Vulcán Puyehue

Wir haben ein neues Ziel entdeckt: den Nationalpark Puyehue in Chile. Genauer gesagt den gleichnamigen Vulkan im Park. Damit steht uns wieder einmal ein Grenzübertritt mit all den erforderlichen Grenzformalitäten und Kontrollen bevor. Die vor uns liegende Grenze am Paso Cardenal Antonio Samoré ist bekannt für strenge Kontrollen und ist zudem stark frequentiert. Dies führt oft zu langen Wartezeiten.

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Frühmorgens an der Grenze

Von einem einheimischen Wohnmobilfahrer bekommen wir den Tipp uns abends direkt nach Grenzschluss (die Grenze ist von 19:00 – 8:00 Uhr geschlossen!) mit in die Warteschlange vor der Grenze einzureihen, so dass wir am Morgen bei Grenzöffnung vorne mit dabei sind. Eine 1a-Idee!

So kommen wir am frühen Vormittag im Nationalpark an. Wir dürfen uns auf das Gelände der Nationalparkverwaltung CONAF neben einen kleinen Wasserfall stellen und haben somit einen wunderbaren, vom Parkranger bewachten, Stützpunkt für unsere Unternehmungen.

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Mit unserem Parkranger am Eingang der Nationalparkverwaltung

Von unserem Parkranger erfahren wir auch wo wir uns für unseren geplanten Aufstieg zum Vulkankrater registrieren können. Da wir am nächsten Morgen sehr zeitig los wollen, gehen wir erst einmal auf Erkundungstour. Bei der obligatorischen Registrierung an der Receptión im Restaurant am Beginn der Aufstiegsroute erfahren wir, dass wir uns etwa vier Kilometer und 150 Höhenmeter Fußmarsch sparen können, wenn wir mit unserer KTM bis zur „pampa“, der letzten Weidefläche vor dem eigentlichen Zustieg, fahren.

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Von einem Viehgatter zum nächsten

Und so fahren wir früh morgens mit Bergausrüstung und zwei Rucksäcken bepackt zunächst über Viehweiden, dann auf einem ausgewaschenen und teilweise sehr steilen Feldweg bis zum Ende einer höhergelegenen Wiese. Eine echte Herausforderung. Zu zweit auf einem Motorrad – in diesem Gelände … sauber gefahren Helmut … Respekt!

Uns stehen etwa 1.700 Höhenmeter Aufstieg bevor. Die ersten 800 Höhenmeter steigen wir auf gut markiertem Weg im schattigen Wald auf bis dieser kurz vor dem Refugio El Caulle in ein kurzes Wiesenstück über geht.

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Unser Tagesziel

Die südamerikanischen Refugios (Schutzhütten) sind regelmäßig nicht bewirtschaftet und bieten äußerst wenig Komfort.

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Refugio El Caulle

Dank unserer Karte wissen wir, dass die eingezeichneten Bachläufe nicht ganzjährig wasserführend sind und haben genügend zum Trinken dabei.

Die verbleibenden 900 Höhenmeter führen nun über teilweise lockeres Lavagestein, in Gipfelnähe in zunehmend steilerem Gelände unserem Ziel entgegen. Dann sind wir am Gipfel. Ein komplett erhaltener Krater mit einem Durchmesser von fast zwei Kilometern liegt vor uns.

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Am Kraterrand

Darüber hinaus können wir bis in weite Ferne die Auswirkung der letzten Ausbrüche (zuletzt im Juni 2011) erkennen. Gigantische Flächen sind mit Asche bedeckt, abgestorbene Bäume … eine Schneise der Verwüstung einerseits … eine beeindruckende Szenerie andererseits.

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Wir lassen unsere Blicke schweifen

2011 beeinträchtigte die Asche sogar den Flugverkehr in Australien und Neuseeland und kam nach einer zweiwöchigen Erdumrundung wieder nach Chile. Ein beeindruckender Vulkan! Toll, dass wir dort oben stehen konnten.

