Jahr hatte er dieses Projekt in Angriff genommen und mit der Ausbildung begonnen. Neben 24 Sichtungs- und Lehrgangstagen waren noch 10 selbständig zu führende Canyoningtouren sowie 14 Praktikumstouren bei verschiedenen Anbietern zu absolvieren. Damit waren die Aktivitäten für diesen Sommer vorgezeichnet.

Jeder freie Tag stand unter dem Zeichen des Wassers. Um die ganzen Pflichttouren zu schaffen, durfte keine Gelegenheit ausgelassen werden. Dafür ging´s nach Dienstschluss schon mal schnell nach Reute, mit dem Canyoningführer in der Hand den Parkplatz suchen, dann den Einstieg, zwei Stunden durch die Schlucht, zurück zum Auto und wieder nach Hause.

Tiroler Canyoningführer

Ein Sommer in den Schluchten der Alpen

Gar nicht so einfach all diese Touren unter zu bringen, zumal die Schluchten bei zu hohem Wasserstand, Gewitter oder zu viel Regen nicht begangen werden dürfen.

Am letzten möglichen Wochenende vor der Prüfungswoche fehlten immer noch vier Praktikumstouren. Touranbieter von Bad Reichenhall, Bad Tölz, Ohlstadt über Tirol bis ins Allgäu wurden angerufen. Irgendwo mussten doch noch Praktikumstouren möglich sein. Im Allgäu wurde Helmut schließlich fündig. Freitag zwei Touren in Gunzesried, Samstag Vormittag die Starzlachklamm, Samstag Nachmittag Fahrt nach Garmisch-Partenkirchen, rauf auf die Zugspitze, Übernachtung auf über 2.900 m (Höhenanpassung zur Vorbereitung auf den Kilimanjaro), Sonntag wieder zurück ins Allgäu, am Nachmittag erneut die Starzlachklamm, danach nach Hause, packen.

Zwischen Schluchten und Bergtouren

Zwischen Schluchten und Bergtouren

Am nächsten Tag zum Flughafen und ab nach Tanzania. Knapp drei Wochen später: Rückkehr aus Afrika, noch am selben Tag weiter in die Schweiz, neun Tage Abschluss- und Prüfungsphase. Ja, die Ausbildung zum Canyoningguide ist kein Geschenk. Nach vielen praktischen Prüfungen, dann am Sonntag der letzte Test. Wann war noch mal die Brut- und Aufzuchtzeit der Wasseramsel? Und wie heißt Abseilachter auf Englisch? Fragen über Fragen.
Die wichtigste aller Fragen ist jedoch: „Ist alles gut gegangen?“  bzw. „Hat sich der ganze Aufwand gelohnt?“

staatl gepr Canyoningguide

Prüfung bestanden: Helmut ist staatlich geprüfter Canyoningguide

Ja! Geschafft! Helmut ist staatlich geprüfter Canyoningführer. An dieser Stelle noch mal meinen Herzlichen Glückwunsch!!
Ab jetzt können wir unter der qualifizierten Führung von Helmut durch die schönsten Schluchten abseilen, springen, rutschen und schwimmen. Angebote hierzu gibt es ab 2014 bei der vhs Mühldorf oder können individuell abgesprochen werden.

Aus dem Leben eines Merino-Shirts

Darf ich mich kurz vorstellen? Devold mein Name. Meinen Ursprung habe ich in Norwegen. Der älteste mir bekannte Vorfahre ist Ole Andreas Devold. Er gründete 1853 unsere namhafte Familie aus bester Merinowolle.
Längere Zeit verbrachte ich wartend in einem Karton, immer in der Hoffnung bald ausgepackt und angezogen zu werden.

Mitte März:
Heute war es soweit. Mein kleiner Karton wurde aufgemacht. Mein neuer Partner Helmut nahm mich aus meiner dunklen Behausung, begutachtete und bewunderte mich, befühlte meine weiche Beschaffenheit aus feinster Merino- wolle und probierte mich das Erste mal an. Er wirkte sehr zufrieden. Ich war es auch und sehr aufgeregt noch dazu. Bald würde ich ausgeführt werden. Galas, Vernissagen, Opernabende … auf den Parketten der Welt würden wir gemeinsam unterwegs sein. Ich war so voller Vorfreude.

Devold

Aber zunächst wurde ich in einen Schrank gelegt. Zwischen „Sportshirts“ musste ich liegen. Ich war gelinde gesagt pikiert, beschloss jedoch meinen Blick nach vorne zu richten. Bald würde es soweit sein. Helmut würde mich ausführen, wir würden tanzen gehen, in fürstlichen Unterkünften residieren und vieles mehr.

