Kolumbien Teil II

Die Temperaturen in Kolumbien hängen nicht wie bei uns von den Jahreszeiten ab. Jahreszeiten wie wir sie kennen gibt es in Kolumbien nicht. Es gibt zwei Regenzeiten die jedoch wenig Einfluss auf die durchschnittlichen Temperaturen haben. Abhängig von der Meereshöhe gibt es hier vier Klimazonen vom tropischen, oftmals feuchtheißen Klima bis hin zum hochalpinen Gletscherklima.

Projekt1

Außerdem gibt es eine kleine Wüste, die Desierto de la Tatacoa die wir auf keinen Fall auslassen wollten.

Tatacoa

Schön, dass wir wieder einmal eine Nacht in der Wüste verbringen können. Das Licht, die Ruhe, die karge Schönheit der Natur … einfach toll. Bevor uns die Hitze des Tages zu sehr trifft machen wir uns auf den Weg nach Bogotá.

Hier laufen die Vorbereitungen für den bevorstehenden Papstbesuch auf Hochtouren. So machen wir nur einen kurzen Rundgang durch das historische Zentrum bevor der Troubel so richtig beginnt.

Am Plaza de Bolivar

Wir können sogar einen kurzen Blick auf den Papst erhaschen 😉

Der Papst

Nördlich von Bogotá besuchen wir in Zipaquirá die Catedral del Sal. Eine riesige in eine Salzmine gebaute Kathedrale – 180 m unter der Erdoberfläche. Sie gehört zu den größten religiösen Bauwerken der Welt.

Catedral

Alles aus Salzgestein herausgearbeitet, der Kreuzweg, die Säulen, die unterschiedlichen Kreuze und Figuren … einfach alles.

Leonardo

Wie wir schon berichteten gibt es in Kolumbien einige Klettergebiete und wie wir zwischenzeitlich feststellen konnten sogar eine echte Kletterszene. Auf diese trafen wir in Suesca. Hier am leicht zugänglichen Kletterbereich hat man die Auswahl von etwa 400 Routen.

Suesca I

 

Ein Paradies für Kletterer, die sich die Zwischensicherungen noch selber legen können … Helmut ist in seinem Element. Wieder einmal bleiben wir einen Tag länger als geplant.

 

 

Kolumbien

Ein Land, das in unserer ursprünglichen Reiseplanung nicht vorgesehen war. Aber so war und ist das auf unserer Reise immer wieder. Erst planen wir, dann schauen wir wie es vor Ort tatsächlich ist, entdecken oder erfahren von anderen Reisenden Neues und schon planen wir um. Da kann es schon mal vorkommen, dass wir uns eine Stunde vor der geplanten Weiterfahrt zum Bleiben entscheiden oder erst einmal in eine andere Richtung fahren als eben noch gedacht. So kam es auch, dass wir unsere Reiseroute gänzlich änderten und nun in Kolumbien sind.

Kolumbien1

Wir reisen im Süden am Grenzübergang Ipiales ein. Nach den üblichen Grenzformalitäten schließen wir direkt an der Grenze noch die erforderlichen Versicherungen für unseren Fuhrpark ab und fahren weiter nach Las Lajas. Am nächsten Tag besichtigen wir das Santuario de Nuestra Senora de Las Lajas, die bedeutendste Wallfahrtskirche Kolumbiens.

Las Lajas

Im Laufe unserer Reise erfuhren wir, dass Kolumbien viele tolle Klettergebiete hat. Eine kleine versteckte Kletterwand fanden wir gleich am dritten Tag mit Hilfe eines Anwohners der uns über Zäune, Felder und durch den Wald dort hin führte.

Villa Maria

Über Pasto vorbei an der Laguna de la Cocha geht es auf einer kleinen, auf etwa 65 km unbefestigten, Straße durch die Berge in Richtung Osten.

Bergstraße

Für diesen Teilabschnitt benötigten wir etwa fünf Stunden reine Fahrzeit und so kamen wir bereits in der Dunkelheit ins Tal wo wir uns etwa anderthalb Meter über dem Flussbett des nur wenig Wasser führenden Rio Rumiyaco auf eine Böschung stellten um hier die Nacht zu verbringen. Nachts fing es an zu regnen, besser gesagt es schüttete aus wie aus Eimern mit der Folge, dass wir früh morgens einen Blitzstart hinlegten. Der Flusspegel war angestiegen, das Wasser war nur noch wenige Zentimeter unterhalb der Böschung und die Strömung war gewaltig.

Am Fluss

Nach dem frühen Start am Morgen kommen wir gut voran und besuchen noch am selben Tag das Weltkulturerbe der Gräberanlagen von San Augustin.