An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich beim Conrad Stein Verlag. Dank der Travel und Trekking Map Puyehue (die übrigens wasser- und reißfest ist) wussten wir überhaupt erst, dass dieser Vulkan erschlossen ist. Unser Reiseführer informiert zwar über den Nationalpark im Allgemeinen, nicht jedoch über die Wandermöglichkeiten. Ein großer Teil der Berge hier ist in keiner Weise erschlossen, so dass der Zugang oft weitestgehend ausgeschlossen ist. Zudem ist es nicht einfach geeignetes Kartenmaterial zu finden. In den Parks erhält man meist nur skizzierte Karten.

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„Abfahrt“ im Lavaschotterfeld

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Eine Auszeit in Südamerika

In 20 Jahren wirst Du mehr darüber enttäuscht sein über die Dinge, die Du nicht getan hast, als über die Dinge die Du getan hast. Also wirf die Leinen los, verlass den sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit Deinen Segeln. Entdecke. Erforsche. Träume!

Mark Twain

Eine Abendstimmung die zum Träumen einlädt

Eine Abendstimmung zum Träumen

Träume … wer kann von sich behaupten, dass er noch nie davon geträumt hat den Alltag hinter sich zu lassen, sich ausreichend Zeit für sich selbst zu nehmen, sich davon zu befreien einer Verpflichtung nach der anderen nachgehen „zu müssen“, die Seele baumeln zu lassen, auf Reisen zu gehen …?

Wir haben haben diese Träume und wir haben uns dafür entschieden unsere Träume zu realisieren, eine Auszeit vom Alltag und den täglichen Verpflichtungen zu nehmen, auf Reisen zu gehen. Noch in diesem Jahr ist es soweit. Wir starten in das bisher größte Abenteuer unseres Lebens, verschiffen unser Expeditionsmobil nach Montevideo und reisen damit durch Südamerika.

Unser "Schneckenhaus"

Unser „Schneckenhaus“ – hier in Marokko’s Sanddünen

Wir wollen mit unserem MAN durch die südamerikanischen Länder fahren, auf Trekkingtouren gehen, die traumhaften Nationalparks von Chile und Argentinien erkunden, die jeweils höchsten Berge der Länder besteigen die wir bereisen, auf dem Inkatrail nach Machu Picchu wandern, durch die Atacama Wüste fahren, Land und Leute kennen lernen und noch vieles mehr. Immer der Nase nach. Genaue Pläne haben wir nicht, dafür viele Ideen, ein paar Reiseführer und einen großen Stapel an Literatur und Trekkingkarten von den Outdoor Verlagen mit wunderbaren Zielen, die es zu erkunden gilt.

Eine "kleine" Auswahl unserer Reiseführer und Karten

Eine „kleine“ Auswahl unserer Reiseführer und Karten

Welche Länder wir letztendlich bereisen werden wissen wir noch nicht. Wie weit wir in der uns zur Verfügung stehenden Zeit kommen wissen wir auch noch nicht. Wir werden sehen … und hier an dieser Stelle und auf der Webseite (un)regelmäßig berichten.

Noch zu Hause

… noch zu Hause …

Caminho Português – Auf dem Jakobsweg von Portugal nach Santiago de Compostela

Der Jakobsweg – ein Weg mit vielen sehr unterschiedlichen Facetten. Er hat mich in seinen Bann gezogen. Nach Möglichkeit gehe ich jedes Jahr einen anderen der vielen Wege nach Santiago de Compostela.

Jakobsmuscheln

Jakobsmuscheln

Meine Wahl fiel diesmal auf den Caminho Português von Porto in Portugal entlang der Küste nach Spanien bis nach Santiago de Compostela. Dies ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass der Caminho Português mit seinen etwa 250 km vergleichsweise kurz und zudem sehr abwechslungsreich ist.

