Vulcan Lanín

Wir sind im Parque National Lanín auf argentinischer Seite des Grenzübergangs El Tromen.

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Unser Ziel der Vulcan Lanín

Am Parkplatz gegenüber der Nationalparkverwaltung stehen bereits zwei andere Overlander, eines davon ist das Pepa-Mobil mit Renate, Bruno und Lola an Bord. Die (Wiedersehens-)Freude ist groß und wird gleich mit Kaffee und Kuchen (frisch von Renate gebacken) gefeiert.

Wieder haben wir die Besteigung eines Vulkans im Visier. Wieder haben wir die ersten Informationen aus unserer mitgeführten Travel & Trekking Map „Pucón“ vom Conrad Stein Verlag. Diesmal möchten wir auf den 3.776 m hohen Vulkan Lanín. Vor uns liegen über 2.500 Höhenmeter im Aufstieg. Etwas viel für einen Tag. Und so beschließen wir mittags bis zur Schutzhütte (Caja) aufzusteigen, dort zu übernachten und am frühen Morgen des nächsten Tages weiter bis zum Gipfel aufzusteigen. Also machen wir uns am Vormittag auf den Weg ins Rangerbüro um uns, wie in den meisten Nationalparks obligatorisch, für die geplante Bergtour zu registrieren. Hier erfahren wir welche Ausrüstungsgegenstände mitzuführen sind. Die Liste ist lang. Unter anderem sind Steigeisen, Trekkingstöcke, Helm und Eispickel vorgeschrieben. Wir beschließen spontan die Pickel am Fahrzeug zu vergessen. So ein Schmarrn. Eispickel im Sommer … weit und breit kein Gletscher oder steile bzw. vereiste Schneeflanken. Ach ja, dann wäre da noch ein VHF-Funkgerät mitzunehmen (auch zwingend vorgeschrieben). Wir haben zwar Funkgeräte dabei, aber leider mit der falschen Sendefrequenz. Wir bitten also die Rangerin uns eines für die Besteigung zu vermieten. Jetzt kommt’s: Nein, sie hätten keine Funkgeräte zur Vermietung hier. Diese könnten wir jedoch im nächsten Ort bei einer Agentur anmieten. Das Problem ist nur, dass dieser Ort 55 km!!! entfernt ist. Bis zur Schutzhütte könnten wir jedoch auch ohne Funkgerät gehen. Na toll!

Nach einem längeren Gespräch mit Bruno, der zusammen mit Renate schon seit vielen Jahren durch Südamerika reist, teilen wir der Rangerin mit, dass wir nunmehr nur bis zur Hütte gehen und dort übernachten wollen. Gegen 13:30 Uhr kommen wir endlich los.

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Helmut kocht für uns

In der Schutzhütte werden wir schon von drei jungen Argentiniern (mit Funkgerät) erwartet. Sie wurden bereits über unser Kommen informiert und melden nun unsere tatsächliche Ankunft nach unten.

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Bano natural

Wir machen einen Rundgang um die Hütte, die wie sich bei Ankunft herausstellt, lediglich eine einfache Biwakschachtel ist und richten uns gemütlich ein. Die Wasserstelle ist etwas abseits auf der rechten Seite, die Toilette links.

Zu fünft verbringen einen unterhaltsamen Abend in der Caja auf 2.650 m. Mit Sonnenaufgang machen wir uns auf den Weg zum Gipfel (psst: top secret). Schnell gewinnen wir Höhenmeter an Höhenmeter. Die Schneefelder sind fest, aber nicht gefroren. Wir gehen ohne Steigeisen und kommen gut voran.

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Früh morgens nicht weit hinter der Caja

Die Wegführung ist dem Grunde nach einfach. Man nehme die „Berchtsgoadner Spur“ oder anders ausgedrückt: die kürzeste Verbindung zwischen dem eigenen Standort und dem Gipfel … also immer „gerade aus ungleich schöner empor“! Am Gipfel angekommen genießen wir die traumhafte Aussicht.