San Augustin

Nach den langen Fahrstrecken der letzten Tage ruhen wir uns nun auf einem kleinen Campingplatz mit Pool aus.

Camping

Übrigens wieder einmal gänzlich ungeplant … aber das Internet hier ist gut und so wie es aussieht gibt es heute Abend nach einem gemeinsamen Abendessen mit Biljana und Christoph wieder einmal eine kleine GoT-Session mit den Beiden

GoT

… das wollten wir uns einfach nicht entgehen lassen.

 

 

Begegnungen im Dschungel

Oriente – der Regenwald von Ecuador – ein in der Gesamtbetrachtung nur kleiner Teil des unglaublich großen Amazonasbeckens – eine faszinierende, für uns so fremdartige Tier- und Pflanzenwelt. Für ein Wochenende tauchen wir am oberen Rio Napo in dieses immergrüne Naturspektakel ein. Wir beobachten, staunen und erfahren ein wenig über das dort lebende Volk der Kichwa.
Mit unserem Schneckenhaus fahren wir bis zur Bootanlegestelle. Von dort aus geht es über den Fluss zu unserer Lodge.

Auf dem Fluss

Auf einem Zwischenstopp auf einer von zwei Flüssen eingefassten Insel erfahren aus welchem Baum ein Blasrohr gefertigt wird, wie die Pfeile stabilisiert werden und dürfen selbst damit „auf die Jagd“ gehen.

Blasrohr

Auf einem kleinen Inselrundgang bekommen wir einen ersten Einblick in die üppige Pflanzenwelt und ihre Bewohner. Es ist schon ein komisches Gefühl sich den Kaimanen zu nähern, die im Wasser liegen.

Kaiman

Gefischt wird hier traditionell mit einem Rundnetz, das über das Wasser ausgeworfen wird. Aufgrund der eingeknüpften Gewichte sinkt das Netz nach unten und schließt die Fische ein.

Angeln

Immer wieder sehen wir bunte Schmetterlinge mit wunderschönen Zeichnungen und manchmal haben wir das Glück, dass sie sich fotogen wie sie sind, in Pose setzen und sich von uns fotografieren lassen.

Mariposas

Am zweiten Tag erkunden wir mit unserem Kichwa-Guide ein wenig den Dschungel. Er macht uns auf die kleinen Waldbewohner wie eine Stabheuschrecke

Stabheuschrecke

oder die Blattschneideameise

Blattschneideameise

und viele weitere Tiere aufmerksam

Schildkröte

Papageien

Caracol

Unser Guide erklärt uns verschiedenen Pflanzen und Bäume in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen, wie z. B. den Mahagonibaum von dem wir nur einen kleinen Teil auf´s Foto bekommen haben

Mahagonibaum

oder der sogenannte „Affenschwanz“ (der botanische Name ist uns leider entfallen).

Affenschwanz

Apropos Affen. Die kleinen Klettermeister konnten wir von unserer Terrasse aus beobachten. Angekündigt wurden sie vom Gezeter der Vögel, die von Ihnen aufgeschreckt wurden. Naturfernsehen vom Feinsten.

Affen

Die Abendstimmung im Dschungel und die Nächte voller fremdartiger Geräusche sind ein Erlebnis für sich. Der Blick über den Fluss

Abendstimmung

die Abende und Nächte auf der Lodge ohne Strom. Wir essen im Feuerschein und Kerzenlicht zu Abend.

ohne Strom

Danach geht es im Licht der Stirnlampe zurück zu unserer Cabana (Hütte) in der wir untergebracht sind.

Nach drei Tagen kehren wir auf dem Wasserweg zurück zu unserem MAN und schon wenige Stunden später sind wir wieder in den Bergen. Hier finden wir einen schönen Platz zum campen direkt an einem kleinen aber feinen Klettergebiet.

 

 

Ecuador

Ecuador, das vorletzte Land auf unserer Reise durch Südamerika. Eines der artenreichsten Länder der Erde mit der Costa (der Bereich an der Pazifikküste), der Sierra mit der Straße der Vulkane, der Selva (das Amazonasgebiet) und Galapagos.

Unsere Reise durch Ecuador führte uns zunächst in die Sierra. Über Cuenca, die mit ihren schönen Häusern im Kolonialstil als schönste Stadt Ecuadors gilt,

Cuenca

fuhren wir zum Chimborazo, dem höchsten Berg Ecuadors. Unser Plan war natürlich diesen zu besteigen was uns jedoch aufgrund der orkanartigen Böen und einer über Tage schlechten Wettervorhersage verwehrt blieb.

