Kebnekaise

Unser erstes gößeres Ziel in Schweden ist der Kebnekaise Südgipfel. Um diesen zu erreichen steht uns zunächst ein etwa 20 km langer Fußmarsch bis zur Fjällstation Kebnekaise bevor. Bei mäßigem Wetter starten wir gegen Mittag am Parkplatz Nikkaluokta.

Auf meist guten Wegen wandern wir nicht nur unserer Unterkunft für die Nacht entgegen, auch das Wetter wird zunehmend besser. Rechtzeitig vor dem Abendessen erreichen wird die Fjällstation, eine Hütte mit Hotelcharakter die mit dem Hubschauber versorgt wird.

Es gibt eine Rezeption, einen Shop in dem insbesondere auch Selbstversorger (man darf hier um die Fjällstation herum im Zelt übernachten) alles Notwendige bekommen, einen Ausrüstungsverleih, Lounge, Restaurant … schon beeindruckend.

Nach einem Luxusfrühstück vom Buffet machen wir uns gegen 7:00 Uhr auf den Weg zum Gipfel.

Über die Ostroute (Östra Leden) steigen wir auf. Erst auf gutem Wanderweg, bald schon im Schnee, später über etwas Blockgelände, weiter über den Gletscher und einen Klettersteig auf den Bergrücken. Hier trifft unser Aufstiegsweg auf den Normalweg dem wir bis zum Gipfel folgen.

Gegen Mittag erreichen wir den Südgipfel. Dieser war noch bis vor wenigen Jahren der höchste Berg Schwedens. Aufgrund der Gletscherschmelze ist er inzwischen etwas niedriger als der 2.097 m hohe Nordgipfel und so stehen wir nun auf dem ehemals höchsten Gipfel Schwedens und genießen bei bestem Bergwetter die Aussicht.

Wir steigen über die Westroute ab, die zwar ein paar Kilometer länger ist als unsere Aufstiegsroute und zudem noch mit einem ordentlichen Gegenanstieg aufwartet, aber wenn es sich einrichten lässt entscheiden wir uns meistens für einen Rundweg bzw. eine Überschreitung.

Nach 9 Stunden am Berg, etwa 18 km und etwa 1.680 Hm kommen wir wieder an der Fjällstation an. Nun haben wir die Möglichkeit nochmal 20 km dranzuhängen um wieder zum Parkplatz zu kommen (fällt aus – der innere Schweinehund streikt), eine weitere Nacht auf der Hütte zu verbringen (nicht gerade preiswert) oder mit dem Hubschrauber zurück zu fliegen.

Der Flug ist tatsächlich preiswerter als eine weitere Übernachtung mit Abendessen und ein besonders Erlebnis obendrein.

Zum Nordkap

Durch die Finnmark fahren wir weiter Richtung Norden. Immer wieder sehen wir Rentiere. Sie stehen am Straßenrand, spazieren hier durch die Vorgärten oder im Ort über die Straße.

Die letzten knapp Hundert Kilometer führen über eine Stichstraße entlang der Küste und bis 212 Meter unter dem Meer durch den Nordkapp Tunnelen bis zum nördlichsten Punkt unserer Reise.

Am späten Nachmittag erreichen wir das Nordkap bei so gut wie keiner Sicht und so beschließen wir über Nacht zu bleiben in der Hoffnung, dass sich zumindest die Wolkendecke so weit hebt, dass wir sehen können wo wir sind.

Am nächsten Morgen gegen 4:30 Uhr ist es soweit. Schnell ziehen wir uns an und gehen nach draußen.

Auf dem Weg nach Süden machen wir noch einen kleinen Abstecher nach Trollholmsund. Die Steintürme am Porsangerfjord sind einer samischen Sage nach zu Stein erstarrte Trolle.

Nach mehr als fünf abwechslungsreichen und entspannten Wochen verabschieden wir uns von Norwegen und fahren über Finnland zurück nach Schweden.

Halti – ein finnisch-norwegischer Grenzberg

Die Anfahrt zum Ausgangspunkt der Besteigung führt uns erst über eine kleine Teerstraße in das Tal Kåfjordbotn hinein danach weitere 20 km Piste hinauf auf eine Hochebene im Gebiet der Sami.

