Marokko – Jebel Toubkal und die Sahara

Marokko! Ein Land der vielen Möglichkeiten und Gegensätze. Die alten Königsstädte – der hohe Atlas mit dem höchsten Berg Nordafrikas, Skigebieten sowie der Möglichkeit zum Eisklettern im Winter – Sanddünen in der Sahara – die Sahara mit ihren fruchtbaren Oasen – trockene karge Wüstenflächen soweit das Auge reicht – große bunte orientalische Souks zum Shoppen – einfache Souks des täglichen Bedarfs abseits der großen Städte und der Touristenrouten – top ausgebaute Straßen – Pistenstraßen durch kaum besiedelte Wüstengegenden … das und noch vieles mehr ist Marokko.

Marokko

Marokko´s Sanddünen

Unsere diesjährige Bergreise führte uns nach Marokko und war zugleich ein Test für unsere große Reise nach Südamerika. Auch hier gehen wir mit unserem Expeditionsmobil auf Reise und freuen uns zusammen mit unseren Gästen, die für einige Zeit nachkommen, gemeinsam durch ferne Länder zu reisen.

Mit der Fähre ab Genua kamen wir im neuen Hafen Tanger Med in Marokko an. Von dort ging es zunächst auf der wunderschönen, neu gebauten Küstenstraße nach Osten bis kurz vor die algerische Grenze und von hier weiter in Richtung Süden. In diesen Tagen erlebten wir ein Marokko zwischen Tradition und Moderne.

Insbesondere in den touristisch nicht ausgebauten Gebieten waren Campingplätze rar, aber auch nicht nötig. Wir konnten quasi überall stehen bleiben und übernachten.

Gastfreundschaft pur

Es gibt keine Verbotsschilder und niemanden der sich gestört fühlt. Ganz im Gegenteil. Wir wurden überall freundlich empfangen und einmal sogar ins Privathaus eines marokkanischen Ehepaars zum Essen eingeladen. Einfach so … wir übernachteten gerade in der Nähe ihres Hauses.

Weiter ging es nach ErgChebbi in die Dünen um so wohl uns, als auch unseren Fuhrpark auf Wüstentauglichkeit testen. Wir nutzten die Gelegenheit ausgiebig … so ein Spaß!!! Festgefahren hatten wir uns auch … aber mit Schaufel und den Sandblechen kamen wir schnell wieder frei. Etwas Luft aus den Reifen gelassen drehten wir noch ein paar Runden in den Dünen bevor uns die Hitze des Tages vertrieb.

Mit unserem Fuhrpark in den Dünen

Mit unserem Fuhrpark in den Dünen

Auf dem Weg durch die Wüste entlang der geschlossenen algerischen Grenze nach Zagora entdeckten wir in einem Dünenfeld zwei junge Marokkaner, die sich mit ihrem vollbeladenen Traktorgespann festgefahren hatten. Hier kam unser MAN samt unserer Bergegurte und Sandbleche zum Einsatz. Bald hatten wir sie aus ihrer Misere befreit.

Festgefahren in den Dünen

Festgefahren in den Dünen

Gerne hätten wir die Einladung zum Abendessen angenommen, aber wir mussten weiter – unsere Gruppe in Marrakech abholen.
Unser erstes gemeinsames Ziel war Imlil, ein kleines Bergdorf im Hohen Atlas. Ausgangspunkt unseres dreitätigen Trekkings und der Besteigung des Jebel Toubkal. Das Trekking führte uns durch drei Täler im Halbkreis um Imlil. Übernachtet haben wir in einfachen Gite d`Etape in von Marokkanern geführten Gästehäusern in den kleinen Bergdörfern auf unserem Weg. Dank unseres einheimischen Bergführers lernten wir vieles über Land und Leute. Verpflegt wurden wir durch zwei weitere Begleiter, die zugleich die Mulis mit unserem Gepäck führten.

gut verpflegt während des Trekkings

Gut verpflegt während des Trekkings

Zurück in Imlil gönnten wir uns einen ruhigen Nachmittag bei einem kleinen Bummel durch den Ort. Am nächsten morgen starteten wir zeitig unseren Aufstieg zum Refuge du Toubkal les Mouflons, eine der Übernachtungs- möglichkeiten am Toubkal. Bei bestem Wetter führte uns der Weg zunächst nach Sidi Chamharouch, einem Heiligtum der Marokkaner und von dort weiter auf dem gut ausgebauten Wanderweg zum Refuge. Dem guten Geschäftssinn der Marokkaner verdanken wir zahlreiche Pausenmöglichkeiten mit gekühlten Getränken.