Chimborazo

Chimborazo unter einer Wolkendecke

Wir kämpften uns gegen die Böen auf die WymperHütte auf ca. 5000 m bevor wir noch am gleichen Tag fast bis auf Meereshöhe hinunter fuhren. Der Weg zum Meer führte uns durch endlose Bananen- und Reisplantagen

Reis- und Banananplantagen

mit einen kleinen Abstecher in den Trockenwald mit seinen riesigen Kapok-Bäumen im Nationalpark Machalilla

Machalilla

nach Puerto López wo wir zu unserer großen Freude Biljana und Christoph wieder trafen, die sich spontan entschlossen hatten noch ein paar Tage länger als ursprünglich geplant zu bleiben.

Puerto López ist einer der Ausgangspunkte für einen Besuch der Isla de la Plata. Der Zeitpunkt für einen Besuch der Insel war ideal, paaren sich doch dort zur Zeit die in keiner Weise menschenscheuen Blaufusstölpel, die man ganz aus der Nähe beobachten kann.

Blaufusstölpel

Die etwa einstündige Fahrt zur Insel war ein Highlight für sich, denn es ist Walsaison vor den Küsten Manabís. Einfach nur großartig, die riesigen Buckelwale aus der Nähe zu beobachten.

wenn Buckelwale tanzen

wenn Buckelwale tanzen

Wir verlassen die Küstenregion und kehren zurück in die Sierra. Die Laguna Quilotoa ist unser Ziel. Ein fast kreisrunder steiler Kraterrand fasst den Kratersee ein. Auf dem Kraterrand wandern wir um den etwa 250 Meter tiefer liegenden See und genießen die Ruhe und die Natur.

Laguna Quilitoa

Wir wissen noch nicht genau, wohin uns die weitere Reise durch Ecuador führt. Eines ist jedoch sicher. Wir werden den Äquator überqueren, denn der liegt auf unserem Weg nach Kolumbien.

Über elf Wochen in Peru

Nicht ganz drei Monate in Peru, davon etwa einen Monat am selben Ort. Eine für uns ganz neue Erfahrung. Ein solch langer Aufenthalt in einem fremden Land ist mit einem Urlaubsaufenthalt schlichtweg nicht zu vergleichen. Auf der einen Seite sehr interessant, auf der anderen Seite manchmal sehr ernüchternd. Wir lernen einerseits den sehr freundlichen und aufgeschlossenen Peruaner kennen.

Cirilo

Cirilo unser Koch beim Trekking

Andererseits müssen wir auch feststellen, dass es sehr viele Einheimische gibt die der Auffassung sind, dass man als Ausländer wohl zu viel Geld hat und die keinen Versuch auslassen einem das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das geht im kleinen damit los, dass von Ausländern gerne überhöhte Preise gefordert werden was einem natürlich erst auffällt wenn man länger im Land ist und die Preise kennt. Oder: Vereinbarte Preise werden plötzlich mit fadenscheinigen Begründungen erhöht, wie es uns z. B. beim Reifenwechseln passiert ist. Anderes Beispiel: Bei der Bezahlung des Standplatzes in Huaraz wurde behauptet wir seien zwei Tage früher angereist. „Belegt“ wurde dies mit einem handschriftlichen Vermerk. Wir konnten letztendlich beweisen, dass wir später angereist waren. Oder ganz dreist: Wir laden unseren Koch, der während eines Trekkings jeden Tag von früh bis spät tolles Essen für uns gezaubert hat zum Essen ein. Plötzlich bedankt sich der Fahrer, der eindeutig nicht eingeladen war, für die Einladung zum Essen. Schon steht man dumm da. Entweder man zahlt oder muss sich als Gast im Land hinstellen und ihm klar machen, dass er sein Essen gefälligst selbst zu zahlen hat. Auch die Polizei hat so ihre Methoden dem zahlungsfreudigen Ausländer etwas Geld abzuknöpfen, wenn er denn bereit ist zu zahlen.

Ja, Peru ist ein Land mit vielen Facetten … es gibt tolle Städte wie Arequipa und Cusco mit schönen Gebäuden, guter Infrastruktur, schönen Cafés und Geschäften …

Cusco

Im Zentrum von Cusco

aber auch trostlose Dörfer und Städte mit kaputten Straßen und wenig was einen zum Verweilen einlädt.

weniger hübsche Dörfer

Es gibt das fruchtbare Bergland in dem bis auf über 4.000 Meter Ackerbau und Viehhaltung betrieben wird …

Landwirtschaft

Landwirtschaft in den Bergen von Peru

und die trockene, sandige Küstenlandschaft mit riesigen Hühnerfarmen, Zuckerrohrplantagen oder brachliegendem Land.

neben der Straße

mit einer großen Hühnerfarm im Hintergrund

Weiter gibt es die Andenkette mit dem Huascaran als höchsten Berg Perus, der sich majestätisch aus der Cordillera Blanca erhebt …

