Vulcán Puyehue

Wir haben ein neues Ziel entdeckt: den Nationalpark Puyehue in Chile. Genauer gesagt den gleichnamigen Vulkan im Park. Damit steht uns wieder einmal ein Grenzübertritt mit all den erforderlichen Grenzformalitäten und Kontrollen bevor. Die vor uns liegende Grenze am Paso Cardenal Antonio Samoré ist bekannt für strenge Kontrollen und ist zudem stark frequentiert. Dies führt oft zu langen Wartezeiten.

grenze

Frühmorgens an der Grenze

Von einem einheimischen Wohnmobilfahrer bekommen wir den Tipp uns abends direkt nach Grenzschluss (die Grenze ist von 19:00 – 8:00 Uhr geschlossen!) mit in die Warteschlange vor der Grenze einzureihen, so dass wir am Morgen bei Grenzöffnung vorne mit dabei sind. Eine 1a-Idee!

So kommen wir am frühen Vormittag im Nationalpark an. Wir dürfen uns auf das Gelände der Nationalparkverwaltung CONAF neben einen kleinen Wasserfall stellen und haben somit einen wunderbaren, vom Parkranger bewachten, Stützpunkt für unsere Unternehmungen.

nationalpark

Mit unserem Parkranger am Eingang der Nationalparkverwaltung

Von unserem Parkranger erfahren wir auch wo wir uns für unseren geplanten Aufstieg zum Vulkankrater registrieren können. Da wir am nächsten Morgen sehr zeitig los wollen, gehen wir erst einmal auf Erkundungstour. Bei der obligatorischen Registrierung an der Receptión im Restaurant am Beginn der Aufstiegsroute erfahren wir, dass wir uns etwa vier Kilometer und 150 Höhenmeter Fußmarsch sparen können, wenn wir mit unserer KTM bis zur „pampa“, der letzten Weidefläche vor dem eigentlichen Zustieg, fahren.

zufahrt

Von einem Viehgatter zum nächsten

Und so fahren wir früh morgens mit Bergausrüstung und zwei Rucksäcken bepackt zunächst über Viehweiden, dann auf einem ausgewaschenen und teilweise sehr steilen Feldweg bis zum Ende einer höhergelegenen Wiese. Eine echte Herausforderung. Zu zweit auf einem Motorrad – in diesem Gelände … sauber gefahren Helmut … Respekt!

Uns stehen etwa 1.700 Höhenmeter Aufstieg bevor. Die ersten 800 Höhenmeter steigen wir auf gut markiertem Weg im schattigen Wald auf bis dieser kurz vor dem Refugio El Caulle in ein kurzes Wiesenstück über geht.

dsc01613

Unser Tagesziel

Die südamerikanischen Refugios (Schutzhütten) sind regelmäßig nicht bewirtschaftet und bieten äußerst wenig Komfort.

refugio

Refugio El Caulle

Dank unserer Karte wissen wir, dass die eingezeichneten Bachläufe nicht ganzjährig wasserführend sind und haben genügend zum Trinken dabei.

Die verbleibenden 900 Höhenmeter führen nun über teilweise lockeres Lavagestein, in Gipfelnähe in zunehmend steilerem Gelände unserem Ziel entgegen. Dann sind wir am Gipfel. Ein komplett erhaltener Krater mit einem Durchmesser von fast zwei Kilometern liegt vor uns.

am-kraterrand

Am Kraterrand

Darüber hinaus können wir bis in weite Ferne die Auswirkung der letzten Ausbrüche (zuletzt im Juni 2011) erkennen. Gigantische Flächen sind mit Asche bedeckt, abgestorbene Bäume … eine Schneise der Verwüstung einerseits … eine beeindruckende Szenerie andererseits.

blick-von-oben

Wir lassen unsere Blicke schweifen

2011 beeinträchtigte die Asche sogar den Flugverkehr in Australien und Neuseeland und kam nach einer zweiwöchigen Erdumrundung wieder nach Chile. Ein beeindruckender Vulkan! Toll, dass wir dort oben stehen konnten.

An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich beim Conrad Stein Verlag. Dank der Travel und Trekking Map Puyehue (die übrigens wasser- und reißfest ist) wussten wir überhaupt erst, dass dieser Vulkan erschlossen ist. Unser Reiseführer informiert zwar über den Nationalpark im Allgemeinen, nicht jedoch über die Wandermöglichkeiten. Ein großer Teil der Berge hier ist in keiner Weise erschlossen, so dass der Zugang oft weitestgehend ausgeschlossen ist. Zudem ist es nicht einfach geeignetes Kartenmaterial zu finden. In den Parks erhält man meist nur skizzierte Karten.

abstieg

„Abfahrt“ im Lavaschotterfeld

Eine Auszeit in Südamerika

In 20 Jahren wirst Du mehr darüber enttäuscht sein über die Dinge, die Du nicht getan hast, als über die Dinge die Du getan hast. Also wirf die Leinen los, verlass den sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit Deinen Segeln. Entdecke. Erforsche. Träume!