Ein marokkanischer Kiosk auf dem Weg zum Refuge du Toubkal

Ein marokkanischer Kiosk auf dem Weg zum Refuge du Toubkal

Am frühen Morgen des nächsten Tages begannen wir noch in der Dunkelheit unseren Aufstieg zum Gipfel. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Tage wussten wir, dass es hier in den Bergen am späteren Nachmittag bzw. am Abend regelmäßig regnet. Die Wolken ziehen jedoch oft schon viel früher auf und dann steht man am Gipfel in Wolken. Das wollten wir vermeiden. Unser Plan ging auf. Bei bestem Wetter erreichten wir nach etwa drei Stunden Aufstieg den Gipfel des Jebel Toubkal mit seinen 4.167 m. Einfach schön! Für eine Kameradin aus unserer Bergsteigergruppe war dies zugleich ihr erster 4.000er. Nochmals unseren herzlichen Glückwunsch M.!

Jebel Toubkal - 4167 m

Jebel Toubkal – 4167 m

Nach einer letzten Nacht in Imlil machten wir uns auf den Weg nach Zagora, einer großen Dattelpalmenoase am Fluss Draa. Wir fuhren durch das fruchtbare Qurika-Tal über den Pass Tizi-n-Tichka und besichtigten unterwegs noch Ksar Aït-Ben-Haddou, eine von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannte alte befestigte Stadt (Ksar) etwa 30 km von der Stadt Quarzazate entfernt, mit seinen teils sehr engen steilen Gassen.

Ksar Aït-Ben-Haddou

Ksar Aït Ben Haddou

Nach einer Nacht im Hotel Kasbah Sirocco in Zagora fuhren wir nach einem ausgiebigen Frühstück zunächst noch auf befestigten Straßen nach M’hamid und von dort auf der Pistenstraße in das zweite Sanddünenfeld von Marokko – Erg Chegaga. Die Piste führte uns durch eine mehrfach wechselnde Wüstenlandschaft bis wir schließlich die bis zu 100 m hohen Sanddünden des Erg Chegaga erreichten. Hier in den Dünen verbrachten wir den Abend und die Nacht unter einem traumhaft schönen Sternenhimmel.

Bei den Beduinen in den Dünen von Erg Chebbi

Eine Nacht bei den Beduinen in den Dünen von Erg Chegaga

Eine Übernachtung in einer Oase, die Fahrt durch die Wüste, Spaziergänge in den Sanddünen, traditionelles Essen, eine Übernachtung bei den Beduinen, das alles hatten wir inzwischen erlebt es fehlte nur noch ein Ausritt mit den Kamelen. Diesen starteten wir am frühen Morgen noch vor Sonnenaufgang. Damit endete unser Kurztripp in die Wüste und auch unsere Marokkoreise näherte sich dem Ende.

In den Souks von Marakkech

In den Souks von Marrakech

Während wir uns auf den Weg zur Fähre machten konnten unsere Gäste vor dem Abflug noch den Zauber von Marrakech genießen. Ein schönes kleines Hotel mitten in der Altstadt, eine Stadtführung, eine ShoppingTour durch die Souks, die bunten Farben, die orientalische Atmosphäre und das leckere Essen, all das galt es zu genießen bevor es wieder zurück in den Alltag ging.

Advertisements

Vf. Moldoveanu – Der höchste Berg Rumäniens

Rumänien – eine Reise kreuz und quer durch die Karpaten. Dieses Jahr ging mein langgehegter Wunsch dieses Fleckchen Erde zu bereisen in Erfüllung. Natur pur, kaum Tourismus, ursprüngliche Landschaft, eine Gastfreundschaft wie ich sie noch nirgendwo erfahren durfte, mehr Pferdefuhrwerke als Traktoren, sich treiben lassen, sein Nachtlager aufschlagen wo man gerade möchte, Essen aus der Region … nur ein paar Schlagworte um meine Eindrücke zu beschreiben.