Hier am Ende der Piste, am Rande des Reisa Nationalparks, kann man in der Nähe einer Schutzhütte parken. Ein friedlicher Ort, der uns am Abend noch einen wunderschönen Regenbogen präsentiert.

Dem Wetterbericht entsprechend, der für den Nachmittag wieder einmal Regen ankündigt, starten wir bereits gg 6:00 Uhr. Zunächst folgen wir dem gut erkennbaren Pfad hinauf auf die Anhöhe. Ab hier wird die Wegfindung schon etwas spezieller. Im Internet haben wir folgende Wegbeschreibung gefunden (Auszug): „… Wir orientieren uns mit mal mehr mal weniger Abstand entlang eines Rentierzauns, immer noch annähernd südwärts. Am Zauntreffpunkt (aus drei Richtungen treffen Zäune aufeinander) schwenken wir ostwärts. Folgen also dem links abzweigenden Zaun und einem Bachbett. Um dorthin zu gelangen muss man die Zäune eins und zwei an geeigneten Punkten überqueren …“

Bald schon ziehen Wolken auf und die Sicht wird zunehmend schlechter. Dies macht die Orientierung im weglosen Blockgelände nicht einfacher. Einige Zeit später erreichen wir den in Norwegen liegenden Gipfel des Halti mit 1.365 m Höhe.

Von dort aus machen wir uns auf den Weg zur finnischen Grenze und zum höchsten Punkt in Finnland. Hierfür steigen wir, wie kann es hier anders sein, erst einmal über einen Rentierzaun.

Finnland besitzt den nördlichsten Landeshöhepunkt überhaupt. Dieser Punkt ist der höchste Punkt an der finnischen Grenze des Halti-Massivs, aber eben kein eigenständiger Berggipfel gemäß Definition. In Norwegen gab es Überlegungen Finnland zum 100. Jubiläum der finnischen Unabhängigkeit im Jahr 2017 den 1.331 m hohen Nebengipfel Haldicohkka zu schenken. Dazu wäre die Staatsgrenze um etwa 200 m zu verlegen gewesen. Das Unternehmen scheiterte letztendlich an juristischen Bedenken und so haben die Finnen keinen höchsten Berg, sondern lediglich eine höchste Erhebung an der Grenze zu Norwegen.

Auf dem Rückweg sehen wir eine Rentierherde in unsere Richtung ziehen. Wir setzen uns und warten still ab. Da der Wind günstig steht, nehmen sie uns lange Zeit nicht wahr und ziehen langsam an uns vorüber. Ein tolles Erlebnis.

Lofoten und Vesterålen

Seit Überschreitung des Polarkreises ist das Wetter nicht mehr sehr hitverdächtig und so beschließen wir nicht wie geplant die lange Überfahrt von Bodø auf die Lofoten zu nehmen, sondern entscheiden uns für die kürzere Fährfahrt ab Skutvik, die wir ein paar Tage später nutzen – auch in der Hoffnung auf besseres Wetter.

Um es vorweg zu nehmen, das Wetter mit dem uns die Lofoten empfangen bleibt uns bis auf wenige Stunden erhalten. Nach Ankunft in Svolvær fahren wir auf schöner Landschaftsroute bis ganz in den Süden der Inselgruppe.

In Å endet die Straße. Wir spazieren durch das Fischerdorfmuseum und besichtigen das einzige Stockfischmuseum der Welt. Mit einem kurzen Dokumentarfilm erhalten wir einen Einblick in den jährlichen Kabeljaufang auf den Lofoten. Danach beantwortet uns der Eigentümer in bestem Deutsch unsere zahlreichen Fragen. Nach einem Rundgang durch das mit viel Engagement gestaltete Museum verabschieden wir uns wieder.

Ein paar Stunden Sonne – welch schöne Farben.

