Frühjahrstreffen 2012 des Verbandes deutscher Heeresbergführer e.V.

Das alljährliche Frühjahrstreffen des Verbandes deutscher Heeresbergführer e.V. fand dieses Jahr am Wochenende 14./15. April im Matschertal in Südtirol statt. Stützpunkt war das „altbewährte“ Almhotel Glieshof, in dem wir über die Jahre hinweg schon viele schöne Stunden verbrachten.
Mit Kaffee und Kuchen begann um 15:00 Uhr der offizielle Teil. Da der erste Vorstand Oberstleutnant Johannes Schwegler leider nicht am Treffen teilnehmen konnte begrüßte Stabsfeldwebel Josef Hümmer die 20 Teilnehmer.

Frühjahrstreffen Verband der Heeresbergführer e. V. 2012

Neben Informationen über die Kassenlage des Verbandes blickte Josef Hümmer auf die Ereignisse des letzten Halbjahres zurück und gab die Planungen für die Zukunft bekannt. Für das nächste Herbsttreffen, das voraussichtlich in Mittenwald stattfinden wird, ist neben der stattfindenden Neuwahlen eine Weiterbildung und Informationsveranstaltung zum Thema Tourplanung und Orientierung mit GPS-Geräten geplant. 2014 feiern sowohl der Verband der deutschen Heeresbergführer e.V., als auch das eine oder andere Verbandsmit- glied ihren 50. Geburtstag. Hierfür werden Ideen und Vorschläge gesucht.

Glieshof im Frühjahr 2012

Etwa die Hälfte der Teilnehmer traf sich bereits am Donnerstagabend im Glieshof. Sie nutzten die zusätzliche Zeit um den einen oder anderen Höhenmeter zu schruppen. Mit dabei war auch ein Team, das an der diesjährigen Patrouille des Glaciers, dem größten Rennen im Skibergsteigen weltweit teilnimmt. Da im Juni die Besteigung einiger 6000er in Bolivien vor der Tür steht entschloss auch ich mich bereits am Donnerstag anzureisen um von Freitag bis Sonntag jeweils eine Skitour  gehen zu können.
Leider wurde daraus nicht wie geplant ein Skitourenwochenende unter südlicher Sonne, sondern eine intensive Orientierungsübung. Wegen schlechter Sicht bis hin zum White out war das GPS-Gerät unser täglicher Begleiter.

Skitour auf den Upikopf

Am ersten Tag stiegen wir durch das Upiatal auf den Upikopf auf 3.175 m. Wegen Schneemangel mussten wir die letzten 500 Hm ohne Ski aufsteigen. Wir waren quasi als „Wanderschwein und Schroffentrottel“ unterwegs.

Der zweite Tag führte uns ins Ramudeltal. Als Tourenziel wählten wir für heute den Ramudelkopf mit 3.300 m. Wegen schlechter Sicht mussten wir jedoch auf die Rappenscharte 3.012 m ausweichen.

Rappenscharte statt Ramundelkopf

Die Abende genossen wir mit hervorragendem Abendessen und intensiven kameradschaftlichen Berggesprächen. Schön, mal wieder beieinander zu sitzen, in Erinnerungen zu schwelgen und Erfahrungen auszutauschen.

Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück ging es am Sonntag nochmal auf Skitour. Da am Reschenpass die Schneeelage besser war als im Matschertal fuhren wir ins Rojental mit dem Zwölferkogel als Tourenziel. Leider war es auch diesmal wegen der schlechten Sicht nicht möglich bis zum Gipfel zu kommen. Wir mussten beim Punkt 2.700 m umdrehen und in Spur abfahren – Es war mal wieder White out angesagt.

Trotz der schlechten Wetter- und Schneeverhältnisse war es ein gelungenes Wochenende und mit 3.400 Metern im Aufstieg war die Ausbeute an Höhen- metern ganz ordentlich.

Lawinenkurs Praxis

Wie immer begannen wir mit Kaffee und Kuchen, aber diesmal nicht auf einem Parkplatz, sondern in der DAV-Hütte Spitzingsee. Danach ging es los mit ein bißchen Theorie, doch wir kamen schnell zum praktischen Teil. Zuerst übten wir einige Male die Lawinenverschüttetensuche bei Einfachverschüttung.

Verschüttetensuche

Nach der Mittagspause ging es weiter mit der Mehrfachverschüttung. Dies war schon etwas schwerer zu bewältigen. Später gingen wir ins Gelände und gruben einen Rutschblock um die Schneedecke zu untersuchen.

Rutschblock

Am Ende lösten wir einen ABS-Rucksack aus und in der Hütte zeigten wir noch wie man einen Unterkühlten versorgt.

Hiebler Wärmepackung

Autor: Helmut Schramm jun.

Grauspitz ohne Gipfelkreuz

Wir sind vom höchsten Berg Lichtensteins der Grauspitz zurück.

Am Freitag trafen wir uns um 07:00 Uhr in Haag. Nach ca. 3,5 Std. Fahrt  über München – Bodensee erreichten wir den Ausgangspunkt, Malbun 1.700 m in Liechtenstein. Das Wetter war durchwachsen aber trocken. Wir entschlossen uns den Weg über das Sareiserjoch 2.000 m – Spitx 2.186 m – Augstenberg 2.359 m zur Pfälzer Hütte auf 2.111 m zu nehmen. Entlang des Weges waren unzählige Murmeltiere zu sehen, die uns sehr nahe kommen ließen. Margit erklärte uns die vielen Alpenblumen und Kräuter, die den Weg säumten. Wunderbare Blumenwiesen säumten unseren Weg. Nach 3 Std. waren wir auf der Hütte.

Eine kleine Kaffepause, dann ging ich den Weg für den Gipfeltag erkunden.

Trotz einiger kleinerer Schlafstörungen konnten wir uns gut erholen.

Am Samstag hieß es früh raus. Wecken um 05:30 Uhr. Kurz das etwas spärliche Frühstück genießen, dann ging´s bei bestem Sommerwetter los. Zuerst ein Abstieg von ca. 150 Höhenmeter hinunter ins Naaftal, dann weglos eine Querung in Richtung Schwarzhorn. Weiter über Blockgelände, Schotter zur Ijesfürgli auf 2.348 m, dann über den Grat zum Schwarzhorn auf 2.574 m. Hier hieß es Klettergurt und Helm anlegen sowie Anseilen. Vom Schwarzhorn mussten wir den Südwestgrat ab- und den Grat zur Grauspitz wieder raufklettern. Nach 4 Std. waren Maria, Matthias und ich am Gipfel der Grauspitz 2.599 m. Ein Gipfelkreuz gibt´s hier leider nicht!

Auf der Aufstiegsroute ging es in 2 Std. zurück zur Hütte. Noch kurz was trinken und dann der Abstieg in 1,5 Std. nach Malbun. Insgesamt haben wir 2.000 Höhenmeter und 21 km abgespult.

Um ca. 20:15 Uhr waren wir vier wieder in Haag. Fazit: Ein durchaus lohnender Berg, den wir nächstes Jahr wieder in unser Programm aufnehmen werden.

Triglav Tour 2011

Am Sonntag gegen 13:30 kam die Bergsteigergruppe unter Führung von Christian Hogger wohlbehalten zurück.

Von den 7 Teilnehmern haben 6 den Gipfel über den Pragweg erreicht.

Das Resümee der Gruppe war, dass der Weg durchaus anspruchsvoller war als er in den Führern dargestellt wird.

Die geforderte Kondition und Trittsicherheit wird vom Berg eingefordert.