Essen, was das Land bietet

Essen, was das Land bietet

Viel geplant hatten wir im Vorfeld nicht. Fest stand nur die grobe Reiserichtung, Klettertouren in den Karpaten sollten dabei sein und natürlich die Besteigung des Vf. Moldovenanu, der höchste Berg des Landes. Diesen zu besteigen war sozusagen „Pflicht“, schließlich versuchen wir seit längerer Zeit jeweils den höchsten Berg der Länder zu besteigen die wir bereisen. Der Vf. Moldovenanu liegt im Făgăraș-Gebirge, auch die „Alpen Transilvianiens“ genannt. Hier in den Südkarpaten sind die Berge wie in ganz Rumänien kaum erschlossen.

Dem Bachlauf folgend

Dem Bachlauf folgend

Unser Weg führte uns zunächst von Victoria in südlicher Richtung immer den Bachlauf folgend bzw. ab und zu auch kreuzend unserem Ziel entgegen. Die Wälder sind fast unberührt, voller Moos, Todholz, Laub- und Nadelhölzer, Wasser und Fels. Im hinteren Bereich des Tales kamen wir an einem bewohnten Unterschlupf eines Hirten vorbei den wir uns neugierig wie wir sind näher anschauten.

Hirtenunterkunft

Hirtenunterkunft

Von dort aus ging es bald steil ansteigend hinauf auf den Grat. Diesem galt es zunächst ein Stück zu folgen bis der Abzweig zum Gipfel vor uns lag. Die letzten paar Meter zum Gipfel führen über etwas drahtseilgesicherten Fels bis zum Gipfelkreuz auf 2.544 Meter über dem Meer. Neben einigen anderen Bergsteigern trafen wir hier auf einen „Gipfelhund“, einen der zahlreichen herrenlosen Hunde in Rumänien.

Vf Moldoveanu

Vf Moldoveanu

Nach kurzer Rast machten wir uns, weiter den Grat folgend, auf den Weg zur einzigen bewirtschafteten Hütte am Berg. Die „Cabana Podragu“, ist eine einfache Schutzhütte, die in etwa dem Standard der Hütten in den Alpen vor mehr als 50 Jahren entspricht. Im Schlaflager stehen Metallstockbetten mit einem Metallgitter als Lattenrost. Als Matratzen dienen hier zwei alte Decken. Mit zwei weiteren Decken kann man sich zudecken. Zum Essen saßen wir mit warmer Jacke und Mütze im unbeheizten Gastraum und löffelten unseren Eintopf aus der Blechschüssel.
Aber nach den etwa 21 km und über 1.900 Hm die wir an diesem Tag zurück gelegt hatten waren unsere Ansprüche eh nicht mehr so hoch, zumal man trotz der Einfachheit der Hütte von der deutsch sprechenden Hüttenwirtin recht gut versorgt wird.

Cabana Podragu im

Cabana Podragu

Nach einer etwas ungemütlichen Nacht in der auch diverse Tiere (klein, kurzes Fell, grau, vierbeinig) gesichtet wurden, machten wir uns nach einem kleinen Frühstück auf den Weg zur Passhöhe an der Transfăgăraș Hochstraße, die wir nach einem etwa 10 km langen Fußmarsch erreichten. Von dort ging´s mit dem Fahrrad, das wir einige Tage zuvor bei der rumänischen Bergrettung deponiert hatten stetig bergab zurück zum Campingplatz.

Damit endete unsere Überschreitung des Vf. Moldovenanu, nicht aber unsere Reise durch dieses wunderschöne ursprüngliche Land.

Unser Übernachtungsplatz irgendwo in Rumänien

Einer unserer Übernachtungsplätze irgendwo in Rumänien

Erlebnisreiches Korsika

Unser Sommerabschlussevent führte uns dieses Jahr nach Korsika. Eine Woche klettern, der höchste Berg Korsikas und Canyoning standen auf dem Programm. Noch vor 4:00 Uhr ging´s los. Von Oberbayern, bei dichtem Schneetreiben über den Brenner nach Livorno.

Ankunft auf Korsika

Ankunft auf Korsika

Dort bei Sonnenschein auf die Fähre nach Bastia und spätabends weiter auf engen Bergstraßen nach Zonza unserem Stützpunkt auf Korsika.