Huascaran

Huascaran Sur

Huascaran norte

Huascaran Norte

und unzählige Müllberge direkt an der Straße, in den Feldern, in den Dörfern, Städten und in den Gewässern.

andere Berge

Müllberge direkt an der Panamerica

Quirlige Städte mit bunten Märkten …

Quirlige Städte

und einsame ruhige Orte zum wandern, entspannen und genießen.

auf dem Land

Und einen von einem Schweizer geführten kleinen Campingplatz am Meer, an dem wir unsere letzten Nächte in Peru verbracht haben.

unser letzter Standplatz

All das ist Peru … und noch viel mehr!

Neulich in Peru

An dieser Stelle möchten wir eine kleine Episode aus unserem Reisealltag erzählen. Es war an der Zeit unsere Reifen wieder einmal durch zu tauschen. Normalerweise machen wir das selbst. Diesmal jedoch stehen wir hier in Huaraz auf einem leicht geneigten Kiesplatz der uns als Untergrund nicht sehr geeignet erscheint und wir wollen zudem die Reifen auf den Felgen einmal von innen nach außen drehen damit sie gleichmäßiger abgefahren werden. Wir überlegen daher dies in einer Werkstatt erledigen zu lassen. Wir machen ein Foto von einem Reifen und gehen damit zu einer größeren Werkstatt in der Nähe, holen ein Angebot ein und vereinbaren gleich einen Termin für den Nachmittag.

Nach unserer Ankunft wuchten wir erst einmal den Reservereifen vom Heckträger. Die Arbeiten beginnen. Der Mitarbeiter, der uns vormittags den Preis genannt hatte wollte nun plötzlich das Doppelte. Die Reifen seien so groß. Es folgt eine kurze Diskussion und wir einigen uns auf einen neuen Preis. Die Arbeiten gehen weiter.

s´Schneckle ohne Schuhe

Ein anderer Mitarbeiter macht mit einem Druckluftschrauber die erste Radmutter auf. Wir müssen einschreiten. Die Nuss ist zu groß und beschädigt unsere Radmutter. Eine passende Nuss ist nicht aufzutreiben. Helmut kramt sein Werkzeug hervor. Alle weiteren Radmuttern werden ab jetzt per Handarbeit geöffnet. Ab und zu muss Helmut mithelfen, da die Jungs nicht jede Radmutter aufbekommen.

Reifenwechsel

Das nächste Problem ergibt sich beim Öffnen der Sprengringfelgen. Ist nur gut, dass Helmut sich auskennt und so gibt es eine kleine Unterrichtseinheit für die Werkstattmitarbeiter.

Sprengringfelgen

Der erste Reifen ist wieder auf der Felge und wird festgeschraubt. Inzwischen vorsichtig geworden informieren wir den Mitarbeiter darüber, dass die Radmuttern mit 600 Nm festgezogen werden müssen. Dafür ernten wir ziemlich verständnislose Blicke. Mit Hilfe unseres Übersetzungsprogrammes fragen wir nach, ob sie denn keinen Drehmomentschlüssel hätten. Wieder verständnislose Blicke. Er drehe die Schrauben per Hand zu und deutet auf seinen Oberarm. Helmut kramt seinen Drehmomentschlüssel hervor und erklärt die Funktionsweise. Inzwischen sind zudem unsere Unterlegbretter und das Druckmanometer in Gebrauch. Zweieinhalb Stunden später sammeln wir unser Werkzeug wieder ein, bezahlen dann doch etwas weniger als vereinbart und verabschieden uns.

P.S.: Diese Geschichte spielte sich in einer der größeren Werkstatt ab. Einer Werkstatt mit einem Betonboden, Dach, Hebebühne für Autos und einem kleinen Büro. Das ist hier keine Selbstverständlichkeit. Hier gibt es überall Kleinstwerkstätten die in einem unbefestigten Innenhof untergebracht sind oder ihre Arbeiten direkt am Straßenrand ausführen.

Werkstatt

Reifen- oder Ölwechsel auf der Fahrbahn mitten im Ort? Ist ganz normal hier, vor allem in ländlichen Regionen. Das gilt sowohl für Arbeiten an Motocarros, Autos als auch für LKW. Der Verkehr muss eben außen herum fahren.