Zwei Tage später:
Heute hatte mich Helmut zum Joggen angezogen. Zum „Joggen“ – alleine das Wort lässt mich erschaudern. Da es regnete und kalt war verschwand ich unter einer Regenjacke. Durch den teilweise geöffneten Reißverschluss konnte ich sehen, dass wir zusammen mit so einem haarigen Vierbeiner (angeblich ein Jagdhund) über Wiesen und im düsteren Wald unterwegs waren. Weit und breit kein festlicher Anlass. Statt dessen Nässe, Kälte und Schmutz! Mir fehlen die Worte um zu beschreiben, wie entsetzt und schockiert ich war. Was werde ich wohl noch alles über mich ergehen lassen müssen?

Immer unterwegs mit Devold

Mit Devold unterwegs

Zwei Monate später:
Wir waren radeln, klettern und bergsteigen. Bei Hitze und Kälte, bei Sonnen- schein und Regen, im Fels und Schnee wärmte ich Helmut, nahm seinen Schweiß auf und sorgte für ein angenehmes Tragegefühl. Das ist echte Arbeit, aber solche Kleinigkeiten stecke ich locker weg. Sogar bei einer Gletscherausbildung war ich dabei. Richtig stürzen und Spaltenbergung standen auf dem Programm. Das kann auf dem Gletscher überlebensnotwendig sein. Zum Glück ist Helmut sehr sicherheitsbewusst. Es wäre echt schade, wenn ich auf nimmer Wiedersehen in einer Gletscherspalte verschwinden würde.

Die Zeit zwischen den Touren verbringe ich regelmäßig im Kleiderschrank zwischen den anderen Sportshirts. Die sind irgendwie anders. Sie behaupten, sie seien sehr viel bekannter als ich, kämen aus ganz namhaften Familien. Hmm … ich kann mir hierzu kein Urteil bilden. Interessant ist nur, dass Helmut sich regelmäßig für mich entscheidet und die anderen zunehmend im Schrank zurück lässt.

Spaltenbergung und

Sturztraining und Spaltenbergung

Erst kürzlich trug mich Helmut drei Tage am Stück. Ich weiß nicht, ob er bereits so von meinen Qualitäten überzeugt war, dass er nicht mehr Shirts mit genommen hat oder ob es ein Test war. Wie auch immer. Ich stank auch nach diesen drei Tagen und Nächten nicht (Ganz ehrlich: Ich habe auch nichts anderes erwartet – ich bin schließlich aus dem Hause Devold und aus 100 % Merinowolle). Überhaupt braucht es schon sehr viel, bis ich mit meiner Leistungsfähigkeit am Ende bin.
Und das ist gut so, denn so viel wie ich in den letzten Wochen erleben durfte, erleben andere in ihrem ganzen Leben nicht. Und es geht noch weiter. Nach meinem ersten 3.000er vergangenes Wochenende geht´s demnächst auf meinen ersten 4.000er und im Sommer darf ich sogar mit nach Tanzania. Wir steigen auf den höchsten Berg Afrikas – auf den Kilimanjaro – ein echter Seven Summit.
Mir fehlen die Worte um zu beschreiben, wie glücklich ich bin!

Gastautor: „Devold Schramm“

P.S.: Meine Familie ist sehr groß. Falls Sie auch viel unterwegs sind und noch einen zuverlässigen Begleiter suchen, wenden Sie sich einfach an Outdoor Schramm. Die organisieren sicherlich gerne eine Patenschaft mit dem einen oder anderen Familienmitglied von mir. Aber bitte nur, wenn Sie auch viel gemeinsam unternehmen möchten. Nicht, dass eines meiner Familienmitglieder im Schrank versauern muss. Das möchte ich nicht verantworten müssen.

Mit Canyoning dem Altersstarrsinn vorbeugen

??? … Wie bitte??? … mit Canyoning dem Altersstarrsinn vorbeugen? Wie soll das denn funktionieren? Das ist eine Frage, die sich hier schon aufdrängen kann. Die Antwort hierauf ist dem Grunde nach ganz einfach.

Altersstarrsinn beschreibt im Wesentlichen eine geistige Unbeweglichkeit, die insbesondere älteren Menschen zugeschrieben wird. Tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch laut Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer, Psychologe und Instituts- leiter des Deutschen Zentrums für Altersfragen nicht um eine Frage des Alters. Seiner Einschätzung nach hängt die Offenheit für Erfahrung vielmehr maßgeblich mit dem Lebenslauf einer Person zusammen. Sei jemand sein ganzes Leben lang bereit gewesen, sich zu ändern und auf neue Situationen zu reagieren, werde er es auch im fortgeschrittenen Alter noch sein, so sein Ansatz.