Am nächsten Morgen konnte es losgehen: Insgesamt drei Klettertage lagen vor uns. Wunderbar griffiger Fels, keine abgespeckten Griffe und Tritte, den Fels bis auf die vielen flinken Eidechsen fast für uns alleine. Einfach schön. Wir kletterten am Col de Bavella und am Col de la Tana Einseillängen und Mehrseil- längenrouten und das alles in wunderschöner Umgebung.

Klettern am Col de Bavella - Korsika

Klettern am Col de Bavella – Korsika

Seit einigen Jahren haben wir es uns zum Ziel gemacht den jeweils höchsten Berg der Länder/Regionen zu besteigen die wir bereisen. Am Dienstag führte uns daher die Fahrt in mehreren Stunden über die Insel nach Lozzi dem Ausgangsort für die Besteigung des Monte Cinto (auf korsisch: Mt Cintu). Ab Lozzi stiegen wir zunächst zum Refuge de l’ecru auf.

Gut, dass es inzwischen eine neue Hütte gibt

Gut, dass es inzwischen eine neue Schutzhütte gibt – hier rechts die „Alte“

An der Selbstversorgerhütte angekommen mussten wir feststellen, dass diese bereits winterfest gemacht wurde. Sie war zwar offen aber das Wasser war abgedreht, es gab keine Tassen oder Gläser, keine Decken im Lager, die Toiletten waren abgesperrt… Davon ließen wir uns jedoch nicht abschrecken. Wir wussten uns zu helfen. Heizten erst mal ordentlich ein, spülten eine Pfanne und einen Topf im Bach, holten von dort Wasser und richteten uns gemütlich ein. Bei Kerzenlicht und im Schein unserer Stirnlampen verbrachten wir einen urigen Hüttenabend.

Ein Hüttenabend auf der Refuge de l`ecru

Ein Hüttenabend auf dem Refuge de l`ercu

Nachts pfiff der Wind um die Hütte, es regnete immer wieder, aber am nächsten Morgen wurde das Wetter zunehmend besser. Zwar war der Gipfel beim Abmarsch immer noch in Wolken und der Wind war in Böen teilweise so stark, dass es einen fast umwehte, aber die Sonne setzte sich mehr und mehr durch. Bei strahlendem Sonnenschein und warmen Herbstwetter standen wir nach etwa drei Stunden Aufstieg auf 2.706 m, dem höchsten Punkt Korsikas.

Monte Cinto - Mt. Cintu

Am Gipfel des Monte Cinto – Mt. Cintu 2.706 m

Dort, vom Gipfel des Monte Cinto aus hat man einen wunderbaren Blick über die Insel, die umliegenden Berge, auf´s Meer und bis nach Elba.

Ja und dann war da noch unsere Canyoningtour im Polischellu. Ein wunderschöner Bachlauf mit zahlreichen Kaskaden,  kristallklaren Gumpen, schönen Abseilstellen und Rutschen.

Canyoning im Polischellu

Canyoning im Polischellu

Dies war nicht nur unsere erste Schlucht auf Korsika. Für die eine oder den anderen von uns war es die erste Canyoningtour, für Helmut eine ganz besondere Premiere: Seine erste selbstgeführte Canyoningtour nach Bestehen seiner Ausbildung zum staatlich geprüften Canyoningguide.

Natur pur, wunderschöne Felsformationen, am Wegesrand wilde Hausschweine, Wildschweine, Füchse, Ziegen … all das müssen wir nun hinter uns lassen.

Natur pur

Natur pur

Wir hatten im Vorfeld lange überlegt nach Korsika zu fahren. Lohnt es sich wirklich die weite Fahrt für die paar Tage auf sich nehmen? Längst sind wir uns alle einig. Ja, es lohnt sich! Und wer weiß, vielleicht fahren wir in ein paar Jahren wieder dort hin.

