Kolumbien Teil II

Die Temperaturen in Kolumbien hängen nicht wie bei uns von den Jahreszeiten ab. Jahreszeiten wie wir sie kennen gibt es in Kolumbien nicht. Es gibt zwei Regenzeiten die jedoch wenig Einfluss auf die durchschnittlichen Temperaturen haben. Abhängig von der Meereshöhe gibt es hier vier Klimazonen vom tropischen, oftmals feuchtheißen Klima bis hin zum hochalpinen Gletscherklima.

Projekt1

Außerdem gibt es eine kleine Wüste, die Desierto de la Tatacoa die wir auf keinen Fall auslassen wollten.

Tatacoa

Schön, dass wir wieder einmal eine Nacht in der Wüste verbringen können. Das Licht, die Ruhe, die karge Schönheit der Natur … einfach toll. Bevor uns die Hitze des Tages zu sehr trifft machen wir uns auf den Weg nach Bogotá.

Hier laufen die Vorbereitungen für den bevorstehenden Papstbesuch auf Hochtouren. So machen wir nur einen kurzen Rundgang durch das historische Zentrum bevor der Troubel so richtig beginnt.

Am Plaza de Bolivar

Wir können sogar einen kurzen Blick auf den Papst erhaschen 😉

Der Papst

Nördlich von Bogotá besuchen wir in Zipaquirá die Catedral del Sal. Eine riesige in eine Salzmine gebaute Kathedrale – 180 m unter der Erdoberfläche. Sie gehört zu den größten religiösen Bauwerken der Welt.

Catedral

Alles aus Salzgestein herausgearbeitet, der Kreuzweg, die Säulen, die unterschiedlichen Kreuze und Figuren … einfach alles.

Leonardo

Wie wir schon berichteten gibt es in Kolumbien einige Klettergebiete und wie wir zwischenzeitlich feststellen konnten sogar eine echte Kletterszene. Auf diese trafen wir in Suesca. Hier am leicht zugänglichen Kletterbereich hat man die Auswahl von etwa 400 Routen.

Suesca I

 

Ein Paradies für Kletterer, die sich die Zwischensicherungen noch selber legen können … Helmut ist in seinem Element. Wieder einmal bleiben wir einen Tag länger als geplant.

 

 

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Kolumbien

Ein Land, das in unserer ursprünglichen Reiseplanung nicht vorgesehen war. Aber so war und ist das auf unserer Reise immer wieder. Erst planen wir, dann schauen wir wie es vor Ort tatsächlich ist, entdecken oder erfahren von anderen Reisenden Neues und schon planen wir um. Da kann es schon mal vorkommen, dass wir uns eine Stunde vor der geplanten Weiterfahrt zum Bleiben entscheiden oder erst einmal in eine andere Richtung fahren als eben noch gedacht. So kam es auch, dass wir unsere Reiseroute gänzlich änderten und nun in Kolumbien sind.

Kolumbien1

Wir reisen im Süden am Grenzübergang Ipiales ein. Nach den üblichen Grenzformalitäten schließen wir direkt an der Grenze noch die erforderlichen Versicherungen für unseren Fuhrpark ab und fahren weiter nach Las Lajas. Am nächsten Tag besichtigen wir das Santuario de Nuestra Senora de Las Lajas, die bedeutendste Wallfahrtskirche Kolumbiens.

Las Lajas

Im Laufe unserer Reise erfuhren wir, dass Kolumbien viele tolle Klettergebiete hat. Eine kleine versteckte Kletterwand fanden wir gleich am dritten Tag mit Hilfe eines Anwohners der uns über Zäune, Felder und durch den Wald dort hin führte.

Villa Maria

Über Pasto vorbei an der Laguna de la Cocha geht es auf einer kleinen, auf etwa 65 km unbefestigten, Straße durch die Berge in Richtung Osten.