 

 

Machu Picchu

Machu Picchu … das mit Sicherheit bekannteste kulturelle und touristische Highlight in Peru. Der zentrale Ausgangspunkt für eine Besichtigung ist die Stadt Cusco, die für die Inkas der Nabel der Welt war. Hier finden sich zahlreiche Touranbieter, die für jeden Geschmack und Geldbeutel eine Tour offerieren. Zu den bekanntesten Möglichkeiten nach Machu Picchu zu kommen zählt sicher der Inka Trail. Dieser darf jedoch seit Jahren nicht mehr selbständig begangen werden und ist trotz der stattlichen Preise zum Teil auf Monate ausgebucht. Je nach gewünschter Länge und den individuellen Bedürfnissen können die Wandertage auf dem Inka Trail durch unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten in den Trail angepasst werden. Eine gute Übersicht und Beschreibung hierzu findet sich im OutdoorHandbuch „Peru: Inka Trail und Region Cusco“ des Outdoor Conrad Stein Verlages. Hier finden sich auch zahlreiche Informationen über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in und um Cusco, sowie hilfreiche Informationen über Land und Leute.

Da wir nicht gerne unter fremder Führung unterwegs sind, haben wir uns nach Alternativen umgesehen. Eine Möglichkeit ist mit Zelt und eigener Verpflegung auf einem der weniger bekannten Trails nach Machu Picchu zu wandern. Dies erfordert jedoch einen gewissen logistischen Aufwand und man benötigt eine Transportmöglichkeit zum Ausgangspunkt der Wanderung. Oder man fährt mit dem Zug nach Machu Picchu (Bahnstation Aguas Calientes). Alternativ kann man den ersten Streckenabschnitt mit Bus bzw. Taxi zurücklegen um auf diese Weise die Kosten für den Zug etwas niedriger zu halten. Eine dritte Möglichkeit ist die Umfahrung von Aguas Calientes auf einer zumeist gut ausgebauten Straße bis nach Santa Teresa und von dort weiter zum Wasserkraftwerk „Hidroelectrica“. Lediglich die letzten 32 Kilometer sind, zumindest mit größeren Fahrzeugen, etwas sportlich.

nah am Fels

Die Straße ist unbefestigt, teilweise sehr eng und kurvig.

auf schmaler Straße

Ab Hidroelectrica kann Aquas Calientes zu Fuß erreicht werden. Wir starteten bereits um 4:30 Uhr auf die 13 Kilometer lange Strecke nach Aguas Calientes. Es geht fast immer den Bahngleisen entlang, was aber kein Problem darstellt da die Stecke nur wenige male am Tag befahren wird und sich die Züge lautstark ankündigen.

den Gleisen entlang nach Aguas Calientes

Mit dem Ticket in der Hand kann man entweder eine Busfahrt hinauf zur Ruinenstadt buchen und sich in der langen Schlange an der Bushaltestelle einreihen oder zu Fuß aufsteigen. Möchte man auf einen der beiden Berge die Machu Picchu flankieren (Huayna Picchu bzw. Montana Machu Picchu) wandern benötigt man eine erweiterte Eintrittskarte (aktuell werden je Berg nur 400 Permits pro Tag erteilt).

Auf unserem Streifzug durch Machu Picchu gingen wir zunächst zum allgemeinen Aussichtspunkt um uns einen ersten Überblick über die Anlage zu verschaffen.

Machu Picchu am Morgen

Von den Aussichtsterrassen wanderten wir weiter auf einem spektakulär in die Steilwände gebauten Inkaweg zur sogenannten Inkabrücke, die heute mit großen Holzbalken dargestellt wird, früher jedoch eine Hängebrücke war, welche bei Gefahr eingeholt werden konnte. Damit war dieser Weg zur Stadt unpassierbar.

Inkabrücke

Danach machten wir uns auf den Weg zum Montana Machu Picchu … streng geregelt … unsere vorgegebene Aufstiegszeit war für den Zeitraum von 9:00 Uhr bis 10:00 Uhr als Einstiegszeit festgelegt. Zum wiederholten Male mussten wir unsere Ausweise vorlegen und uns registrieren. Danach ging es auf unzähligen Stufen etwa 600 Höhenmeter hinauf zum Gipfel. Hier bot sich uns eine traumhafte Aussicht nach Hidroelectrica, die umliegenden Berge, auf die gesamte Anlage bis hinüber nach Aguas Calientes.

Lars Schneider, der Autor des OutdoorHandbuchs schreibt über Machu Picchu: „Die Lage von Machu Picchu ist wohl einzigartig. Auf einem künstlich geebneten Bergsattel, etwa 700 m oberhalb des rauschenden Río Urubamba, der den Gipfel zu drei Seiten umspielt, liegt die Stadt. Aus dem Tal ist nichts von diesem Glanzstück der Inka-Architektur zu sehen … Von oben dagegen konnten die Inkas alles bestens überblicken …“

von oben

Nach einem Abstecher zum Sonnentor wanderten wir noch durch die Ruinen der Stadt mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel Intiwatana –  der Ort, an dem die Sonne angebunden wird

Intiwatana - Ort, an dem die Sonne angebunden wird

eines der typischen Fenster von Machu Picchu,

Ein gut erhaltenes Fenster

der Zeremonialstein, der als Begräbnis- bzw. Totenfelsen genutzt wurde

Begräbnisstein

und vieles mehr.