Mark Twain

Eine Abendstimmung die zum Träumen einlädt

Eine Abendstimmung zum Träumen

Träume … wer kann von sich behaupten, dass er noch nie davon geträumt hat den Alltag hinter sich zu lassen, sich ausreichend Zeit für sich selbst zu nehmen, sich davon zu befreien einer Verpflichtung nach der anderen nachgehen „zu müssen“, die Seele baumeln zu lassen, auf Reisen zu gehen …?

Wir haben haben diese Träume und wir haben uns dafür entschieden unsere Träume zu realisieren, eine Auszeit vom Alltag und den täglichen Verpflichtungen zu nehmen, auf Reisen zu gehen. Noch in diesem Jahr ist es soweit. Wir starten in das bisher größte Abenteuer unseres Lebens, verschiffen unser Expeditionsmobil nach Montevideo und reisen damit durch Südamerika.

Unser "Schneckenhaus"

Unser „Schneckenhaus“ – hier in Marokko’s Sanddünen

Wir wollen mit unserem MAN durch die südamerikanischen Länder fahren, auf Trekkingtouren gehen, die traumhaften Nationalparks von Chile und Argentinien erkunden, die jeweils höchsten Berge der Länder besteigen die wir bereisen, auf dem Inkatrail nach Machu Picchu wandern, durch die Atacama Wüste fahren, Land und Leute kennen lernen und noch vieles mehr. Immer der Nase nach. Genaue Pläne haben wir nicht, dafür viele Ideen, ein paar Reiseführer und einen großen Stapel an Literatur und Trekkingkarten von den Outdoor Verlagen mit wunderbaren Zielen, die es zu erkunden gilt.

Eine "kleine" Auswahl unserer Reiseführer und Karten

Eine „kleine“ Auswahl unserer Reiseführer und Karten

Welche Länder wir letztendlich bereisen werden wissen wir noch nicht. Wie weit wir in der uns zur Verfügung stehenden Zeit kommen wissen wir auch noch nicht. Wir werden sehen … und hier an dieser Stelle und auf der Webseite (un)regelmäßig berichten.

Noch zu Hause

… noch zu Hause …

Elbrus mit Ski + Schneeschuhen

Die Besteigung des Elbrus war schon seit Jahren das erklärte Ziel von Helmut. Dieses Jahr Anfang Juni war es soweit. Unsere diesjährige Bergsteigerreise führte uns nach Russland. Genauer gesagt in den Kaukasus.

Elbrus Juni 2014

Elbrus Juni 2014

Bereits die Erlangung einer Einreisegenehmigung war ein kleines Abenteuer. Was wir nicht alles an Angaben machen bzw. vorlegen mussten. Zudem mussten wir persönlich bei der Botschaft vorsprechen und erst bei einem zweiten Termin erhielten wir unser Visum. Bei der Anreise ging es dann weiter. Es folgten strenge Kontrollen am Flughafen insbesondere unserer ABS-Rucksäcke. Und selbst im Airbus hatten wir das Gefühl unter Beobachtung zu stehen. Einer der Stuarts, vermittelte eher den Eindruck eines Aufsehers als den einer Servicekraft – ein Bulle von einem Mann mit einem Blick … jedenfalls traute sich keiner von uns um einen Nachschlag von Essen und Getränken zu fragen. Über Moskau ging´s, natürlich mit strengen Kontrollen, weiter nach Mineralnyje Wody im Kaukasus wo uns Liza Pahl bereits erwartete. Liza, Tourguide und Co-Autorin des Outdoorführers Russland: Elbrus, ist aus Deutschland, lebt seit Jahren in Russland und führt dort eine Reiseagentur.

Russland: Elbrus - Outdoorhandbuch

Russland: Elbrus – Outdoorhandbuch mit Liza Pahl

Ihre E-Mail-Adresse hatten wir dem Outdoorführer entnommen, der neben vielen nützlichen Informationen rund um den Elbrus auch eine Vielzahl wichtiger Kontaktdaten enthält. Wer Liza anschreibt darf sich nur nicht davon verunsichern lassen, wenn die Anfrage erstmal unbeantwortet bleibt. Liza ist immer viel unterwegs, daher kann es schon mal die eine oder andere Woche dauern, bis man eine Antwort erhält. Dafür ist sie vor Ort immer für einen da. Mit ihrer Unterstützung, insbesondere Dank ihrer sehr guten Orts- und Sprachkenntnisse, sowie ihren guten Beziehungen waren wir bestens für unser Unternehmen gerüstet.

Die ersten Tage nutzten wir um uns zu akklimatisieren und uns an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen. Von Terskol aus unternahmen wir eine erste Tour in das idyllische Iriktal, das als eines der schönsten Täler im Elbrusgebiet gilt. Diese und diverse andere Touren werden im Outdoor-Handbuch Russland: Elbrus vorgestellt und beschrieben. Eine weitere Tour führte uns auf den kleinen Tscheget.