Zu meiner großen Überraschung hatte nämlich mein 11-jähriger Enkel beschlossen sich in den Sommerferien zusammen mit seiner Oma auf den Weg nach Santiago zu machen. Ein große Herausforderung für beide.

Ist so eine lange Wanderung mit einem 11-jährigen überhaupt möglich? Mutet er sich zu viel zu? Kann er sich über einen so langen Zeitraum täglich neu motivieren die Wanderung fortzusetzen? Die Zweifel waren groß. Doch mein Enkel wollte unbedingt mit, hat sich vorbereitet und sich nicht abschrecken lassen.

Und so startete ich dieses Mal in Begleitung meines Enkels und natürlich in guter alter Tradition mit dem passenden „Outdoor-Handbuch“ im Gepäck.

Caminho Português

Caminho Português

Im Zusammenhang mit unserem Outdoor-Handbuch hatten wir noch ein nettes Erlebnis in einem Restaurant am Weg. Wir saßen schon geraume Zeit am Tisch und warteten darauf endlich bedient zu werden. Leider ging die Bedienung immer wieder an unserem Tisch vorbei ohne uns zu beachten. Mein Enkel wollte noch etwas über unsere nächste Etappe wissen, daher holte ich mein Handbüchlein aus dem Rucksack. In diesem Moment kam die Senora wieder an unserem Tisch vorbei und sah das Buch auf dem Tisch liegen und plötzlich ging alles ganz schnell. Wir konnten bestellen und das Essen war innerhalb kürzester Zeit auf dem Tisch. Mein Enkel konnte es gar nicht fassen und fragte mich: „Oma, warum geht es jetzt so zackig?“ Ich konnte es mir nur damit erklären, dass dieses Restaurant in diesem Buch empfohlen wird und sie sich diese Empfehlung nicht verscherzen wollten.

Nun zu unserem gemeinsamen Weg. Mit dem Fernreisebus fuhren wir von Ulm nach Porto, dem Beginn unserer Wanderung. Zu Fuß ging es ab hier über den knapp 250 km langen „Caminho“ nach Norden unserem Ziel entgegen.

Eine verdiente Pause am Meer

Eine verdiente Pause am Meer

Zunächst am Atlantik entlang, ab dem dritten Tag für vier weitere Tage durch Portugal und danach weiter durch Galicien (Spanien) bis nach Santiago de Compostela. Wir entschieden uns dafür, die ersten beiden Etappen auf der relativ neuen Variante direkt am Meer entlang zurück zu legen. Diese läuft westlich vom ursprünglichen Weg und wird vom Autor als „zwar nicht historisch belegt“ jedoch „landschaftlich wesentlich schöner“ beschrieben. Ein guter Hinweis. Hier auf diesem Abschnitt machte ich einmal mehr die Erfahrung, dass die Outdoor-Handbücher gut recherchiert und auf dem aktuellen Stand sind. Auf diesen zwei Etappen trafen wir fast nur Pilger mit dem gelben Büchlein in der Hand. Andere Pilger wurden anscheinend nicht durch ihre Wanderführer auf diese sehr schöne Alternative aufmerksam gemacht.

Nicht ohne mein Outdoor-Handbuch

Nicht ohne mein Outdoor-Handbuch

Überhaupt werden diese Führer nicht nur von mir sehr geschätzt.  Oftmals fragen andere Pilger, ob sie denn in meinen Wanderführer schauen dürfen. Insbesondere die Höhenprofile der einzelnen Etapen erfahren besonderes Interesse. Aber nun zurück zu unserer Wanderung. Am sechsten Tag überquerten wir die internationale Brücke, die Portugal mit Spanien verbindet. Damit hatten wir etwa die Hälfte des Weges geschafft.