Triglav, das „Stachelschwein“ Sloweniens

Mittwoch im August 2012. Zeit für die Wochenendtourenplanung. Unser erster Blick gilt dem Wetterbericht. Dieser ist für das bayerische Bergland, wie so oft in diesem Sommer, nicht gerade ermutigend. Für Österreich schaut´s auch nicht besser aus. Nur gut, dass wir noch viele offene Projekte haben. Es wird sich schon was finden, da sind wir uns sicher. Und siehe da: „Ein strahlend schöner Tag. Wolken sind kaum zu sehen“, so die Prognosen für Kranjska Gora, einem Ort im Triglav-Nationalpark in Slowenien. Die Entscheidung fällt uns leicht, zumal wir seit längerem die Besteigung des Triglav geplant hatten und diese immer wieder verschieben mussten.

Unser Weg führt uns durch den Karawankentunnel über Mojstrana ins Vrata-Tal im Zentrum des Nationalparks. Hier, in der Nähe der Berghütte „Aljazev dom“, beginnt unser Aufstieg über den Pragweg zur Triglavhütte. Umrahmt von hohen Bergen marschieren wir zunächst auf die imposante Nordwand des Triglav, eine der höchsten Felswände der Ostalpen, zu. Bald schraubt sich der Weg steil empor. Über felsige, teils drahtseilversicherte Steige erreichen wir nach über 1.500 Hm unser Tagesziel. Mit viel Glück bekamen wir in der reichlich vollen Hütte sogar noch ein Zimmer zugewiesen. Damit war es mit dem Luxus auch schon vorbei. Auf der Hütte gab es keinen Tropfen Wasser zum Waschen oder gar für die Toilettenspülung. Entsprechend katastrophal waren die sanitären Bedingungen. Das Speiseangebot weckte in uns Erinnerungen an unsere Anfänge des Bergsteigens vor über 30 Jahren. Nur gut, dass wir eine gut gefüllte Brotzeitbox dabei hatten.

Triglavhütte – Am Gipfel – „Ameisenstraße“

Am nächsten Tag reihen wir uns zwischen den vielen anderen Gipfelaspiranten ein. Eine Besteigung des Triglav, des höchsten Berges des Landes, ist für viele Slowenen ein Muss. Und dies gilt nicht nur für routinierte Bergsteiger sondern auch für viele andere die sich in der Lage sehen auf einen Berg zu steigen. Entsprechend frequentiert sind die verschiedenen Klettersteige auf dem Weg zum höchsten Punkt Sloweniens.

Eisenstift an Eisenstift

Obwohl der Triglav sehr überlaufen ist und überdurchschnittlich mit Drahtseilen und Eisenstiften versichert ist, was ihm im Volksmund den Spitznamen „Stachelschwein“ eingebracht hat, hatten wir auf der Tour sehr viel Spaß. Dies wiederum liegt unter anderem an unseren „Feldstudien“ am Berg. Zu beobachten gibt es hier mehr als genug. Das Ergebnis unserer Studien in Sachen Sicherungs- techniken haben wir in den Top 5 der Sicherungsmethoden zusammengefasst.

Die unterschiedlichsten Sicherungsmethoden am Berg

Platz 1:
Händchenhalten (Vater führt das Kind im ausgesetzten Felsgelände an der Hand)

Platz 2:
Pressschniarl (Schnur aus Plastik) oder Reepschnur um den Bauch gebunden

Platz 3:
Kletterseil oder Bandschlinge um den Bauch gebunden

Platz 4:
Mit Kletterseil einen Sitzgurt geknüpft (leider haben wir hiervon kein Foto)

Platz 5:
Klettergurt mit Klettersteigset (für den sicherheitsbewussten Bergsteiger aus Bayern)

Zurück ins Tal steigen wir über den Tominsekweg, einem anspruchsvollen teils versicherten Weg durch die Felsen, ab. Dieser wunderschöne aussichtsreiche Steig verläuft auf einer Länge von fast 2 km in einer Höhe von ungefähr 1.000 m über dem Vrata-Tal.

Abstieg über den Tominsek-Weg

Nach insgesamt etwa 1.900 Hm im Abstieg kommen wir am späten Nachmittag wieder am Ausgangspunkt unserer Tour an und genießen noch einmal den Blick auf die Berge um uns herum.

Unser Fazit: Ein wunderbares Wochenende liegt hinter uns – die Julischen Alpen sind auf jeden Fall einen weiteren Besuch wert und Fotos von den sanitären Anlagen der Triglavhütte stellen wir nicht besser nicht in unseren Blog ein.