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Am Gipfel des Vulcan Lanín

Runter geht es vom Volcán Lanin recht schnell. Wir finden viele Schneefelder zum abfahren, der Schnee ist perfekt aufgefirnt, das Lavagestein ist ebenfalls ideal zum Abfahren geeignet.

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Abfahren in der „Buckelpiste“

Und so sind wir bereits um 15:00 Uhr wieder unten und können uns bei der Parkverwaltung zurück melden. Unsere argentinischen Bergsteiger kommen erst gegen 20:30 Uhr zurück … eh klar, die waren ja am Gipfel. Wir (ohne Funkgerät) selbstverständlich nur in der Schutzhütte.

 

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Eine Auszeit in Südamerika

In 20 Jahren wirst Du mehr darüber enttäuscht sein über die Dinge, die Du nicht getan hast, als über die Dinge die Du getan hast. Also wirf die Leinen los, verlass den sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit Deinen Segeln. Entdecke. Erforsche. Träume!

Mark Twain

Eine Abendstimmung die zum Träumen einlädt

Eine Abendstimmung zum Träumen

Träume … wer kann von sich behaupten, dass er noch nie davon geträumt hat den Alltag hinter sich zu lassen, sich ausreichend Zeit für sich selbst zu nehmen, sich davon zu befreien einer Verpflichtung nach der anderen nachgehen „zu müssen“, die Seele baumeln zu lassen, auf Reisen zu gehen …?

Wir haben haben diese Träume und wir haben uns dafür entschieden unsere Träume zu realisieren, eine Auszeit vom Alltag und den täglichen Verpflichtungen zu nehmen, auf Reisen zu gehen. Noch in diesem Jahr ist es soweit. Wir starten in das bisher größte Abenteuer unseres Lebens, verschiffen unser Expeditionsmobil nach Montevideo und reisen damit durch Südamerika.

Unser "Schneckenhaus"

Unser „Schneckenhaus“ – hier in Marokko’s Sanddünen

Wir wollen mit unserem MAN durch die südamerikanischen Länder fahren, auf Trekkingtouren gehen, die traumhaften Nationalparks von Chile und Argentinien erkunden, die jeweils höchsten Berge der Länder besteigen die wir bereisen, auf dem Inkatrail nach Machu Picchu wandern, durch die Atacama Wüste fahren, Land und Leute kennen lernen und noch vieles mehr. Immer der Nase nach. Genaue Pläne haben wir nicht, dafür viele Ideen, ein paar Reiseführer und einen großen Stapel an Literatur und Trekkingkarten von den Outdoor Verlagen mit wunderbaren Zielen, die es zu erkunden gilt.

Eine "kleine" Auswahl unserer Reiseführer und Karten

Eine „kleine“ Auswahl unserer Reiseführer und Karten

Welche Länder wir letztendlich bereisen werden wissen wir noch nicht. Wie weit wir in der uns zur Verfügung stehenden Zeit kommen wissen wir auch noch nicht. Wir werden sehen … und hier an dieser Stelle und auf der Webseite (un)regelmäßig berichten.

Noch zu Hause

… noch zu Hause …

Marokko – Jebel Toubkal und die Sahara

Marokko! Ein Land der vielen Möglichkeiten und Gegensätze. Die alten Königsstädte – der hohe Atlas mit dem höchsten Berg Nordafrikas, Skigebieten sowie der Möglichkeit zum Eisklettern im Winter – Sanddünen in der Sahara – die Sahara mit ihren fruchtbaren Oasen – trockene karge Wüstenflächen soweit das Auge reicht – große bunte orientalische Souks zum Shoppen – einfache Souks des täglichen Bedarfs abseits der großen Städte und der Touristenrouten – top ausgebaute Straßen – Pistenstraßen durch kaum besiedelte Wüstengegenden … das und noch vieles mehr ist Marokko.