Auf guten Wegen im leichten auf und ab erreichten wir bereits nach elf Tagen unser Ziel. Gut ist es gegangen. Wir konnten den gesamten Weg zu Fuß zurück legen, hatten keine körperlichen Probleme und keine nennenswerten Motivationsprobleme. Dank der guten Vorbereitung, der guten Wege und der moderaten Länge des Weges war dieser Weg eine Bereicherung für uns beide. Meinem Enkel hat die Tour so gut gefallen, dass er sich gut vorstellen kann wieder einmal auf Pilgertour zu gehen.

Gastautor: M. Maria S.

Elbrus mit Ski + Schneeschuhen

Die Besteigung des Elbrus war schon seit Jahren das erklärte Ziel von Helmut. Dieses Jahr Anfang Juni war es soweit. Unsere diesjährige Bergsteigerreise führte uns nach Russland. Genauer gesagt in den Kaukasus.

Elbrus Juni 2014

Elbrus Juni 2014

Bereits die Erlangung einer Einreisegenehmigung war ein kleines Abenteuer. Was wir nicht alles an Angaben machen bzw. vorlegen mussten. Zudem mussten wir persönlich bei der Botschaft vorsprechen und erst bei einem zweiten Termin erhielten wir unser Visum. Bei der Anreise ging es dann weiter. Es folgten strenge Kontrollen am Flughafen insbesondere unserer ABS-Rucksäcke. Und selbst im Airbus hatten wir das Gefühl unter Beobachtung zu stehen. Einer der Stuarts, vermittelte eher den Eindruck eines Aufsehers als den einer Servicekraft – ein Bulle von einem Mann mit einem Blick … jedenfalls traute sich keiner von uns um einen Nachschlag von Essen und Getränken zu fragen. Über Moskau ging´s, natürlich mit strengen Kontrollen, weiter nach Mineralnyje Wody im Kaukasus wo uns Liza Pahl bereits erwartete. Liza, Tourguide und Co-Autorin des Outdoorführers Russland: Elbrus, ist aus Deutschland, lebt seit Jahren in Russland und führt dort eine Reiseagentur.

Russland: Elbrus - Outdoorhandbuch

Russland: Elbrus – Outdoorhandbuch mit Liza Pahl

Ihre E-Mail-Adresse hatten wir dem Outdoorführer entnommen, der neben vielen nützlichen Informationen rund um den Elbrus auch eine Vielzahl wichtiger Kontaktdaten enthält. Wer Liza anschreibt darf sich nur nicht davon verunsichern lassen, wenn die Anfrage erstmal unbeantwortet bleibt. Liza ist immer viel unterwegs, daher kann es schon mal die eine oder andere Woche dauern, bis man eine Antwort erhält. Dafür ist sie vor Ort immer für einen da. Mit ihrer Unterstützung, insbesondere Dank ihrer sehr guten Orts- und Sprachkenntnisse, sowie ihren guten Beziehungen waren wir bestens für unser Unternehmen gerüstet.

Die ersten Tage nutzten wir um uns zu akklimatisieren und uns an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen. Von Terskol aus unternahmen wir eine erste Tour in das idyllische Iriktal, das als eines der schönsten Täler im Elbrusgebiet gilt. Diese und diverse andere Touren werden im Outdoor-Handbuch Russland: Elbrus vorgestellt und beschrieben. Eine weitere Tour führte uns auf den kleinen Tscheget.

Kleiner Tscheget

Kleiner Tscheget

Die ersten Höhenmeter überwanden wir mit Hilfe eines nicht ganz modernen Sessellifts ohne Sicherheitsbügel und Fußstützen. Von der Bergstation aus ging´s dann zu Fuß weiter durch Fels und Schnee bis zum 3.461 m hohen Gipfel mit Blick auf den Elbrus. Abends noch Ausrüstungscheck und packen für die Tage am Berg.

Mit Gondel und Pistenraupe fuhren wir mit jeder Menge Ausrüstung zu unserem „Basecamp“ auf etwa 3.700 m, ein einfaches Containerlager mit Plumpsklo.

