Auf Skihochtour unter südlicher Sonne

Frühjahr 2011: Es begann mit einer spontanen Idee gerade mal zwei Tage vor Beginn des geplanten Skitourenwochenendes. Es folgte eine kurze Absprache zwischen den Teilnehmern. Dann noch eine freundlich formulierte Information an die Organisatoren. Schon war die Skihochtour im winterlichen Stubaital gestrichen und wir fuhren an den Gardasee. Tagsüber waren wir unter der süd- lichen Sonne Italiens klettern, abends gab es Pizza, Rotwein und Aperol Sprizz. Ein Traumwochenende in der Frühlingswärme des Südens.

Frühjahr 2011 am Gardasee

Frühjahr 2012: Weil´s letztes Jahr so schön war, verfolgten wir dieses Jahr einen ähnlichen Plan. Aber diesmal ließ ER sich nicht überreden. Schließlich steht unsere Bolivienreise vor der Tür. Hier seien Ausdauer und Gletschererfahrung einfach wichtiger als Klettern, so seine Argumente. Darüber hinaus war der Wetterbericht, zumindest für den südlichen Alpenraum, sehr gut.
Wir beschlossen einzulenken. Stand uns doch auch so ein Wochenende unter der Sonne Italiens bevor.

Frühjahr 2012 im Martelltal

Als Stützpunkt für unsere geplanten Touren wählten wir die Marteller Hütte im südlichen Vinschgau. Diese gemütliche Hütte auf 2.610 m am Ende des Martell- tales mit seinen ausgesprochen freundlichen Hüttenwirten bot uns einen idealen Ausgangspunkt für unser Skitourenwochenende.

Marteller Hütte - Blick von der Hütte auf die Zufallspitzen

Besonderes Highlight war die Tour auf die südliche Zufallspitze. Aufgrund der geringen Schneehöhe auf der Alpensüdseite bot uns die Zufallspitze mit 3.757 m fast das gesamte Spektrum des Skibergsteigens. Im oberen Bereich des Gletschers war technisch ausgereiftes Gehen auf Skiern gefragt, da der Aufstieg in Seilschaften über spaltenreiches und teilweise stark vereistes Gelände erfolgte. Ohne Skier ging es bei zunehmend schlechterer Sicht auf Schnee und Fels über einen Grat weiter bis zum Gipfel. Aufgrund der überraschend schlechten Wetterlage verzichteten wir auf eine Gipfelrast und stiegen angeseilt mit Steigeisen und Pickel in der Hand bis zu unserem Skidepot ab.

Zufallspitze im oberen Drittel

Dann kam sie, die besondere Herausforderung. Aus Sicherheitsgründen mussten wir über den oberen Gletscherabschnitt angeseilt abfahren. Die meisten von uns hatten so etwas noch nie gemacht und hatten entsprechend viel Respekt vor dem, was hier auf uns zukam.
Die Entscheidung angeseilt abzufahren, war mehr als gerechtfertigt, kam es doch bei der Abfahrt tatsächlich noch zu einem Spaltensturz. Davon mal abgesehen, war die Abfahrt am Seil ein riesengroßer Spaß. Die zweite Seilschaft lief im Laufe der Abfahrt zur Höchstform auf, so dass sie am Ende der Abfahrt am Seil noch parallel wedelnd an der ersten Seilschaft vorbeifuhr.

Abfahrt am Seil

Bevor wir auf teilweise besten Powderhängen zurück zur Hütte fuhren, blickten wir noch mal zurück auf den Gipfel, der jetzt, gerade mal eine ¾ Stunde nachdem wir oben waren, wieder im strahlenden Sonnenschein vor uns stand.

Viel zu schnell vergingen die Tage am Berg. Aufgrund der Wärme der ver- gangenen Tage mussten wir die letzten Höhenmeter zurück ins Tal wir wie die Störche im Salat von Schneerestinsel zu Schneerestinsel staksen.

Dieses sonnige aber auch anspruchsvolle Tourenwochenende macht Lust auf mehr. Wir hoffen noch auf weitere schöne Skitouren, bevor die diesjährige Tourensaison zu Ende geht.

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