Marokko

Marokko´s Sanddünen

Unsere diesjährige Bergreise führte uns nach Marokko und war zugleich ein Test für unsere große Reise nach Südamerika. Auch hier gehen wir mit unserem Expeditionsmobil auf Reise und freuen uns zusammen mit unseren Gästen, die für einige Zeit nachkommen, gemeinsam durch ferne Länder zu reisen.

Mit der Fähre ab Genua kamen wir im neuen Hafen Tanger Med in Marokko an. Von dort ging es zunächst auf der wunderschönen, neu gebauten Küstenstraße nach Osten bis kurz vor die algerische Grenze und von hier weiter in Richtung Süden. In diesen Tagen erlebten wir ein Marokko zwischen Tradition und Moderne.

Insbesondere in den touristisch nicht ausgebauten Gebieten waren Campingplätze rar, aber auch nicht nötig. Wir konnten quasi überall stehen bleiben und übernachten.

Gastfreundschaft pur

Es gibt keine Verbotsschilder und niemanden der sich gestört fühlt. Ganz im Gegenteil. Wir wurden überall freundlich empfangen und einmal sogar ins Privathaus eines marokkanischen Ehepaars zum Essen eingeladen. Einfach so … wir übernachteten gerade in der Nähe ihres Hauses.

Weiter ging es nach ErgChebbi in die Dünen um so wohl uns, als auch unseren Fuhrpark auf Wüstentauglichkeit testen. Wir nutzten die Gelegenheit ausgiebig … so ein Spaß!!! Festgefahren hatten wir uns auch … aber mit Schaufel und den Sandblechen kamen wir schnell wieder frei. Etwas Luft aus den Reifen gelassen drehten wir noch ein paar Runden in den Dünen bevor uns die Hitze des Tages vertrieb.

Mit unserem Fuhrpark in den Dünen

Mit unserem Fuhrpark in den Dünen

Auf dem Weg durch die Wüste entlang der geschlossenen algerischen Grenze nach Zagora entdeckten wir in einem Dünenfeld zwei junge Marokkaner, die sich mit ihrem vollbeladenen Traktorgespann festgefahren hatten. Hier kam unser MAN samt unserer Bergegurte und Sandbleche zum Einsatz. Bald hatten wir sie aus ihrer Misere befreit.

Festgefahren in den Dünen

Festgefahren in den Dünen

Gerne hätten wir die Einladung zum Abendessen angenommen, aber wir mussten weiter – unsere Gruppe in Marrakech abholen.
Unser erstes gemeinsames Ziel war Imlil, ein kleines Bergdorf im Hohen Atlas. Ausgangspunkt unseres dreitätigen Trekkings und der Besteigung des Jebel Toubkal. Das Trekking führte uns durch drei Täler im Halbkreis um Imlil. Übernachtet haben wir in einfachen Gite d`Etape in von Marokkanern geführten Gästehäusern in den kleinen Bergdörfern auf unserem Weg. Dank unseres einheimischen Bergführers lernten wir vieles über Land und Leute. Verpflegt wurden wir durch zwei weitere Begleiter, die zugleich die Mulis mit unserem Gepäck führten.

gut verpflegt während des Trekkings

Gut verpflegt während des Trekkings

Zurück in Imlil gönnten wir uns einen ruhigen Nachmittag bei einem kleinen Bummel durch den Ort. Am nächsten morgen starteten wir zeitig unseren Aufstieg zum Refuge du Toubkal les Mouflons, eine der Übernachtungs- möglichkeiten am Toubkal. Bei bestem Wetter führte uns der Weg zunächst nach Sidi Chamharouch, einem Heiligtum der Marokkaner und von dort weiter auf dem gut ausgebauten Wanderweg zum Refuge. Dem guten Geschäftssinn der Marokkaner verdanken wir zahlreiche Pausenmöglichkeiten mit gekühlten Getränken.