Auf zum Basecamp

Auf zum Basecamp

Dank eigener Köchin war das Essen hier am Berg jedoch deutlich besser als im Tal. Zur besseren Akklimatisation stiegen wir noch bis zur Prijut, einem alten verfallenen Kesselhaus auf 4.100 m auf. Zwei Bergsteiger unserer Gruppe wollten den ganzen Aufstieg zum Elbrus aus eigener Kraft bewältigen. Die beiden verzichteten daher auf den Komfort der Seilbahn und stiegen mit Hilfe einer von Liza gezeichneten Karte vom Tal aus auf.

Die kommenden Tage waren gekennzeichnet von wechselhaftem Wetter, Wind und schlechter Sicht bis hin zum Whiteout. Wir nutzten die Zeit für weitere Akklimatisationstouren, Gletscherausbildung, Ausrüstungspflege usw. Dazwischen waren regelmäßig die Wege zum Lager und zur Toilette frei zu räumen und Schnee für die Küche ranzuschaffen. Nachdem nun endlich eine Wetterbesserung in Sicht war beschlossen wir am 17. Geburtstag von Helmut jun. in das alte Kesselhaus zu verlegen. Am nächsten Morgen gegen 3:45 Uhr begann der lange kalte Aufstieg zum Gipfel.

Abseits der Pistenraupen

Abseits der Pistenraupen

Bei Windgeschwindigkeiten von etwa 60 kmh eine nicht gerade angenehme Angelegenheit, zumal man ständig damit rechnen musste von Pistenraupen und Skidoos überfahren zu werden. Am Elbrus hat es sich eingebürgert, sich bis bis zu den Pastuchow-Felsen auf etwa 4.700 Hm bzw. bei guten Bedingungen bis 5.000 Hm fahren zu lassen um so die Gipfeletappe zu verkürzen. Für uns kam dies nicht in Frage, wir wollten die fehlenden 1.550 Hm aus eigener Kraft bewältigen. Mit Skiern bzw. mit Steigeisen kämpften wir uns gegen Wind und Kälte unserem Ziel entgegen. Gegen 14:00 Uhr war es so weit.

Am Gipfel des Elbrus - 5.642 Meter über dem Meer

Am Gipfel des Elbrus – 5.642 Meter über dem Meer

Wir standen am Gipfel des Elbrus auf 5.642 m über dem Meer. Leider nicht vollzählig. Einer unserer Bergkameraden musste auf 4.800 Hm umdrehen. Dank eingeplanter Reservetage konnte er drei Tage später unter der Führung von Liza Pahl einen erneuten Versuch starten und erreichte erfolgreich den Gipfel. Damit waren alle Teilnehmer auf dem höchsten Punkt Europas – zumindest wenn man sich der Meinung anschließt, dass der Kaukasus zu Europa zählt – kleine Anmerkung der Autorin 😉

Zwischen einem Ausflug zu einem nahegelegenen Stausee, kleinen Einkäufen und einer Stadtführung in Pjatigorsk musste unser Gipfelerfolg selbstver- ständlich gebührend gefeiert werden.

Die Bergsteigerbar in Terskol

In der Bergsteigerbar von Terskol

Dank diverser Vier- bzw. Fünftausender-Runden (traditionell zahlt der Bergsteiger für das erstmalige Überschreiten jeder 1.000er Höhenlinie eine Runde an seine Bergkameraden), dem einen oder anderen Geburtstag und einem Namenstag gingen uns Krimsekt und Elbrusbier nicht aus. In einer von einem Everestbesteiger geführten Bar in Terskol hängten wir zur Erinnerung an unseren Gipfelerfolg vor unserer Heimreise noch eine von Anton gestiftete Bayernfahne mit unseren Unterschriften auf.

Diverse Kontrollposten und ein vergessenes Handy später (auf nähere Erläuterungen an dieser Stelle wird aus datenschutzrechtlichen Gründen verzichtet) landeten wir wohlbehalten in München.  Schee war´s!

