Neulich in Peru

An dieser Stelle möchten wir eine kleine Episode aus unserem Reisealltag erzählen. Es war an der Zeit unsere Reifen wieder einmal durch zu tauschen. Normalerweise machen wir das selbst. Diesmal jedoch stehen wir hier in Huaraz auf einem leicht geneigten Kiesplatz der uns als Untergrund nicht sehr geeignet erscheint und wir wollen zudem die Reifen auf den Felgen einmal von innen nach außen drehen damit sie gleichmäßiger abgefahren werden. Wir überlegen daher dies in einer Werkstatt erledigen zu lassen. Wir machen ein Foto von einem Reifen und gehen damit zu einer größeren Werkstatt in der Nähe, holen ein Angebot ein und vereinbaren gleich einen Termin für den Nachmittag.

Nach unserer Ankunft wuchten wir erst einmal den Reservereifen vom Heckträger. Die Arbeiten beginnen. Der Mitarbeiter, der uns vormittags den Preis genannt hatte wollte nun plötzlich das Doppelte. Die Reifen seien so groß. Es folgt eine kurze Diskussion und wir einigen uns auf einen neuen Preis. Die Arbeiten gehen weiter.

s´Schneckle ohne Schuhe

Ein anderer Mitarbeiter macht mit einem Druckluftschrauber die erste Radmutter auf. Wir müssen einschreiten. Die Nuss ist zu groß und beschädigt unsere Radmutter. Eine passende Nuss ist nicht aufzutreiben. Helmut kramt sein Werkzeug hervor. Alle weiteren Radmuttern werden ab jetzt per Handarbeit geöffnet. Ab und zu muss Helmut mithelfen, da die Jungs nicht jede Radmutter aufbekommen.

Reifenwechsel

Das nächste Problem ergibt sich beim Öffnen der Sprengringfelgen. Ist nur gut, dass Helmut sich auskennt und so gibt es eine kleine Unterrichtseinheit für die Werkstattmitarbeiter.

Sprengringfelgen

Der erste Reifen ist wieder auf der Felge und wird festgeschraubt. Inzwischen vorsichtig geworden informieren wir den Mitarbeiter darüber, dass die Radmuttern mit 600 Nm festgezogen werden müssen. Dafür ernten wir ziemlich verständnislose Blicke. Mit Hilfe unseres Übersetzungsprogrammes fragen wir nach, ob sie denn keinen Drehmomentschlüssel hätten. Wieder verständnislose Blicke. Er drehe die Schrauben per Hand zu und deutet auf seinen Oberarm. Helmut kramt seinen Drehmomentschlüssel hervor und erklärt die Funktionsweise. Inzwischen sind zudem unsere Unterlegbretter und das Druckmanometer in Gebrauch. Zweieinhalb Stunden später sammeln wir unser Werkzeug wieder ein, bezahlen dann doch etwas weniger als vereinbart und verabschieden uns.

P.S.: Diese Geschichte spielte sich in einer der größeren Werkstatt ab. Einer Werkstatt mit einem Betonboden, Dach, Hebebühne für Autos und einem kleinen Büro. Das ist hier keine Selbstverständlichkeit. Hier gibt es überall Kleinstwerkstätten die in einem unbefestigten Innenhof untergebracht sind oder ihre Arbeiten direkt am Straßenrand ausführen.

Werkstatt

Reifen- oder Ölwechsel auf der Fahrbahn mitten im Ort? Ist ganz normal hier, vor allem in ländlichen Regionen. Das gilt sowohl für Arbeiten an Motocarros, Autos als auch für LKW. Der Verkehr muss eben außen herum fahren.

 

 

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