Kleiner Tscheget

Kleiner Tscheget

Die ersten Höhenmeter überwanden wir mit Hilfe eines nicht ganz modernen Sessellifts ohne Sicherheitsbügel und Fußstützen. Von der Bergstation aus ging´s dann zu Fuß weiter durch Fels und Schnee bis zum 3.461 m hohen Gipfel mit Blick auf den Elbrus. Abends noch Ausrüstungscheck und packen für die Tage am Berg.

Mit Gondel und Pistenraupe fuhren wir mit jeder Menge Ausrüstung zu unserem „Basecamp“ auf etwa 3.700 m, ein einfaches Containerlager mit Plumpsklo.

Auf zum Basecamp

Auf zum Basecamp

Dank eigener Köchin war das Essen hier am Berg jedoch deutlich besser als im Tal. Zur besseren Akklimatisation stiegen wir noch bis zur Prijut, einem alten verfallenen Kesselhaus auf 4.100 m auf. Zwei Bergsteiger unserer Gruppe wollten den ganzen Aufstieg zum Elbrus aus eigener Kraft bewältigen. Die beiden verzichteten daher auf den Komfort der Seilbahn und stiegen mit Hilfe einer von Liza gezeichneten Karte vom Tal aus auf.

Die kommenden Tage waren gekennzeichnet von wechselhaftem Wetter, Wind und schlechter Sicht bis hin zum Whiteout. Wir nutzten die Zeit für weitere Akklimatisationstouren, Gletscherausbildung, Ausrüstungspflege usw. Dazwischen waren regelmäßig die Wege zum Lager und zur Toilette frei zu räumen und Schnee für die Küche ranzuschaffen. Nachdem nun endlich eine Wetterbesserung in Sicht war beschlossen wir am 17. Geburtstag von Helmut jun. in das alte Kesselhaus zu verlegen. Am nächsten Morgen gegen 3:45 Uhr begann der lange kalte Aufstieg zum Gipfel.

Abseits der Pistenraupen

Abseits der Pistenraupen

Bei Windgeschwindigkeiten von etwa 60 kmh eine nicht gerade angenehme Angelegenheit, zumal man ständig damit rechnen musste von Pistenraupen und Skidoos überfahren zu werden. Am Elbrus hat es sich eingebürgert, sich bis bis zu den Pastuchow-Felsen auf etwa 4.700 Hm bzw. bei guten Bedingungen bis 5.000 Hm fahren zu lassen um so die Gipfeletappe zu verkürzen. Für uns kam dies nicht in Frage, wir wollten die fehlenden 1.550 Hm aus eigener Kraft bewältigen. Mit Skiern bzw. mit Steigeisen kämpften wir uns gegen Wind und Kälte unserem Ziel entgegen. Gegen 14:00 Uhr war es so weit.

Am Gipfel des Elbrus - 5.642 Meter über dem Meer

Am Gipfel des Elbrus – 5.642 Meter über dem Meer

Wir standen am Gipfel des Elbrus auf 5.642 m über dem Meer. Leider nicht vollzählig. Einer unserer Bergkameraden musste auf 4.800 Hm umdrehen. Dank eingeplanter Reservetage konnte er drei Tage später unter der Führung von Liza Pahl einen erneuten Versuch starten und erreichte erfolgreich den Gipfel. Damit waren alle Teilnehmer auf dem höchsten Punkt Europas – zumindest wenn man sich der Meinung anschließt, dass der Kaukasus zu Europa zählt – kleine Anmerkung der Autorin 😉

Zwischen einem Ausflug zu einem nahegelegenen Stausee, kleinen Einkäufen und einer Stadtführung in Pjatigorsk musste unser Gipfelerfolg selbstver- ständlich gebührend gefeiert werden.

Die Bergsteigerbar in Terskol

In der Bergsteigerbar von Terskol

Dank diverser Vier- bzw. Fünftausender-Runden (traditionell zahlt der Bergsteiger für das erstmalige Überschreiten jeder 1.000er Höhenlinie eine Runde an seine Bergkameraden), dem einen oder anderen Geburtstag und einem Namenstag gingen uns Krimsekt und Elbrusbier nicht aus. In einer von einem Everestbesteiger geführten Bar in Terskol hängten wir zur Erinnerung an unseren Gipfelerfolg vor unserer Heimreise noch eine von Anton gestiftete Bayernfahne mit unseren Unterschriften auf.

Diverse Kontrollposten und ein vergessenes Handy später (auf nähere Erläuterungen an dieser Stelle wird aus datenschutzrechtlichen Gründen verzichtet) landeten wir wohlbehalten in München.  Schee war´s!

Dieser Artikel entstand mit Unterstützung von Benno´s „kleinem Tagebuch“, Helmut sen. Aufzeichnungen und den Bildern von Anton, Benno, Kirstin, Markus, Roland und Ulla.