Dieser Artikel entstand mit Unterstützung von Benno´s „kleinem Tagebuch“, Helmut sen. Aufzeichnungen und den Bildern von Anton, Benno, Kirstin, Markus, Roland und Ulla.

Unterwegs auf dem mozarabischen Jakobsweg

Inzwischen war ich zum dritten Mal auf dem Jakobsweg unterwegs. Dieses Mal auf der „Via de la Plata“, dem Mozarabischen Jakobsweg. Wie immer hatte ich das entsprechende Outdoor-Handbuch samt Updates im Gepäck und war gespannt, was mich dieses Mal erwartet.

Der Jakobsweg - Via de la Plata

Der Jakobsweg – Via de la Plata

Sind z. B. jetzt im Frühjahr die Bäche passierbar? Sind viele Pilger unterwegs und damit die Herbergen überfüllt oder bin ich eher alleine auf dem langen Weg bis Sanitago de Compostela? Neu und erlebnisreich wird es sicher. Jeder der Wege und jede Provinz ist anders. Was alle verbindet ist das gemeinsame Ziel und vor allem die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Menschen uns Pilgern gegenüber. Diese Erfahrung machten ein Pilger aus der Schweiz und ich kurz nach unserem Start am 03. Mai in Sevilla.

Auf nach Santiago de Compostela

Auf nach Santiago de Compostela

Der Wegverlauf am Stadtrand war nicht ganz eindeutig. Ein hilfsbereiter Spanier fuhr uns kurzerhand nach Camas und zeigte uns den Weiterweg. Um diesen etwas verzwickten Weg aus der Stadt zu vermeiden nehmen viele Pilger den Bus nach Italica.

Jetzt im Mai war es wunderschön. Viele Blumen und blühende Sträucher säumten unseren Weg. Vorbei ging es an Weinfeldern, Olivenhainen, großen Blumenwiesen und alte Steinbrücken aus der Römerzeit.

Eine der alten Römerbrücken

Eine der alten Römerbrücken

Durch den Trassenbau der Bahn und den damit verbundenen massiven Eingriffen in die Landschaft ändert sich der Wegeverlauf immer mal wieder, aber er ist durchwegs gut ausgeschildert. Da der Weg ist zum Teil breit und gut befahrbar ist, sind auch viele Radpilger unterwegs.

Viele Pilger hören in Salamanca auf, andere beginnen hier den zweiten Abschnitt des Weges. Ein Ehepaar aus Holland, das ich unterwegs kennenlernte, ging den ganzen Weg von Sevilla bis Santiago de Compostela bereits zum dritten Mal. Ich kann dies nachvollziehen, da dieser Weg sehr schön ist.

 

Zahlreiche Wegweiser auf dem Weg nach Santiago de Compostela

Zahlreiche Wegweiser auf dem Weg nach Santiago de Compostela

Die Beschreibungen der Wege, Orte und Herbergen im Outdoor-Handbuch „Via de la Plata“ sind sehr ausführlich und gut. Nur die Karten könnten manchmal etwas genauer sein (z. B. zu den Orten rechts und links des Weges mit Ausweichmöglichkeiten zum Übernachten).

Die spanischen Pilgerfreunde und Wegepaten opfern viel Zeit für die Markierungen und Pflege der Wege. Das Outdoor-Handbuch ist hierzu eine sehr gute Ergänzung. Irgendetwas gibt es immer zum Nachlesen oder mit Pilgerfreunden in ihren Führern zu vergleichen. In punkto Etappenplanung, Herbergen, Einkaufen, Format und so weiter ist das Outdoor-Handbuch einfach gut. Kleine Verbesserungswünsche gibt es immer und überall. Weitergeleitet an den Verlag werden diese von den Autoren gerne angenommen und in den regelmäßig erscheinenden Neuauflagen berücksichtigt, wie auch „Via de la Plata“ mit der 6. Auflage aus 2014, die zwischenzeitlich erschienen ist.