Bergstraße

Für diesen Teilabschnitt benötigten wir etwa fünf Stunden reine Fahrzeit und so kamen wir bereits in der Dunkelheit ins Tal wo wir uns etwa anderthalb Meter über dem Flussbett des nur wenig Wasser führenden Rio Rumiyaco auf eine Böschung stellten um hier die Nacht zu verbringen. Nachts fing es an zu regnen, besser gesagt es schüttete aus wie aus Eimern mit der Folge, dass wir früh morgens einen Blitzstart hinlegten. Der Flusspegel war angestiegen, das Wasser war nur noch wenige Zentimeter unterhalb der Böschung und die Strömung war gewaltig.

Am Fluss

Nach dem frühen Start am Morgen kommen wir gut voran und besuchen noch am selben Tag das Weltkulturerbe der Gräberanlagen von San Augustin.

San Augustin

Nach den langen Fahrstrecken der letzten Tage ruhen wir uns nun auf einem kleinen Campingplatz mit Pool aus.

Camping

Übrigens wieder einmal gänzlich ungeplant … aber das Internet hier ist gut und so wie es aussieht gibt es heute Abend nach einem gemeinsamen Abendessen mit Biljana und Christoph wieder einmal eine kleine GoT-Session mit den Beiden

GoT

… das wollten wir uns einfach nicht entgehen lassen.

 

 

Begegnungen im Dschungel

Oriente – der Regenwald von Ecuador – ein in der Gesamtbetrachtung nur kleiner Teil des unglaublich großen Amazonasbeckens – eine faszinierende, für uns so fremdartige Tier- und Pflanzenwelt. Für ein Wochenende tauchen wir am oberen Rio Napo in dieses immergrüne Naturspektakel ein. Wir beobachten, staunen und erfahren ein wenig über das dort lebende Volk der Kichwa.
Mit unserem Schneckenhaus fahren wir bis zur Bootanlegestelle. Von dort aus geht es über den Fluss zu unserer Lodge.

Auf dem Fluss

Auf einem Zwischenstopp auf einer von zwei Flüssen eingefassten Insel erfahren aus welchem Baum ein Blasrohr gefertigt wird, wie die Pfeile stabilisiert werden und dürfen selbst damit „auf die Jagd“ gehen.

Blasrohr

Auf einem kleinen Inselrundgang bekommen wir einen ersten Einblick in die üppige Pflanzenwelt und ihre Bewohner. Es ist schon ein komisches Gefühl sich den Kaimanen zu nähern, die im Wasser liegen.

Kaiman

Gefischt wird hier traditionell mit einem Rundnetz, das über das Wasser ausgeworfen wird. Aufgrund der eingeknüpften Gewichte sinkt das Netz nach unten und schließt die Fische ein.

Angeln

Immer wieder sehen wir bunte Schmetterlinge mit wunderschönen Zeichnungen und manchmal haben wir das Glück, dass sie sich fotogen wie sie sind, in Pose setzen und sich von uns fotografieren lassen.

Mariposas

Am zweiten Tag erkunden wir mit unserem Kichwa-Guide ein wenig den Dschungel. Er macht uns auf die kleinen Waldbewohner wie eine Stabheuschrecke

Stabheuschrecke

oder die Blattschneideameise

Blattschneideameise

und viele weitere Tiere aufmerksam

Schildkröte

Papageien

Caracol

Unser Guide erklärt uns verschiedenen Pflanzen und Bäume in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen, wie z. B. den Mahagonibaum von dem wir nur einen kleinen Teil auf´s Foto bekommen haben

Mahagonibaum

oder der sogenannte „Affenschwanz“ (der botanische Name ist uns leider entfallen).

Affenschwanz

Apropos Affen. Die kleinen Klettermeister konnten wir von unserer Terrasse aus beobachten. Angekündigt wurden sie vom Gezeter der Vögel, die von Ihnen aufgeschreckt wurden. Naturfernsehen vom Feinsten.

Affen

Die Abendstimmung im Dschungel und die Nächte voller fremdartiger Geräusche sind ein Erlebnis für sich. Der Blick über den Fluss

Abendstimmung

die Abende und Nächte auf der Lodge ohne Strom. Wir essen im Feuerschein und Kerzenlicht zu Abend.

ohne Strom

Danach geht es im Licht der Stirnlampe zurück zu unserer Cabana (Hütte) in der wir untergebracht sind.

