Abenteuer Bolivien – Auf zum Ancohuma

Zwei Tage nach unserer erfolgreichen Besteigung des Huayna Potosí fuhren wir frühmorgens in einem Minibus nach Sorata. Hier mussten wir in Jeeps umsteigen um zu unserem Basislager für die Besteigung auf den Ancohuma, unserem zweiten 6.000er zu gelangen. Abenteuerlich waren hier nicht nur die unbe- festigten Straßen, sondern auch die Fahrt als solche.

Auf abenteuerlicher Fahrt zum Basecamp Ancohuma

Der Fahrer unseres Jeeps lud zunächst seinen Vater auf das Dach des Fahrzeuges und nahm danach einen anderen Weg als der zweite Jeep um, wie er auf spanisch erklärte, seinen Vater abzusetzen. Im Laufe der Fahrt wurde der Weg zunehmend unwegsamer und führte in noch ab gelegenere Regionen. Der andere Jeep, in dem auch unser einheimischer Bergführer saß, war weit und breit nicht mehr zu sehen. Ungutes Gefühl machte sich breit, wussten wir doch, dass es vor allem in letzter Zeit in dieser Gegend immer wieder Übergriffe auf Touristen gab. Getrennt vom zweiten Jeep kamen wir tatsächlich in eine etwas heikle Situation, die jedoch glücklicherweise gut ausging.

Im Basecamp angekommen lagen noch etwa 2.500 Höhenmeter und zwei Hochlager zwischen uns und dem Gipfel des Ancohuma, der mit 6.425 m der dritthöchste Berg Boliviens ist. Das erste Hochlager liegt direkt an der Laguna Glacier mit beeindruckender Aussicht ins Tal bis hin zum Titicacasee. Hier konnten wir uns noch ein wenig erholen, um für die kommenden zwei Tage gut gerüstet zu sein.

Ancohuma – Auf dem Weg zum 2. Hochlager

Das zweite Hochlager schlugen wir direkt auf dem riesigen Gletscher auf, farbenfrohe Punkte im strahlenden weiß der Gletschermassen. Nach einer kurzen Nacht im Zelt begann gegen 2:30 Uhr der Aufstieg zum Gipfel. Bei etwa -15 Grad plus Windchill stiegen wir unserem Ziel entgegen. Mit Sonnenaufgang erreichten wir die technisch schwierigste Passage auf dem Weg zum Gipfel. Hier auf über 6.000 m Höhe galt es sowohl die Gletscherrandkluft als auch eine etwa 65 Grad steile und 70 m hohe Firnwand zu überwinden. Mit Eisschrauben, T- oder Firnanker bauten unsere Bergführer die Fixpunkte in die Wand.

Ancohuma – An der Steilwand

Nach etwa sieben Stunden standen wir bei strahlendem Sonnenschein am Gipfel. Lange konnten wir jedoch die grandiose Sicht nicht genießen, denn es stand noch ein langer Rückmarsch bevor. Dieser erfolgte auf dem Aufstiegsweg. Wieder mussten Fixpunkte für die Sicherung gebaut werden. Dafür nutzte einer der einheimischen Bergführer auch seinen „historisch wertvollen“ Eispickel mit Holzgriff, der glücklicherweise auch der Belastung eines Sprungs über die Gletscherrandspalte standhielt.
Zurück bei den Zelten war auch hier nicht an eine größere Pause zu denken, schließlich wollten wir noch am selben Tag zurück zur Laguna Glacier.

Ancohuma – Bunte Farbtupfen auf dem Gletscher

Daher hieß es „Zelte abbauen und weiter marschieren“. Nach einem 16 Stundentag kamen wir kurz vor Sonnenuntergang wieder am ersten Hochlager an, bauten die Zelte auf, genossen das Abendessen, das die Köche schon vorbereitet hatten und fielen in einen tiefen Schlaf.

Zurück in La Paz feierten wir unseren Gipfelerfolg mit einem extragroßen Steak, viel Salat, Pommes und Coca Cola in unserem „Stammsteakhaus“.

Flambieren des Jack Daniels Steaks

Inzwischen waren wir etwa 2 1/2 Wochen in Bolivien. So viele Eindrücke, schöne Touren, tolle Menschen, bunte Märkte, gewaltige Gipfel. Was haben wir schon alles gesehen und erlebt! Aber das sollte noch nicht alles gewesen sein. Das nächste Abenteuer stand schon bevor. Die Fahrt über die berühmt berüchtigte Death Road. Aber dazu mehr im nächsten Teil unserer Berichterstattung.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s