So wie wir Machu Picchu noch erleben durften ist dies ab 01.07.2017 nicht mehr möglich. Ab diesem Datum werden nur noch Halbtagestickets für die Ruinenstadt verkauft. Auch ein Besuch ohne Guide soll nach unseren Informationen ab diesem Tag nicht mehr möglich sein.

Gemeinsam durch den Süden von Peru

Wir reisen ganz im Süden von Peru von Chile her ins Land ein. In Tacna tauschen wir unsere restlichen Bolivianos und chilenischen Pesos in Landeswährung um und verschaffen uns einen ersten Eindruck von dem für uns bisher unbekannten Peru. Neu sind für uns z. B. die verschiedenen Taxiarten. Besonders interessant finden wir die Mototaxis, die auf Basis eines Motorrads gebaut werden.

Mototaxi

Mototaxi

Unser erstes Ziel ist Puno am Titicacasee. Dort treffen wir zu unserer großen Freude Biljana und Christoph in ihrem Magirus wieder.

Gemeinsam schmeckt es besser

gemeinsam schmeckt es noch besser

Wir fahren mit einem Ausflugsboot zu den schwimmenden Inseln der Uros. Hier erfahren wir u. a. wie die Inseln gebaut werden und machen eine kleine Rundfahrt auf einem der berühmten Totora-Boote bevor es wieder zurück auf das Festland geht.

Schwimmende Inseln der Uros

Die schwimmenden Inseln der Uros

Von Puno aus fahren wir in zwei Tagen nach Arequipa. Auf halber Strecke übernachten wir beim „Bosque de Piedra“. Hier am Steinwald kann sich Helmut ein wenig austoben.

Bosque de Piedras

Bosque de Piedras

Spät abends kommen wir in Arequipa an. Wir hatten uns ein wenig verspätet, da wir noch ein kleines Zusammentreffen mit der Polizei hatten. Wir wurden angehalten, die Papiere wurden kontrolliert und dann hieß es wir seien ohne Licht gefahren. Tatsächlich, das Licht ist aus. Das gibt es doch nicht, wir fahren immer mit Licht. Wie konnte das passieren? Jedenfalls sollten wir 450 Soles überweisen oder 225 Soles bar bezahlen. Aha! Wir erklären, dass wir nicht so viel Geld dabei hätten und deshalb mit aufs Revier kommen möchten. Das sei so nicht möglich. Ach nein!? Wieviel Geld wir denn dabei hätten. Interessante Frage! Ich gehe schauen. Beschließe 54 Soles zu finden. Ja das sei dann eben auch in Ordnung. Wie bitte? Ob wir eine Quittung bekommen könnten. Nein, das ginge nicht. Ach nein?!? Ohne Quittung zahlen wir nicht bar. Dann müssten wir die 450 Soles bezahlen. Ja, ist in Ordnung! Wie??? Ja, dann zahlen wir eben 450 Soles. Kurze Ratlosigkeit bei den Polizisten. Dann wurden wir belehrt, dass man in Peru immer mit Licht fahren müsse und durften so fahren. Im Nachhinein kamen wir zu dem Schluss, dass der Polizist uns das Licht ausgeschaltet hatte als wir die Papiere hervorgekramt hatten. Er hatte sich nämlich in das offene Fenster gelehnt und sie hatten keinen Beweis, dass wir ohne Licht fuhren. Ein paar Tage später bekamen wir von einem anderen Reisenden, dem wir die Geschichte erzählt hatten, die Bestätigung. Er hatte (er war ja vorgewarnt) an derselben Straße den Polizisten dabei erwischt, wie er ihm das Licht ausschalten wollte.

Am Hotel und Camping Las Mercedes in Arequipa werden wir schon von Biljana und Christoph erwartet. Wir bleiben über eine Woche in Arequipa es ist einfach schön dort. Eine tolle Altstadt, schöne alte Häuser im Kolonialstil, eine schöne Plaza, tolle Cafés und Restaurants.

Plaza de Armas Arequipa

Von Arequipa aus fahren wir mit einer Agentur bis auf 5.100 m um von dort aus den Chachani zu besteigen. Wir übernachten in unserem Zelt und machen uns früh morgens auf den Weg. Gegen 10:00 Uhr erreichen wir den Gipfel auf 6.057 m. Hier werden wir mit einem traumhaften Blick über Arequipa und die umliegenden Vulkane belohnt. Über dem Hualca Hualca ist eine weit sichtbare Rauchfahne zu sehen.