Nach drei Tagen kehren wir auf dem Wasserweg zurück zu unserem MAN und schon wenige Stunden später sind wir wieder in den Bergen. Hier finden wir einen schönen Platz zum campen direkt an einem kleinen aber feinen Klettergebiet.

 

 

Ecuador

Ecuador, das vorletzte Land auf unserer Reise durch Südamerika. Eines der artenreichsten Länder der Erde mit der Costa (der Bereich an der Pazifikküste), der Sierra mit der Straße der Vulkane, der Selva (das Amazonasgebiet) und Galapagos.

Unsere Reise durch Ecuador führte uns zunächst in die Sierra. Über Cuenca, die mit ihren schönen Häusern im Kolonialstil als schönste Stadt Ecuadors gilt,

Cuenca

fuhren wir zum Chimborazo, dem höchsten Berg Ecuadors. Unser Plan war natürlich diesen zu besteigen was uns jedoch aufgrund der orkanartigen Böen und einer über Tage schlechten Wettervorhersage verwehrt blieb.

Chimborazo

Chimborazo unter einer Wolkendecke

Wir kämpften uns gegen die Böen auf die WymperHütte auf ca. 5000 m bevor wir noch am gleichen Tag fast bis auf Meereshöhe hinunter fuhren. Der Weg zum Meer führte uns durch endlose Bananen- und Reisplantagen

Reis- und Banananplantagen

mit einen kleinen Abstecher in den Trockenwald mit seinen riesigen Kapok-Bäumen im Nationalpark Machalilla

Machalilla

nach Puerto López wo wir zu unserer großen Freude Biljana und Christoph wieder trafen, die sich spontan entschlossen hatten noch ein paar Tage länger als ursprünglich geplant zu bleiben.

Puerto López ist einer der Ausgangspunkte für einen Besuch der Isla de la Plata. Der Zeitpunkt für einen Besuch der Insel war ideal, paaren sich doch dort zur Zeit die in keiner Weise menschenscheuen Blaufusstölpel, die man ganz aus der Nähe beobachten kann.

Blaufusstölpel

Die etwa einstündige Fahrt zur Insel war ein Highlight für sich, denn es ist Walsaison vor den Küsten Manabís. Einfach nur großartig, die riesigen Buckelwale aus der Nähe zu beobachten.

wenn Buckelwale tanzen

wenn Buckelwale tanzen

Wir verlassen die Küstenregion und kehren zurück in die Sierra. Die Laguna Quilotoa ist unser Ziel. Ein fast kreisrunder steiler Kraterrand fasst den Kratersee ein. Auf dem Kraterrand wandern wir um den etwa 250 Meter tiefer liegenden See und genießen die Ruhe und die Natur.

Laguna Quilitoa

Wir wissen noch nicht genau, wohin uns die weitere Reise durch Ecuador führt. Eines ist jedoch sicher. Wir werden den Äquator überqueren, denn der liegt auf unserem Weg nach Kolumbien.

Über elf Wochen in Peru

Nicht ganz drei Monate in Peru, davon etwa einen Monat am selben Ort. Eine für uns ganz neue Erfahrung. Ein solch langer Aufenthalt in einem fremden Land ist mit einem Urlaubsaufenthalt schlichtweg nicht zu vergleichen. Auf der einen Seite sehr interessant, auf der anderen Seite manchmal sehr ernüchternd. Wir lernen einerseits den sehr freundlichen und aufgeschlossenen Peruaner kennen.