Special Summits 2012

Aufgrund des großen Erfolges unseres letztjährigen Alpinprojekts „Special Summits“ wollen wir auch dieses Jahr die jeweils höchsten Berge der sieben Alpenländer besteigen.

„Special Summits“, ein Projekt, das sich im Laufes des Sommers als interessanter und zum Teil auch anspruchsvoller herausstellte, als wir dies zu Anfang an- nahmen. Besonders beeindruckte uns die Grauspitz in Lichtenstein. Ein gerade mal 2.599 m hoher Berg dessen Name kaum jemandem bekannt sein dürfte. Der Aufstieg auf den Gipfel erfolgte, anders als wir es im deutschen Alpenraum gewohnt sind, nicht auf gut gekennzeichneten Wegen, sondern in teilweise weglosem Gelände. Der Weg führte uns durch eine wunderschöne von zahlreichen Alpenblumen und –kräutern geprägten Vegetation. Insgesamt eine überraschend reizvolle Tour.
Außerdem wollen wir die Special Summits auf teilweise veränderter Routen- führung erobern. Wir planen eine Überschreitung des Mont Blanc. Darüber hinaus bieten wir beim Großglockner dieses Jahr alternativ auch über die Variante über den Stüdlgrat an.

Special Summits

Die Ziele unseres Special-Summit-Projektes sind:

Dufourspitze

Dufourspitze – Special Summit

Die Dufourspitze mit 4.634 m ist als höchster Berg der Schweiz Teil unseres Alpin-Projekts „Special Summits“, in dem wir die jeweils höchsten Berge der sieben Alpenländer besteigen wollen.

Ablauf:
Am Samstag treffen wir uns am Bräuhausplatz in Haag zur gemeinsamen Anfahrt um 5:00 Uhr über München am Bodensee vorbei nach Täsch. Hier parken wir und fahren mit der Schmalspurbahn weiter über Zermatt bis zum Gornergrat. In etwa 3 Stunden steigen wir über den Gornergletscher zur Monte-Rosa-Hütte (2795 m) auf, auf der wir übernachten.
Sonntags stehen wir zeitig auf und beginnen noch in der Dunkelheit mit dem Aufstieg zum Gipfel. Der Weg führt uns zunächst über einen Moränenkamm, weiter über den Monte-Rosa-Gletscher über die Randkluft hinweg bis zum Sattel. Von dort aus über einen längeren Grat zum Gipfel. Auf dem gleichen Weg steigen wir wieder zur Hütte ab, auf der wir ein weiteres Mal übernachten bevor wir am Montag die Rückreise antreten.

Kursziele/-inhalte:
* Besteigung Gipfel Dufourspitze über den Normalweg (bis Fels II+, meist I; Eis bis 40°) * Begehen von Wegen und Steigen * Orientieren im Gebirge * Knoten und Bunde * Anlegen Sitzgurt * Umgang mit Steigeisen und Eispickel * Anseilen zum Begehen von Gletschern * Möglichkeiten der Selbst- und Kameradenrettung aus Gletscherspalten * Gehen am „kurzen Seil“

Voraussetzung:
Sicheres Begehen von weglosem Gelände, auch mit Steigeisen; gute Kondition (Gehzeit etwa 12 Stunden) und Bergerfahrung

Termin: 28. – 30.07.2012

Auf anspruchsvoller Route auf den Mont Blanc

Dank unserer individuellen Vorbereitungstouren und der gemeinsamen Tour auf den Gran Paradiso konnten wir am 22.08.2011 gut akklimatisiert von Chamonix  mit der Seilbahn bis auf 3.842 m zur Bergstation „Aiguille du Midi“ auffahren. Von dort aus waren es nur noch etwa 45 Minuten bis zu unserer Unterkunft, dem „Refuge des Cosmiques“.

Die Hütte, auf einer Felskuppe mitten in der Gletscherwelt des Mont-Blanc-Massives, ist nicht gerade luxuriös ausgestattet und war reichlich voll. Für die ganze Hütte mit einer Kapazität von etwa 150 Bergsteigern gibt es gerade mal ein Waschbecken und … nein, über die Toilettensituation möchte ich hier nicht berichten.

