Bolivien wir kommen!

Es ist soweit. Die Zeit der Vorbereitungen ist zu Ende. Unzählige Trainingstouren wurden absolviert. Jeder für sich, in Kleingruppen und wenn wir die Gelegenheit dazu hatten, dann waren wir möglichst alle zusammen auf unseren Vorbe- reitungstouren unterwegs. Grundlagentraining wie Laufen und Radfahren, im Winter Ski- und Schneeschuhtouren sowie Bergtouren bestimmten unsere Freizeit.  So oft wie möglich, so hoch hinaus wie möglich, das war Teil unserer Vorbereitungen. Den Körper so gut es geht an die Höhe zu gewöhnen ist wichtig, schließlich landen wir in La Paz bereits auf 4.100 m Höhe.

Deshalb wollten wir das Wochenende vor unserer Abreise noch einmal in den Bergen verbringen. Doch es war nicht einfach ein geeignetes Ziel zu finden, zumal der Wetterbericht für dieses Wochenende keinen Anlass zur Freude gab. Nach einiger Recherche stießen wir auf die Oberwalderhütte eine der wenigen hoch- gelegenen Hütten die am ersten Juniwochenende bereits geöffnet hat. Hier auf 2.973 m mit Blick auf den Großglockner wollten wir das Wochenende verbringen.

Oberwalderhütte mit Blick auf den Großglockner

Eigentlich hatten wir die Tourensaison schon beendet. Aber ohne Ski bzw. Schneeschuhe war der Zustieg zur Hütte kaum möglich. Folglich mussten wir das LVS-Gerät wieder rauskramen, Batterien rein, Schaufel, Sonde, Felle usw. zusammensuchen und schon konnte es losgehen. Ein Teil der Gruppe stieg am Freitag der andere Teil am Samstag von der Kaiser-Franz-Josef-Höhe aus zur Hütte auf. Aufgrund der Bedingungen vor Ort mussten wir erst einmal über längere Zeit unsere Ski bzw. Schneeschuhe tragen. Der Weg führte zunächst über den Gamsgrubenweg durch Tunnels über Lawinenabgänge und am Restschnee vorbei in Richtung Gletscher über den wir dann weiter Richtung Hütte aufstiegen.

Zustieg zur Oberwalderhütte

Am Freitag entschieden wir uns aufgrund der schlechten Bedingungen über den Sommerweg aufsteigen. Gar nicht so einfach im schneebedeckten felsdurch- setzten Gelände zumal wir hier erneut die Ski am eh schon schweren Rucksack befestigen mussten. Aber wir wurden ausreichend für unsere Mühen entschädigt. Am Samstag war das Wetter entgegen der Vorhersagen einfach klasse. Zudem hatten wir die Hütte fast für uns alleine. Und eine kleine Skitour auf den Johannisberg war auch noch drin. Ein Traum. So macht Höhenanpassung Spaß.

Skitour auf den Johannisberg

Jetzt muss nur noch gepackt werden. Nur noch? Für so ein Abenteuer zu packen ist nicht ganz einfach. Haben wir auch alles beisammen, was wir an Ausrüstung benötigen? Und vor allem: Auf was können wir verzichten? Schließlich ist das Gepäck pro Person auf 23 kg plus 8 kg Handgepäck begrenzt. Nicht gerade viel, wenn man bedenkt wie lange wir unterwegs sind und was wir alles an Ausrüstung benötigen. Alleine die expeditionsgeeigneten Bergschuhe wiegen etwa 2,5 kg. Dazu kommen Steigeisen, Gurt, Karabiner, Seile, Schlafsack, Isomatte, warme Bekleidung und vieles mehr.

zusammengesucht – gewogen – aussortiert – wieder gewogen – passt!

Wir werden wieder einmal nicht daran vorbei kommen, die schweren Bergschuhe und die dicken Jacken bereits auf dem Flug zu tragen. Man erntet dafür zwar regelmäßig schiefe Blicke der Mitreisenden. Aber was soll`s – so sparen wir Gewicht und Platz.

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