Ein marokkanischer Kiosk auf dem Weg zum Refuge du Toubkal

Ein marokkanischer Kiosk auf dem Weg zum Refuge du Toubkal

Am frühen Morgen des nächsten Tages begannen wir noch in der Dunkelheit unseren Aufstieg zum Gipfel. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Tage wussten wir, dass es hier in den Bergen am späteren Nachmittag bzw. am Abend regelmäßig regnet. Die Wolken ziehen jedoch oft schon viel früher auf und dann steht man am Gipfel in Wolken. Das wollten wir vermeiden. Unser Plan ging auf. Bei bestem Wetter erreichten wir nach etwa drei Stunden Aufstieg den Gipfel des Jebel Toubkal mit seinen 4.167 m. Einfach schön! Für eine Kameradin aus unserer Bergsteigergruppe war dies zugleich ihr erster 4.000er. Nochmals unseren herzlichen Glückwunsch M.!

Jebel Toubkal - 4167 m

Jebel Toubkal – 4167 m

Nach einer letzten Nacht in Imlil machten wir uns auf den Weg nach Zagora, einer großen Dattelpalmenoase am Fluss Draa. Wir fuhren durch das fruchtbare Qurika-Tal über den Pass Tizi-n-Tichka und besichtigten unterwegs noch Ksar Aït-Ben-Haddou, eine von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannte alte befestigte Stadt (Ksar) etwa 30 km von der Stadt Quarzazate entfernt, mit seinen teils sehr engen steilen Gassen.

Ksar Aït-Ben-Haddou

Ksar Aït Ben Haddou

Nach einer Nacht im Hotel Kasbah Sirocco in Zagora fuhren wir nach einem ausgiebigen Frühstück zunächst noch auf befestigten Straßen nach M’hamid und von dort auf der Pistenstraße in das zweite Sanddünenfeld von Marokko – Erg Chegaga. Die Piste führte uns durch eine mehrfach wechselnde Wüstenlandschaft bis wir schließlich die bis zu 100 m hohen Sanddünden des Erg Chegaga erreichten. Hier in den Dünen verbrachten wir den Abend und die Nacht unter einem traumhaft schönen Sternenhimmel.

Bei den Beduinen in den Dünen von Erg Chebbi

Eine Nacht bei den Beduinen in den Dünen von Erg Chegaga

Eine Übernachtung in einer Oase, die Fahrt durch die Wüste, Spaziergänge in den Sanddünen, traditionelles Essen, eine Übernachtung bei den Beduinen, das alles hatten wir inzwischen erlebt es fehlte nur noch ein Ausritt mit den Kamelen. Diesen starteten wir am frühen Morgen noch vor Sonnenaufgang. Damit endete unser Kurztripp in die Wüste und auch unsere Marokkoreise näherte sich dem Ende.

In den Souks von Marakkech

In den Souks von Marrakech

Während wir uns auf den Weg zur Fähre machten konnten unsere Gäste vor dem Abflug noch den Zauber von Marrakech genießen. Ein schönes kleines Hotel mitten in der Altstadt, eine Stadtführung, eine ShoppingTour durch die Souks, die bunten Farben, die orientalische Atmosphäre und das leckere Essen, all das galt es zu genießen bevor es wieder zurück in den Alltag ging.

Ein Bergführersommer im Wasser

Seit Jahren schon spielte Helmut mit dem Gedanken Canyoningguide zu werden. Dieses Jahr hatte er dieses Projekt in Angriff genommen und mit der Ausbildung begonnen. Neben 24 Sichtungs- und Lehrgangstagen waren noch 10 selbständig zu führende Canyoningtouren sowie 14 Praktikumstouren bei verschiedenen Anbietern zu absolvieren. Damit waren die Aktivitäten für diesen Sommer vorgezeichnet.

Jeder freie Tag stand unter dem Zeichen des Wassers. Um die ganzen Pflichttouren zu schaffen, durfte keine Gelegenheit ausgelassen werden. Dafür ging´s nach Dienstschluss schon mal schnell nach Reute, mit dem Canyoningführer in der Hand den Parkplatz suchen, dann den Einstieg, zwei Stunden durch die Schlucht, zurück zum Auto und wieder nach Hause.