Cirilo

Cirilo unser Koch beim Trekking

Andererseits müssen wir auch feststellen, dass es sehr viele Einheimische gibt die der Auffassung sind, dass man als Ausländer wohl zu viel Geld hat und die keinen Versuch auslassen einem das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das geht im kleinen damit los, dass von Ausländern gerne überhöhte Preise gefordert werden was einem natürlich erst auffällt wenn man länger im Land ist und die Preise kennt. Oder: Vereinbarte Preise werden plötzlich mit fadenscheinigen Begründungen erhöht, wie es uns z. B. beim Reifenwechseln passiert ist. Anderes Beispiel: Bei der Bezahlung des Standplatzes in Huaraz wurde behauptet wir seien zwei Tage früher angereist. „Belegt“ wurde dies mit einem handschriftlichen Vermerk. Wir konnten letztendlich beweisen, dass wir später angereist waren. Oder ganz dreist: Wir laden unseren Koch, der während eines Trekkings jeden Tag von früh bis spät tolles Essen für uns gezaubert hat zum Essen ein. Plötzlich bedankt sich der Fahrer, der eindeutig nicht eingeladen war, für die Einladung zum Essen. Schon steht man dumm da. Entweder man zahlt oder muss sich als Gast im Land hinstellen und ihm klar machen, dass er sein Essen gefälligst selbst zu zahlen hat. Auch die Polizei hat so ihre Methoden dem zahlungsfreudigen Ausländer etwas Geld abzuknöpfen, wenn er denn bereit ist zu zahlen.

Ja, Peru ist ein Land mit vielen Facetten … es gibt tolle Städte wie Arequipa und Cusco mit schönen Gebäuden, guter Infrastruktur, schönen Cafés und Geschäften …

Cusco

Im Zentrum von Cusco

aber auch trostlose Dörfer und Städte mit kaputten Straßen und wenig was einen zum Verweilen einlädt.

weniger hübsche Dörfer

Es gibt das fruchtbare Bergland in dem bis auf über 4.000 Meter Ackerbau und Viehhaltung betrieben wird …

Landwirtschaft

Landwirtschaft in den Bergen von Peru

und die trockene, sandige Küstenlandschaft mit riesigen Hühnerfarmen, Zuckerrohrplantagen oder brachliegendem Land.

neben der Straße

mit einer großen Hühnerfarm im Hintergrund

Weiter gibt es die Andenkette mit dem Huascaran als höchsten Berg Perus, der sich majestätisch aus der Cordillera Blanca erhebt …

Huascaran

Huascaran Sur

Huascaran norte

Huascaran Norte

und unzählige Müllberge direkt an der Straße, in den Feldern, in den Dörfern, Städten und in den Gewässern.

andere Berge

Müllberge direkt an der Panamerica

Quirlige Städte mit bunten Märkten …

Quirlige Städte

und einsame ruhige Orte zum wandern, entspannen und genießen.

auf dem Land

Und einen von einem Schweizer geführten kleinen Campingplatz am Meer, an dem wir unsere letzten Nächte in Peru verbracht haben.

unser letzter Standplatz

All das ist Peru … und noch viel mehr!

Neulich in Peru

An dieser Stelle möchten wir eine kleine Episode aus unserem Reisealltag erzählen. Es war an der Zeit unsere Reifen wieder einmal durch zu tauschen. Normalerweise machen wir das selbst. Diesmal jedoch stehen wir hier in Huaraz auf einem leicht geneigten Kiesplatz der uns als Untergrund nicht sehr geeignet erscheint und wir wollen zudem die Reifen auf den Felgen einmal von innen nach außen drehen damit sie gleichmäßiger abgefahren werden. Wir überlegen daher dies in einer Werkstatt erledigen zu lassen. Wir machen ein Foto von einem Reifen und gehen damit zu einer größeren Werkstatt in der Nähe, holen ein Angebot ein und vereinbaren gleich einen Termin für den Nachmittag.

Nach unserer Ankunft wuchten wir erst einmal den Reservereifen vom Heckträger. Die Arbeiten beginnen. Der Mitarbeiter, der uns vormittags den Preis genannt hatte wollte nun plötzlich das Doppelte. Die Reifen seien so groß. Es folgt eine kurze Diskussion und wir einigen uns auf einen neuen Preis. Die Arbeiten gehen weiter.

s´Schneckle ohne Schuhe

Ein anderer Mitarbeiter macht mit einem Druckluftschrauber die erste Radmutter auf. Wir müssen einschreiten. Die Nuss ist zu groß und beschädigt unsere Radmutter. Eine passende Nuss ist nicht aufzutreiben. Helmut kramt sein Werkzeug hervor. Alle weiteren Radmuttern werden ab jetzt per Handarbeit geöffnet. Ab und zu muss Helmut mithelfen, da die Jungs nicht jede Radmutter aufbekommen.