Elbrus

Unsere diesjährige Bergsteigerreise führt uns nach Russland. Genauer gesagt auf den Elbrus im Kaukasus der, je nach Betrachtungsweise, gerade noch in Europa oder schon in Asien liegt. Die Meinungen hierzu gehen auseinander. Innerhalb der weltweiten Bergsteigerszene jedoch gilt der Elbrus mit seinen 5642 m Höhe als der höchste Berg Europas und zählt folglich zu den Seven Summits. Damit ist dies der dritte Seven Summit, den wir nach dem Kilimanjaro und dem Aconcagua in Angriff nehmen.

Auf zum Elbrus

Zusammen mit Elisabeth Pahl Co-Autorin des Outdoor-Handbuches „Russland: Elbrus“ machen wir uns Mitte Juni mit Skiern bzw. Schneeschuhen auf den Weg zum Gipfel.

Ergänzend zu den eigenen Vorbereitungen trafen wir uns Mitte Mai im Ötztal um einander näher kennen zu lernen, die letzten Absprachen zu treffen und natürlich um gemeinsam auf Tour zu gehen.

Auf Vorbereitungstour im Ötztal

Auf Vorbereitungstour im Ötztal

Der Schnee war mäßig (Ski und Schneeschuhe mussten die ersten 700 Höhenmeter getragen werden), das Wetter war auch nicht der Hit, aber das tat der Sache keinen Abbruch. Gemeinsam losziehen, trainieren und die Natur genießen das war die Devise.
Es sind schließlich nur noch drei Wochen, dann geht´s los in den Kaukasus am Rande Europas oder doch Asiens?

 

Abgründig

Vier Schneeschuhwanderer machen sich Anfang April auf den Weg zum Großvenediger. Nach dem sie bis zum Abend nicht zurück auf die Kürsinger Hütte kommen beginnt eine Suchaktion, die aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen mit Temperaturen um – 12 Grad, Windspitzen bis 100 km/h sowie bis zu 50 cm Neuschnee im Suchgebiet immer wieder unterbrochen werden muss. Nach vier Tagen werden die Vermissten auf einer Höhe von etwa 3.400 m gefunden. Dort hatten die Schneeschuhwanderer die knapp 60 Stunden bis zu ihrer Rettung in einem Schneebiwak nahezu unversehrt überstanden.
Wahrheit oder Fiktion?

kleine und große Gletscherspalten

kleine und große Gletscherspalten

Ein 70jähriger geht im Stubaital auf eine 3-tägige Bergtour. Er ist alleine unterwegs. Mit seinen Söhnen hat er vereinbart, sich nach Abschluss der Tour zurück zu melden. Beim Überqueren eines Gletschers stürzt er ca. 10 Meter tief in eine Gletscherspalte. Aus eigener Kraft kommt er hier nicht wieder raus. Mit seinem Handy hat er keinen Empfang. Die Temperatur in der Gletscherspalte liegt um 0 Grad. Er nutzt seinen Rucksack als Unterlage. Hüllt sich in die Rettungsfolie. Steckt die Hände unter die Achseln. Atmet in die Jacke. Teilt seinen Proviant, die Schokolade, die Kekse gut ein. Trinkt Gletscherwasser. Spart Energie wo er nur kann. Ruft täglich zwischen 10:00 Uhr und 16:00 Uhr um Hilfe – um diese Zeit ist seiner Einschätzung nach die Chance am Größten von anderen Bergsteigern gehört zu werden. Nach sechs Tagen wird er gerettet. Es wird davon ausgegangen, dass die Rettungsfolie der ausschlaggebende Faktor für sein Überleben war.
Wahrheit oder Fiktion?

durch die Höllentalklamm

Eine Gruppe Jugendlicher macht sich vom Bergcamp in Grainau aus auf den Weg zur Zugspitze. Die Führung übernimmt einer der Älteren. Er kennt die Gegend „wie seine Westentasche“. Durch die Höllentalklamm kommen sie noch gut durch. Das Wetter verschlechtert sich zunehmend. Die Ausrüstung der Jugendlichen ist unzureichend. Die meisten haben keinerlei Erfahrung im Gebirge. Aus dem schlechten Wetter wird ein Unwetter das tagelang anhalten wird. Es schüttet, stürmt. Sie sind nass, frieren. Sie verirren sich im weglosen Gelände. Finden Unterschlupf in einer aufgelassenen zugigen Hütte. Niemand weiß wo sie sind. Sie sind ausgebüxt um was zu erleben und haben niemandem von Ihren Plänen erzählt. Sie sind auf sich alleine gestellt.
Wahrheit oder Fiktion?

Die ersten beiden Geschichten sind wahr. Nachzulesen sind sie in der Zeitschrift für Risikomanagement im Bergsport „bergundsteigen“ in den Ausgaben 3/2010 bzw. 2/2013. Die Story um die jugendlichen Bergsteiger ist eine Erfindung von Arno Strobel. Erfunden zwar, aber gespickt mit den berühmten Funken Wahrheit.