Tiroler Canyoningführer

Ein Sommer in den Schluchten der Alpen

Gar nicht so einfach all diese Touren unter zu bringen, zumal die Schluchten bei zu hohem Wasserstand, Gewitter oder zu viel Regen nicht begangen werden dürfen.

Am letzten möglichen Wochenende vor der Prüfungswoche fehlten immer noch vier Praktikumstouren. Touranbieter von Bad Reichenhall, Bad Tölz, Ohlstadt über Tirol bis ins Allgäu wurden angerufen. Irgendwo mussten doch noch Praktikumstouren möglich sein. Im Allgäu wurde Helmut schließlich fündig. Freitag zwei Touren in Gunzesried, Samstag Vormittag die Starzlachklamm, Samstag Nachmittag Fahrt nach Garmisch-Partenkirchen, rauf auf die Zugspitze, Übernachtung auf über 2.900 m (Höhenanpassung zur Vorbereitung auf den Kilimanjaro), Sonntag wieder zurück ins Allgäu, am Nachmittag erneut die Starzlachklamm, danach nach Hause, packen.

Zwischen Schluchten und Bergtouren

Zwischen Schluchten und Bergtouren

Am nächsten Tag zum Flughafen und ab nach Tanzania. Knapp drei Wochen später: Rückkehr aus Afrika, noch am selben Tag weiter in die Schweiz, neun Tage Abschluss- und Prüfungsphase. Ja, die Ausbildung zum Canyoningguide ist kein Geschenk. Nach vielen praktischen Prüfungen, dann am Sonntag der letzte Test. Wann war noch mal die Brut- und Aufzuchtzeit der Wasseramsel? Und wie heißt Abseilachter auf Englisch? Fragen über Fragen.
Die wichtigste aller Fragen ist jedoch: „Ist alles gut gegangen?“  bzw. „Hat sich der ganze Aufwand gelohnt?“

staatl gepr Canyoningguide

Prüfung bestanden: Helmut ist staatlich geprüfter Canyoningguide

Ja! Geschafft! Helmut ist staatlich geprüfter Canyoningführer. An dieser Stelle noch mal meinen Herzlichen Glückwunsch!!
Ab jetzt können wir unter der qualifizierten Führung von Helmut durch die schönsten Schluchten abseilen, springen, rutschen und schwimmen. Angebote hierzu gibt es ab 2014 bei der vhs Mühldorf oder können individuell abgesprochen werden.

Mit Canyoning dem Altersstarrsinn vorbeugen

??? … Wie bitte??? … mit Canyoning dem Altersstarrsinn vorbeugen? Wie soll das denn funktionieren? Das ist eine Frage, die sich hier schon aufdrängen kann. Die Antwort hierauf ist dem Grunde nach ganz einfach.

Altersstarrsinn beschreibt im Wesentlichen eine geistige Unbeweglichkeit, die insbesondere älteren Menschen zugeschrieben wird. Tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch laut Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer, Psychologe und Instituts- leiter des Deutschen Zentrums für Altersfragen nicht um eine Frage des Alters. Seiner Einschätzung nach hängt die Offenheit für Erfahrung vielmehr maßgeblich mit dem Lebenslauf einer Person zusammen. Sei jemand sein ganzes Leben lang bereit gewesen, sich zu ändern und auf neue Situationen zu reagieren, werde er es auch im fortgeschrittenen Alter noch sein, so sein Ansatz.