Chachani mit dem Vulkan Hualca Hualca im Hintergrund

Bei unserer Rückkehr am Campingplatz werden wir von Biljana und Christoph mit selbstgemachten Spaghetti Bolognese und leckerem Nutellakuchen überrascht. Spaghetti Bolognese … das Lieblingsgericht von Helmut … selbstgebackener Kuchen … besser hätte es nicht kommen können.

Die Kultur darf natürlich auch nicht zu kurz kommen und so besuchen wir das Kloster Santa Catalina, eine kleine Stadt in der Stadt, über 20.000 qm groß. Das Kloster öffnete erst 1970 seine Pforten und kann nunmehr zu großen Teilen besichtigt werden.

Monasterio Santa Catalina

Spontan beschließen wir gemeinsam weiter zum Colca Canyon zu fahren. Dieser ist berühmt für seine Kondore, die früh morgens im warmen Aufwind aufsteigen.

Colca Canyon

Von dort fahren wir gemeinsam weiter nach Cusco. Hier treffen wir zu unserer großen Freude einige Reisebekannte wieder und so bleiben wir wieder einmal länger als geplant.

Bevor wir abreisen gibt es noch etwas zu feiern! Ein besonderer Anlass verdient ein besonderes Essen und so gibt es feine Steaks (Alpaka, Rind, Lamm) auf dem heißen Stein und leckeren Wein. Ein schöner Abend mit Freunden. Danke dafür!

Am nächsten Tag trennen sich unsere Wege erst einmal. Wir verabschieden uns nach Machu Picchu. Biljana und Christoph bleiben noch in Cusco.

 

Durch Chile von Feuerland bis zur Atacama

Chile ein so vielseitiges Land. Ein Land mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von über 4.300 Kilometer. Mit den unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen, mit riesigen Gletschern, unzähligen Flüssen, Vulkanen, Fjorden, Urwäldern, Wüsten – eingebettet zwischen den Anden und dem Pazifik. Es ist das Land das dem Südpol am nächsten kommt. Begleitet werden wir vom Conrad Stein Verlag mit seinen Outdoor Handbüchern und den Trekking & Travel Maps, die uns stets gute Dienste leisten.

Outdoor Verlage

Mit dem Conrad Stein Verlag durch Chile

Auf unserem Weg nach Norden pendeln wir zwischen Chile und Argentinien hin und her, später folgt noch ein kurzer Abstecher nach Bolivien. Unser erstes Ziel in Chile war der Nationalpark Torres del Paine. Bereits auf dem Weg dort hin gibt es einiges zu sehen. Noch in Feuerland besuchen wir den Parque Pingüino Rey mit der einzigen Kolonie mit Königspinguinen in ganz Südamerika.

Pingüinos Rey

Mit der Fähre fahren wir über die Magellanstraße hinüber auf das Festland und weiter nach Punta Arenas. Hier besichtigen wir u. a. den Friedhof, der als der schönste Chiles gilt.

Punta Arenas

Cementerio von Punta Arenas

Weiter im Norden folgen wir etwa 600 Kilometer der Carretera Austral. Wir erreichen den kleinen Süden Chiles, besteigen den Volcan Puyehue mit seinem gut erhaltenen Kraterrand, steigen auf den Volcan Lanin und den Volcan Antuco.

Volcan Antuco

Volcan Antuco mit Anraum am Gipfel

Drei Vulkane und doch so unterschiedlich. Allen gemein ist das weglose Gelände insbesondere im Gipfelbereich und die schier endlosen Schotterfelder. Das Gestein ist meist ziemlich scharfkantig was uns letztendlich je ein paar neue Bergschuhe beschert hat, da unsere alten der Belastung nicht mehr stand hielten.

Doch vorher versuchten wir uns noch am Volcan San Pedro. Bereits die Anreise war ein Abenteuer für sich. Unsere diversen Karten und Navigationsapps boten unterschiedliche Anreisemöglichkeiten und Murphys Gesetz folgend hatten wir uns selbstverständlich für die falsche entschieden. Und so waren wir nur etwa 30 Kilometer Luftlinie vom Ausgangsort „Maggi“ entfernt. Leider standen wir in einer Sackgasse. Auf direktem Weg gab es selbst mit unserem Allradfahrzeug kein Durchkommen mehr. Damit waren wir erneut fast 150 Kilometer Fahrstrecke vom Ziel entfernt. Der Aufstieg erweist sich als ähnlich abenteuerlich.