Reifenwechsel

Das nächste Problem ergibt sich beim Öffnen der Sprengringfelgen. Ist nur gut, dass Helmut sich auskennt und so gibt es eine kleine Unterrichtseinheit für die Werkstattmitarbeiter.

Sprengringfelgen

Der erste Reifen ist wieder auf der Felge und wird festgeschraubt. Inzwischen vorsichtig geworden informieren wir den Mitarbeiter darüber, dass die Radmuttern mit 600 Nm festgezogen werden müssen. Dafür ernten wir ziemlich verständnislose Blicke. Mit Hilfe unseres Übersetzungsprogrammes fragen wir nach, ob sie denn keinen Drehmomentschlüssel hätten. Wieder verständnislose Blicke. Er drehe die Schrauben per Hand zu und deutet auf seinen Oberarm. Helmut kramt seinen Drehmomentschlüssel hervor und erklärt die Funktionsweise. Inzwischen sind zudem unsere Unterlegbretter und das Druckmanometer in Gebrauch. Zweieinhalb Stunden später sammeln wir unser Werkzeug wieder ein, bezahlen dann doch etwas weniger als vereinbart und verabschieden uns.

P.S.: Diese Geschichte spielte sich in einer der größeren Werkstatt ab. Einer Werkstatt mit einem Betonboden, Dach, Hebebühne für Autos und einem kleinen Büro. Das ist hier keine Selbstverständlichkeit. Hier gibt es überall Kleinstwerkstätten die in einem unbefestigten Innenhof untergebracht sind oder ihre Arbeiten direkt am Straßenrand ausführen.

Werkstatt

Reifen- oder Ölwechsel auf der Fahrbahn mitten im Ort? Ist ganz normal hier, vor allem in ländlichen Regionen. Das gilt sowohl für Arbeiten an Motocarros, Autos als auch für LKW. Der Verkehr muss eben außen herum fahren.

 

 

Machu Picchu

Machu Picchu … das mit Sicherheit bekannteste kulturelle und touristische Highlight in Peru. Der zentrale Ausgangspunkt für eine Besichtigung ist die Stadt Cusco, die für die Inkas der Nabel der Welt war. Hier finden sich zahlreiche Touranbieter, die für jeden Geschmack und Geldbeutel eine Tour offerieren. Zu den bekanntesten Möglichkeiten nach Machu Picchu zu kommen zählt sicher der Inka Trail. Dieser darf jedoch seit Jahren nicht mehr selbständig begangen werden und ist trotz der stattlichen Preise zum Teil auf Monate ausgebucht. Je nach gewünschter Länge und den individuellen Bedürfnissen können die Wandertage auf dem Inka Trail durch unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten in den Trail angepasst werden. Eine gute Übersicht und Beschreibung hierzu findet sich im OutdoorHandbuch „Peru: Inka Trail und Region Cusco“ des Outdoor Conrad Stein Verlages. Hier finden sich auch zahlreiche Informationen über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in und um Cusco, sowie hilfreiche Informationen über Land und Leute.

