Im Hochlager? – Ein Test

Endlich im ersten Hochlager angekommen. Gemeinsam versuchen wir unser Zelt aufzubauen. Ein nicht enden wollender Kampf gegen Sturm und Schnee. Beinahe hätten wir unser Zelt verloren – einfach vom Sturm davongetragen. Endlich steht es sicher verankert mitten am Berg auf über 5.000 m über dem Meer. Wir haben Hunger, Durst und nichts mehr zu trinken. Einer von uns muss nochmal raus um Schnee zu holen. Erst wenn wir diesen geschmolzen haben, gibt es wieder etwas zu trinken. Essen gibt´s auch nur, wenn wir genug heißes Wasser für die Tüten- verpflegung haben. Wir bauen den Benzinkocher auf, bereiten alles vor um Feuer zu machen. Mist, das Feuerzeug funktioniert nicht. Es ist doch ganz neu. Gestern im Basislager ging es doch noch! Warum funktioniert es jetzt nicht mehr? Wir haben Hunger, Durst – uns ist kalt! Wir können den Kocher nicht in Betrieb nehmen! Wir können bei diesem Sturm auch nicht absteigen! Wann bessert sich das Wetter? Wer weiß wie lange wir hier ohne Wasser und Essen festsitzen?

Montag Morgen, der Wecker klingelt. Ich habe Durst und … zum Glück alles nur geträumt. Ein Alptraum. Sollte so ein Szenario Wirklichkeit werden, wäre unser Leben ernsthaft in Gefahr.

Header Bolivien

Wie wir bereits berichteten wollen wir auch dieses Jahr wieder hoch hinaus. Auf unseren Bergtouren in Bolivien werden wir mehrmals im Hochgebirge weit ab jeglicher Zivilisation im Zelt übernachten. Hier werden wir dann ganz auf uns selbst gestellt sein. Um die Gefahr in ein ähnliches Szenario wie aus meinem Alptraum zu geraten so gering wie möglich zu halten versuchen wir uns so gut wie möglich vorzubereiten.

Bei einer unserer gemeinsamen Vorbereitungstouren trafen wir uns zu einem Materialtest und Erfahrungsaustausch im Stubaital. Gemeinsam stiegen wir mit schwerem Gepäck mehr als 1.400 Hm bis zur Bergstation der Schaufeljochbahn auf.

Auf über 3.100 m testeten wir unsere Fähigkeiten im Zeltaufbau bei Sturm, in der Bedienung des Kochers, der Zubereitung von Expeditionsnahrung sowie unsere eigene Ausrüstung.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Helmut jun. und Julian für die logistische Unterstützung. Ihr habt für uns eine gefühlte Tonne Ausrüstung nach oben transportiert und uns damit sehr geholfen.

Zelteln auf`m Gletscher

An diesem Wochenende konnten wir zudem unsere bisherigen Erfahrungen mit Höhe, Kälte und … Feuerzeugen austauschen. Es ist tatsächlich so, dass ein Gasfeuerzeug in großen Höhen nicht mehr funktioniert. Genauso ist es auch mit Gaskochern, weshalb wir in Bolivien ausschließlich mit Benzinkochern arbeiten werden. Diese sind meist nicht ganz so komfortabel in der Bedienung, aber sie funktionieren auch unter schwierigeren Bedingungen zuverlässig.
Besonders wertvoll waren uns die Informationen von Roland, unseres höhen- erfahrenen Kameraden und Arzt, der uns in einem sehr interessanten Vortrag die verschiedenen Höhenkrankheiten, deren Vermeidung und Behandlung erklärte.

Darüber hinaus entführte er uns mit tollen Bildern in seine früheren Expeditionen. Die Sehnsucht nach neuen Abenteuern stand uns allen ins Gesicht geschrieben. Hoffentlich ist bald Sommer. Wir wollen wieder hoch hinaus!

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