Antuco

Zustieg zum Volcan San Pedro

Der Weg quasi nicht zu erkennen und bereits nach kurzer Zeit schlagen wir uns quer durch Brombeergestrüpp und dichten Wald. Dank unserer Karte von Trekking Map „Melado Vn. San Pedro“  finden wir trotzdem unseren Zeltplatz, den wir nach etwa 1.800 m Aufstieg, 14 Kilometer Marschstrecke und 9 Stunden erreichen.

Am Zeltplatz

Alleine am Zeltplatz

Am nächsten Tag machen wir uns auf dem Weg zum Gipfel. Aufgrund der schlechten Sicht müssen wir jedoch etwa 300 Meter unterhalb des Gipfels umdrehen, da uns auch hier nur wegloses kaum markiertes Gelände erwartet. Dafür werden wir mit einer partiellen Sonnenfinsternis entschädigt. Nach 10 Stunden Marsch sind wir wieder zu Hause.

Unseren Aufenthalt in Santiago de Chile nutzen wir um dringend notwendige Einkäufe zu erledigen. Hier in der Hauptstadt bekommen wir endlich das lange gesuchte Reifenschneidegerät und nicht nur das. Das Team von REMA Tip Top schneidet uns die Reifen auch noch kostenlos nach. So ein toller Service muss belohnt werden. Während der Arbeiten an den Reifen backen wir Kuchen für die fleißigen Helfer.

Team REMA Tip Top

REMA Tip Top in Santiago de Chile

Wir kaufen neue Bergschuhe und Ersatzspitzen für unsere Trekkingstöcke. Auch diese wurden auf unseren Vulkantouren gänzlich abgenutzt.

Nachdem wir die Großstadt endlich hinter uns lassen können überqueren wir erneut die Anden. Wieder erwartet uns eine spektakuläre Landschaft. Diesmal am Paso del Aqua Negra.

Paso Aqua Negra

Die Pässe hier sind hoch, zwischen den einzelnen Orten auf der einen bzw. anderen Seite liegen oft hunderte von Kilometer ohne jegliche Versorgung und eine wunderschöne fast unberührte Natur. So wie auch am Paso San Francisco den wir in Richtung Argentinien überqueren.

Oder am Paso Sico zurück nach Chile auf dem Weg nach San Pedro de Atacama.

Paso Sico

Eine kleine Bergtour am Paso Sico

Weit verbreitet sind hier größere und kleinere Minen in denen Rohstoffe abgebaut werden. Manche der Minen erstecken sich über viele Quadratkilometer, sind weiträumig abgesperrt und abgesichert, mit eigenen Geschäften und eigener Tankstelle. Die Fahrzeuge sind einfach nur gigantisch in ihren Ausmaßen. Am Wegesrand finden wir den alten Reifen eines Muldenkippers.

40 R 57

Die Reifengröße? 40 R 57

Nach einem kurzen Abstecher nach Bolivien geht es für uns ein letztes mal nach Chile. In Iquique, einer auf einem schmalen Küstenstreifen gelegenen Stadt füllen wir unsere Vorräte auf und finden zum Glück einen Aluschweißer, der uns die fast ab vibrierte Rücklichtplatte richten kann. Wir reparieren unsere KTM – hier verloren wir durch die Vibrationen zwei Cockpitschrauben.

Iquique, die Dünenstadt am Meer

Iquique

An der bolivianischen Grenze entlang fahren wir weiter nach Norden. Vorbei am Geysirfeld Puchuldiza zum Salar de Surire mit seinen naturbelassenen Thermalquellen Polloquere. Wir können nicht widerstehen und nehmen ein Bad im heißen Schwefelwasser.

Termales

Ein Kurbad in den heißen Quellen

Auf über 4.000 m kühlt es nachts auf unter Null Grad ab und so dampft das heiße Thermalwasser in der kühlen Morgenluft.

Frühmorgens an den Termales

Unsere letzte Station in Chile ist Arica. Hier in der Hafenstadt genießen wir das schöne Herbstwetter am Pazifik. Wir kaufen im Fischmarkt fangfrischen Fisch und Ceviche eine Spezialität aus rohem Fisch, Zwiebeln, Koriander, Limettensaft und Gewürzen …

Am Fischmarkt

… bummeln durch die Stadt, durch den Fischereihafen, gehen am Strand spazieren und bewundern die Wellen im Pazifik. Ganz schön beeindruckend für so Landratten wie uns.

Am Fischereihafen

Seelöwen am Fischereihafen

Nach ein paar Tagen heißt es Abschied nehmen. Abschied von Chile. In den letzten Monaten waren wir zu einem großen Teil unserer Reise hier unterwegs. Wir haben viel gesehen und erlebt. Ein tolles Land mit vielen Facetten das immer einen Besuch wert ist.