Nach längerem Studium diverser Wettervorhersagen sowie einigen Diskussionen mit der Hüttenwirtin und anderen Bergführern beschlossen wir aufgrund der Wettersituation, entgegen unserer ursprünglichen Planung, bereits am Dienstag in Richtung Gipfel aufzubrechen. Wir wollten zeitig losgehen um nicht unter Zeitdruck zu geraten. Daher: Wecken um 2:30 Uhr, ein kurzes Frühstück, die bereits gepackten Rucksäcke schnappen, fertig anziehen, anseilen, Stirnlampe an und schon konnte es losgehen.

Zuerst noch recht flach, dann immer steiler werdend stiegen wir in der Dunkelheit über einige größere Gletscherspalten in Richtung Mont Blanc du Tacul auf, den wir links liegen ließen. Bei wunderschöner Morgenstimmung ging es stetig bergan am Mont Maudit vorbei, weiter über den sich steil auf- schwingenden Gletscher …

zur Schlüsselstelle dieser Route, einer etwa 50 Grad steilen und ca. 60 Meter langen Eiswand, die es zu überwinden galt. Dank unserer Bergführer, die hier wieder einmal ihr Können unter Beweis stellten, an dieser anspruchsvollen Stelle vorstiegen und uns nachsicherten, konnten wir auch diese schwierige Passage bestens gesichert überwinden.

Noch lagen einige Stunden Marsch vor uns. Dann war es endlich soweit, der Höhenmesser zeigte die magische Zahl 4.810 m an. Ja, wir hatten es geschafft!!! Wir standen auf dem höchsten Punkt Europas (außer man rechnet den Kaukasus zu Europa – dann ist es nur der höchste Punkt Frankreichs).

Eine kurze Pause, ein paar Erinnerungsfotos und schon mussten wir uns auf den Rückweg machen. Den ganzen Weg zurück über die steile Eiswand, den steil abfallenden Gletscher, die Spalten bis zur Hütte. Immer hochkonzentriert am straffen Seil gehen. Bloß keinen Fehler machen. Ganz schön anstrengend!

Etwa eine Stunde vor dem Refuge des Cosmiques kam eine Seilschaft noch zu einer ungewollten Pause. Direkt vor ihnen gab es einen Rettungseinsatz per Hubschrauber. Zum Glück keiner aus unserer Gruppe. Aber an ein Vorbeikommen an der Unfallstelle war aufgrund der Spaltensituation nicht zu denken. Also hieß warten. Nach einem für uns alle sehr beeindruckenden Tag auf dem Gletscher trafen wir uns gesund aber müde auf der Hütte wieder.

Nach dem Abendessen stand noch die Tourplanung für den nächsten Tag an. Aber irgendwie war die Luft raus. Wollten wir nach diesem harten Tag wirklich eine weitere Tour anhängen? Wie wäre es mit einem Ausbildungstag? Kameradenrettung mittels der Losen Rolle an einer echten Spalte, Flaschenzug, Selbstrettung aus einer Spalte…! Einige überlegten vorzeitig nach Hause zu fahren. Da wir uns nicht einigen konnten, verschoben wir die Entscheidungs- findung auf den nächsten Tag. Jetzt wollten wir erst mal schlafen.

Am nächsten Morgen dann das überraschende Ergebnis. Die Mehrheit wollte nach Hause fahren. Schade eigentlich, aber … O.k.

Auf dem Rückweg zur Bergstation wartete eine letzte Herausforderung auf uns. Wir mussten den schmalen Grat zurück zur „Aiguille du Midi“ überwinden. Dieser ist teilweise gerade mal breit genug um die Steigeisen aneinander vorbei zu bekommen. Rechts ging´s hunderte von Meter hinab in Richtung Chamonix, links nicht ganz so weit auf den Gletscher. Aber auch diese Hürde meisterten wir.

Noch ein letztes Mal die Aussicht auf die gewaltigen Gletschermassen genießen und schon endete unser Abenteuer Mont Blanc.

Fazit:
Eine traumhaft schöne aber sehr anspruchsvolle Tour mit einer harmonischen Gruppe liegt hinter uns. Wir können stolz sein auf unsere Leistungen. Unser besonderer Dank gilt Michael Höglauer und Christian Brüderl, die uns mit ihrer ruhigen und kompetenten Art sicher führten. Wir hoffen bald wieder einmal mit Euch unterwegs sein zu können.