Da wir nicht gerne unter fremder Führung unterwegs sind, haben wir uns nach Alternativen umgesehen. Eine Möglichkeit ist mit Zelt und eigener Verpflegung auf einem der weniger bekannten Trails nach Machu Picchu zu wandern. Dies erfordert jedoch einen gewissen logistischen Aufwand und man benötigt eine Transportmöglichkeit zum Ausgangspunkt der Wanderung. Oder man fährt mit dem Zug nach Machu Picchu (Bahnstation Aguas Calientes). Alternativ kann man den ersten Streckenabschnitt mit Bus bzw. Taxi zurücklegen um auf diese Weise die Kosten für den Zug etwas niedriger zu halten. Eine dritte Möglichkeit ist die Umfahrung von Aguas Calientes auf einer zumeist gut ausgebauten Straße bis nach Santa Teresa und von dort weiter zum Wasserkraftwerk „Hidroelectrica“. Lediglich die letzten 32 Kilometer sind, zumindest mit größeren Fahrzeugen, etwas sportlich.

nah am Fels

Die Straße ist unbefestigt, teilweise sehr eng und kurvig.

auf schmaler Straße

Ab Hidroelectrica kann Aquas Calientes zu Fuß erreicht werden. Wir starteten bereits um 4:30 Uhr auf die 13 Kilometer lange Strecke nach Aguas Calientes. Es geht fast immer den Bahngleisen entlang, was aber kein Problem darstellt da die Stecke nur wenige male am Tag befahren wird und sich die Züge lautstark ankündigen.

den Gleisen entlang nach Aguas Calientes

Mit dem Ticket in der Hand kann man entweder eine Busfahrt hinauf zur Ruinenstadt buchen und sich in der langen Schlange an der Bushaltestelle einreihen oder zu Fuß aufsteigen. Möchte man auf einen der beiden Berge die Machu Picchu flankieren (Huayna Picchu bzw. Montana Machu Picchu) wandern benötigt man eine erweiterte Eintrittskarte (aktuell werden je Berg nur 400 Permits pro Tag erteilt).

Auf unserem Streifzug durch Machu Picchu gingen wir zunächst zum allgemeinen Aussichtspunkt um uns einen ersten Überblick über die Anlage zu verschaffen.

Machu Picchu am Morgen

Von den Aussichtsterrassen wanderten wir weiter auf einem spektakulär in die Steilwände gebauten Inkaweg zur sogenannten Inkabrücke, die heute mit großen Holzbalken dargestellt wird, früher jedoch eine Hängebrücke war, welche bei Gefahr eingeholt werden konnte. Damit war dieser Weg zur Stadt unpassierbar.

Inkabrücke

Danach machten wir uns auf den Weg zum Montana Machu Picchu … streng geregelt … unsere vorgegebene Aufstiegszeit war für den Zeitraum von 9:00 Uhr bis 10:00 Uhr als Einstiegszeit festgelegt. Zum wiederholten Male mussten wir unsere Ausweise vorlegen und uns registrieren. Danach ging es auf unzähligen Stufen etwa 600 Höhenmeter hinauf zum Gipfel. Hier bot sich uns eine traumhafte Aussicht nach Hidroelectrica, die umliegenden Berge, auf die gesamte Anlage bis hinüber nach Aguas Calientes.

Lars Schneider, der Autor des OutdoorHandbuchs schreibt über Machu Picchu: „Die Lage von Machu Picchu ist wohl einzigartig. Auf einem künstlich geebneten Bergsattel, etwa 700 m oberhalb des rauschenden Río Urubamba, der den Gipfel zu drei Seiten umspielt, liegt die Stadt. Aus dem Tal ist nichts von diesem Glanzstück der Inka-Architektur zu sehen … Von oben dagegen konnten die Inkas alles bestens überblicken …“

von oben

Nach einem Abstecher zum Sonnentor wanderten wir noch durch die Ruinen der Stadt mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel Intiwatana –  der Ort, an dem die Sonne angebunden wird

Intiwatana - Ort, an dem die Sonne angebunden wird

eines der typischen Fenster von Machu Picchu,

Ein gut erhaltenes Fenster

der Zeremonialstein, der als Begräbnis- bzw. Totenfelsen genutzt wurde

Begräbnisstein

und vieles mehr.

So wie wir Machu Picchu noch erleben durften ist dies ab 01.07.2017 nicht mehr möglich. Ab diesem Datum werden nur noch Halbtagestickets für die Ruinenstadt verkauft. Auch ein Besuch ohne Guide soll nach unseren Informationen ab diesem Tag nicht mehr möglich sein.