Mit dieser Aussage schließt sich der Kreis langsam. Helmut (nicht mehr der allerjüngste seiner Art) kam zu dem Schluss, dass er auf keinen Fall dem Altersstarrsinn zum Opfer fallen möchte. Immer mal wieder was Neues wagen, sich weiterentwickeln, nur nicht einrosten ist daher seine Devise.

staatl. gepr. Heeresbergführer, Jäger und mehr

staatl. gepr. Heeresbergführer, Jäger und mehr

Sein letztes größeres Projekt, der Erwerb des Jagdscheines liegt schon ein paar Jahre zurück. Daher musste schleunigst eine neue Herausforderung her. Doch was sollte es sein? Seine Bergführerausbildung liegt noch länger zurück. Weiterbildungen hierzu macht er sowieso regelmäßig. Skilehrer? Ist er schon. Raftinguide? Ist er auch schon. Canyoningguide? Ja! Das passt gut. Damit könnte er sein Leistungsspektrum sinnvoll ergänzen. Da gibt´s nicht mehr viel zu überlegen. Helmut möchte Canyoningguide werden.

"Canyoningguide in Lauerstellung"

Canyoningguideanwärter Helmut

Nun musste nur noch eine geeignete Ausbildungsstätte gefunden werden. Im Ötztal wurde Helmut fündig. Der österreichische Bergführerverband bietet eine umfassende Ausbildung zum staatlich geprüften Canyoningguide an. Nachdem Helmut den zweitägigen Einstellungstest bestanden hatte, konnte es Ende April losgehen. Der erste Ausbildungsabschnitt dauerte eine Woche. Jeden Tag standen von frühmorgens bis zum späten Nachmittag praktische Ausbildungs- abschnitte in verschiedenen Schluchten im und um das Ötztal herum auf dem Programm.

Canyoning Ausbildung im Ötztal

Canyoning Ausbildung im Ötztal

Dazu einen Tag lang whitewater-Schwimmausbildung in der Nähe von Kufstein und jeden Abend bis 21:30 Uhr und länger Theorie. Nach dem Unterricht jeweils noch Materialpflege und vorbereiten auf den nächsten Tag. DAS ist kein Geschenk. Auf der anderen Seite ist es jedoch genau das was Helmut sucht.

Neue Herausforderungen um dem Altersstarrsinn keine Chance zu geben.

Eine neue Partnerschaft – Viele neue Projekte

Draußen unterwegs sein zu können ist ein Geschenk des Lebens. Bücher sind seit unserer Kindheit ständige Begleiter in unserem Leben. Was liegt näher als beides miteinander zu verbinden? Durch unsere Arbeit im Blog, unsere gemeinsamen Projekte mit „Literatwo“ und dank einer kleinen (oder doch eher größeren?) Starthilfe durch das Literatwoteam konnten wir „die Outdoor Verlage“ als Partner für unser neuestes Projekt gewinnen.

Erlebnisabenteuerundmehr und die OutdoorVerlage

Wir wollen die praktischen OutdoorHandbücher bei unseren unterschiedlichsten Events auf Herz und Nieren testen und hier auf unserem Blog darüber berichten. Bücher, die auf unsere Aktivitäten geradezu auf den Leib geschneidert sind, finden wir im reichhaltigen Sortiment der OutdoorVerlage zur Genüge. Auch die Philosophie des Verlages passt zu uns. Wir schätzen die Natur und möchten diese auch in Zukunft genießen können. Der Conrad Stein Verlag leistet hierzu seinen Beitrag in dem er die kleinen gelben OutdoorHandbücher, die in jeden Rucksack passen, auf chlorfrei gebleichtem Papier druckt und sie in Deutschland klimaneutral herstellt und transportiert (mit Zertifikat). Um eine größere Strapazierfähigkeit zu gewährleisten, werden sie mit einem speziellen Kleber gebunden. Besonders schätzen wir, dass sowohl Verlag als auch Autoren ausdrücklich darauf hinweisen Verbesserungen und Tipps gerne entgegenzu- nehmen. Dieses Angebot nehmen wir sehr gerne an.
Doch mit welchem Thema sollten wir beginnen? Wir mussten nicht lange über- legen. Ein Buch aus der Reihe „Basiswissen für draußen“ fiel uns sofort auf.

How to shit in the woods – die Outdoor Verlage

Es heißt „How to shit in the Woods“. Allein der Titel verspricht großen Lesespaß. Und wir haben genügend eigene Erfahrung um bei diesem Thema mitreden zu können. Kann man mit dieser Thematik ein 118-seitiges Buch füllen?
Über 1 Million verkaufte Exemplare der amerikanischen Originalausgabe – die   6. Auflage in Deutschland. Sprechen die Verkaufszahlen für sich?
Wir sind gespannt, fangen noch heute zu lesen an und werden selbstverständlich darüber berichten. Versprochen!