Mit dieser Aussage schließt sich der Kreis langsam. Helmut (nicht mehr der allerjüngste seiner Art) kam zu dem Schluss, dass er auf keinen Fall dem Altersstarrsinn zum Opfer fallen möchte. Immer mal wieder was Neues wagen, sich weiterentwickeln, nur nicht einrosten ist daher seine Devise.

staatl. gepr. Heeresbergführer, Jäger und mehr

staatl. gepr. Heeresbergführer, Jäger und mehr

Sein letztes größeres Projekt, der Erwerb des Jagdscheines liegt schon ein paar Jahre zurück. Daher musste schleunigst eine neue Herausforderung her. Doch was sollte es sein? Seine Bergführerausbildung liegt noch länger zurück. Weiterbildungen hierzu macht er sowieso regelmäßig. Skilehrer? Ist er schon. Raftinguide? Ist er auch schon. Canyoningguide? Ja! Das passt gut. Damit könnte er sein Leistungsspektrum sinnvoll ergänzen. Da gibt´s nicht mehr viel zu überlegen. Helmut möchte Canyoningguide werden.

"Canyoningguide in Lauerstellung"

Canyoningguideanwärter Helmut

Nun musste nur noch eine geeignete Ausbildungsstätte gefunden werden. Im Ötztal wurde Helmut fündig. Der österreichische Bergführerverband bietet eine umfassende Ausbildung zum staatlich geprüften Canyoningguide an. Nachdem Helmut den zweitägigen Einstellungstest bestanden hatte, konnte es Ende April losgehen. Der erste Ausbildungsabschnitt dauerte eine Woche. Jeden Tag standen von frühmorgens bis zum späten Nachmittag praktische Ausbildungs- abschnitte in verschiedenen Schluchten im und um das Ötztal herum auf dem Programm.

Canyoning Ausbildung im Ötztal

Canyoning Ausbildung im Ötztal

Dazu einen Tag lang whitewater-Schwimmausbildung in der Nähe von Kufstein und jeden Abend bis 21:30 Uhr und länger Theorie. Nach dem Unterricht jeweils noch Materialpflege und vorbereiten auf den nächsten Tag. DAS ist kein Geschenk. Auf der anderen Seite ist es jedoch genau das was Helmut sucht.

Neue Herausforderungen um dem Altersstarrsinn keine Chance zu geben.

Vom Winde verweht

Bevor die Skitourensaison für uns in diesem Jahr endgültig zu Ende geht, wollten wir auf jeden Fall noch einmal losziehen. Das Ziel unserer Abschlusstour – der Großvenediger.

Auf geht´s in Richtung Großvenediger

Die Voraussetzungen hierfür waren erst mal sehr gut. Traumwetter war angesagt. Wir hatten Zeit und waren hochmotiviert. Nachdem wir den ganzen Winter unterwegs waren, sind wir alle gut trainiert. Zudem fehlt bei zweien aus unserer kleinen Truppe der Großvenediger noch im Tourenbuch. Das einzige Problem. Das Hüttentaxi zum Materiallift der Kürsinger Hütte fuhr noch nicht. Die Aussage der Wirtsleute der Postalm: „Soviel Schnee wie diesen Winter gab es seit Jahrzehnten nicht mehr“. Für uns hieß das etwa 12 km und 900 Hm mehr gehen als geplant. Aber von solchen Kleinigkeiten lassen wir uns grundsätzlich nicht abschrecken.

Freitag Mittag nach Dienstschluss bzw. Schulende fuhren wir los. Im Ober- sulzbachtal angekommen war von Schnee erst mal weit und breit nichts zu sehen. Bei etwa 27° schnallten wir daher Ski und –schuhe auf unsere Rucksäcke und gingen zunächst zu Fuß los. Komisch – kein Schnee und trotzdem fährt das Hüttentaxi nicht? Bald darauf wussten wir warum.

Aufstieg durch´s Obersulzbachtal

Massive Lawinenabgänge hatten Jahrzehnte alte Bäume wie Streichhölzer umge- knickt. Diese blockierten nun den Weg. Nach etwa einer Stunde erreichten wir die ersten Schneefelder. Endlich wurden wir die schwere zusätzliche Last los. Wir konnten die Tourenschuhe anziehen, die Skier anschnallen und zum Gasthaus aufsteigen. Hier auf 1.700 Hm war es bei unserer Ankunft um etwa 19:30 Uhr immer noch so warm, dass wir im T-Shirt gehen konnten.