Ein Buch das nicht im Rucksack fehlen darf

Ein Buch das in meinem Rucksack nicht fehlen darf

Insgesamt betrachtet sind mir die Outdoor-Handbücher die liebsten „Reiseführer-Begleiter“ auf meinen Jakobswegen und werden auch beim nächsten Jakobsweg dem „Caminho Português“ wieder einen Platz in meinem Rucksack bekommen.

In diesem Sinne „Buen Camino“

Gastautor: M. Maria S.

Elbrus

Unsere diesjährige Bergsteigerreise führt uns nach Russland. Genauer gesagt auf den Elbrus im Kaukasus der, je nach Betrachtungsweise, gerade noch in Europa oder schon in Asien liegt. Die Meinungen hierzu gehen auseinander. Innerhalb der weltweiten Bergsteigerszene jedoch gilt der Elbrus mit seinen 5642 m Höhe als der höchste Berg Europas und zählt folglich zu den Seven Summits. Damit ist dies der dritte Seven Summit, den wir nach dem Kilimanjaro und dem Aconcagua in Angriff nehmen.

Auf zum Elbrus

Zusammen mit Elisabeth Pahl Co-Autorin des Outdoor-Handbuches „Russland: Elbrus“ machen wir uns Mitte Juni mit Skiern bzw. Schneeschuhen auf den Weg zum Gipfel.

Ergänzend zu den eigenen Vorbereitungen trafen wir uns Mitte Mai im Ötztal um einander näher kennen zu lernen, die letzten Absprachen zu treffen und natürlich um gemeinsam auf Tour zu gehen.

Auf Vorbereitungstour im Ötztal

Auf Vorbereitungstour im Ötztal

Der Schnee war mäßig (Ski und Schneeschuhe mussten die ersten 700 Höhenmeter getragen werden), das Wetter war auch nicht der Hit, aber das tat der Sache keinen Abbruch. Gemeinsam losziehen, trainieren und die Natur genießen das war die Devise.
Es sind schließlich nur noch drei Wochen, dann geht´s los in den Kaukasus am Rande Europas oder doch Asiens?

 

Abgründig

Vier Schneeschuhwanderer machen sich Anfang April auf den Weg zum Großvenediger. Nach dem sie bis zum Abend nicht zurück auf die Kürsinger Hütte kommen beginnt eine Suchaktion, die aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen mit Temperaturen um – 12 Grad, Windspitzen bis 100 km/h sowie bis zu 50 cm Neuschnee im Suchgebiet immer wieder unterbrochen werden muss. Nach vier Tagen werden die Vermissten auf einer Höhe von etwa 3.400 m gefunden. Dort hatten die Schneeschuhwanderer die knapp 60 Stunden bis zu ihrer Rettung in einem Schneebiwak nahezu unversehrt überstanden.
Wahrheit oder Fiktion?

kleine und große Gletscherspalten

kleine und große Gletscherspalten

Ein 70jähriger geht im Stubaital auf eine 3-tägige Bergtour. Er ist alleine unterwegs. Mit seinen Söhnen hat er vereinbart, sich nach Abschluss der Tour zurück zu melden. Beim Überqueren eines Gletschers stürzt er ca. 10 Meter tief in eine Gletscherspalte. Aus eigener Kraft kommt er hier nicht wieder raus. Mit seinem Handy hat er keinen Empfang. Die Temperatur in der Gletscherspalte liegt um 0 Grad. Er nutzt seinen Rucksack als Unterlage. Hüllt sich in die Rettungsfolie. Steckt die Hände unter die Achseln. Atmet in die Jacke. Teilt seinen Proviant, die Schokolade, die Kekse gut ein. Trinkt Gletscherwasser. Spart Energie wo er nur kann. Ruft täglich zwischen 10:00 Uhr und 16:00 Uhr um Hilfe – um diese Zeit ist seiner Einschätzung nach die Chance am Größten von anderen Bergsteigern gehört zu werden. Nach sechs Tagen wird er gerettet. Es wird davon ausgegangen, dass die Rettungsfolie der ausschlaggebende Faktor für sein Überleben war.
Wahrheit oder Fiktion?