Arno Strobel - Abgründig

Arno Strobel – Abgründig

Immer wieder geraten Menschen in Bergnot und nicht nur auf den hohen, schwierigen Bergen. Oftmals überschätzen diese Menschen ihr Leistungsvermögen, unterschätzen die Anforderungen der gewählten Tour an den Bergsteiger, sind mangelhaft ausgerüstet, erkennen die Wetterzeichen nicht … Die Gründe sind vielfältig. Ein weiterer Aspekt, der im Risikomanagement nicht vergessen werden darf, ist die Gruppendynamik. Die Aussagen hierzu sind eindeutig: „Entscheidungen unter Einfluss einer Gruppensituation/ Gruppendynamik fallen im Vergleich zu Entscheidungen einer Einzelperson sehr oft risikoreicher aus und führen immer wieder zu Unfällen“ (bergundsteigen 1/2011). Hier genannte Faktoren wie Erwartungshaltungen, Imponiergehabe, Konkurrenzverhalten, Rangpositionen und deren Dynamik stellt Arno Strobel neben den davor genannten Faktoren, eingebettet in seinem ersten Jugendthriller „Abgründig“, eindrucksvoll dar. Die Gruppe Jugendlicher verlässt sich auf die „Erfahrungen“ eines Einzelnen, die einzelnen Jugendlichen gehen mit auf Tour bzw. kehren nicht um, obwohl sie bedenken haben, es werden Fehlentscheidungen getroffen … So nimmt das Unheil in Abgründig seinen Lauf. Die im Thriller beschriebenen Verhaltensmuster können übrigens keineswegs nur der Jugend zugeschrieben werden. Alle Altersschichten sind betroffen. Wir alle sind betroffen. Neigen dazu uns auf andere zu verlassen oder wollen uns beweisen, möchten nicht zugeben, dass wir „kein gutes Gefühl“ haben, lassen uns beschwichtigen, unterschätzen die Gefahr, gehen womöglich schlichtweg unvorbereitet und unbedarft auf Tour …

Mein Fazit:
Abgründig ist er, Arno Strobels Jugendthriller – Abwegig jedoch nicht.
Fiktion – aber auch Wahrheit.
Spannend zu lesen – gespickt mit Aspekten über die es sich nachzudenken lohnt.

Der Küstenweg – Unterwegs auf dem Jakobsweg

Nach 2011 auf dem Camino Frances (ab dem Col de Somport) entschied ich mich 2012 wieder für einen Führer vom Conrad Stein Verlag. Während meiner Wanderung konnte ich das Outdoor-Handbuch „Spanien: Jakobsweg – Küstenweg“ mit anderen, auch nicht deutschsprachigen, Reiseführern vergleichen.

Die Outdoor-Verlage - Der Jakobsweg

Die Outdoor-Verlage – Der Jakobsweg

Auf dem Camino de la Costa und Camino del Norte leistete mir das kleine handliche Buch gute Dienste.

Sehr positiv bewerte ich die Möglichkeit der freien Routenplanung, da die Entfernung in Kilometer von Herberge zu Herberge angegeben ist. In anderen Führern werden oftmals Tagesetappen angegeben, die dann lediglich mit Gesamtstrecken- und Zeitangaben versehen sind, was die individuelle Etappenplanung erschwert. Auch die abgebildeten Höhenprofile sowie Höhenangaben wie „der Weg führt 800 m steil bergauf“ sind oftmals sehr hilfreich.

Die Angaben zu Einkaufsmöglichkeiten, Essen Trinken usw. sind gut und hilfreich.

Immer der Jackobsmuschel nach

Immer der Jackobsmuschel nach

Der Camino de la Costa sowie Camino del Norte sind im Allgemeinen sehr gut markiert. Die vom Autor oftmals sehr ausführlichen und detaillierten Meterangaben wie „biegen Sie nicht links ab, sondern 20 m weiter nach halbrechts“ usw. sind nicht immer hilfreich, manchmal eher irritierend. Auch die Wegbeschreibung in der Stadt Bilbao ist sehr verwirrend. An anderer Stelle sind gerade die genauen Beschreibungen incl. Meterangabe äußerst hilfreich. Die detaillierte Beschreibung auf den Seiten 118 f war insbesondere auf der Kasperroute von Liendo nach Laredo unverzichtbar, da auf diesem Streckenabschnitt gerade mal zwei Minipfeile den Weg weisen.

Auf Schönen Pfaden nach Santiago de Compostella

Auf schönen Pfaden nach Santiago de Compostella

Leider empfiehlt der Autor mehrmals den offiziellen Weg zu verlassen, da dieser nicht z. B. durch Industrieanlagen führen würde. Als Ausweichrouten verweist er auf  geteerte Straßen. Ich bin meistens auf dem offiziellen Weg geblieben, was meinen Erfahrungen nach die bessere Alternative war. Der offizielle Weg führt nach Möglichkeit durch schöne Landschaften und verläuft wo immer möglich abseits von Hauptverkehrsrouten. Insbesondere der vom Autor nicht empfohlene Weg ab Bilbao führt entgegen seiner Angaben durch Wiesen und auf guten Pfaden, ist sehr gut markiert und berührt weder die Industrieanlagen noch Portugalete.