Postalm

Samstag. Für heute war zunächst nur der Aufstieg zur Kürsinger Hütte geplant. In der Hoffnung dort einen passablen Schlafplatz zu ergattern wollten wir trotzdem zeitig aufbrechen. Die Hütte war seit Tagen ausgebucht und mehr als ein Notlager konnte uns der Hüttenwirt nicht versprechen. Nach unserer Ankunft machten wir es uns in einer Nische im Treppenhaus bequem und beschlossen erst mal ein wenig zu schlafen. Auf eine Nachmittagstour verzichteten wir, da der Schnee selbst hier oben auf über 2.500 m recht sulzig war. Außerdem wurde es zunehmend windiger. Dank guter Beziehungen zum Hüttenwirt bekamen wir nach dem Abendessen völlig überraschend noch eine Stube zugeteilt.
Ein Traum – die Nacht war gerettet.

Zumindest bis etwa 3:00 Uhr. Ein lautes Krachen. Der Wind hatte eine Fensterscheibe im Flur eingedrückt. Nun fegt der Föhnsturm nicht nur um, sondern auch durch die Hütte.  Die Wirtsleute fegen die Glassplitter zusammen, schließen die Fensterläden. Wir drehen uns um, schlafen weiter. 4:00 Uhr morgens. Zeit zum Aufstehen. Es stürmt immer noch. Nun war guter Rat teuer. Wir gehen die Lage erkunden, wägen Für und Wider ab. Nach längerem Hin und Her treffen wir die Entscheidung. Auch wenn´s schwer fällt, wir bleiben erst mal auf der Hütte. Das Risiko ist uns zu hoch.

Der Sturm hört und hört nicht auf. Der Großvenediger ist heute auf keinen Fall zu machen. Auf Wetterbesserung können wir nicht warten, wir müssen am nächsten Tag zur Arbeit bzw. in die Schule. Wir haben keine Wahl. Wir müssen raus in den Sturm. Bei Böen bis zu geschätzten 120 kmh kämpfen wir uns die paar Höhenmeter bis zur Weggabelung hoch um den Winterweg ins Tal nehmen zu können. Wir kommen kaum vorwärts.

Bei Föhnsturm unterwegs

Wenn die Böen zu stark werden, rammen wir die Stöcke in den Schnee, stützen uns ab und versuchen dem Wind stand zu halten. Lassen die Böen nach, versuchen wir so schnell wie möglich ein paar Schritte weiter zu kommen. Reagieren wir nicht schnell genug auf die Zunahme des Windes, kann es schon mal passieren, dass wir schlicht und einfach umgeweht werden. Wie klein wir doch gegen die Naturgewalten sind. Der weitere Weg führt uns über einen zugefrorenen Gletschersee. Zum Glück haben wir hier Rückenwind. Dieser ist auch hier unten immer noch so stark, dass wir nur die Arme ausbreiten müssen um Fahrt aufzunehmen. Der Wind treibt uns mit zunehmender Geschwindigkeit über den See. So schnell, dass wir am Ende des Sees bremsen müssen um nicht unkontrolliert über die nachfolgende Geländekante zu schießen. Wahnsinn. So etwas haben wir noch nie erlebt. So ein Spaß! Mit dem Wind im Rücken gleiten wir zurück ins Tal.

Auch wenn wir den Gipfel nicht erreicht haben, wir waren draußen, hatten unseren Spaß und der Erlebniswert dieser Tour ist wirklich nicht zu verachten. Unser besonderer Respekt gilt Helmut, der mit seinen noch nicht mal 15 Jahren als vollwertiges Mitglied unserer Truppe das teilweise recht zügige Tempo problemlos mitgehalten und auch die besonders anstrengenden Abschnitte klaglos weggesteckt hat. Sauber Helmut!

Und was den Großvenediger angeht. Da fällt mir Paulchen Panther ein. „Heute ist nicht alle Tage – ich komm (also wir kommen) wieder, keine Frage“.