Für den kommenden Tag ist nochmal schönes Wetter angekündigt und so starten wir am nächsten Vormittag auf den höchsten Berg der Lofoten in der Hoffnung, dass sich die Wolkendecke auflöst. In Gipfelnähe kommen wir zunehmend in wegloses Gelände, steil, brüchig, absturzgefährdend, schlechte Sicht. Und so kehren wir nach etwa 1.000 Hm sicherheitshalber um.

Nach einer Campingplatzübernachtung auf den Vesterålen (wir müssen dringend Wäsche waschen) setzen wir mit der Fähre nach Senja über, kehren zurück auf die E 6 und setzen unseren Weg nach Norden fort.

An einem Rastplatz mit einem Souvenirshop der Samen legen wir eine Fahrpause ein, trinken eine Tasse Kaffee in der Sonne und genießen die wärmenden Sonnenstrahlen.

Im „Zickzack“ weiter Richtung Norden

Bereits kurz hinter den Trollstigen sind wir quasi wieder auf Meeresniveau unterwegs. Mit der Fähre setzen wir nach Molde über

und erreichen bald die Atlanterhavsvegen, die Atlantikstraße. An einem Parkplatz an einer ruhigen Bucht bleiben wir stehen, packen das Boot aus und gehen Angeln. Aus der Bucht fahren wir besser nicht raus, da uns die Wellen im offenen Meer zu hoch sind und so fahren wir nur bis zu der kleinen Felsinsel, die schützend am Rand der Bucht liegt. Unsere Angelerfolge sind freundlich ausgedrückt nicht nennenswert. Dafür müssen wir einen Blinker aufgeben der sich im Tang verfangen hat. Einen weiteren Verlust konnte Helmut durch einen kleinen Tauchgang im kalten Meerwasser verhindern. So kommen wir zwar ohne Fisch, aber mit schönen Erlebnissen zurück zum Fahrzeug.

Wir beschließen wieder einmal klettern zu gehen. Hier sind unsere Erfolgsaussichten deutlich höher. Erst bei Trondheim, am nächsten Tag etwas nördlich bei Ekne gleich nochmals. Um die Kletterfelsen zu erreichen wandern wir etwa eine Stunde am Fjord entlang, hier ist fast schon der Weg das Ziel. Etwas klettern am warmen Fels mit Blick über den Fjord – einfach schön.

Zwischenzeitlich sind wir, was das Angeln betrifft deutlich weiter. Jetzt haben wir´s raus. Gut sind Brücken über die Fjorde. Hier ist das Wasser meist tief genug, so dass die Blinker nicht so leicht hängen bleiben. Dann noch gute Angelzeiten ausnutzen (findet man im Internet) und schon zeichnen sich die Erfolge ab. Es gibt Makrele, Köhler und Dorsch. Wir konnten uns zwischenzeitlich einige Mahlzeiten mit selbst geangeltem Fisch zubereiten.

Überhaupt bietet einem die Natur gewisse Nahrungsmittel im Überfluss. Zehn Minuten an der richtigen Stelle Pilze sammeln, das reicht um satt zu werden. Selbstgemachte Himbeermarmelade aus wild wachsenden Himbeeren gibt´s auch noch.

Wieder führt uns der Weg hinaus an die Küste. Diesmal um den Berg mit dem Loch zu besuchen. Etwa 35 Meter hoch und 160 Meter lang ist der Durchlass im Torghatten. Ein kleiner Fußmarsch führt hinauf zu diesem Loch, hindurch und auf der anderen Seites des Berges wieder heraus.

Auf der Kystriksveien17,

später wieder auf der E 6 fahren wir weiter Richtung Norden und erreichen ein paar Tage später den nördlichen Polarkreis.

Unser letztes Highlight vor den Lofoten ist der Saltstraumen, der größte Gezeitenstrom der Welt. Am Rande des Sunds befindet sich eine Infotafel auf der die Zeiten mit den stärksten Strömungen für das ganze Jahr aufgelistet sind. Das lassen wir uns nicht entgehen, pünktlich stehen wir auf der Brücke – ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Beinahe hätte ich es vergessen. Die Elche. Den ersten Elch in Norwegen entdecken wir nur wenige Meter neben einem Supermarktparkplatz gleich beim Saltstraumen. Bis wir die Kameras bereit haben, hat er sich schon in den Wald zurück gezogen. Nur wenige Kilometer später haben wir Glück und es kommt uns Elch am Waldesrand vor die Linse.