Ein Buch für den Rucksack

Ein Buch für den Rucksack

Insgesamt betrachtet war mir das kleine Outdoor-Handbuch ein unverzichtbarer Wegbegleiter, der in keinem Fall im Gepäck fehlen darf. Zumal er auch aufgrund seiner Größe problemlos in den Rucksack oder in eine Kleidungstasche passt.

Bald ist es wieder soweit. Ich starte auf meine nächste Tour nach Santiago de Compostella. Diesmal auf dem Camino della plata. Selbstverständlich wieder in Begleitung eines Outdoor-Handbuchs.

Gastautor: M. Maria S.

Allein im Wald – Survival für Kids

Was verbindest Du mit dem Begriff Survival? Diese Frage stellten wir während der Vorbereitung auf diesen Artikel mehrfach im Freundeskreis.

Die Antworten gingen zumeist in dieselbe Richtung: „Abenteuerurlaub in der Natur. Schräge Typen, die sich von dem ernähren was im Wald und auf der Wiese zu finden ist“ usw. Doch was bedeutet „Survival“ nun genau? Diese Frage ist nicht gerade einfach zu beantworten, zumal der Begriff sehr weit gefasst ist. Das englische Wort ist von dem Verb „to survive“ (dt.: „überleben“) abgeleitet. Die wörtliche Übersetzung „Überleben“ ist jedoch in ihrer Bedeutung nicht so weit gefasst wie das englische „Survival“. Der Begriff umfasst gem. Wikipedia in einer allgemeinen Beschreibung Fertigkeiten und Fähigkeiten, die ein Überleben in lebensbedrohlichen Situationen ermöglichen sollen. Anwendung finden dabei verschiedenste Techniken und Hilfsmittel aus aller Welt um die Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wasser und Schutz zu gewährleisten. Das Spektrum reicht von der Mitnahme einiger Notfall-Schokoriegel bis hin zum Überleben in unterschiedlichsten Krisensituationen.

Die Autorin Colleen Politano vermittelt in ihrem Handbuch „Allein im Wald -Survival für Kinder“ Basiswissen, das den Kindern eine sinnvolle Hilfestellung für einen mehrstündigen unfreiwilligen Aufenthalt im Outback (englisch (the) outback, = draußen ganz hinten, weit außerhalb) bietet. Vorrangiges Ziel ist der Schutz vor Unterkühlung sowie die Vermeidung von Fehlentscheidungen. In anschaulichen Übungen und Erzählungen über den kleinen Tobias, der sich im Wald verirrt hat, vermittelt die Autorin Verhaltensregeln und Grundwissen mit dem Ziel die Gesundheit der Kinder zu schützen und ein Wiederauffinden der Kinder zu erleichtern. Der Verzicht auf den Verzehr unbekannter Früchte zählt hier ebenso dazu, wie der Erhalt der Körperwärme und die Wahl eines geeigneten Platzes um auf Rettung zu warten.

Das mit Unterstützung des Ratgebers erworbene Erfahrungswissen schützt die Kinder nicht nur vor folgenreichen Fehlern, sondern ermöglicht auch ein produktives Handeln in bedrohlichen Situationen. Diese Sicherheit im eigenen Handeln ist alleine aus psychologischer Sicht sehr wertvoll, da diese aufkommender Panik entgegenwirkt und damit wiederum Fehlentscheidungen verhindert. Fazit: Wer Kinder auf eine Situation des unfreiwilligen allein Seins (nicht nur) im Wald vorbereiten möchte, wird hier einen guten und hilfreichen Ratgeber finden.

Wer jedoch einen Leitfaden für Abenteurer al la Rüdiger Nehberg sucht wird enttäuscht sein.

Angeln mit selbstgebauter Behelfsangel – Kochen am Lagerfeuer

Das Handbuch enthält weder Anleitungen zur Nahrungsgewinnung, Techniken des Feuer Machens noch sonstige erlebnisorientierte Ausbildungsinhalte. Ziel dieses Büchleins ist es den Kindern Basiswissen an die Hand zu geben, das es ihnen ermöglicht mit einfachsten Mitteln bis zu ihrem Wiederauffinden zu Recht zu kommen.

Unterwegs mit Karte und Kompass

Für das freizeitorientierte Suvivalabenteuer empfehlen sich Survival-Kurse für Kinder wie auch wir sie durchführen. In diesen Kursen verbinden wir die Vermittlung von Überlebenstechniken anhand praktischer Übungen mit Spiel, Spaß und Abenteuer.

Überwinden von Hindernissen

„How to shit in the Woods“

Wir haben es gelesen, das OutdoorHandbuch „How to shit in the Woods“. Warum? Ehrlich? Die schlichte Antwort – weil wir neugierig waren und amüsiert. Allein der Titel … Kann uns so ein Ratgeber wirklich Informationen zu diesem Thema liefern, die wir nicht längst schon kennen? Hilft er nur dem Großstädter mit allererster Outdoorberührung? Oder ist es lediglich ein Buch für einen lustigen Abend am Lagerfeuer? Ja, wir waren neugierig zumal wir uns bei unseren Vorträgen über unsere Expeditionen regelmäßig dem Thema unter der Überschrift „Sch…häuser dieser Welt“ widmen und im Laufe der Jahre selbst unsere Erfahrungen sammeln konnten.