Frühjahrstreffen 2012 des Verbandes deutscher Heeresbergführer e.V.

Das alljährliche Frühjahrstreffen des Verbandes deutscher Heeresbergführer e.V. fand dieses Jahr am Wochenende 14./15. April im Matschertal in Südtirol statt. Stützpunkt war das „altbewährte“ Almhotel Glieshof, in dem wir über die Jahre hinweg schon viele schöne Stunden verbrachten.
Mit Kaffee und Kuchen begann um 15:00 Uhr der offizielle Teil. Da der erste Vorstand Oberstleutnant Johannes Schwegler leider nicht am Treffen teilnehmen konnte begrüßte Stabsfeldwebel Josef Hümmer die 20 Teilnehmer.

Frühjahrstreffen Verband der Heeresbergführer e. V. 2012

Neben Informationen über die Kassenlage des Verbandes blickte Josef Hümmer auf die Ereignisse des letzten Halbjahres zurück und gab die Planungen für die Zukunft bekannt. Für das nächste Herbsttreffen, das voraussichtlich in Mittenwald stattfinden wird, ist neben der stattfindenden Neuwahlen eine Weiterbildung und Informationsveranstaltung zum Thema Tourplanung und Orientierung mit GPS-Geräten geplant. 2014 feiern sowohl der Verband der deutschen Heeresbergführer e.V., als auch das eine oder andere Verbandsmit- glied ihren 50. Geburtstag. Hierfür werden Ideen und Vorschläge gesucht.

Glieshof im Frühjahr 2012

Etwa die Hälfte der Teilnehmer traf sich bereits am Donnerstagabend im Glieshof. Sie nutzten die zusätzliche Zeit um den einen oder anderen Höhenmeter zu schruppen. Mit dabei war auch ein Team, das an der diesjährigen Patrouille des Glaciers, dem größten Rennen im Skibergsteigen weltweit teilnimmt. Da im Juni die Besteigung einiger 6000er in Bolivien vor der Tür steht entschloss auch ich mich bereits am Donnerstag anzureisen um von Freitag bis Sonntag jeweils eine Skitour  gehen zu können.
Leider wurde daraus nicht wie geplant ein Skitourenwochenende unter südlicher Sonne, sondern eine intensive Orientierungsübung. Wegen schlechter Sicht bis hin zum White out war das GPS-Gerät unser täglicher Begleiter.

Skitour auf den Upikopf

Am ersten Tag stiegen wir durch das Upiatal auf den Upikopf auf 3.175 m. Wegen Schneemangel mussten wir die letzten 500 Hm ohne Ski aufsteigen. Wir waren quasi als „Wanderschwein und Schroffentrottel“ unterwegs.

Der zweite Tag führte uns ins Ramudeltal. Als Tourenziel wählten wir für heute den Ramudelkopf mit 3.300 m. Wegen schlechter Sicht mussten wir jedoch auf die Rappenscharte 3.012 m ausweichen.

Rappenscharte statt Ramundelkopf

Die Abende genossen wir mit hervorragendem Abendessen und intensiven kameradschaftlichen Berggesprächen. Schön, mal wieder beieinander zu sitzen, in Erinnerungen zu schwelgen und Erfahrungen auszutauschen.

Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück ging es am Sonntag nochmal auf Skitour. Da am Reschenpass die Schneeelage besser war als im Matschertal fuhren wir ins Rojental mit dem Zwölferkogel als Tourenziel. Leider war es auch diesmal wegen der schlechten Sicht nicht möglich bis zum Gipfel zu kommen. Wir mussten beim Punkt 2.700 m umdrehen und in Spur abfahren – Es war mal wieder White out angesagt.

Trotz der schlechten Wetter- und Schneeverhältnisse war es ein gelungenes Wochenende und mit 3.400 Metern im Aufstieg war die Ausbeute an Höhen- metern ganz ordentlich.