durch die Höllentalklamm

Eine Gruppe Jugendlicher macht sich vom Bergcamp in Grainau aus auf den Weg zur Zugspitze. Die Führung übernimmt einer der Älteren. Er kennt die Gegend „wie seine Westentasche“. Durch die Höllentalklamm kommen sie noch gut durch. Das Wetter verschlechtert sich zunehmend. Die Ausrüstung der Jugendlichen ist unzureichend. Die meisten haben keinerlei Erfahrung im Gebirge. Aus dem schlechten Wetter wird ein Unwetter das tagelang anhalten wird. Es schüttet, stürmt. Sie sind nass, frieren. Sie verirren sich im weglosen Gelände. Finden Unterschlupf in einer aufgelassenen zugigen Hütte. Niemand weiß wo sie sind. Sie sind ausgebüxt um was zu erleben und haben niemandem von Ihren Plänen erzählt. Sie sind auf sich alleine gestellt.
Wahrheit oder Fiktion?

Die ersten beiden Geschichten sind wahr. Nachzulesen sind sie in der Zeitschrift für Risikomanagement im Bergsport „bergundsteigen“ in den Ausgaben 3/2010 bzw. 2/2013. Die Story um die jugendlichen Bergsteiger ist eine Erfindung von Arno Strobel. Erfunden zwar, aber gespickt mit den berühmten Funken Wahrheit.

Arno Strobel - Abgründig

Arno Strobel – Abgründig

Immer wieder geraten Menschen in Bergnot und nicht nur auf den hohen, schwierigen Bergen. Oftmals überschätzen diese Menschen ihr Leistungsvermögen, unterschätzen die Anforderungen der gewählten Tour an den Bergsteiger, sind mangelhaft ausgerüstet, erkennen die Wetterzeichen nicht … Die Gründe sind vielfältig. Ein weiterer Aspekt, der im Risikomanagement nicht vergessen werden darf, ist die Gruppendynamik. Die Aussagen hierzu sind eindeutig: „Entscheidungen unter Einfluss einer Gruppensituation/ Gruppendynamik fallen im Vergleich zu Entscheidungen einer Einzelperson sehr oft risikoreicher aus und führen immer wieder zu Unfällen“ (bergundsteigen 1/2011). Hier genannte Faktoren wie Erwartungshaltungen, Imponiergehabe, Konkurrenzverhalten, Rangpositionen und deren Dynamik stellt Arno Strobel neben den davor genannten Faktoren, eingebettet in seinem ersten Jugendthriller „Abgründig“, eindrucksvoll dar. Die Gruppe Jugendlicher verlässt sich auf die „Erfahrungen“ eines Einzelnen, die einzelnen Jugendlichen gehen mit auf Tour bzw. kehren nicht um, obwohl sie bedenken haben, es werden Fehlentscheidungen getroffen … So nimmt das Unheil in Abgründig seinen Lauf. Die im Thriller beschriebenen Verhaltensmuster können übrigens keineswegs nur der Jugend zugeschrieben werden. Alle Altersschichten sind betroffen. Wir alle sind betroffen. Neigen dazu uns auf andere zu verlassen oder wollen uns beweisen, möchten nicht zugeben, dass wir „kein gutes Gefühl“ haben, lassen uns beschwichtigen, unterschätzen die Gefahr, gehen womöglich schlichtweg unvorbereitet und unbedarft auf Tour …

Mein Fazit:
Abgründig ist er, Arno Strobels Jugendthriller – Abwegig jedoch nicht.
Fiktion – aber auch Wahrheit.
Spannend zu lesen – gespickt mit Aspekten über die es sich nachzudenken lohnt.