Sch…häuser dieser Welt

Wir möchten unsere eigenen Erfahrungen am Beispiel unserer Expedition auf den Aconcagua im Januar letzten Jahres schildern. Mit Betreten des Parque Provincial Aconcagua bekamen wir, wie jeder Besucher, eine nummerierte Mülltüte. Im Basislager erhielten wir die zweite ebenfalls nummerierte Tüte, welche von einem freundlich lächelnden Parkranger mit dem Hinweis „Shitbag“ überreicht wurde. Die Tütennummern wurden im Permit vermerkt. Kann man beim Verlassen des Parks keinen Nachweis über die Rückgabe der Tüten vorlegen, ist pro fehlende Tüte eine Strafzahlung von etwa 100 USD fällig.

Permit Rubbish Control

Bis zum Basislager gab es noch Toilettenhäuschen, oberhalb davon war unsere Kreativität gefragt. Als der Erste aus unserer Gruppe mit weit von sich gestreckter Tüte zu unserem Zeltlager zurückkam, schallte ihm einstimmig ein „Wie war´s?“ entgegen. Die Antwort war reichlich entmutigend. Es ist wohl nicht gerade einfach im Wind in die geöffnete Tüte zu treffen. Nur gut, dass ich mir schon im Vorfeld Gedanken darüber gemacht hatte, wie ich das Problem angehen könnte. Ich möchte es einmal zusammenfassend als die „Hundetütenlösung“ bezeichnen. Wer schon einmal einen verantwortungsvollen Hundebesitzer beim Gassi gehen beobachtet hat kann sich sicher denken was ich meine. Klappt wunderbar. Alles rein, Knoten drauf, kleine Tüte in die große Tüte, große Tüte in den Müllsack, Müllsack außen an den Rucksack ran … Problem gelöst.

How to shit in the mountains

Leider ist es nicht immer so einfach wie am Aconcagua bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und mit einer so einfachen Möglichkeit innerhalb weniger Tage alles in Tüten verpackt beim Parkranger entsorgen zu können.

Und leider ist es nach wie vor so, dass unbedarfte oder ignorante Mitmenschen ihren Haufen beispielsweise ungeschützt mitten auf einen schattigen Trampel- pfad unterhalb einer Kletterwand am Lago Maggiore setzen. Besten Dank auch!

Diesen und allen anderen Outdoorbegeisterten können wir „How to shit in the Woods“ nur wärmstens empfehlen.

Doch wie befasst man sich schriftlich mit so einem Thema? Obwohl wir in unseren Vorträgen dieses Thema immer wieder zur Sprache bringen, fällt es uns schwer, das beim Namen zu nennen, was eigentlich beim Namen genannt werden muss.

Umso überraschter waren wir, als wir feststellten, dass in diesem Buch Klartext gesprochen wird. Wir benutzen so verharmlosende Begriffe, wie Notdurft … und was man zur Not durft … das kann man zur Not ja auch liegen lassen, nicht wahr? … oder besser doch nicht? Die Autorin Kathleen Meyer ist hier viel direkter. In einer klaren und deutlichen Sprache vermittelt sie anschaulich die Probleme, die durch die Hinterlassenschaften der immer größer werdenden Outdoorgemeinde entstehen.

Darüber hinaus gibt die Autorin Tipps zum Wie und Wo, zur umweltgerechten Entsorgung und vieles mehr. Hier wird nichts beschönigt, es werden keine ausweichenden Begriffe benutzt, direkt und ohne Umschweife weist sie auf die wesentlichen Inhalte zum Thema hin. Auf Grundlage jahrelang gesammelten eigenen Erfahrungen und vielen Gesprächen mit Bekannten und Freunden beschreibt sie unter anderem die Vor- und Nachteile der verschiedenen Transportbehälter, auch unter Berücksichtigung der Methangasbildung, in sehr anschaulicher Form. Hilfe … Bilder aus meinem Kopf!!!

Achtung Explosionsgefahr !!

Ja, das Buch ist in der Sprache sehr direkt. Vielleicht wird es auch uns künftig ein klein wenig leichter fallen, Klartext zu reden. Alles andere ist wirklich und im Wortsinn „um den heißen Brei herumreden“. Und das kann bei diesem immer größer werdenden Problem nicht lange gut gehen. Unser erster Schritt in diese Richtung … einen kleinen Moment noch … noch einmal tief durchatmen … o.k. … wir sind soweit … wir geben hiermit bekannt: „Wir haben gerade ein „Scheißbuch“ gelesen“! So, jetzt ist es raus. Irgendwie befreiend.

„How to shit in the Woods“ ist eine gelungene Mischung aus Komik, Aufklärung in Sachen Umweltschutz und Gesundheitsvorsorge gespickt mit praktischen Tipps und sinnvollen Hilfsmitteln.