Norwegens Berge und Fjorde

Von 0 m auf 2.469 m, so der Plan für die nächsten zwei Tage. Nach unserer Fahrt mit dem Kanu im Sognelfjord geht´s auf der Landschaftsroute Sognefjellet weiter und hinauf auf 1.434 m über den höchsten Gebirgspass Nordeuropas Richtung Jotunheimen Nationalpark. Von der Berghütte Spiterstulen aus steigen wir auf den Galdhøpiggen. Mit Sicherheit nicht der schönste Berg Norwegens, aber der höchste und anscheinend einer der beliebtesten.

Direkt unterhalb des Gipfels steht noch eine bewirtschaftete Schutzhütte in der man Getränke, Riegel u. ä. bekommt.

Dafür ist die Aussicht über die vielen gletscherbedeckten Berge in der Umgebung einfach großartig.

Nach der Bergtour gönnen wir uns einen Einkauf in DER Bäckerei in und um Lom, dem nächstgelegenen Bergsteigerdorf. Das Warten in der Schlange hat sich gelohnt. Wir bekommen hier die besten Backwaren seit Wochen. Die Focaccia ist ein Traum.

Unterwegs machen wir einen kurzen Spaziergang im Reinheimen Nationalpark, einem der 47 Nationalparks von Norwegen. Der Rundweg führt durch ein Almengebiet, vorbei an Wasserfällen und über eine natürliche Steinbrua (Steinbrücke).

Nachdem wir fast einen Tag überhalb des Geirangerfjords auf besseres Wetter und gute Sicht gewartet hatten wurden wir mit einer wunderbaren Aussicht über den Fjord belohnt – ein Schiff der Hurtigruten inklusive.

Auf der Touristenroute 63

fahren wir über den Trollstigen in elf Haarnadelkurven hinunter, aus den Bergen hinaus, ans Meer.

Unser nächstes Ziel ein Stück entlang der Atlantikstraße.

Im Südwesten von Norwegen

Immer der E 13 nach Norden folgend fahren wir mit einem kleinen Zwischenstopp am Låtefossen, einem der unzähligen Wasserfälle des Landes, nach Odda.

Von dort aus machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten „must-have-seen“ in Norwegen. Die Trolltunga (Trollzunge), ein etwa 10 m langer Felsvorsprung rund 700 m über einem Stausee. Eine lange aber lohnende Tour (fast 24 km und 900 Hm) auf besten Wegen und mit tollen Ausblicken.

Ein wenig Kultur darf es zwischendurch auch sein und so besichtigen wir Bergen mit dem historischen Hafenviertel Bryggen. In den alten Holzhäusern im Hanseviertel sind heute zahlreiche Geschäfte und Lokale untergebracht sind. Wir bestaunen das breite Angebot an frischen Meerestieren im Fischmarkt und genießen die leckeren Fischgerichte in einem der zahlreichen Restaurants.

Wieder einmal fahren wir durch einige der vielen Tunnel in Norwegen. Laut Wikipedia beträgt die Länge aller Tunnel in Norwegen insgesamt über 750 km. Diesmal ist der längste Straßentunnel der Welt dabei, der Lærdalstunnel mit 24,5 km. In einem anderen Tunnel noch auf dem Weg nach Bergen entdecken wir mitten im Tunnel einen Kreisverkehr. Beeindruckend was man in diesem Land für eine Infrastruktur vorfindet.

Die Nächte verbringen wir in diesen Tagen so oft es möglich ist an einem der Fjorde. Wenn´s passt packen wir das Boot aus und drehen die eine oder andere Runde auf dem Wasser.

Der Süden von Norwegen

Norwegen begeistert uns von Anfang an. Die Infrastruktur hier ist einfach großartig, insbesondere für Camper. Ein Picknickplatz am Wegesrand? Kein Problem. Toiletten, Abfallentsorgung und Entsorgungsstationen für Camper? Kein Problem. Es gibt sie in relativ kurzen Abständen, die Toiletten sind sauber, top ausgestattet (auch schon mal mit Heizstrahler), die Entsorgungsstationen fast alles kostenlos. Wir entdecken einen Badeplatz mit Trampolin im Wasser und einem Zugang für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Alles vom Feinsten.

Unser erstes „touristisches Highlight“ ist der Besuch der Heddal Stavkyrke (Stabkirche) süd-westlich von Oslo. Sie ist die größte Stabkirche Norwegens. Bei einer Führung erfahren wir, dass sie bereits im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Um die Kirche führt ein „Svalgang“, ein Wind und Wetterschutz über den u. a. die Kirche über getrennte Eingänge für Frauen und Männer betreten wurde. Heutzutage kommt man durch das Hauptportal, welches früher nur für besondere Anlässe geöffnet wurde, in die Kirche.

Der Weg führt uns zunächst nach Süden zum Lindesnes fyr. Hier vom südlichsten Punkt des Festlandes sind es „nur“ noch 2.518 km bis zu unserem nördlichsten Ziel in Norwegen, dem Nordkap. Aber zuerst entscheiden wir uns, wie viele andere Camper auch, die Nacht über auf dem Parkplatz vor dem Leuchtturm stehen zu bleiben. Bei einer Tour mit unserem Kanu am nächsten Morgen bestaunen wir zahlreichen Quallen in der Bucht des Leuchtturms.

Die beiden Häuser von Helleren stehen unter einem großen Felsdach, welches ihnen Schutz vor Wind und Wetter bietet. Die Häuser sind frei zugänglich, in eines darf man sogar rein gehen. Hinter den Häusern stehen immer noch zwei Eimer, in denen wie früher das Tropfwasser aus einer Sickerquelle im Fels aufgefangen wird.

Immer wieder halten wir an um die tolle Natur zu genießen, ein wenig klettern zu gehen oder um eines der schönen Dörfer zu anzuschauen.

Nach einer Fahrt durch den längsten und zugleich tiefsten Unterwasserstraßentunnel der Welt, dem Ryfylketunnelen mit einer Länge von 14,3 km und einer Tiefe bis 291 m uNN, erreichen wir bald den Wanderparkplatz von dem wir uns auf den Weg zum Preikestolen machen. Über dem Lysefjord erhebt sich die riesige Felskanzel mit einer 604 m hohen senkrechten Wand, deren Plateau von der dem Fjord abgewandten Seite auf einem etwa 4 km langen Wanderweg bequem erreicht werden kann.

Nachdem wir unsere kleine Fotosession über dem Fjord beendet haben geht´s zurück zum Fahrzeug und weiter nach Norden.

Vier Tage Schweden

Schweden empfängt uns mit Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. Nach unserer Ankunft am Morgen in Karlskrona fahren wir staunend durchs Land. Alles so sauber, so schön hergerichtet, die Vorgärten gepflegt. Das sind wir nicht mehr gewohnt. Selbst die Forststraßen (hier zu einem Kletterfels im Wald) sind um Welten besser als so manche geteerte Hauptverbindungsstraße in dem einen oder anderen Balkanstaat.

Einen schönen Platz für die Nacht zu finden ist kein Problem. Man darf auf fast jedem Parkplatz die Nacht verbringen. Die erste Nacht stehen wir bei der kleinen Kirche Hjälmseryd.

Am Vättern, dem zweitgrößten See Schwedens finden wir einen wunderschönen Standplatz direkt am See, den wir noch dazu fast für uns alleine haben. Hier ist das Angeln für Jedermann erlaubt und so starten wir unseren ersten (allerdings erfolglosen) Versuch.

Weiter geht´s zum Vänern. Am größten See Schwedens nutzen wir, wie viele Einheimische auch, das schöne Wetter und verbringen ein paar Stunden am Strand bzw. im angenehm temperierten See.