Was ist mit Euch? Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? Welche Lösungs- ansätze habt Ihr? Auch wenn es ein Sch…thema ist, es ist wichtig offen und verantwortungsvoll damit umzugehen. Unserer Gesundheit und einer sauberen Natur zu liebe, denn draußen in einer möglichst unberührten Natur unterwegs zu sein, das ist unser Leben. Schreibt uns, wir freuen uns auf Eure Beiträge.

Eine neue Partnerschaft – Viele neue Projekte

Draußen unterwegs sein zu können ist ein Geschenk des Lebens. Bücher sind seit unserer Kindheit ständige Begleiter in unserem Leben. Was liegt näher als beides miteinander zu verbinden? Durch unsere Arbeit im Blog, unsere gemeinsamen Projekte mit „Literatwo“ und dank einer kleinen (oder doch eher größeren?) Starthilfe durch das Literatwoteam konnten wir „die Outdoor Verlage“ als Partner für unser neuestes Projekt gewinnen.

Erlebnisabenteuerundmehr und die OutdoorVerlage

Wir wollen die praktischen OutdoorHandbücher bei unseren unterschiedlichsten Events auf Herz und Nieren testen und hier auf unserem Blog darüber berichten. Bücher, die auf unsere Aktivitäten geradezu auf den Leib geschneidert sind, finden wir im reichhaltigen Sortiment der OutdoorVerlage zur Genüge. Auch die Philosophie des Verlages passt zu uns. Wir schätzen die Natur und möchten diese auch in Zukunft genießen können. Der Conrad Stein Verlag leistet hierzu seinen Beitrag in dem er die kleinen gelben OutdoorHandbücher, die in jeden Rucksack passen, auf chlorfrei gebleichtem Papier druckt und sie in Deutschland klimaneutral herstellt und transportiert (mit Zertifikat). Um eine größere Strapazierfähigkeit zu gewährleisten, werden sie mit einem speziellen Kleber gebunden. Besonders schätzen wir, dass sowohl Verlag als auch Autoren ausdrücklich darauf hinweisen Verbesserungen und Tipps gerne entgegenzu- nehmen. Dieses Angebot nehmen wir sehr gerne an.
Doch mit welchem Thema sollten wir beginnen? Wir mussten nicht lange über- legen. Ein Buch aus der Reihe „Basiswissen für draußen“ fiel uns sofort auf.

How to shit in the woods – die Outdoor Verlage

Es heißt „How to shit in the Woods“. Allein der Titel verspricht großen Lesespaß. Und wir haben genügend eigene Erfahrung um bei diesem Thema mitreden zu können. Kann man mit dieser Thematik ein 118-seitiges Buch füllen?
Über 1 Million verkaufte Exemplare der amerikanischen Originalausgabe – die   6. Auflage in Deutschland. Sprechen die Verkaufszahlen für sich?
Wir sind gespannt, fangen noch heute zu lesen an und werden selbstverständlich darüber berichten. Versprochen!

Kreuzzug – Eine Buchpremiere

Samstag, 03. März 2012. Es ist soweit. Marc Ritter stellt in einer Lesung im Schatten der Zugspitze sein neues Buch vor. Ein durchaus passender Ort, spielen sich doch die Ereignisse in seinem Thriller „Kreuzzug“ überwiegend auf und um die Zugspitze herum ab.

Dank Literatwo hatte ich das Glück dieses spannende Buch bereits einige Wochen vor der Buchpremiere lesen zu dürfen und nun den Autor persönlich kennen zu lernen.

Marc Ritter ist genauso sympathisch und offen, wie er sich im Interview gibt. Er signiert die Bücher seiner Gäste, freundlich und entspannt beantwortet er ihre Fragen. Auf die Frage, wie er denn so ein Buch plane und schreibe, antwortete er, dass er sich für Kreuzzug, ähnlich eines Polizeiberichtes, ein 20seitiges Skript erarbeitet habe. Und nein, irgendwann habe er sich nicht mehr daran gehalten und er wisse auch im Vorfeld nicht immer, wie die Geschichte dann letztendlich ausgehe.

Marc Ritter erzählt ein wenig über das Buch, liest die Passage der Einsprengung im Tunnel vor. Darüber hinaus stellt er, hier in der gemütlichen Atmosphäre des Cafés, einige der Protagonisten seines Buches vor.
Da ist zum einen Thien Hung Baumgartner, Partenkirchener vietnamesischer Abstammung, der in besonders wichtigen Momenten seines Lebens entweder einschläft oder pinkeln muss. Oder Phillip von Brunnstein eine italienische Maßanzug tragende Lichtgestalt der deutschen Politik im Gespräch mit seinem Adjutanten Oberst Schultheiß, der sich alle Mühe gibt die Medienverliebtheit des Verteidigungsministers mit seinem Drang zur Selbstinszenierung in einiger- maßen vertretbare Bahnen zu lenken.

Fast, aber nur fast könnte man den Eindruck gewinnen es würde sich um ein satirisches Buch und nicht um einen sehr gelungenen Thriller handeln.