Frühmorgens gehen wir noch eine Runde laufen. Hier sehen wir unsere erste Elchkuh im Wald stehen (Fotos gibt´s keine – wir hatten das Handy nicht dabei). Bevor wir nach Norwegen weiter fahren ergänzen wir nochmals unsere Vorräte im preislich deutlich günstigeren Schweden

Einerseits würden wir gerne länger bleiben, andererseits haben wir die Sorge, dass die gerade erst für Touristen geöffnete Grenze nach Norwegen wieder geschlossen werden könnte oder dass Norwegen den Teil von Schweden in dem wir uns gerade befinden zum orangen Gebiet erklärt, was bei einer Einreise von dort zur Quarantäne führen würde. Und so verlassen wir Schweden bereits nach 4 Tagen wieder.

Auf dem Weg nach Norden durch Polen

Unser erstes Ziel in Polen ist Krakau. Wir suchen uns einen Campingplatz am Stadtrand und starten von dort aus unsere Tour durch die Stadt. Wir spazieren durch die Altstadt mit ihrem etwa 200 auf 200 Meter großen Marktplatz, dem Hauptmarkt mit den Tuchhallen in denen bereits im Mittelalter, wie der Name schon sagt, mit Tüchern gehandelt wurde. Heute findet man hier zahlreiche Souvenirgeschäfte.

Mit City Tours machen wir eine Stadtrundfahrt ins Jüdische Viertel von Kazimierz einem Stadtteil von Krakau und zu Schindlers Fabrik. Von Lukas unserem Stadtführer erfahren wir viel über die Geschichte von Kazimierz.

Bevor es auf unseren nächsten höchsten Berg geht besuchen wir noch Breslau mit seiner wunderschönen Altstadt und den zur touristischen Attraktion gewordenen Breslauer Zwergen, die ihren Ursprung im Protest gegen das damalige kommunistische Regime haben. Inzwischen stehen die kleinen Kerle überall in der Altstadt verteilt.

Von Karpacz (auf deutsch: Krummhübel) im Riesengebirge wandern wir nach unserer Ankunft am Nachmittag noch schnell auf die Schneekoppe. Auf breiten Wegen erreichen wir den Gipfel mit Restaurant, Observatorium, Kapelle und Poststelle, der mit seinen gerade mal 1.603 m die höchste Erhebung sowohl von Tschechien als auch vom Riesengebirge ist. Die Grenze läuft über den Gipfel, so dass ein Teil der Gebäude auf polnischem, der andere Teil auf tschechischem Staatsgebiet steht.

Auf unserem Weg an die Ostsee machen wir einen kurzen Abstecher zum Naturdenkmal krummer Wald. Ursprünglich gab es wohl etwa 400 verkrümmte Kiefern. Hinsichtlich der Verformung der Bäume gibt es, wie so oft, auch hier zahlreiche Theorien. Eine besagt, dass die Kiefern z. B. für den Möbelbau verwendet werden sollten.

Unser nächster Ausflug führt uns auf die Lontzkedüne. Die Wanderdüne liegt etwa 9 km westlich von Łeba im Slowinzischen Nationalpark und ist nur zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit vor Ort verkehrenden Elektrotaxen erreichbar. Am frühen Abend war erfreulicherweise nicht mehr viel los, so dass wir die Schönheiten der Natur in Ruhe genießen konnten.

Bevor wir nach Schweden verschiffen fahren wir noch auf die Halbinsel Hel. Die etwa 34 km lange Landzunge entstand aus einer Kette kleiner Inseln und wurde zu einer Nehrung. Hier gehen wir nochmals an den Strand und besichtigen die Überreste einige der zahlreichen militärischen Anlagen aus der Vergangenheit.

Auf der Fähre werden wir zentimetergenau eingewiesen. Der Platz auf der Fähre ist kostbar. Am späten Abend starten wir unsere Überfahrt.

Etwas wehmütig verabschieden wir uns von Polen. Wir haben auf unserem Zug nach Norden viel zu wenig von diesem tollen Land gesehen. Wenn alles klappt schauen wir hier auf dem Rückweg von Skandinavien nochmal vorbei. Mal sehen was die Zeit mit sich bringt. Schön wär´s wenn es klappen würde.